Liebe Freunde von Folklore und südhessischer Mundart!
Ausnahmsweise melde ich mich einmal bei euch vor dem geplanten Kumm-Oowend. Ihr könnt euch denken, warum! „Nix wie schaffe!“ wäre das Thema gewesen, und davon sind viele derzeit ganz weit entfernt.

CoViD-19 und ihre Begleiterscheinungen haben fast alles zum Erliegen gebracht. Viele Selbständige bangen um ihre Existenz, abhängig Beschäftigte müssen mit dem knappen Kurzarbeiterentgelt klarkommen. Ver-virende Tage haben uns nach unserem paradiesischen Teneriffa-Urlaub erwartet. Klopapierhamsterkäufe, als wäre die Cholera ausgebrochen, alle kriechen schon „auf allen Viren“. Anscheinend hat jeder, der Angst vor Ansteckung hat, den „hortische Schorsch“ bekommen. Für Nicht-Odenwälder: Ein Durchfall flüssiger als Regenwasser.
Aber es ist wichtig, die Hygiene- und Quarantäneempfehlungen zu beachten. Deshalb fallen bis auf weiteres auch alle Veranstaltungen auf allen Bühnen aus. Bitte unterstützt meine Musikerkollegen in dieser schwierigen Zeit: Alle haben wunderschöne CDs für euch im Angebot, und via Internet kann man diese bestellen. Eine besondere Idee hatte mein Freund Rainer Weisbecker: In der Kulturhalle Stockheim gab er ein Konzert vor leerem Saal, aber hoffentlich zahlreichen YouTube-Nutzern (https://www.youtube.com/watch?v=wJFqMlFKb2c). Beachtet bitte auch die ersten Sekunden – Rainer trägt eine Musiker-Spezial-Schutzmaske in G-Dur, die meine Frau ihm genäht hat.
Jetzt wisst ihr auch schon, was wir zuhause mit der vielen freien Zeit anfangen. Meinen Einstand in den Ruhestand hatte ich ganz anders geplant. Unser Bürgermeister teilt mir brieflich mit, dass ich nun zur Risikogruppe gehöre! (Das nächste wird eine Einladung zum Altennachmittag werden … als Teilnehmer!) Mein Zwei-Jahres-Projekt „Keller aufräumen“ wird bis Ostern 2020 abgeschlossen sein! Zum Glück wächst im Garten jeden Tag neues Unkraut! Reisen mit dem Wohnmobil zu den Kindern oder zu Freunden sind gestrichen, alle Besichtigungen unmöglich. Ich wollte noch so vieles recherchieren, vor allem für mein neues Programm „Jüdische Nachbarn“. Aber die Vorpremiere musste leider auch ausfallen.
Ich habe zwar auf der Arbeit „den Hut genommen“, aber ich freue mich auf die Zeit nach der Krise, auch wenn sich etliches in unserem Zusammenleben ändern wird. Ideen für neue Lieder gibt auch „Corona“ ausreichend her! Fast hellseherisch haben Rainer und ich unserem traditionellen Auftritt an Buß-und-Bettag (18.11.2020) bereits Mitte Januar den Titel „Der hat die Kränk!“ gegeben. Vielleicht müssen wir mit „Musiker-Spezial-Schutzmasken in G-Dur“ auf die Bühne, aber wir versuchen alles, dass das klappt. Wir hoffen, dass ihr alle dabei sein wollt.
Deshalb: Bleibt gesund, bleibt fröhlich und achtet aufeinander!
Wenn abzusehen ist, wann es auf den Bühnen wieder losgeht, melde ich mich wieder bei euch. Statt eines „Joahreszeite-Briefsches“ gibt es heute ein Bild, damit ihr bis zum Wiedersehen nicht vergesst, wie ich aussehe!
Und für CD-Besteller: Schaut mal da …: Z.B. www.schatzebobbes-records.de oder www.manfred-pohlmann.de/cds.html oder https://bensands.com/buy-albums Ich hätte auch noch meine „Raubacher Jockel“-CD anzubieten, wenn jemand gerne mehr über „Sellemols im Ourewoald“ erfahren möchte.
Mit dem irischen Liedermacher Ben Sands möchte ich euch auch von der Ferne noch einmal fest drücken und liebe Grüße aus Spoachbrigge senden
 
Jürgen Poth