Gemeinsame Mitteilung von Lautertaler Bürgerliste (LBL) und Netzwerk bergstraße.mobil, 2. Mai 2022

Die neue Verlängerung der Buslinie MO2 verbessert zweifellos die Mobilität in Beedenkirchen sowie in den Gemeinden Lautertal, Modautal und Fischbachtal. Am Fahrplan und an der weiteren Verkehrsentwicklung im nördlichen Lautertal sehen bergstraße.mobil und LBL allerdings noch Nachsteuerungsbedarf, damit der Umstieg auf den ÖPNV wirklich allen gelingen kann.

Endlich ist es so weit: Der Busverkehr zwischen Lautertal und dem Nachbarkreis Darmstadt-Dieburg ist nun sinnvoller geregelt. Davon profitiert insbesondere Beedenkirchen, wo sich das Angebot zeitweise fast versechsfacht. Montags bis freitags im Stundentakt und am Wochenende alle zwei Stunden ist es nun möglich kreisübergreifend von Reichenbach nach Reinheim und zurück mobil zu sein. „Das wird viele freuen die ihr eigenes Fahrzeug stehen lassen wollen oder eben keines haben. Einkaufen, Besuche und Arztbesuche lassen sich nun auch ohne eigenes Auto planen“, freut sich Peter Rohlfs von der Lautertaler Bürgerliste (LBL), die das neue Angebot maßgeblich initiierte und vorangetrieben hat.

In Brandau kann die DADINA-Linie O nach Darmstadt über Modau und Ober-Ramstadt erreicht werden. In Reichenbach kann man in die VRN-Linie 665 nach Bensheim und in Reinheim in die Odenwaldbahn nach Darmstadt und Frankfurt umsteigen. Hier sehen das Netzwerk bergstraße.mobil und die LBL allerdings noch Verbesserungsbedarf im Detail: Die Umsteigezeiten in Reichenbach und Reinheim könnten etwas stabiler gestaltet werden. Vorschläge dies kurzfristig zu erreichen hat das Netzwerk bergstraße.mobil bereits an DADINA und VRN geschickt, in der Hoffnung, dass eine entsprechende Fahrplananpassung zum Sommerfahrplanwechsel vorgenommen wird. Immerhin werden jetzt alle Anschlüsse in der digitalen Fahrplanauskunft angezeigt.

© Peter Castellanos; Lizenz CC BY-SA 3.0: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/

 

Problematisch finden das Netzwerk und die LBL außerdem die am Wochenende fehlenden Anschlüsse in Reichenbach. Dies ließe sich durch eine Durchbindung der MO2 bis Bensheim beheben. Damit würden Beedenkirchen, Reichenbach (einschl. Felsenmeer) und Elmshausen eine Direktanbindung an die S-Bahn-Rhein-Neckar Richtung Mannheim bekommen, sowie den Takt der vorhandenen Linie 665 sinnvoll ergänzen. „Dass Beedenkirchen sowie die Freizeitziele Neunkirchen und das Felsenmeer ausgerechnet am Wochenende von der Region Rhein-Neckar abgekoppelt bleiben sollen, gibt mir ein wenig zu denken. Wie soll das vor allem Touristen zum Umsteigen auf den ÖPNV bewegen?“, fragt Castellanos und hofft auch hier auf zeitnahe Abhilfe. Sonst bestehe die Gefahr, dass sich die prognostizierte Nachfrage auf der neuen Linie nicht einstellen könne und den Verkehrsproblemen am Felsenmeer im Sommer weiterhin nichts Wirksames entgegengesetzt werden kann.

Trotz der genannten Nachbesserungsbedarfe im Detail ist das neue ÖPNV-Angebot zweifellos ein wahrer Quantensprung im Regionalverkehr und eine Aufwertung des Wohn- und Arbeitsstandortes Beedenkirchen. Dass „Gut Ding manchmal Weile braucht“, zeigt ein Blick in die Historie: 2018 brachte die LBL nach vorherigen Beratungen mit dem damaligen Fahrgastbeirat des Kreises (heute Netzwerk bergstraße.mobil) einen entsprechenden Antrag in die Gemeindevertretung ein. Es folgten Ortstermine, Anschreiben an die Landräte und Verkehrsdezernenten beider Kreise, ein Vortrag im Fahrgastbeirat sowie Kontaktaufnahmen zu DADINA und VRN. Ein erster Erfolg war der Halt einiger Schulfahrten der Buslinie O an der Haltestelle Modaustraße in Beedenkirchen.

„Mit dieser neuen Verbindung ist die Arbeit aber noch nicht getan. Dazu muss man nur auf die Achse über die Kuralpe und Balkhausen nach Seeheim-Jugenheim oder die Lücke zwischen Brandau und Gadernheim blicken. Beide Strecken sind jeweils mit mehr als 3.000 Pkw pro Tag weiterhin stark befahren, ohne dass dort ein adäquates ÖPNV-Angebot besteht“, beklagt Dr. Günter Haas für die LBL den noch verbliebenen Handlungsbedarf im Lautertaler ÖPNV. Mit der neuen kreisübergreifenden Bus-Verbindung kann den Massen an PKW an den Wochenenden am Felsenmeer in einem ersten Schritt begegnet werden, sind sich LBL und bergstraße.mobil sicher. Gleichwohl müsse allen Beteiligten bewusst sein, dass nur ein attraktives Gesamtangebot, welches auch Verkehre über die Kuralpe und Richtung Jugenheim in den Blick nimmt, wirklich nachhaltig wirken kann. Die LBL wird sich zusammen mit bergstraße.mobil und weiteren gleichgesinnten Akteuren auch weiterhin für eine gute Mobilität ohne eigenen PKW für alle Ortsteile in Lautertal einsetzen.

Der Flyer, auf die Bedürfnisse der Beedenkirchener Bevölkerung zugeschnitten, wird demnächst an die Haushalte, Vereine und Unternehmen in Beedenkirchen verteilt. Hier der direkte Link: https://bergstrassemobil.de/.cm4all/uproc.php/0/Dok/FGI/20220430_Flyer_Neuer_OePNV_in_Beedenkirchen.pdf?cdp=a&_=18081d5d038 . Er ist außerdem direkt über www.bergstrassemobil.de erreichbar.

 

30. April: Ortstermin zur neuen Buslinie MO2 in Lautertal

(27. April 2022) Die Lautertaler Bürgerliste (LBL) und das Netzwerk bergstraße.mobil laden zu einer Testfahrt mit der neuen Buslinie MO2 von Reichenbach nach Reinheim und zurück am Samstag, den 30.04.2022 ab 16.45 Uhr ein. Treffpunkt ist die neue Bushaltestelle an der Lautertalhalle in Reichenbach. Nach einer kurzen Einführung startet um 16.59 Uhr die Fahrt nach Reinheim (Ankunft 17.45 Uhr) von wo es nach einem kurzen Aufenthalt ab 18.09 Uhr zurück nach Reichenbach geht. Zustiegsmöglichkeiten bestehen unter anderem an den Haltestellen Reichenbach Markt (17.01 Uhr), Beedenkirchen Mitte (17.09 Uhr) und Brandau Rathaus (17.16 Uhr). Während der Fahrt wollen LBL und bergstraße.mobil erste Praxiserfahrungen mit der am 25.04. eingerichteten, neuen Verbindung sammeln, über den neuen Fahrplan sowie die weitere ÖPNV-Entwicklung in Lautertal sprechen. Der Ausflug endet an der Haltestelle „Reichenbach, Markt“ um 18.57 Uhr. Gäste sind herzlich willkommen; eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Um den Termin von Anfang bis Ende wahrnehmen zu können, müssen Teilnehmende über eine gültige Fahrkarte verfügen. Diese kann vor Ort für maximal 10,15 EUR (Hin- und Rückfahrt Reichenbach – Reinheim) beim Busfahrer erworben werden. Je mehr Teilnehmende mitreisen, umso niedriger kostet die Fahrt für eine Person. Da Fahrkarten des Übergangstarifs (auch nach über 20 Jahren seines Bestehens) nicht digital erhältlich sind und eine Kartenzahlung im Bus nicht möglich ist, müssen jene, die eine Fahrkarte benötigen, genug Bargeld mitbringen. Für Rückfragen steht Peter Castellanos (info [at] bergstrassemobil.de, Mobil 01577 9217391) zur Verfügung.

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