„Musik der Karolinger“ - Konzert im Freilichtlabor Lauresham am 29. Mai 2020

Erste analoge Veranstaltung nach dem Lockdown durch die Corona-Maßnahmen! Von alters her ist Musik ein Medium, das unterschiedlichen Zwecken dient: Dem Lob Gottes, der Ausgestaltung weltlicher Feste, der persönlichen Erbauung, aber auch um Geschichten zu erzählen und Inhalte zu vermitteln.

Das war im frühen Mittelalter nicht anders. Zu Zeiten der Karolinger jedoch kam es durch die karolingische Reform Karls des Großen zu einer Vereinheitlichung der liturgischen Musik. Wie es einen Gott gab, sollte es ein Reich geben, eine einheitliche Liturgie und eben auch eine einheitliche Form für alle Gesänge, was man später „Gregorianik“ nannte. Darüber hinaus gab es aber in und vor allem außerhalb der Klöster eine volkssprachliche Dichtung, die sich in Alltagssprüchen, Segensformeln und Heldenliedern überlieferte. Das Hildebrandslied, das Heliandslied, die Merseburger Zaubersprüche und der Lorscher Bienensegen sind hier sicher nur die berühmtesten Beispiele. 

 

Das alles soll ein Konzert darstellen, zu dem das  UNESCO Welterbe Kloster Lorsch ins Freilichtlabor Lauresham einlädt. Es ist die erste analoge Veranstaltung nach den Schließungen aller Welterbeeinrichtungen wegen der Corona-Pandemie.  Der Musiker und Wissenschaftler Knud Seckel begibt sich dabei auf die literarisch-musikalische Spurensuche und bringt diese raren Zeugnisse früher deutscher Sprache wieder zum Klingen. Hierbei verwendet er seine Stimme, Gesang und Rezitation sowie eine Vielzahl von Instrumenten aus der Zeit der Karolinger. 
Entsprechend der geltenden Corona-Maßnahmen findet dieses Konzert im Freien statt. Um die Corona-bedingten Präventionsregeln einhalten zu können, ist die Teilnehmerzahl auf max. 30 Personen beschränkt. Aus diesem Grund sind Platzreservierungen bis zum 28. Mai 2020 notwendig (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder 0 62 51.86 92 00). Sollte es regnen, entfällt die Veranstaltung. Das Team des UNESCO-Welterbes freut sich auf die Gäste. (Foto: Knud Seckel)

Preis 10 € p. P. - Teilnehmerzahl min. 10 – max. 30 Personen

 

Bildnachweis: © Knud Seckel

Weitere Informationen unter: www.kloster-lorsch.de

Erstes virtuelles Themenwochenende am 9. und 10. Mai 2020

LORSCH. Erstmals wird ein Tag der Offenen Tür, den das Experimentalarchäologische Freilichtlabor Lauresham an der UNESCO Welterbestätte Kloster Lorsch abhält, komplett online stattfinden. Aufgrund der weiteren Vorsichtsmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben der Leiter von Lauresham, Claus Kropp, und sein Team eine gesonderte Homepage zum Tag der Experimentellen Archäologie am Wochenende vom 9./10. Mai eingerichtet: www.experimentellearchaeologie.org. Die MitarbeiterInnen des Freilichtlabors rund um einen idealtypisch rekonstruierten, frühmittelalterlichen Herrenhof mit Land- und Viehwirtschaft sowie einem Besucherzentrum hatten schon mit einer Reihe von Video-Clips – „Lauresham digital“ – auf die allgemeine Schließung von Kultureinrichtungen reagiert. Nun soll auch in Bezug auf diese Großveranstaltung erreicht werden, „dass wir mit unserem Publikum im Dialog bleiben“, so Kropp am Mittwoch, den 29. April 2020.

Das erste im Netz veranstaltete Themenwochenende (9./10. Mai) bietet jeweils zwischen 11 und 18 Uhr Vorträge, Projektvorstellungen sowie virtuelle Infostände in Echtzeit an. Sie sind auf die Partizipation Interessierter ausgerichtet und ermöglichen auch eine direkte Teilnahme an mehreren Live-Diskussionen. Außerdem geben Videofilme Einblicke hinter die Kulissen des Freilichtlabors. Alle Beiträge sind mit Untertitelspuren versehen (deutsch und englisch, je nach Muttersprache des/der ReferentIn), um ein internationales Publikum anzusprechen. Einzelheiten zum Programm und den Modalitäten zur Teilnahme an den Diskussionen sind ab sofort auf der freigeschalteten Website in Erfahrung zu bringen. Claus Kropp sieht den Auftritt im Web auch als Chance: „Wir möchten in Zeiten dieser globalen Krise aus der Not eine Tugend machen. Mit diesem digitalen Themenwochenende haben wir einen Weg gefunden, um uns der Öffentlichkeit mit unseren Anliegen mitzuteilen und den Austausch im internationalen wissenschaftlichen Netzwerk experimenteller ArchäologInnen weiter zu stärken. Natürlich wird uns die unmittelbare Anschauung fehlen. Doch die neue Form eröffnet uns die Möglichkeit, über unsere bisherigen Unterstützerkreise hinaus weitere Freunde für das Freilichtlabor zu gewinnen.“
www.kloster-lorsch.de