Neue Vermarktungswege für Landwirte: die Marktschwärmerei

Die meisten Landwirte haben sich spezialisiert, bauen großflächig wenige Produkte an, die oft über überregionale Vermarktungswege mit Abnahmegarantie, aber zu niedrigen - oft allzu niedrigen - Preisen über mehrere Zwischenhandelsstufen zum Verbraucher kommen. Eine flache Vertriebsstruktur vom Erzeuger zum Verbraucher könnte zwar zu höheren Einnahmen führen, bringt jedoch auch viel mehr Organisationsarbeit mit sich. Kaum ein Landwirt hat die Zeit, einen Hofladen zu betreiben oder auf Wochenmärkte zu fahren. Wenn dies jedoch als Ziel angestrebt wird, hilft nur ein Weg in ganz kleinen Schritten dorthin: Umstellung auf größere Produktvielfalt anstelle von Monokultur, Beteiligung von Verbrauchern in einer solidarischen Landwirtschaft oder Vergabe von Teilflächen an Verbraucher zur eigenen Bearbeitung, Vertragsanbau für einzelne Personen / Familien / Gastronomen.

Denkbar ist auch eine "Regionale Ecke" im örtlichen Supermarkt, die ausschließlich durch ortsansässige Betriebe bestückt wird. Die Initiative Nibelungenkorn ist beispielsweise eine solche Regionalmarke.

Es gibt bereits seit einiger Zeit die private Initiative Marktschwärmerei: https://marktschwaermer.de. Hier wird man Mitglied, als Anbieter oder als Verbraucher. Man bestellt online Obst und Gemüse, Käse, Fleisch, Brot, Getränke und mehr, wann man Zeit hat und ohne Mitgliedsbeitrag oder Mindestbestellwert. Einmal pro Woche Mittwochs 17-18.30 Uhr holt man sich das Bestellte in Auerbach, Otto-Beck-Str. 32 ab. Gastgeberin der Auerbacher Marktschwärmerei ist Birgit Rinke. Für Anbieter interessant ist vor allem, daß Verbraucher hier Produkte erhalten, die es nicht im Supermarkt gibt. Transparenter und fairer kann man nicht regional einkaufen! So werden lokale Erzeuger unterstützt, die faire Preise bekommen und dafür und eine nachhaltige Lebensmittelproduktion betreiben möchten.

Wer Lust hat, im Lautertal eine Marktschwärmerei aufzubauen und selbst Gastgeber zu werden, zum Teil der Lösung zu werden und mehr Qualität, Transparenz und Fairness auf die Teller zu bringen, kann ganz einfach sein eigenes soziales und unternehmerisches Projekt aufbauen: 8,35% des Umsatzes in dieser Schwärmerei bekommt der Gastgeber. Wichtig sind Kenntnisse in der Aktualisierung der Internetseite, Kontakte zu Erzeugern und Aufbau einer Nutzergemeinschaft sowie die Organisation des Abholtages. Die Gruppe Dorf im Wandel organisiert gerne für Interessenten*innen ein gemeinsames Treffen mit Birgit Rinke zum Erfahrungsaustausch, Anfragen an Marieta Hiller, Tel. 06254-9403010