De Guggugg alias Jürgen Poth schreibt in seinem "Neije Joahreszeite-Briefsche":

Liebe Freunde von Folklore und südhessischer Mundart!
Schon mehr als ein Jahr geht das nun so: „AHA-Regeln-beachten“-Durchhalteparolen, „Alles-wird-gut“-Aufmunterungen, „Deutschland-ist-auch-schön“-Urlaubswerbung … und Musik ohne euch, mein Publikum! Es macht irgendwie keinen Spaß, still im Keller vor sich hin zu klimpern,

nur damit die Hornhaut an den Fingerspitzen nicht dünner wird. Dabei kommen zwar gute Ideen hoch, aber bis ich diese auf der Bühne umsetzen kann, habe ich sie wieder vergessen. Es könnte natürlich auch am fortgeschrittenen Alter liegen, dass ich mit immer mehr Notizzetteln arbeiten muss.

Ich recherchiere für „Jüdische Nachbarn“ aber weiter, vor allem für meine VHS-Vortragsreihe „Zwischen Heimat und Hölle [https://vhs.ladadi.de/programm/kurs/Zwischen-Heimat-und-Hoelle/01-01-1014]“ (am 09.+16.06.), und lerne dabei noch viele neue Aspekte über jüdisches Leben auf dem Land kennen.

Das Jubiläumsjahr „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“ hat begonnen, krankt aber auch unter Covid-19! Dennoch sind Auftritte und Projekte geplant, die nun aber überwiegend in der zweiten Hälfte von 2021 liegen. Dorthin (Mittwoch, 22.09.) wurde auch eine Aktion des Reinheimer Museums verschoben. An diesem Abend sollen verschiedene Referenten zu „Orten jüdischen Lebens“ in Reinheim erzählen und passende Lieder dazu gespielt werden. Um die Zeit bis dahin zu nutzen, wird eine Broschüre und ein Internet-Auftritt des Museums vorbereitet, der in kurzen Videos und Infos einen Rundgang durch die Stadt mit Bezug zu jüdischen Mitbürgern bietet. Wir wollen diesen ehemaligen Nachbarn wieder einen Namen geben und an sie erinnern. Mit Jacob und Robert Goldmann können viele Reinheimer vielleicht noch etwas anfangen. Aber da gab es auch noch Simon Neumann, Abraham Morgenstern, Feist Lehmann, Rosa Schack, Josef Vorenberg, Feitel Frohmann – Menschen, die ihre Spuren hinterließen, auch in den Stadtteilen!

Vielleicht konnte ich euch ein bisschen neugierig machen auf das was da kommt. Ich verliere nicht die Hoffnung, dass ich in meinem nächsten „Joahreszeite-Briefsche“ euch mehr darüber berichten kann. Anderen Künstlern geht es nicht besser, alle stehen in den Startlöchern, weil sie gerne ihre Beiträge zum Kulturleben unserer Region mit uns teilen möchten.

Eine kleine Auswahl findet sich da: https://www.landkulturperlen.de/

Bleibt gesund – und lasst euch impfen, egal womit!
Jürgen