Europa, das stammt aus dem Griechischen und bedeutet „die mit dem weiten Blick“.
Die aktuelle Situation in Europa läßt wünschen, daß dieser weite Blick nicht verloren geht.

Als Kontinent ist Europa erstmals von Herodot im 5. Jahrhundert v. Chr. genannt worden. Das moderne Europa entstand nach dem 2. Weltkrieg, am 5. Mai 1949. In Straßburg, genau auf der Grenze des deutsch-französischen Krieges, errichtete man den Europarat, der die Vereinigten Staaten von Europa repräsentierte. Zunächst waren es zehn Länder, 1950 später kam Deutschland dazu, weitere Länder folgten, heute gibt es 47 Mitgliedsstaaten.

Die Europaflagge zeigt zwölf Sterne auf himmelblauem Grund. Die Farbe blau symbolisiert die Reinheit, die Zahl der Sterne steht nicht für die Zahl der Mitgliedsstaaten, sondern für Vollkommenheit. Als gemeinsame Währung für 19 EU-Mitgliedstaaten und 6 weitere europäische Staaten wurde 2002 der Euro eingeführt, heute nach dem US-Dollar die wichtigste Reservewährung der Welt.

Ein Blick in die Geschichte zeigt, welche Vorteile eine große Gemeinschaft hat: in früheren Jahrhunderten war die Landkarte von unzähligen Kleinstaaten mit Grenzen, Zöllen und Währungen geprägt. Reisende brauchten viel Bargeld, das an der Grenze immer wieder umgetauscht werden mußte.

Unzählige Währungen waren im Umlauf: der römischen Aureus, später Gulden und Taler. Außerdem natürlich Papiergeld, das jedoch besonders anfällig für Inflation war. Und so schaffte man das Papiergeld in China schon 1402 wieder ab, weil gierige Kaiser ständig zu viel drucken ließen.

Was war das Geld wert?

Im Odenwald erhielt ein Zimmermann 1803 als Tageslohn 50 Kreuzer. Vier Kreuzer waren ein Batzen, 60 Kreuzer ein Gulden.  Laut einer Breuberger Quelle war im Jahr 1807 ein Gulden knapp 13 Euro wert. Der Zimmermann bekam also pro Arbeitstag knapp 11 Euro.

Ein Taler bestand aus echtem Silber und ist als Dollar noch heute im Umlauf. Der Ausdruck Geld kommt nicht von Gold, sondern von „gilt“ (angelsächsisch für Schuld, das Geschuldete). Der lateinische Ausdruck pecunia kommt vom pecus, dem Vieh. Dies weist schon auf die ältere Währung des Rindes hin.

Immerhin sind heute noch einige Geldbörsen aus Rindsleder, auch wenn die Euros darin oftmals leider nicht mehr dem Gegenwert eines Rindes (1600 Euro) ergeben.

Das Kapital, also die Ansammlung von viel Geld, ist ebenfalls ein lateinisches Wort und bedeutet wörtlich „todeswürdiges Verbrechen“. Soviel zum Thema Geld.

Weitere interessante Details zu Maßeinheiten finden Sie hier.

Ein Ausflugstipp zur Duckomenta in Mannheim, wo der Taler und der Kreuzer noch immer Zahlungsmittel ist, sei an dieser Stelle angebracht: im Reiss-Engelhorn-Museum bis 24. April 2016, hier kann man Erwachsene vor den Entenobjekten kichern und glucksen sehen wie die Kinder: www.duckomenta.de

Marieta Hiller, 2018