Dierk Haase aus Beedenkirchen hat 2012 und 2013 zum Thema Familienstammbäume die Quellenlage studiert. Verblüfft war er,  wie viel Informationen im Internet verfügbar sind. Es gebe wahrscheinlich nur wenige Orte in Deutschland, die u.a. aufgrund der ungeheuren Fleißarbeit eines Odenwälder Namensforschers so gut erschlossen sind wie Beedenkirchen.

Parallel zu dessen Arbeit liegen bereits vollkommene Familienstammbäume schriftlich vor aufgrund privater Initiativen einiger Bürgerinnen und Bürger von Beedenkirchen. Die Grundlage aller Stammbäume ist in den Kir-chenbüchern niedergeschrieben, die u.a. von Heimatforscher Kunz vor Jahrzehnten aufgearbeitet wurden und heute im Archiv der Kurpfalz Bibliothek Lorsch verfügbar sind. Auch Sekundärquellen über Konfessionshürden hinaus sind weitgehend erschlossen.

Die aktuellen Familienregister, heute sorgfältig vom Datenschutz blockiert, sind bis zur Neuzeit recherchiert, die letzten 2-3 Generationen sind in den Beedenkirchener Familien jedoch gut aus dem Gedächtnis nachzutragen. Wie schon bei der 975 und 1000 Jahrfeier praktiziert, lohnt es sich diesen Familien-Erinnerungsschatz zu heben und den direkten Nachkommen für die Zukunft zu konservieren.

Weitere Informationen zu Familienstammbäumen sind unter www.online-ofb.de zu finden. Dort ist auch der Kontakt zum Bearbeiter der Beedenkirchener Eintragungen möglich: Ulrich Kirschnick aus Brandau hat für alle Modautaler Ortsteile sowie für Beedenkirchen, Schmal-Beerbach, Staffel und Wurzelbach die Ortsfamilienbücher erstellt mit der Gesamtliste der Familien-namen, Geburtsorten auswärtiger Personen und Sterbeorten weggezogener Personen, aus Datenschutzgründen nur bis ca. 1950.

Informationen zu Beedenkirchener Familien finde man, so Haase, etwas mühsam und aufwändig auch im Staatsarchiv Darmstadt sowie im Bürgerregister ab 1822 der Gemeinde Lautertal und im umfangreichen Nachlaß von Rudolf Kunz (Jugenheim) in der Kurpfalz-Bibliothek in Lorsch.

In Reichenbach hilft der Verschönerungsverein weiter bei der Wurzelsuche: immer mehr Menschen fragen die Heimatkundler des Verschönerungsvereins um Rat. Meist seien es die Nachfahren von einst aus dem Odenwald Weggezogenen, die Details über ihre Vorfahren oder auch über das Dorf wissen wollen, so Heinz Eichhorn vom VVR.

Im Jubiläumsjahr 2012 gingen solche Anfragen nahezu täglich ein. Von besonderem Interesse war im Herbst eine Anfrage aus München: dort hatte ein Antiquitätensammler Fotoplatten erworben mit einer Aufnahme des Gasthauses „Zur Traube“. Doch das vermutete Haus in der ehemaligen Kreyssmühle in der Reichenbacher Dorfmitte war es eindeutig nicht, und bald konnte man das Gebäude in Gronau lokalisieren, da es im Internet in der Stadtteildokumentation zu Gronau gezeigt wird. Heinz Eichhorn berichtet weiter, daß sich früher im Saal im Obergeschoß die Fußballer der Gastmannschaften vor und nach dem Spiel umzogen, da es weder Umkleidekabinen noch eine Dusche gab, so daß die Gasthäuser ihre Säle für die Kicker bereitstellten. Die Wirte kamen so auf ihre Kosten, denn anschließend wurde das Spiel ja kräftig begossen.

Marieta Hiller, Februar 2013