Saisonstart – Zweiter Versuch: ab dem Pfingstwochenende wieder Mittelalter in Adventon

Osterburken. Nachdem die Corona-Pandemie dem Mittelalterpark einen dicken Strich durch die Planungen gemacht hat, unternimmt man nun auf der Marienhöhe bei Osterburken einen zweiten Versuch, die Saison doch noch zum Laufen zu bringen: Ab dem 30. Mai sollen Freigelände, Gastronomie und Geschäfte wieder jeden Samstag, Sonn- und Feiertag von 11 bis 18 Uhr für Besucherinnen und Besucher geöffnet sein.

Die Wiederaufnahme des Betriebs ist allerdings nur möglich, wenn bestimmte Regeln eingehalten werden. So ist nach wie vor der Abstand von 1,5 m zwischen Personen einzuhalten, in geschlossenen Räumen ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen und Gruppenbildung zu vermeiden. Über die geltenden Schutz- und Hygienemaßnahmen informiert der Park auf seiner Website www.adventon.de und vor Ort.

Besondere Aktivitäten wie Führungen, Kurse, Mitmachaktionen u.ä. können bis auf Weiteres leider nicht angeboten werden. Doch aktuell deuten alle Anzeichen darauf hin, das bald weitere Lockerungen beschlossen werden könnten und eine Rückkehr zur Normalität in einigen Wochen möglich sein sollte. Dann könnten auch die beiden noch ausstehenden Veranstaltungen des Jahres, das Wikingerfest am 19.-20. September und das Herbstfest mit der Großen Schlacht am 10.-11. Oktober wie geplant stattfinden.

Weitere Informationen auf www.adventon.de

Histotainment Park Adventon, Marienhöhe 1, 74706 Osterburken, Tel.: 06291- 64 79 10, Facebook: www.facebook.com/Mittelalterpark
Geöffnet 30. Mai bis 31. Oktober 2020 jeden Samstag, Sonntag & Feiertag von 11 bis 18 Uhr.

Lesen Sie zu Adventon auch die Beiträge auf www.felsenmeerdrachen.de!

 

14. Mai Positive Bilanz beim ersten digitalen Thementag: Freilichtlabor Lauresham plant Fortsetzung

Zu einer Premiere weit über die Region hinaus sah sich am vergangenen Wochenende das Team des Freilichtlabors Lauresham im UNESCO Welterbe Kloster Lorsch herausgefordert. In dem 1:1 Modell eines karolingischen Herrenhofes in Südhessen verhinderten die Einschränkungen der Corona-Pandemie die analoge Durchführung des „Tages der Experimentellen Archäologie“. Laborleiter Claus Kropp plante deshalb den Thementag auf ein digitales Format hin um. Mit Bedauern hielt sich Kropp nicht lange auf: „Zu groß waren von Anfang an die Chancen, die diese neuen Herausforderungen für unser Forschungsmuseum mit seinem internationalen Netzwerk bargen.“ Jetzt zog man eine überaus positive Bilanz und plant die Fortsetzung.

Am Ende der beiden Veranstaltungstage am 9. und 10. Mai waren an die 2000 Nutzer im Netz registriert worden. Doch nicht nur, dass dies deutlich mehr Gäste waren als bei einer analogen Veranstaltung: „Was uns wirklich elektrisiert, ist die internationale Reichweite, die wir durch diese zweisprachigen virtuelle Veranstaltung erreichten“, zeigt sich Kropp trotz des „enorme Aufwandes“ von der neuen Art der Besucheransprache überzeugt. Registriert wurden Gäste aus Süd- und Nordamerika, Asien und natürlich aus dem europäischen Ausland. „Für das Freilichtlabor war das Ganze ein gigantischer Werbeblock“, so Kropp.

Fast zwanzig hochspannende und ausgesprochen abwechslungsreiche wissenschaftliche Beiträge, alle sowohl in Englisch als auch in Deutsch nachzuverfolgen, listete das eng getaktete Zweitagesprogramm auf. Alle Veranstaltungen waren auf einer eigens dafür eröffneten Website, in den Sozialen Medien und auf einem eigenen Youtube-Channel mit zu verfolgen. Grundsätzlich unterschieden sich dabei zwei Formate: Zum Ersten gab es eine breite experimentalarchäologische und archäotechnische Palette handwerklicher Demonstrationen, Projektvorstellungen oder Wissensvermittlungen per Video. Zum Zweiten konnten die Gäste sich an Onlinediskussionen beteiligen. Mittels des Forumsdienstes Discord, ehemals für die Gamer-Szene entwickelt, loggten sich Interessierte ein, stellten sich vor und diskutierten mit Hilfe eines Moderators mit. Grundlage der Online-Diskussionen waren Vorträge, Projektpräsentationen oder auch die Vorstellungen virtueller Info-Stände, die man besuchen und kennenlernen konnte. „Wo wir normalerweise dreißig, vierzig Gäste zählen, registrierten wir jetzt zwei- bis dreihundert Teilnehmende, vom historisch Interessierten bis zum Post-Doktoranden“, berichtet der Initiator des ambitionierten Unternehmens.

Als Referenten und eingebunden waren Wissenschaftler*innen aus England und den Niederlanden, darunter Partner aus den beiden Netzwerken, denen Lauresham angehört, EXARC und AIMA. Der digitale Thementag war auch im Kreise internationaler Wissenschaftler*innen ein innovatives Unternehmen. „Zwar hatte EXARC beispielsweise im März eine digitale Konferenz veranstaltet, aber ein virtueller Thementage, das war nun etwas wirklich Neues", erzählt Kropp.

Auch das Jahresthema „Textil“ konnte anschaulich und unter lebhaftem Besucherinteresse dargestellt werden. Alles in allem bilanzierte das Team jetzt den Erfolg als unerwartet groß. Claus Kropp denkt an weitere digitale Veranstaltungen: „Obwohl wir alle 16-Stunden-Arbeitstage hinter uns haben, denken wir bereits daran, das digitale Format weiter zu verfolgen.“ Diese Einschätzung unterstützt auch der Welterbestättenleiter Dr. Hermann Schefers. Ob einmal im Jahr oder in kleinerer Form einmal im Monat - beides wird derzeit abgewogen. „Dass man somit einen internationale Fokus legen kann und die unterschiedlichsten Regionen der Welt in Echtzeit zusammenbringt - das ist großartig“, hat sich für Claus Kropp das Pionierunternehmen bestätigt. „Wir haben durch die Nutzung des virtuellen Formates an diesen zwei Tagen international dafür gesorgt, Lauresham und seine Forschungsprojekte weit über die Region, ja über unsere nationale Grenze hinaus bekannter und verständlicher zu machen.“

www.kloster-lorsch.de

Fotos zum UNESCO Welterbe Kloster Lorsch finden Sie hier:
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April 2020: Lorscher Tabakprojekt

Auch wenn die menschliche Gemeinschaft unter dem Eindruck der Corona-Pandemie steht:  Die Natur meldet vor allen eines: Frühling. Deshalb müssen alle Agrarkulturen – natürlich unter Beachtung der derzeit verbindlichen Kontakt-Regeln – wie immer ausgebracht und gepflegt werden.

Auch das Lorscher Tabakprojekt plant deshalb seine Einsätze in diesem Jahr ganz anders.

Es gibt derzeit wohl niemanden und keine Initiative, die nicht von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen wäre. Auch das Lorscher Tabakprojekt muss jetzt umorganisieren. „Als wir mit dem Fermentieren der letzten Ernte im Januar begonnen haben, waren wir noch ganz unbesorgt“, so der Projektleiter Bernhard Stroick. Das war kurz vor Fastnacht (wie das in Lorsch heißt).

Tabak-Cheerleader? „Die Frauen haben die Buschel aufgeschüttelt, als wären es Cheerleader-Pompons“, lacht er. Beim Fermentieren, muss der Tabak dreimal umgesetzt werden, um einen gleichmäßigen Fermentierungsprozess zu gewährleisten. Dabei muss der zu Bündeln gepackte Tabak „gelüftet“, also wie eine Art Blumenstrauß in die Hand genommen und aufgeschüttelt werden. „Wir waren mit der Verteilung von Hitze und auch Feuchtigkeit sehr zufrieden“, ist sich das Team einig. Nun wird der verarbeitungsfähige Tabak in die Manufaktur gebracht, um daraus die mittlerweile sehr beliebte und gut angesehene „Lorsa Brasil“ rollen zu lassen.

Ein ganz besonderes Tabakjahr: Doch das neue Tabakjahr steht vor der Tür. „Die Pandemie-Auflagen fordern nun ganz genaue Einsatzpläne“, beraten die Tabakpflanzer in der Gruppe. Nicht mehr als zwei Leute dürfen zusammen arbeiten, auch dann nur mit dem vorgegebenen 2 Meter-Abstand. Die Gruppe hat in diesem Jahr den Platz für das Frühbeet gewechselt, ist näher zum historischen Trockenschuppen gerückt. Dort wird nun am 28. März der vorgequollene Samen ausgebracht. Danach folgt das Wässern und Lüften des abgedeckten Beetes bis Mitte Mai. „Erst nach den Eisheiligen dürfen die Pflänzchen ins Freie“, weiß Annemarie Remeza, aus der Gruppe, die schon als Kind „im Douwagg“ war. Bis dahin können die anfallenden Arbeiten von Einzelnen oder auch Tandems ohne Probleme bewältigt werden. „Aber schade ist das schon“, bedauern es viele, nicht beim traditionellen Aussäen dabei sein zu können. Dieser Jahresauftakt – stets begleitet von heißem Kaffee und frischem Kuchen sowie der einen oder anderen Lorsa Brasil nach getaner Arbeit– ist stets sehr beliebt! Dieses Jahr fällt auch dieser Teil der Veranstaltung natürlich aus.

Kein Grund zur Panik! Keine Option war es für die Gruppe, in diesem Jahr auf die Anzucht der Tabaksetzlinge zu verzichten. „Gerade jetzt brauchen die Leute Projekte, die sie verbinden!“ zeigt sich Gabi Dewald vom koordinierenden KULTour-Amt überzeugt. „Wir müssen das umstrukturieren und dann kriegen wir das schon hin! Und das Tabakprojekt zeigt jetzt, was wir auch mit unserem UNESCO-Antrag betonen: Dass gerade diese agrarische Kultur ungeheuer verbindenden Einfluss auf die Gemeinschaften hat, die damit befasst sind.“ In der WhatsApp–Gruppe und per Mail stehen die Lorscher Tabakpflanzer in regem Kontakt und in den Startlöchern. „Denkt daran: Es gibt ein Leben nach Corona!“ lautet hier die Devise der Tabakfans.

UNESCO Antrag Tabakkultur: Gespannte Ruhe

Noch warten die rührige Initiative und vier weitere Kommunen auf den Entscheid des Hessischen Ministeriums, ob der im Herbst 2019 eingereichte gemeinsamen UNESCO Antrag auf Eintrag als Immaterielles Welterbe für die Tabakkultur an die Bundesministerkonferenz weitergereicht wird. „Der Entscheid war für Mitte März angekündigt“, so Dewald. „Aber bei der derzeitigen Lage ist man natürlich auch im Ministerium mit der Bewältigung der Corona-Krise mehr als ausgelastet.“ Warum darüber noch so wenig nach außen und in die Presse gelangte? Andere Antragssteller haben schon aus diesem ersten Bewerbungsschritt große PR-Aktionen gemacht. „Naja“, lacht Dewald, „wir halten nichts davon, sich einen Mantel aus dem Fell eines Bären zu schneidern, den man noch nicht geschossen hat!“ Die Daumen dürfen also gedrückt bleiben.

Gemeinsam mit den Kommunen Heddesheim, Hockenheim, Schwetzingen und Hatzenbühl hat Lorsch im Oktober 2019 einen UNESCO-Antrag gestellt. Es geht um die Aufnahme in die Liste der Immateriellen Welterben der UNESCO für Tabakanbau und Verarbeitung am Oberrhein. Noch warten die Antragsteller auf den Entscheid des Hessischen Ministeriums, ob man diesen Antrag zum weiteren Entscheid nach Berlin an die Kultusministerkonferenz empfiehlt. Damit wäre der erste Schritt zur Anerkennung durch die UNESCO Deutschland und die Aufnahme in die Liste der Nationalen Immateriellen Welterben geschafft.

Das Lorscher Tabakprojekt gibt es seit 2013. Jährlich baut die Gruppe etwa 1000 qm Tabak an und lässt 10 000 Zigarren fertigen.

Im Lorscher Pfingstrosengarten beginnt mit dem heutigen Tag (27. März) die Blüte!

31. März: Tabakanbau und -verarbeitung am Oberrhein hat die erste Hürde zur Aufnahme in die UNESCO-Liste der Nationalen Immateriellen Kulturerben geschafft!

Eichendorff-Museum im Geopark-Haus der Vierburgenstadt Neckarsteinach

Vier mittelalterliche Burgen bilden einen malerischen Kranz um das noch weitgehend historische Stadtbild Neckarsteinachs. In dieser Stadt lebte der Dichter Joseph Freiherr von Eichendorff (1788-1857). Er war beeinflußt von der romantischen Geistesbewegung, zu deren Zentrum des 19. Jahrhunderts Heidelberg wurde. Ihm zu Ehren gibt es das Eichendorff-Museum, das die Besucher in die Welt des Dichters führt. Das Museum befindet sich im zweiten Obergeschoß des Informationszentrums neben einer großen Burgenausstellung. Mit begreifbaren Exponaten können sich die Besucher dem spannenden Wissensgebiet anschaulich nähern. Das Ganze wird multimedial mit verschiedenen Filmen auf einem Großbildfernseher abgerundet. Dem Besucher werden zudem am 17.6. besondere Aktionen der Geopark-Ranger und Geopark-Partner vor Ort geboten.

Neckarstraße 47, 69239 Neckarsteinach www.neckarsteinach.com/tourismus/sehenswertes/eichendorffmuseum-neckarsteinach

 

Schloß Erbach: Gräfliche Sammlungen und Deutsches Elfenbeinmuseum