Eine lebhafte Gemeinde, elf Orte und viele energische Kleinbetriebe

Die Gemeinde Modautal setzt sich zusammen aus elf Ortsteilen, die zum Teil schon seit langer Zeit zusammengewachsen sind wie Allertshofen und Hoxhohl, die eine gemeinsame Schule und gemeinsame Vereine und Feste haben. Jeder Ort, und sei er noch so klein, wie Herchenrode mit 70 Einwohnern und unzähligen Pferden, hat seinen eigenen Charakter. In unserem Maiheft haben wir die Mühle in Brandau vorgestellt, im Juni-Durchblick den Tante-Emma-Laden von Gerlinde Schütz in Ernsthofen und die Postagentur von Helga Peter in Brandau. Sie alle leben gerne in ihrer Gemeinde und arbeiten auch dort. Von Landflucht oder langem Pendeln zum Arbeitsplatz halten sie alle genauso wenig wie die Durchblick-Redaktion. „Wohnen wo andere Urlaub machen“ ist die Devise. Eine ganz pfiffige Geschäftsidee hat sich sogar nach ihrer Heimatgemeinde benannt: unter der Marke »64397« stellen Marlies Franke-Fokken und Margot Warda seit drei Jahren

Handgemachtes aus Modautal her. Die leckeren Saucen und Aufstriche sind keine Industrieprodukte, sondern werden professionell und kontrolliert in kleinen Mengen im Modautal in Handarbeit hergestellt. Besonderen Wert legen die beiden Unternehmerinnen auf beste Zutaten, jahreszeitlich in der Region verfügbar, ohne Konservierungs- und Zusatzstoffe hergestellt.

Das erste Produkt war die Grillsauce mediterran, es folgten elf weitere Produkte: Zitronencreme und Orangenaufstrich, rote Beete Ketchup, "Worscht-Soos" oder Salatdressing Apfel-Honig-Senf. Am besten einfach mal probieren! Erhältlich sind die "64397" Produkte in einigen Edeka-Märkten, in Metzgereien und in Hof- und Bauernläden in der Region.

Bei Helga Peter in Brandau (Römerberg 16) gibt es auf etwa 12 Quadratmetern Fläche fast alles: Postagentur, Schreibwaren, Geschenkartikel - und »64397«-Soßen! Fbitte weiter auf Seite 2 E Modautal und seine leckeren Produkte: Fortsetzung

Außerdem Tassen, T-Shirts und mehr mit dem »I love Modautal« Aufdruck, Liköre, Marmeladen und und und...

Ebenso engagiert, was die Versorgung der Bevölkerung mit regional und saisonal hervorragenden Produkten betrifft, ist das Brandauer Hoflädchen von Familie Hartmann (Odenwaldstraße 80). Freilandeier aus dem Hühnermobil (die Hühner leben ganzjährig draußen, bewacht von Ziegen), Eierlikör und Nudeln aus den eigenen Eiern gibt es hier neben einem ordentlichen Sortiment an Obst und Gemüse sowie den Lebensmitteln die man so braucht. Ab sofort gibt es in Hartmanns Lädchen fünf Nudelsorten: Bandnudeln, Spirelli, Bauerspätzle Radiatori und Lockis. Weitere Sor-ten werden folgen. Hausgemachter Erdbeer-Limes und Erdbeer-Fruchtaufstrich sowie leckere selbst hergestellte Suppenwürze gibt es hier. Zusätzlich präsentiert Familie Hartmann den Prototyp mobiler Weidehähnchenstall: ihre langsam wachsenden Weidehähnchen werden sehr gut nachgefragt, und so plant man aktuell mit zwei Stallbaufirmen einen kleinen professionellen mobilen Hähnchenstall, den es am Markt bislang noch nicht gibt. Da ihnen der Tierschutz sehr am Herzen liegt, stehen neben der Mobilität natürlich die optimalen Haltungsbedingungen an erster Stelle. Das Projekt wird vom Forschungsinstitut biologischer Landbau (FiBL) in Frankfurt mit einer Projektgruppe und EU-Förderantrag beim hessischen Landwirtschaftsministerium unterstützt. Seit kurzem ist Familie Hartmann auch im Bereich der Imkerei tätig: zukünftig wird der Honig selbst erzeugt. „Nebenbei“ wird dadurch auch die neu angelegte Streuobstwiese bestäubt, ein aktiver Beitrag zum Naturschutz und Erhalt der heimischen Artenvielfalt. Beim Einstieg in die Imkerei wird Familie Hartmann vom Imkerverein Lautertal unterstützt. Über ihr Konzept der Tierhaltung und der Mobilställe haben Hartmanns schon etliche Besuchergruppen z.B. der Modautalschule, des Kindergarten Sonnenblume und der ev. Kirchengemeinde Beedenkirchen informiert. Die Imkerei paßt gut dazu: in Zeiten von Bienensterben durch Milben, Pestizide etc. kann man so auf die Wichtigkeit der Bienen und der regionalen Imker aufmerksam machen und erklären, wo der leckere Honig herkommt und wie ein Bienenjahr aussieht bis der Honig im Glas landet. Die Freilandeier kann man übrigens 24-Stunden täglich kaufen: in der Eier-Klappe vor dem Haus lagern stets einige Kartons gekühlt neben einer kleinen Kasse. Was noch fehlt, sind weitere Weideflächen für die Hühner & Hähnchen, die Bienen und mittlerweile neun Ziegen. Wer für die Mobilställe und zur Heuernte attraktive und gut zugängliche Weideflächen zur Verfügung stellen kann, darf sich gerne bei Familie Hartmann melden. Damit kann jeder die regionale und hochwertige Lebensmittelerzeugung vor Ort unterstützen, zusätzlich natürlich die langfristige Existenz des Brandauer Dorfladens und somit die gerade für viele ältere Menschen so wichtige Lebensmittelnahversorgung. (M. Hiller)