Das Bergwerk am Hohenstein

Östlich der Hohensteiner Straße in Reichenbach lag ein Bergwerk. Hier wurden bereits in der Zeit ab 1513 immer wieder Erze abgebaut. Ein verkieselter Barytgang sowie ein danebenliegender Kupfererzgang wurden erschlossen. Der Barytgang zieht sich vom Katzenstein bis zum Borstein und Teufelsstein und wird auch als Reichenbacher Gold bezeichnet. Hier wurden bis ca. 1980 noch mächtige Quarzblöcke gewonnen.

1590 wird erstmals ein Schacht bei Reichenbach erwähnt, 1591 besichtigt es der Bergbereuter Fischer aus Heidelberg und schlägt die Anlage eines Stollens vor. 9 Jahre später errichtet Bergverwalter Kast von Frankenberg hier eine Gewerkschaft zum Betrieb. Steiger ist Sebastian Platzer aus Armsfeld in Waldeck, er untersucht die Erze in Richtung auf den Hohenstein. 1604 wird das Reichenbacher Bergwerk erstmals wieder eingestellt.

1712 wird hier eine Silberschmelze gebaut, die schon 1714 verkauft wird. Silber und Kupfererz wurde auch 1746 am Jägerhäuschen bei Knoden gefunden.
1837 fand man am Hohenstein Bleierzstücke, die die Wiederaufnahme des alten Bergwerks nahelegen. Bergmeister Storch schürft 1842 am Alexanderplatz (Hohenstein).

1841 wurde am Hohenstein ein Schacht auf Bleierze abgeteuft, der jedoch auf eine Imprägnation von Kupfererz traf, das dann 1843-1944 abgebaut wurde. Das Bergwerk hatte mehrere Sohlen und erstreckte sich über eine Länge von 1100 Meter. Bergmeister Storch baute hier den Schacht am Alexanderplatz. 1846 werden reiche Erze und gediegenes Kupfer gefunden. Der Stollen zieht sich inzwischen vom Mühlgraben bis unter den Hohensteinfelsen. Eine Schmelzprobe in Thalitter 1849 war vielversprechend, so daß bei Reichenbach eine Kupferhütte erbaut wurde. Das Kupferbergwerk wurde in der 1. Periode bis 1855 betrieben, in der 2. Periode von 1850-68 förderten bis zu 45 Bergleute 60.000 Zentner Erz, das in der Laugerei zu Garkupfer gereinigt wurde.

Das Bergwerk wurde 1853 von den Grafen Erbach an Charles Rochaz verkauft, der es an den Amerikaner Simpson verpachtet. Dieser flieht 1855 unter Hinterlassung großer Schulden.

Für weitere Bleierz- und Kupfererzmutungen wurde 1855/56 die Berechtigung an Philipp Jost aus Allertshofen vergeben. Es waren Stellen bei Raidelbach, Gadernheim, Knoden sowie Schönberg, Seidenbuch und Glattbach, Reichelsheim und Frohnhofen.

Das Garkupfer brachte in dieser Zeit 1862,40 Mark pro Tonne. 1857 wird der Firma Boyer & Co für die Verschmelzung von Roßdorfer Kupfererzen die Reichenbacher Hütte zur Verfügung gestellt. Rochaz und Simpsons Gläubiger gründeten 1860 eine Aktiengesellschaft, um die erhebliche Förderung und Hüttenprodution des Kupferbergwerkes zu nutzen. 1867 wird jedoch trotz mehrjähriger guter Förderung Konkurs angemeldet.

1871 wird das Bergwerk Hohenstein an den Müller Borger versteigert und kurz danach für frei erklärt.
1876 werden drei Kupfererzfelder in Reichenbach verliehen: Heinrich, Reichenbach und Bleialf.
Auf Bleialf neben dem Gang bei Gadernheim - Raidelbach werden 1888 zwei Schächte von 10m und einer von 26m abgeteuft.
Von 1902 bis 1907 folgten Erschließungsversuche durch Steinmetzmeister Ludwig Best, es fand keine Förderung statt. 

Die letzte Abbauperiode 1937-1944 lieferte 171,1 Tonnen reines Kupfer, das in Hamburg verhüttet wurde. Dieser Abbau erfolgte, da das Naziregime alle erreichbaren Rohstoffe benötigte, auch wenn das Bergwerk zu dieser Zeit wenig ertragreich war. 1935 finden Untersuchungen durch die AEG Berlin statt. Die Hochtief AG Frankfurt unter Leitung von Betriebsführer Wagner ist im Bergwerk am Hohenstein tätig, ab 1939 wurde gefördert. 1940 wurde die Reichenbach AG gegründet. Bis 1944 wurde auf vier Sohlen abgebaut, das Bergwerk reichte bis in 135m Tiefe und erstreckte sich über 960m horizontal. Etwa 200 Arbeiter waren zu dieser Zeit tätig, 13025 Tonnen Erz wurden gefördert. Dies ergab 135 Tonnen Metall, verhüttet bei der Norddeutschen Affineri Hamburg. Im Juni 1944 wurde die Kupfergrube letztmalig stillgelegt.

Erzabbau im Odenwald: Eisen und Mangan

Weitere Erze wurden im gesamten Odenwald abgebaut: Eisen aus Hämatit-Quarzgängen z.B. bei Otzberg-Hering oder Mangan aus dem Zechsteindolomit, der bei Forstel, Rehbach, Weschnitz und Rohrbach zu Tage tritt. Die größten Manganvorkommen gab es im Revier Bockenrod-Rohrbach-Oberkainsbach.

Aus römischer Zeit sind Eisenschmelzen bei Weschnitz bekannt, 795 n. Chr. wurden im Lorscher Codex die Arezgrefte (Erzgruben) in der Nähe des Gumpener Kreuzes (Grenzbeschreibung der Heppenheimer Mark, Michael Fettel vermutet die Arezgrefte bei Gumpen, während andere Autoren sie in Weschnitz und Erzbach lokalisieren) erwähnt. Das Kloster Lorsch hatte in Fürth einen Klosterhof, der seine Abgaben in eisernen Kesseln und Pfannen leisten mußte.

Graphit im Schieferzug Heppenheim - Gadernheim - Laudenau

Graphit wurde oberhalb Gadernheims sowie bei Seidenbuch und in Waldmichelbach (Grube Morgenstern) gewonnen. Zwischen Kirschhausen und Gadernheim zieht sich eine graphithaltige Ader hin. 1854 nahm der Bensheimer Lehrer und Mineraloge Philipp Seiberg die Untersuchungsarbeiten auf. Am Schwarzen Buckel bei Gadernheim erschloß die Heidelberger AG das Vorkommen. Diese AG wollte eigentlich Schwerspat schürfen, gründete dann aber die Hessische Graphitgewerkschaft. An ihr sind verschiedene Adlige, Bankiers und ein Oberstudiendirektor beteiligt. Die AG fand später Schwerspat bei Nieder-Mumbach und Weschnitz. Um 1860 wurde entlang des Graphitvorkommens in 10 Gruben mit 70 Arbeitern ausgebeutet wurde. Das gewonnene Graphit wurde in der Borgersmühle in Gadernheim aufbereitet. Ca. 40-50.000 Zentner Rohgraphit erbrachten 10.000 Zentner reinen Graphit, aus dem dann u.a. Bleistiftminen hergestellt wurden. Die Gruben befanden sich auf der Schleichhöhe bei Winterkasten, in Kolmbach, am Schwarzen Buckel bei Gadernheim, in Winkel (Schacht und Stollen Neuthal) sowie am Seidenbacher Eck und bei Mittershausen. Aus dem Erlös aus dem Verkauf der zehn Gruben wurde die erste geologische Landesaufnahme des Odenwaldes finanziert.

1866 kommt die Graphitgewinnung zum Erliegen, die AG verzichtet auf ihre Graphit-Verleihungen, die Graphitmühle Gadernheim wird 1869 versteigert.

Schwerspat, Feldspat und Marmor

Schwerspat wurde ebenfalls in Ober-Kainsbach und Ober-Ostern abgebaut, Feldspat bei Schriesheim, Hering und ebenfalls in Ober-Kainsbach.
Marmor gab es bei Hochstädten unter Tage und in kleinen Vorkommen zwischen Ernsthofen und Hoxhohl. Lesen Sie dazu auch "Ein Ausflug in die Marmoritstollen Hochstädten", mit vielen Fotos von unter Tage! 1571 wurde der Auerbacher Marmor erstmals erwähnt und als Steinbruch um 1720 und 1773 betrieben. Die Vordergrube wurde zwischen 1820 und 1850 als Stollen erschlossen. Die Hauptgrube wurde ab 1865 erschlossen. Ein Schrägschacht führte zu zwei 12m hohe Sohlen. Es gab vier Kalköfen, die später durch Dr. Linck durch einen gasbrandofen ersetzt wurden, zu dem direkt ein neuer Stollen getrieben wurde. Die 1. Sohle erreicht die Oberfläche, hier wurde im Tagebau gearbeitet. Die 2. Sohle wurde durch einen stollen mit der Untermühle (heute sichtbare Werksanlagen) geführt, wo ein Mahlwerk eingerichtet wurde. Eine 3. Sohle wurde angelegt, ab 1920 fand der Hauptabbau unter Tage statt.
Aus dem gewonnenen Material wurede Trockenmörtel hergestellt, der sogenannte Marmorit. Im 2. Weltkrieg wurden unter Tage von griechischen Zwangsarbeitern V2-Raketen montiert.
1946 bis 1974 wurde wiederum gefördert, es wurde eine 4., 5. und 6. Sohle angelegt, durch Blindschacht verbunden. Das gesamte Lager ist damit bis in eine Tiefe von 130 Metern erschlossen.

Die Bangertshöhe zwischen Reichenbach und Elmshausen, Borstein und Teufelsstein

Auch in Elmshausen muß es ein Bergwerk gegeben haben: hier wurde 1530 ein Vergleich geschlossen, nach dem Erbach 1/3 des Zehnten aus dem Bergwerk erhalten sollte und Kurpfalz 2/3. 1555 begannen Grenzstreitigkeiten zwischen Hessen und Pfalz um das Silberbergwerk bei Elmshausen, das auf der Bangertshöhe lag. Als 1773/74 Erze bei Auerbach gefunden wurden, setzt sich der Streit weiter fort. Das Elmshäuser Erzbergwerk liegt auf der Grenze und wird 1578 durch eine Gewerkschaft betrieben. 1611 werden hier reiche Silbererze gefunden, 1660 erhält ein Monsieur De la Prêche von Kurpfalz und Hessen die Belehnung und bringt einen Schacht nieder. Ein Jahr später wird am Borstein ein zweiter Schacht hergestellt. Der Oberlehnsherr Kurpfalz verleiht den Grafen Erbach 1701 ein Drittel des Zehnten (Abgabe des Bergwerks) am Bergwerk bei Ellm(ann)shausen (der 1339 ersterwähnte Ort Elmshausen wurde in verschiedenen Dokumenten Elmshusen, Elmhusen, Elmeßhusen, Elmanßhusen, Elmeßhausen, Elmaßhusen, Elmeßhußen und schließlich im 16. Jahrhundert Ellmannshausen genannt, ab 1701 Elmanshausen).

1765 wird ein Kurpfälzischer Schürfschein an Johann Philipp Schoch aus Mannheim ausgestellt. 1768 wird das Bergwerk von Hessen und Kurpfalz neu verliehen, d.h. die Schürfrechte und Abgaben werden neu vergeben. Arme Bergleute errichten um 1770 einen Stollen in der Grubenwiese, im Struthgrund in Richtung Goldgrube. 1780-87 wird ein Bleibergwerk am Teufelsstein betrieben, auf Elmshäuser Gemarkung, der kurpfälzische Bergmeister Ludolph war Grubeninspektor.

1840 wird der alte Bergbau bei Elmshausen durch Berginspektor Storch erforscht, dieser schürft auch am Hohenstein am Alexanderplatz.

Ein Marmorvorkommen, das zu Hochstädten gehört, lag auch auf der Bangertshöhe nordwestlich von Reichenbach. In drei Schächten und zwei Stollen der Mergler-Gruben wurde bis ca. 1880 Marmor gewonnen. Hier soll sich nach Mitteilung "aus üblicherweise gut informierten Kreisen" ein Schacht befunden haben, der verfüllt wurde, damit niemand hineinstürzt. Unter anderem liege dort unten auch ein kompletter VW Käfer im Schacht.

1883 teuft Dude auf der Bangertshöhe einen Schacht auf Marmor ab.

Bergrecht im Lauf der Jahrhunderte

Die Herrschaft, hier Kurpfalz oder Erbach, verleiht das Recht, ein Bergwerk zu betreiben. Dafür wird eine Abgabe fällig.
1512 errichten die Schenken von Erbach eine Bergwerksordnung, um Erz erschließen zu können. 1774 erscheint die Hessische Verordnung über die Freiheiten des Bergbaues, 1822 wird die Hessische Ober-Bau Direktion als Mittelinstanz für Bergsachen in Darmstadt errichtet. Sie ist bis 1876 zuständig, nachdem schon 1874 das Hessische Berggesetz veröffentlicht wurde. Dieses Berggesetz für das Großherzogtum Hessen vom 1. Juli 1876 belebt den Bergbau stark. Es kam zu vermehrter Ausstellung von Abbaukonzessionen im ganzen Odenwald, vergeben durch die Obere Forst- und Domänendirektion Darmstadt. In Reichenbach erfolgten drei Kupfererz-Verleihungen.

Uran und Wolfram

1973 bis 1978 wurden bei Mackenheim-Vöckelsbach zwei Konzessionen auf Uran vergeben und es erfolgte die Prospektion auf Wolframerze durch die Preussag.

Die meisten hier erwähnten Punkte erfuhr ich bei einer Odenwald-Exkursion mit dem Geologen Michael Fettel (Heppenheim) im November 2001 sowie aus seinem Skript, das er den Teilnehmern freundlicherweise zur Verfügung stellte. Von Michael Fettel sind zahlreiche Bücher und Aufsätze erschienen:

Bergbaugeschichte des Odenwaldes - Aufschluß-Sonderband 25, Heidelberg 1975
Zur Geschichte des Bergbaus bei Reichenbach im Odenwald, Geschichtsblätter des Kreises Bergstraße (GKB) 15, 1982
Der Schwerspatbergbau im Odenwald, GKB 18, 1987
zusammen mit Erwin Nickel: Odenwald. Sammlung Geologischer Führer Band 65, Stuttgart 1985

 

Blick von Osten zum Hohenstein, im Nebel verbirgt sich der obere Einstieg in das Gelände, auf dem das Bergwerk lag.

 

Links: an einem der Bäume direkt am Kletterfelsen sieht man noch einen alten Porzellanisolator, der inzwischen fast in die Rinde eingewachsen ist. Hier war eine Stromleitung verlegt, die das Bergwerk versorgte.
Rechts: der Kletterfelsen von Norden betrachtet. Man sieht wie die - eigentlich waagerechten Gänge im Quarzit schräg verlaufen. Das ganze Band, auch "Reichenbacher Gold" genannt, zog sich durch die Mulde der Lauter bis hinüber zum Borstein und Teufelsstein. Im Bereich des Dorfes war der Quarzgang bereits vor den Zeiten der ersten Besiedelung längst abgetragen, an den Ortsrändern sind die guten Quarzfelsen abgebaut.

Heiligkreuzsteinach und die Heiligkreuz-Legende:

Hier soll die hl. Helena ein heiliges Kreuz ausgegraben haben. Von der Tätigkeit Graben wurde die Verbindung zum Bergbau geknüpft. Im Bergbau gibt es viele Namen die vom Hl. Kreuz herrühren: im Odenwald gibt es zwischen Großsachsen und Rippenweiher eine Flurbezeichnung Heilkreuz, ein Stück davon gibt es den Ort Heiligkreuz (früher Asmannsweiler), dann natürlich Heiligkreuzsteinach, wo man 1890-1900 versuchte Manganerze abzubauen. Und die Heiligkreuzkapelle in Michelstadt, die einst in der Nähe eines alten Eisenbergwerkes stand.

Heiligkreuzkapelle bei Michelstadt

Als Erz bezeichnet man verhüttungsfähiges Gemisch ab 25-30 Vol% Metallgehalt. Im Buntsandstein gibt es viel Eisenoxyd, das sich jedoch nicht immer durch Verhüttung gewinnen ließ. Dazu muß ein weiterer Faktor kommen: Wasser. Das Wasser löst auf chemischem Wege das Eisenoxyd aus dem Gestein und reichert es an Brüchen und Verwerfungen an. Diese wurden dann früher von den Bergbau-Prospektoren gesucht und ergraben. Öfter begegnet man in Bergbauregionen Ortsnamen mit "Katze" oder "Kater", im Harz etwa den Ort Netzkater.  Katze ist ein technischer Begriff (Laufkatze) und bezeichnet ein Dreibein mit Kette zur Kübelbeförderung.
Übrigens: Die Schulpflicht wurde an vielen Orten nur eingeführt, weil die zum Militärdienst gezogenen jungen Rekruten körperlich schon so verbraucht waren, weil sie als Kinder hart arbeiten mußten.

Rolf Kutscher nahm mich im Oktober 2010 mit auf eine sehr interessante Führung in Michelstadt-Steinbach. Demnach beträgt der Erzgehalt im Erbach-Michelstädter Graben 4-18 %, während man in Brasilien etwa  60% findet! Bei den Rehbacher Mühlen ist ein alter Mühlgraben südlich des Rehbaches noch erkennbar, dies erläuterte Herr Geist bei einer Führung. Es gab hier eine Lohmühle, eine Schleifmühle und noch eine dritte. Mitten im Ort liegt der Eisweiher, und es gab einige Eiskeller, die früher zur Kühlung für das gebraute Bier benötigt wurden. Darin ließ sich das Eis aus dem Weiher in Blöcken bis weit in den Sommer haltbar machen und wurde aus den Kellern nach Bedarf zu den Kühlgängen unter den Brauereien geholt. Heute leben in den Kellern Fledermäuse. Noch in Benutzung sind die tiefen Kellergänge unter der Michelstädter Brauerei Dörr. Im Buntsandstein gbt es Klüfte und Züge, in denen ständig eine Temperatur von 2-3 Grad herrscht.

Im Odenwald wurde hauptsächlich mit Holzkohle gearbeitet. Im Rennofen lassen sich damit hohe Temperaturen erzielen, um den Metallgehalt aus dem Erz zu lösen. Bereits die Römer haben vermutlich Erz geschürft, bei einer Grabung in Hesselbach wurde ein römischer Rennofen entdeckt. Rennofen: engl. Bloomery, Hochofen Blast furnace.
Im 30jährigen Krieg soll hier Hals über Kopf ein Pferd im Stollen zurückgelassen worden sein, das dort verhungerte. Das Gerippe ist sicherlich noch zu finden...

Zahlreiche Orte im Odenwald lassen sich noch heute als ursprüngliche Hüttenwerke erkennen:
verräterisches Kennzeichen sind künstlich angelegte Teiche oder Seen wie z.B. in Marbach oder Steinbach. Das Wasser war erforderlich als Kühlung und als Antrieb. Frühere Hüttenwerke machten im Zeitalter der Industrialisierung "Karriere": so entstand etwa die Firma Mühlhäuser in Steinbach, die heute Tunnelbaugeräte für Elbtunnel, den Kanal Calais-Dover und den Gotthard-Basistunnel liefert.

Aus Rennöfen wurden feste Hochöfen. Wenn alles Holz der Umgebung in den nur einmalig nutzbaren Rennöfen verkohlt ist, flößte man weiteres herbei, dazu mußten Stauteiche angelegt werden. Diese konnten die Hütten und Hämmer auch im Sommer mit Wasser versorgen. Insgesamt stand früher mehr Wasser zur Verfügung.

Der Marbachsee entstand ebenfalls zur Versorgung einer Hütte. An ihrer Stelle befinden sich heute mehrere Betriebe im Bereich des Abzweigs B460 von der B45.

Dieser Beitrag wird gelegentlich weiter ergänzt - reinschauen lohnt sich immer mal!
Marieta Hiller, im Februar 2021