Der Bart: zeitgeschichtliche Betrachtungen zu einem Haarteil

Gartenzwerge tragen selbstredend Bärte. Dagegen ist der Milchbart gelegentlich unsichtbar.

Der Dreitagebart ist was für Männer, die vorsätzlich ungepflegt aussehen wollen, während sich der wildwüchsige Vollbart gerne auch für Prepper zum Verbergen geheimer Nahrungsvorräte in Zeiten der Krise

eignet. Doch Vorsicht: kommen die Mongolenbärte, sind die Vorräte in Gefahr! Gesellschaftlich völlig indiskutabel ist der Oberlippenbart à la : "(

Im Altertum gab es ein Sprichwort: "Ein Bart macht noch nicht den Weisen" - nur Philosophen trugen zu Zeiten Alexanders des Großen (356-323 v. Chr.) lange Bärte.

Turnvater Jahn (1778-1852) züchtete bei seiner Turnjugend ordentliche Bärte, denn sein Gegner war die sauber rasierte napoleonische Besatzung. Später konnte ein Revolutionär ohne Bart gar keiner mehr sein. Dagegen legte der Brite Lawrence von Arabien (1888-1935) größten Wert auf eine saubere Rasur, um sich von den arabischen Verbündeten abzuheben. Er rasierte sich sogar unter schwierigsten Umständen täglich.

Die Rasur wurde traditionell mit scharfer Klinge durchgeführt, bis elektrische Rasierapparate erfunden wurden. Dann aber überschlugen sich die "Features": mit (gefühlt) 500 Klingen, der Rasierer "analysiert Ihren Bart und paßt sich an", immer aufwändigere Schnittmuster wurden möglich - und auch offen zur Schau getragen.

Was aber kaum jemand weiß, ist die Tatsache: in einer Ausgrabung vor vier Jahren in Breuberg-Hainstadt wurde ein Friedhof aus der Zeit Einhards (770-840) offengelegt. Und höchst erstaunlich war eine der Grabbeigaben der einstmals Bestatteten: ein Philishave Elektrorasierer! Thomas Becker, HessenArchäologie Landesamt für Denkmalpflege Hessen in Darmstadt, kam ins Schwärmen: "es handelt sich um einen vermutlich voll funktionstüchtigen Akkurasierer mit schwenkbaren Scherköpfen. Sobald es uns gelungen ist, die Inkrustationen der langen Verweilzeit im Grab behutsam abzulösen, wird sich das Akkufach öffnen lassen, und dann wird sich zeigen, wie der Rasierer mit frischem Akku Bärte stutzt!" Aufgrund des aktuellen Veranstaltungsverbotes wird die Inbetriebnahme des antiken Gerätes nicht öffentlich gezeigt, jedoch hat das Landesamt für Denkmalpflege Hessen angekündigt, daß dieser denkwürdige Augenblick am 31. März unter Ausschluß der Öffentlichkeit filmisch dokumentiert stattfinden wird. Ab 1. April 2020 wird diese Aufnahme online zu finden sein, unter www.dblt.de wird der entsprechende Link dann zu finden sein. aa

Hier die Auflösung:

Das Foto zeigt eine silberne Riemenzunge aus einem Grab in Breuberg-Hainstadt. Diese Riemenzunge dient dem Verschluß eines schmalen Gürtels und ist eine Grabbeigabe. Das Landesamt für Denkmalpflege Hessen in Darmstadt unter Leitung von Thomas Becker hat sie neben zahlreichen weiteren Funden aus diesem Gräberfeld aus dem 8./9. Jahrhundert freigelegt. In der Zeitschrift "Der Odenwald" Heft 4/2019 des Breuberg-Bundes sind die Funde sowie ein ausführlicher Bericht abgedruckt. Der Breuberg-Bund und seine zahlreichen Mitglieder befaßt sich mit Heimatgeschichte und veröffentlicht viermal im Jahr die Zeitschrift mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Unregelmäßig erscheinen Bände zur Heimatgeschichte.

Wir danken Herrn Becker und dem Breuberg-Bund dafür, daß wir ungefragt und frech aus einer historischen Grabbeigabe unseren Aprilscherz basteln durften.

Infos: https://breuberg-bund.jimdo.com/

Der Mensch ist was er ißt...

 

Lesen Sie bei www.felsenmeerdrachen.de über die wichtigsten Umwälzungen in der menschlichen Gemeinschaft ...

Direktlinks: https://www.felsenmeerdrachen.de/das-felsenmeer/felsenmeer-geschichte/feuer-und-revolution/

Autorin M. Hiller

 
Menschliche Entwicklung verläuft über die Jahrhunderte gesehen in Wellen. Immer wieder gibt es Umwälzungen, französisch Revolutionen genannt. Wir kennen vor allem die industriellen Revolutionen: mit Dampfmaschine und Rotationsdruck in städtischer Organisation die erste; mit Öl und Telefon die allgemeingültige Verfügbarkeit aller Mittel in hierarchischer Organisation die zweite; mit erneuerbaren Energien und Internet in dezentraler Organisation die dritte. Wie sich unsere Gesundheit durch die moderne Lebensweise immer stärker wandelte - und nicht zum Guten...
Und eine dunkelgraue Zukunftsvision... Oder vielleicht doch leuchtende Perspektive?

- wie Märchen uns ins Dickicht ziehen...

 

Märchen leben in einer Symbolwelt, ihre Sprache ist die Sprache der Bilder.

Und so ist auch der tiefe undurchdringliche Wald nicht einfach ein tiefer undurchdringlicher Wald, sondern die Prüfung, der wir uns unterziehen müssen.

Werden wir es schaffen, auf der anderen Seite des Waldes auf eine lichtdurchflutete Lichtung zu kommen, wo Blumen blühen und Insekten in der Sonne tanzen, wo Menschenkinder sich vergnügen, wo wir uns wohlfühlen werden und zuhause sein werden?

 

Zaghaft, mit vielen Ängsten und Schwierigkeiten treten wir zuerst aus unserer gewohnten Welt heraus: weiterlesen

 

Marieta Hiller

Lesen Sie bei www.felsenmeerdrachen.de über die Cosmas & Damian Kirche in Modautal-Neunkirchen und eine Einsiedlerin an einer heilkräftigen Quelle, woher das Wort Kosmetik kommt, was die alten Römer statt Seife benutzten, warum die Seife Seife heißt und wie ihr Name in vielen Sprachen sehr ähnlich klingt, und woher das Wort Alkohol kommt...

Direktlink: https://www.felsenmeerdrachen.de/felsenmeer-steinindustrie/heimatkundliches/neunkirchen/

Autorin M. Hiller