Frühlingszeit ist Gartenzeit. Die Tage sind wieder länger und es ist wärmer. Höchste Zeit, den heimischen Garten in Schuss zu bringen, damit die ganze Familie hier bald gemeinsam schöne Stunden verbringen kann. Wenn wir Menschen wieder mehr draußen sind, sind unsere Vierbeiner natürlich nicht weit. Schließlich gibt es kaum etwas Schöneres, als sich gemeinsam die Sonne auf den „Pelz“ scheinen zu lassen und das gute Wetter zu genießen.

Gartenfachleute haben Bio-Garten-Leitlinien entwickelt, mit denen auch Laien gezielt grüner gärtnern können: das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) gemeinsam mit Gartenfachleuten der Öko-Anbauverbände erstmals Bio-Garten-Leitlinien entwickelt.

Den Bio-Boden fruchtbar machen

 
  • Nie monoton: Die Kulturpflanzen wechseln sich in einer vielseitigen Fruchtfolge nacheinander ab und ergänzen sich in einem bunten Miteinander (Mischkultur).
  • Schonend arbeiten: Den Boden mit Handgrubber und Grabgabel zum optimalen Zeitpunkt (nicht zu feucht) lockern. Das fördert das Bodenleben, den Humusgehalt und die Bodenstruktur.
  • Eine ganzjährige Bodenbedeckung schützt vor Bodenabtrag (Erosion): Das Mulchen (Abdecken der Bodenoberfläche) mit Stroh, Grasschnitt, Laub oder ähnlichem sorgt für Nährstoffe und ein ausgeglichenes Bodenklima.
  • Torf ist tabu: Stattdessen Komposterde oder andere torffreie Kultursubstrate verwenden. Das schont Moorlandschaften und schützt das Klima.

Organisch düngen muss sein

  • Stickstoff pflanzen: Um den Boden zu verbessern, säen Bio-Gärtnerinnen und Bio-Gärtner stickstoffsammelnde Leguminosen (zum Beispielen Bohnen, Lupinen, Klee) und Gründüngungspflanzen (zum Beispiel Phacelia, Buchweizen). Darüber freuen sich auch die Bienen. Als winterharte Gründünger bieten sich Feldsalat und Winterroggen an.
  • Selbst Dünger herstellen: Kompost aus Garten- und Küchenabfällen eignet sich optimal zur organischen Düngung. Er enthält alle wichtigen Pflanzennährstoffe, belebt den Boden und verbessert die Bodenstruktur.
  • Nur keine Mineraldünger: Die Pflanzen im Bio-Garten werden nach Bedarf mit organischem Dünger versorgt. Dazu gehören Kompost, Mist, Hornspäne, Schafwolldünger und Kleedünger.

Bio-Pflanzen und Bio-Saatgut verwenden

 
  • Keine Hybriden: Bio-Gärtnerinnen und -Gärtner wählen bevorzugt widerstandsfähige und samenfeste Pflanzensorten, die auf natürliche Weise vermehrt werden können. Zu finden sind sie in Saatgutbibliotheken.
  • Bio von Anfang an:Saatgut und Pflanzen stammen möglichst aus biologischem Anbau.
  • Vielfalt gefragt: Im Bio-Garten wächst eine große Vielfalt an Pflanzenarten mit einem hohen Anteil an heimischen (Wild-)Pflanzen. Alte Obst- und Gemüsearten sowie -sorten gehören auch dazu.
  • Gewusst wo: Die Pflanzen wachsen auf Standorten, die ihre Bedürfnisse nach Bodenart, Licht und Feuchtigkeit erfüllen.
  • Heimische Pflanzen haben Vorfahrt: Invasive Arten wie das drüsige Springkraut müssen draußen bleiben, damit sie sich nicht ausbreiten und die heimische Pflanzen- und Tierwelt verdrängen. Mehr Informationen zu invasiven Arten.

Pflanzen schützen und Krankheiten vorbeugen

  • Widerstandskraft stärken: Eine optimale Standortwahl, vielfältige Fruchtfolgen und Mischkulturen sowie robuste Sorten beugen Krankheiten vor. Zudem unterstützen ein geeigneter Saat- und Pflanztermin, eine angepasste Düngung und pflanzenstärkende Mittel die Widerstandskraft der Pflanzen.
  • Tolerant sein: Schädlinge und unerwünschte Wildkräuter im Zaum halten, aber nicht ausrotten. Wildkräuter am besten mechanisch regulieren, zum Beispiel mit einer Hacke.
  • Im Notfall nur Biologische Pflanzenschutzmittel: Bei sehr starkem Befall durch Schädlinge oder Pflanzenkrankheiten helfen Biologische Pflanzenschutzmittel weiter. Chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel haben im Bio-Garten nichts zu suchen.

Nützlinge fördern

 
  • Viele und offene Blüten bevorzugt: Im Bio-Garten wachsen viele verschiedene, möglichst heimische Pflanzenarten, die wichtig für die Tierwelt sind. Pflanzen mit ungefüllten Blüten liefern Nektar für bestäubende Wildbienen und andere Insekten. Tipps zum bienenfreundlichen Biogärtnern.
  • Nisthilfen und Winterquartiere schaffen: Nützlinge halten Schädlinge in Schach, wenn sie Nahrung, Rückzugsgebiete und Überwinterungsmöglichkeiten finden. Zahlreiche Biotope wie Hecken, Blumenwiesen oder Trockenmauern und Nisthilfen stehen für die Tiere bereit.
  • Natürliche Unordnung tut gut: Der Pflegeschnitt von Gehölzen und Hecken wird auf das Nötigste beschränkt. Pflanzenstängel mit Samenständen, Himbeerruten und Co. bleiben für überwinternde Insekten und nahrungssuchende Vögel mindestens bis zum folgenden Frühjahr stehen.

Ressourcen schonen und natürlich bauen

  • Wasser sparen: Bio-Gärtnerinnen und Bio-Gärtner bewirtschaften und gestalten ihren Garten möglichst ressourcenschonend. Sie bewässern ihren Garten vorwiegend mit gesammeltem Regenwasser.
  • Naturnah bauen: Sie verwenden natürliche und schadstofffreie Baumaterialien (zum Beispiel unbehandeltes Holz, Natursteine) aus der Region und recyceln Materialien, soweit wie möglich.

Quelle: https://oekolandbau.de/bio-im-alltag/bio-erleben/im-garten/bio-leitlinien-fuer-hobbygaerten/

Weitere Infos:
Bienenfreundlich biogärtnern
Wo gibt es Biosaatgut?
Saatgut-Bibliotheken

Normaler Weise wird Kohl jedes Jahr neu gepflanzt, denn es handelt sich um 2-jährige Pflanzen. Sie können zwar überwintern, aber im zweiten Jahr „schießen“ sie, d.h. Blüten- und Samenstände werden ausgebildet. Anders beim Ewigen Kohl (Synonyme: Ewiger Baumkohl, Strauchkohl, Tausendköpfiger Kohl u.a.): Es handelt sich hier um einen Blattkohl, der einem langen Stängel (ähnlich Rosen- oder Grünkohl) ausbildet, aber nie bzw. nur ganz selten zur Blüte kommt. Die Vermehrung geschieht ausschließlich vegetativ, also über Stecklinge oder Absenker. Je nach Sorte hat er unterschiedlich farbige Blättern: grün (‘Daubenton’s Green‘), grün-blau, blau-violett (‘Taunton Deane‘), panaschiert weiß-grün gestreift (‘Chou de Daubenton panaché‘, ‘Variegata’). Somit ist er nicht nur etwas für den Gemüsegarten sondern macht auch eine gute Figur im Staudenbeet.

Die Effizienz der Landwirtschaft ist in den vergangenen Jahrzehnten enorm gestiegen. Heute kann eine Landwirtin oder ein Landwirt 134 Menschen ernähren – fast doppelt so viele wie noch 1990. Seit 1960 hat sich diese Zahl sogar beinahe verachtfacht.

auf https://www.landwirtschaft.de/landwirtschaft-verstehen/haetten-sies-gewusst/infografiken finden Sie anschauliche Infos zu folgenden Themen:

Die größten Agrarimporteure und -exporteure 2019
Wie viel Prozent der Haushaltsausgaben werden für Nahrungsmittel aufgewendet?
Welcher Anteil der Verbraucherausgaben für Nahrungsmittel kommt bei den Landwirten an?
Wie viel Fleisch essen die Deutschen pro Jahr?
Pro-Kopf-Verbrauch ausgewählter Lebensmittel in Deutschland
Wie geht es den Bäumen in deutschen Wäldern?
und vieles mehr.

Waldbienenjagd: ursprüngliche Gewinnung von Honig

Schon die Germanen machten aus Honig Wein: den Met. Anfangs hielt man sich keine Honigbienen in Beuten, sondern sammelte Honig in den Nisthöhlen wilder Bienen. Dabei ging man nicht sonderlich schonend für die Bienen vor. Eigentlich handelte es sich bei dieser Methode um Honigraub. Im frühen Mittelalter begann man mit der systematischen Waldbienenhaltung, der Zeidlerei. Baumhöhlen wurden nach der Entnahme wieder verschlossen, die Bienenvölker konnten so weiterleben und Honig sammeln. Später baute man Klotzbeuten: ausgehöhlte Baumstammklötze, in denen sich Wildbienen ansiedeln konnten. Dies unterstützte die Bienenbevölkerung und brachte kontrolliertere und reichere Ernten. Als man später die Klotzbeuten in der Nähe der Häuser aufstellte, um es bequemer zu haben, entwickelte sich die Hausbienenhaltung. Die Baumklötze wurden durch geflochtene Strohkörbe ersetzt, die über ein Bienenvolk gestülpt wurden. Diese waren leichter und konnten gut zu ertragreichen Bienenweiden gebracht werden. Allerdings mußten die Bienen im Korb durch Abschwefeln getötet werden vor der Honigentnahme.

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Es ist schon lange bekannt, dass man Stämme von freistehenden Bäumen vor Witterungseinflüssen schützen muss. So hat man traditionell die Stämme der Obstgehölze mit einem Kalkanstrich im Winter vor Frostrissen geschützt. Das hat über viele Jahrzehnte gut funktioniert.

Durch die Veränderung des Klimas mit zunehmender Hitze und Strahlungsintensität hat sich aber eine neue Bedrohung für die Stämme ergeben: Durch die starke Hitze, verbunden mit Wasserstress und sehr hohen Einstrahlungsintensitäten wurden in den letzten Jahren vermehrt vertikale Stammrisse beobachtet – mitten im Sommer! Deshalb sollten jetzt geeignete Schutzmaßnahmen vorgenommen werden.

Wie viel verdient ein Landwirt an einem Schwein?

In Deutschland wurden 2019 knapp 26 Millionen Schweine gemästet. Lohnt sich das für die Betriebe?

Mit der Mast von Schweinen Geld zu verdienen, ist gar nicht so einfach. Genauso schwierig ist es, einen konkreten Verdienst pro Schwein zu nennen. Denn Schweinemastbetriebe müssen mit großen Preisschwankungen leben, vor allem beim Kauf für Ferkel und beim Verkauf ihrer gemästeten Schweine.

In der Regel kaufen konventionelle Mastbetriebe ihre Ferkel mit einem Gewicht von knapp 30 Kilogramm. Die Ferkel werden gemästet, bis sie etwa 120 Kilogramm Gewicht erreicht haben und dann verkauft. Die Mast dauert im Schnitt vier Monate, sodass ein Betrieb im Jahr etwa drei Schweine pro Mastplatz im Stall mästen kann.

120 Euro Erlös pro Schwein

Die Rechnung pro Tier sieht folgendermaßen aus: Zurzeit (Stand: November 2020) liegt der Preis pro Kilogramm Schweinefleisch bei knapp 1,30 Euro. Für jedes angelieferte Schwein mit 120 Kilogramm Lebendgewicht werden gut 95 kg Schlachtgewicht bezahlt. Der Betrieb erhält bei diesem Preisniveau also gut 125 Euro netto vom Viehhändler.

Von diesem Betrag müssen die Kosten für die Mast abgezogen werden. Die größten Blöcke sind der Ferkeleinkauf (ca. 40 Euro pro Tier) und das benötigte Futter (circa 60 Euro pro Tier). Dazu kommen weitere Aufwendungen für den Tierarzt, für Energie, Wasser, Versicherungen und so weiter. Unter dem Strich bleiben etwa 20 Euro pro Tier. Bei knapp drei Schweinen pro Mastplatz und Jahr sind das 60 Euro.

Bei einem größeren Betrieb mit 1.000 Mastplätzen wären das also 60.000 Euro Überschuss im Jahr. Nicht enthalten sind darin allerdings die Kosten beziehungsweise Kreditrückzahlungen für den Stallbau und die Entlohnung der Arbeitskräfte. Zudem setzt man bei dieser Rechnung voraus, dass jeder Mastdurchgang optimal verläuft, also mit durchgehender, kompletter Stallauslastung, hohen täglichen Zunahmen bei allen Tieren und ohne Krankheiten oder größere Tierverluste.

Marktentwicklung ist unberechenbar

Noch entscheidender für die Kalkulation sind jedoch die Marktentwicklung und die damit verbundenen Preise für Ferkel und schlachtreife Schweine. Denn der Markt unterliegt großen Schwankungen. Allein im Jahr 2020 bewegte sich der Auszahlungspreis für schlachtreife Schweine zwischen 1,27 und über 2,00 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht. Die Preise für Ferkel schwankten in den Jahren 2019 und 2020 noch stärker: von 27 Euro bis über 80 Euro pro Tier.

Kauft der Mastbetrieb seine Ferkel zum günstigen Preis und fällt der Verkauf in eine Hochpreisphase, kann der Überschuss deshalb sogar um ein Vielfaches höher ausfallen. Im ungünstigsten Fall muss ein Betrieb dagegen seine Ferkel zu hohen Preisen beziehen und seine schlachtreifen Schweine in einer Phase mit niedrigen Auszahlungspreisen abgeben. Das kann so weit führen, dass dadurch sogar Verluste für jedes verkaufte Tier entstehen.

Das Risiko für diese Entwicklungen tragen allein die Betriebe. Denn die Schlachtung liegt überwiegend in der Hand von Großschlachtereien, die je nach Marktlage und Absatzpotenzial feste Preise vorgeben.

Mastbetriebe sind wenig flexibel

Die Betriebe können ihre Erzeugung nur sehr eingeschränkt an die aktuellen Preisentwicklungen anpassen. Warten sie ab, bis die Ferkelpreise sinken, steht der Stall leer und der Betrieb verdient kein Geld. Schlachtreife Schweine müssen dagegen auch bei niedrigen Preisen zeitnah abgeliefert werden, da die ausgewachsenen Tiere einen enormen Futterbedarf haben, der ebenfalls den Gewinn schmälert. Zudem gibt es bei der Anlieferung zu schwerer Schweine Abzüge bei den Auszahlungspreisen.

 

BZL-Broschüre: So leben Schweine

Wussten Sie, dass Schweine zu den klügsten Säugetieren gehören? Sie haben einen ausgeprägten Spiel- und Erkundungstrieb und sind sehr saubere Tiere. Diese und weitere interessante und überraschende Fakten über Schweine vermittelt das kleine Heft kurz, kompakt und leicht verständlich.

Zur Broschüre

Strukturwandel: Immer weniger, immer größere Betriebe

Um trotz der im Durchschnitt relativ niedrigen Gewinne pro Tier genügend Geld zu erwirtschaften, sind die Mastbetriebe kontinuierlich gewachsen. Gleichzeitig gibt es einen ständigen Strukturwandel, bei dem jedes Jahr viele Betriebe aufgeben.

2019 hielt in Westdeutschland jeder Betrieb im Schnitt 591 Mastschweine, auf ostdeutschen Betrieben wurden durchschnittlich etwa viermal so viele Tiere gehalten, nämlich 2015 Schweine. Insgesamt gab es 2019 rund 21.600 Mastbetriebe, die knapp 26 Millionen Schweine gemästet haben.

Warum mehr Tierwohl das Schnitzel teurer macht und weitere Links auf https://landwirtschaft.de/landwirtschaft-verstehen/wie-arbeiten-tierhalter/wie-viel-verdient-ein-landwirt-an-einem-schwein

Neue Ernährungs-Stile in Coronazeiten: Ein vegetarisches Brötchen -  Von „back to nature“ bis „easy going“

(BZfE) – Mobilitätsbeschränkungen und Verzichtsgebote durch die Covid-19-Pandemie haben Lifestyle und Ernährungsmuster der Deutschen nachhaltig beeinflusst. Bei einem Streifzug durch die neue Lebensmittel- und Mahlzeitenwelt hat die Trendforscherin Karin Tischer den Plantarismus als Megatrend ausgemacht. 34 Prozent der Deutschen sind ernährungsbedingt sensibilisert – als Veganer, Vegetarier, Flexitarier oder reduktionswillige Fleischesser. „Wir sprechen vom sogenannten Plantarismus. Die zukünftige Ausrichtung wird insgesamt pflanzenorientierter sein – statt streng vegan und vegetarisch“, so Tischer beim Wissenschaftlichen Symposium des Verbands der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft (VGMS) Mitte November vor rund 100 Teilnehmenden an den Monitoren.

Das – freiwillige oder verordnete – Homeoffice hatte zwiespältige Auswirkungen auf den Umgang mit Essen und Trinken. Die Bandbreite der Empfindungen durch das tägliche Kochen war enorm groß: Von „toller Entdeckung“ bis „unwillkommene Belastung“. Die erforderliche Bevorratung mit Lebensmitteln daheim war für Viele eine ungewohnte Herausforderung, was die teilweise völlig überzogenen Hamsterkäufe von Mehl und Nudeln im ersten Lockdown gezeigt haben.

Inzwischen gibt es laut Tischer einen Trend zu „Wohlfühl-Speisen“, die gesundheitsbezogene Superfood-Aspekte mit Convenience-Argumenten verbinden. Als weitere Beispiele nannte sie Salate, Früchte, Smoothies und „Comfort Food“ wie Granolas, Overnight-Oats oder warmes Zimt-Porridge mit Mandeln und Äpfeln – vorzugsweise als Bowls.

Für die Snacking-Fans hatte die Trendforscherin „Healthy Snacks“ für eine gesunde, schnelle Energiezufuhr im Homeoffice anzubieten: selbstgemachte Dattel-Cashew-Bällchen mit Trockenfrüchten oder eine „High-Protein-Bowl“ mit Quinoa, Erbsen und Belugalinsen-Mash. Besonders angesagte Alternativen für die Unterwegsverpflegung hat Tischer bei ihrer Erkundung der (Corona-offenen) To-Go-Szene entdeckt – an Foodtrucks, in Bäckerläden und im Lebensmittelhandel. In ihrem Vortrag präsentierte sie dazu Appetitanregendes: Wraps mit Spinat und Honigschinken, Hanf-Gemüse-Sticks oder – zunehmend veggie-belegte – Baguettes und Brötchen.

„Die Coronakrise ist ein Trend-Booster“, stellte Tischer fest. Marktentwicklungen, die sich schon vorher abzeichneten, haben nun stark an Dynamik gewonnen. Und auch dabei stehen Verbraucherinnen und Verbraucher häufig vor einem angesichts der Pandemie zu bewältigenden Dilemma zwischen Nachhaltigkeit und Convenience: Einerseits das Bedürfnis nach „back to nature“ bei der Lebensmittelwahl, andererseits die Anforderung von „easy going“ bei der Zubereitung in der Küche.

Tischer hob vier Trends hervor, für die sie auch in der Zeit „nach der Krise“ bleibende Bedeutung erwartet: Der Camping- und Caravaning-Hype, für den passende „Trecking-Speisen“ zum Picknickverzehr benötigt werden. Der Grill- und Barbecue-Trend, bei dem die persönliche Profilierung mit aufwändigen Outdoor-Kochstationen eine große Rolle spielt. Neue digitalisierte Gastronomie- und Einzelhandelskonzepte mit bargeldlosem Abhol- oder Lieferservice, wozu in weiterem Sinne auch Lebensmittelboxen inkl. Rezepten zählen oder der „Ab-Hof“-Automatenverkauf von Gemüse und Obst, Eiern oder Honig. Und schließlich der Trend zu authentisch-regionalen Produkten mit hohen Qualitäts- und Genusseigenschaften, die allerdings auch ihren Preis haben.

Heiko Zentgraf, www.bzfe.de

"Wir alle sind von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen, wir alle spüren die täglichen Veränderungen in unserem Leben. Die Winter werden milder und teilweise feuchter. Im Sommer wird es immer heißer, es regnet monatelang nicht. Die Folge sind ausgetrocknete Böden. Das hat Auswirkungen auf unsere Gartenbepflanzung. Neben Thuja gehört der Rasen zu den Klimaverlierern. In diesem Online-Vortrag werden Strategien und Konzepte für einen klimagerechten Garten vorgestellt."

Deshalb hat die Gartenakademie Rheinland-Pfalz ein Onlineseminar zu diesem Thema gehalten. Die Gartenakademie ist das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz, ist jedoch auch für uns Hessen sehr nützlich und hilfsbereit bei Fragen.

Die Präsentation zum Online-Seminar der Gartenakademie vom 16.11.2020 als pdf Datei: Download: 2020-11-16-OnlineSeminar-Der klimagerechte Garten – was ist zu tun1.pdf (30,03 MB)

Die Referenten Werner Ollig, Lukas Mackle, Eva Hofmann gingen in 13 Punkten auf das Thema "Rasen als Klimaverlierer" ein. Ihr wichtigstes Anliegen ist das Entsteinen von Freiflächen.
"Entsteint euch!"
ist eine Aktion, die beachtet werden sollte: auf Schotterflächen (japanischen Zen-Gärten, Gabbionen, "pflegeleichten" Steinwüsten) kann man im Sommer 53 Grad Hitze messen, wenn es über Gras nur 28 Grad heiß ist. Unsere gewandelten Klimabedingungen sprechen dafür, möglichst viel Schatten und robustere Grünflächen zu schaffen. Rasen wird auf lange Sicht nicht mehr dazugehören. Denn mit Bewässern ist oft schon im Juli Schluß, zahlreiche Gemeinden haben im letzten Sommer ein Bewässerungsverbot verhängt.

Ein Baum nimmt CO2 und Feinstaub auf und gibt Sauerstoff und Feuchtigkeit ab. Unter Bäumen ist es im Schnitt 10 Grad kühler als im Freien. Es gibt gut geeignete Baumarten wie japanischer Schnurbaum und Bienenbaum, die mit den höheren Temperaturen und Trockenheit gut umgehen können, super schön aussehen und Insekten - und damit auch Vögeln - Nahrung bieten.
Weitere insektenfreundliche Pflanzen sind Apfeldorn und Pflaumendorn sowie Christrose und rotes Habichtskraut. Auch Blutweiderich, Elfenbeindistel und wilde Karde bieten ein abwechslungsreiches Menu und sehen sehr hübsch aus.
Anstelle von Rasen kann man trittfesten Thymian pflanzen, sollte dann jedoch während der Blütezeit nicht barfuß darüber gehen, denn der Thymian ist sehr beliebt bei Hummeln und Bienen und anderen Insekten. Verlegt man Trittsteine dazwischen, kann man trotzdem barfuß über den Thymian-Rasen gehen.

Ein ganz wichtiger Punkt ist: Regenwasser sammeln - vor allem auch im Winter! Was aber, wenn meine Regentonne auffriert? Nein, nicht in die Tonne sammeln, sondern gleich vom Regenrohr mit einem zwischengeschalteten "Regendieb" (= Bypass, in Baumärkten und bei Klempnern und Dachdeckern erhältlich) über einen Schlauch in den Garten leiten. Die Erde nimmt das Wasser auf, und was die Pflanzen im Winter nicht benötigen, kommt dem Grundwasser zugute. Schade nur, daß Kommunen diese Methode nicht in ihrer Wasser-/Abwasserabrechnung berücksichtigen, sonst würde diese Aktion auch noch Geld sparen. Global gesehen spart sie aber Wasser, und zwar viel. Denn im Winter regnet es wesentlich häufiger als im Sommer.
Bei größeren Flächen kann man auch ein Tropfschlauchsystem in der Erde verlegen, dabei muß man drauf auchten ob das System frostsicher ist.

Entsteinen Sie Ihren Garten!

Schottergärten sind beliebt, aber weder für Umwelt noch fürs Auge schön. Während Schotter sich im Sommer auf 53 Grad aufheizt, bleibt es über Gras bei 28 Grad. Bodenlebewesen, Insekten und Vögel wissen das zu schätzen. Auch im öffentlichen Raum sieht es so aus: über Asphalt wird es beispielsweise 67 Grad, während es unter einem Straßenbaum bei 39 Grad bleibt. Zudem nehmen Pflanzen CO2 auf, geben Sauerstoff und Feuchtigkeit ab und binden Feinstaub.
Wer im Garten wenig Arbeit möchte, kann z.B. Apfeldorn oder Pflaumendorn, Christrose oder rotes Habichtskraut setzen. Diese Pflanzen sind sehr nützlich für Insekten und Vögel. Auch Blutweiderich, Elfenbeindistel und wilde Karde sehen hübsch aus, machen wenig Arbeit und werden gern von ihnen besucht. Anstelle einer langweiligen Rasenfläche kann man trittfesten Thymian setzen. Er muß nicht gemäht werden und hilft Insekten. Trittsteine erlauben trotzdem, barfuß darüberzugehen.

Den Newsletter gibt es hier: https://www.gartenakademie.rlp.de
Interessant ist auch das Hortipendium, das grüne Lexikon des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
Broschüre zu klimawandeltoleranten Pflanzen
Broschüre zu Pflanzen für Bienen und Insekten

Im Jahr 2019 hat der Durchblick die Aktion "Insektenfreundliches Lautertal" der Gruppe Dorf im Wandel unterstützt. Hier finden Sie alle Informationen der Aktion: eine sehr erfolgreiche Infoveranstaltung mit Lautertaler Landwirten (auch im Septemberheft 2019 als Titelbeitrag), Infolisten für Kommunen, Privatgärten, Balkone, Insektenschutz und vieles mehr.

M. Hiller, November 2020

 

Wahre Kosten als Rechenmodell und Impuls für Veränderungen

(BZfE) – Aus Sicht der Wissenschaft ist das Modell der „wahren Kosten“ unserer Lebensmittel nicht neu: eine nicht nachhaltige Erzeugung von Lebensmitteln produziert versteckte Kosten für Reparaturen von Boden, Wasser und Klima. Das hatte aber bisher keine praktischen Konsequenzen. In jüngster Zeit gibt es jedoch Schützenhilfe von unerwarteter Seite: Von Versicherungen und Wirtschaftsprüfern, die bei ihren Policen oder der Kreditvergabe Faktoren wie Boden oder Wasser als „Naturkapitalrisiken“ berücksichtigen. Zusammenhänge und praktische Beispiele erläuterte Tobias Bandel in seinem Workshop „Richtig rechnen - Lebensmittel sind mehr wert“ auf dem 4. BZfE-Forum.

Schon heute arbeiten Finanzdienstleister wie Banken und Wirtschaftsprüfer daran, Naturkapitalrisiken zu berücksichtigen – auf Unternehmens und Lieferkettenebene. Wird beispielsweise eine Landwirtschaft gefördert, die die Bodenfruchtbarkeit durch Zwischenfrüchte und schonende Bearbeitung erhöht, sinkt auf Dauer das unternehmerische Risiko. Eine weitere, echte Honorierung bekommen Unternehmen oder Landwirte aber bisher nicht. Und das, obwohl sie potentiell einen messbaren gesellschaftlichen Nutzen generieren. „Das Gute ist nämlich“, so Bandel, „dass wir durch unsere Berechnungen nicht nur versteckte Kosten, sondern auch diesen versteckten Nutzen entdecken.“ Der positive Nutzen belief sich im Fallbeispiel eines Bioland-Hofes auf 1.400 Euro pro Hektar. Bisher bekommt der Landwirt dafür kein Extra- Geld, nur die marktüblichen Erlöse für sein Getreide oder seine Kartoffeln. Umgekehrt muss der Betrieb im anderen Fallbeispiel nicht für die externen Kosten von 700 Euro pro Hektar aufkommen, die er verursacht. Sie schlagen sich auch nicht im Preis an der Kasse nieder. Jede und Jeder von uns zahlt sie aber letztlich über die Steuern. Damit werden zum Beispiel die Maßnahmen für Hochwasserschutz oder die Trinkwasseraufbereitung finanziert, die von einer nicht nachhaltigen Landwirtschaft stärker mitverursacht werden.

Umso wichtiger sind die Impulse des Finanzmarktes. „Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet der Finanzsektor die Ökologisierung der Landwirtschaft vorantreibt“, so Bandel. Damit sei nicht zwangsläufig „Bio“ gemeint. Auch konventionelle Betriebe können die externen Kosten durch geeignete Maßnahmen effektiv senken. Die wahren Kosten sind ein interessantes Werkzeug, um solche Veränderungen anzustoßen. „Sie zeigen außerdem eindrucksvoll das große Potential einer nachhaltigen Landwirtschaft auf“, so der Agrarwissenschaftler und Geschäftsführer von „Soil & More Impacts“, einer Beratungsfirma, die Unternehmen aus dem Agrar- und Lebensmittelsektor im Bereich Nachhaltigkeit unterstützt. Wenn diese Kosten nun auch noch auf ersten Preisschildern im Handel auftauchen, könnte dies die Wertschätzung von Lebensmitteln insgesamt stärken, wenn die Konsumenten diesen Zusammenhang erkannt haben.

Das Video zum Vortrag beim 4. BZfE-Forum gibt es hier: www.youtube.com/watch?v=AyYnkh1EKX0

Gabriela Freitag-Ziegler, Britta Klein, www.bzfe.de

Regionalbewegung bringt Vermarktung voran

(BZfE) – Regionale Lebensmittel sind Klimaschutzprodukte und sichern das Überleben von Handwerksbetrieben oder ländlichen Gaststätten. Die Realität ist aber: Der weltweite Warentransport hat sich in den vergangenen 40 Jahren verzehnfacht. Klein- und Kleinstbetriebe haben dagegen oft Existenzprobleme. Wie der Bundesverband der Regionalbewegung e. V. aktuell gegensteuert, erläuterte die stellvertretende Geschäftsführerin Brigitte Hilcher in ihrem Vortrag: „Die Regional-Idee – Wie Stadt und Land wieder zusammenwachsen.“ auf dem 4. BZfE-Forum.

Mit Presseaktionen wie „Rote Liste der Nahversorger“ macht der Verband darauf aufmerksam, dass viele Lebensmittelhandwerker schon bald verschwunden sein könnten: Geht die Entwicklung so weiter wie bisher, schließt der letzte kleine Bauernhof seine Tore im Jahr 2036, die letzte Handwerksbäckerei 2039. Da regionales Wirtschaften am besten mit kleinen Betrieben funktioniert, besteht ein direkter Zusammenhang zwischen einer Rückbesinnung auf regionale Lebensmittel und dem Schutz kleingewerblicher Strukturen.

„Wir brauchen eine starke regionale Bewegung, um die regionale Vermarktung nach vorne zu bringen. Und wir fordern ein Umdenken und mehr Unterstützung seitens der Politik, um diesen erschreckenden Strukturwandel aufzuhalten, bevor es zu spät ist“, sagte Hilcher. Dafür macht sich der Verband als Interessenvertretung der Regionalinitiativen seit fünfzehn Jahren stark. Im Zentrum steht der „Tag der Regionen“. Er ruft jedes Jahr zum Mitmachen bei hunderten von Aktionen in ganz Deutschland auf. Im RegioPortal sind über 150 Initiativen in ganz Deutschland verlinkt, die sich um eine regionale Vermarktung bemühen und regionale Wertschöpfungsketten erhalten oder aufbauen.

„Unsere Vision ist, dass wir in ganz vielen Regionen solche Modelle haben und sich die Ideen vervielfältigen“, so Hilcher. „Das darf aber nicht von einzelnen Personen abhängen, die sich bisher oft im Ehrenamt aufreiben. Stattdessen stellen wir uns ganze Wertschöpfungszentren in Nahversorgerregionen mit vielen Beteiligten vor. Die könnten von Bund, Ländern und Kommunen getragen werden und mit regionalen Initiativen als Partner zusammenarbeiten.“ Als Rahmen fordert der Verband unter anderem ein Bundesprogramm regionale Wertschöpfung sowie individuell angepasste Regionalitätsstrategien für alle Bundesländer.

Der gesamte Vortrag findet sich auf https://youtu.be/JcPd3T-9etM

Bundeszentrums für Ernährung
Gabriele Freitag-Ziegler, Britta Klein, www.bzfe.de

Weitere interessante Beiträge:

bzfe.de/inhalt/ernaehrung-in-den-planetaren-grenzen
www.bzfe.de/nachhaltiger-konsum/

Die rote Liste der Nahversorger

Der Bundesverband der Regionalbewegung e.V. (BRB) machte im September mit einer öffentlich-keitswirksamen Aktion auf den dramatischen Rückgang der Lebensmittelhandwerksbetriebe aufmerksam.
„Fleischer, Bäcker, Gastwirte und Landwirte, die handwerklich im regionalen Wirtschaftskreislauf arbeiten, sind die Gestalter und Garanten unserer kulinarischen Vielfalt und akut vom Aussterben bedroht“
Angelehnt an die Rote Liste der Artenvielfalt, weist die Regionalbewegung auf das Sterben der Nahversorgerstrukturen hin. Basierend auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes ergibt sich für vier ausgewählte Be-reiche der Nahversorgung eine alarmierende Realität:

  • Die Anzahl der Bäckerhandwerksbetriebe hat sich von 1998 bis 2018 um 49% drastisch reduziert.
  • Im Fleischerhandwerk sind im gleichen Zeitraum ebenfalls 49% der Betriebe geschlossen worden.
  • Die Anzahl von kleinen landwirtschaftlichen Betrieben (bis 50ha Fläche) ist seit Mitte der 1990er Jahre um 48% zurückgegangen.
  • Für Wirtshäuser (insbesondere Schankwirtschaften) ist der Rückgang mit 59% seit 1994 am dramatischsten

https://www.regionalbewegung.de/

 

Ein Vogelhäuschen im Garten oder auf dem Balkon ist ein Magnet für zahlreiche Vogelarten. Heutzutage ist es enorm wichtig, die heimischen Vögel zu füttern. Denn im Vergleich zu den 50er Jahren fehlen jährlich rund 200 kg Körner und Sämereien pro Hektar Ackerfläche (Ornithologe Prof Dr Peter Berthold, ehemaliger Leiter der staatlichen Vogelschutzwarte).  Dieses Futter stand den Feldtieren wie Grauammer, Rebhuhn oder Feldhamster zur Verfügung. Heute stehen diese Arten am Rande des Verschwindens. Prof Dr. Berthold hat dazu Filme und Bücher veröffentlicht, Infos dazu auf Wikipedia.
Da die Landwirtschaft inzwischen auf Effektivität ausgelegt ist, fehlen diese "nutzlosen" Randflächen vielfach. Dank dem AUBI-Projekt des Landkreises Darmstadt-Dieburg wachsen nun aber Blühflächen, in denen wilde Tiere Nahrung und Ruhe finden. Während des Sommers finden sie darin die Insekten, die für die Kükenaufzucht dringend benötigt werden und im Winter die Körner in den Samenständen. Einige Landwirte aus der Region richten inzwischen mehr Blühflächen ein. Örtliche Natur- und Vogelschutzgruppen füttern auch in Feld und Wald, zahlreiche Wildvögel finden sich hier ein. Für Fasane wären nun noch Feldhecken wichtig. Die Wildtierforschung geht aktuell davon aus, dass das nächste Brutgeschäft von Vögeln wie dem Rebhuhn nicht mehr richtig abläuft, wenn das Tier im Winter auch nur 20 % seines Körpergewichts verliert (ca. 60g pro Rebhuhn).

Aber jeder kann etwas tun: eine Handvoll Vogelfutter kann viel bewirken.

Vogelarten wie Kuckuck oder Nachtigall überwintern im Süden, aber Amsel, Meise oder Sperling kommen in unsere Gärten um nach Futter zu suchen. Ein naturnaher Garten und Futterhäuschen helfen Vögeln im Winter, genügend Nahrung zu finden, denn in der kargen Winternatur ist Nahrung rar.     

  • Futterstation oder Futterhäuschen: für die Vögel gut überschaubar mit Rundumsicht; nahe gelegene Versteckmöglichkeiten wie Büsche oder Sträucher sind sehr wichtig.
  • Vogeltränke: ein Schälchen mit Trinkwasser sollte den Vögeln auch im Winter zur Verfügung stehen.
  • Das richtige Futterangebot:
    Körnerfresser wie Fink und Sperling: Sonnenblumenkerne und Hanfsamen  in frei hängenden Futterhäuschen oder -spendern
    Weichfutteresser wie Amsel und Rotkehlchen: Haferflocken und getrocknete Beeren oder Obst, Futterstation am Boden an einer geschützten Stelle.
  • Damit das Futter nicht verderben kann, sollte es vor Nässe geschützt sein und regelmäßig erneuert werden. Aus hygienischen Gründen sollten Futterhäuschen ab und zu mit heißem Wasser gereinigt werden.
  • Brot oder Speisereste sollten nicht an Vögel verfüttert werden, da Gewürze und Salz schädlich sind. Im Fachgeschäft (z.B Landhandel Schmitt in Linnenbach (www.landhandelschmitt.de) gibt es hochwertige Körner- oder Weichfuttermischungen.

Wie Sie Ihren Garten im November vogelfreundlich gestalten können:

  • Natürliches Grün: Sträucher und Büsche bieten Vögeln Unterschlupf und Nahrung. Eberesche oder Vogelbeere sollte nicht fehlen.
  • Tierfreundliche Gartenpflege: bei der Düngung des Gartens sollte auf natürliche Produkte wie Komposterde und Rindenmulch zurückgegriffen werden. Chemische Mittel, die Insekten töten, schaden auch den Vögeln.
  • Nachsicht bei Aufräumarbeiten: in Totholz und abgestorbenen Pflanzenteilen überwintern Insekten, die Vögeln als Nahrung dienen. Verblühte Blumen und Stauden tragen immer noch wertvolle Samen und sollten daher nicht komplett zurückgeschnitten werden.
  • Lesen Sie hier, wie Sie selbst aus Garten- und Küchenabfällen besten Kompost herstellen können!
  • Der Kurzfilm um den Birkenhof in Klein-Zimmern aus der Reihe „Schritte für mehr Bio“ erläutert den Umstellungsprozess. Dieser ist langwierig. Viele Gespräche mit Berufskollegen, wie z. B. Felix von Löwenstein vom Hofgut Habitzheim und der Besuch von Praxisbetrieben, unterstützt von Fachberatern z B. vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) führen den konventionellen Betrieb innerhalb von etwa sechs Jahren zum reinen Biobetrieb. Youtube-Kurzfilm hier!

Unterstützung kann ein Umstellungsbetrieb auch direkt durch die Verbraucher finden: im Rahmen der Solidarischen Landwirtschaft garantiert der Verbraucher, für ein Jahr einen Anteil der Ernte abzunehmen und das unternehmerische Risiko mit zu tragen.

  • In der SoLaWi Gemüsegarten Hoxhohl wird der Boden mit Kompost angereichert. Das fördert die Bodenlebewesen, und es muß kaum gedüngt werden. Der Boden wird nicht umgegraben, sondern mit Kompost als Mulchschicht abgedeckt. Schnecken mögen keinen Kompost. Hungrige Pflanzen wie Kohl bekommen zusätzlich Ackerbohnenschrot, das von den Regenwürmern aufgeschlossen und den Pflanzen zur Verfügung gestellt wird. Die Kulturen werden von Jahr zu Jahr auf anderen Beeten angebaut, oft auch in Mischkultur. Bewässert wird mittels fest verlegter Tröpfchenschläuche, die für eine Wasserversorgung genau dort sorgen, wo die Pflanzen sie aufnehmen können.Youtube-Kurzfilm hier!
  • Der dritte Kurzfilm dreht sich um den Milchviehbetrieb Arras in Gumpen, wo es eine Milchtankstelle gibt. Die Milch schmeckt unübertrefflich und ist sehr verträglich. Die Kühe bekommen viel Gras, denn Kraftfutter ist für den Stoffwechsel ungünstig. Die Kühe geben doppelt so lange Milch. Youtube-Kurzfilm hier!   Lesen Sie hierzu auch das Hillersche Yoghurtprojekt!
  • Großes Kino: „Schritte für mehr Bio“ zeigt Alexander Kern (SoLaWi Gemüsegarten Hoxhohl und Ökohof am Mühlgrund Mossau), wie mobile Stallhaltung für Hühner und Bruderhähne funktioniert. Die Teilnehmer der Hühner-SoLaWi bekommen wöchentlich 4-5 Eier, dazu ein Suppenhun und einen Bruderhahn pro Jahr. Die Hähnchen werden dreimal so lang gemästet wie in konventionellen Betrieben, dürfen also langsamer wachsen. Youtube-Kurzfilm hier!

Die Beispiele zeigen: Umstellung auf Ökolandbau und damit in eine Kreislaufwirtschaft (= ohne Zuführung von Stoffen, vollständige Verwertung) klappt nicht von heute auf morgen und benötigt die Akzeptanz der Verbraucher. So hat der Landwirt eine Chance, die Umstellungszeit zu bewältigen. Es kostet nicht nur viel Zeit, sondern auch Mut und Kraft von Seiten des Landwirts, seine Familie oder die Mitarbeitenden vom ökologischen Landbau zu überzeugen.

Hintergrundinformationen zur Ökolandbau Modellregion Süd:

Die Ökolandbau Modellregion SÜD ist ein großes Netzwerkprojekt, dessen Akteure sich mit ihren Betrieben für eine nachhaltigere Region einsetzen. Es handelt sich um ein durch das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördertes Projekt mit einer inzwischen verlängerten Laufzeit bis 2025. Zur Ökolandbau Modellregion Süd gehören der Odenwaldkreis und der Landkreis Darmstadt-Dieburg als Träger des geförderten Projekts, der Kreis Groß-Gerau und die Biostadt Darmstadt sind Partner der Ökomodellregion Süd. Die Geschäftsstelle der Ökolandbau Modellregion Süd hat ihr Büro in Kranichstein beim Landkreis Darmstadt-Dieburg eingerichtet. Dort koordiniert ein Team bestehend aus Alexandra Hilzinger, Angelika Jenke und Robert von Klitzing die Aufgaben. Auch der Kreis Bergstraße ist künftig dabei: Der von allen Seiten gewünschte Beitritt zur bestehenden Modellregion wurde ebenfalls genehmigt. Somit wird das Projektgebiet der Ökolandbau Modellregion Süd ab 2021 einen beträchtlichen Teil Südhessens umfassen. Flächenmäßig und bezogen auf die Einwohnerzahl handelt es sich um die größte Ökomodellregion in ganz Hessen.

Premiere des Films „Umstellung auf Bio: ein Prozess“

Darmstadt-Dieburg – Bio-Lebensmittel liegen voll im Trend. Nicht nur auf den Wochenmärkten, auch im Supermarkt und in den Discountern sind sie immer häufiger zu finden. Allein im letzten Jahr gaben die deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher knapp 10 Prozent mehr für Bio-Lebensmittel und -Getränke aus. Um dieses Wachstum bedienen zu können, braucht es jedoch mehr Betriebe, die auf ökologischen Landbau umstellen. Wie Thomas Schaffer, sein Geschäftspartner Norman Jaensch und ihre Familien auf dem Birkenhof, Klein-Zimmern den Umstellungsprozess gestaltet haben, ist in dem achtminütigen Videobeitrag „Umstellung auf Bio: ein Prozess“ der Reihe „Schritte für mehr Bio“ zu sehen. Dieser jüngste Filmbeitrag der Ökolandbaumodellregion Süd feiert am 19. Oktober um 20.15 Uhr im Vorprogramm des Dokumentarfilms „Unser Boden, unser Erbe“ im Darmstädter Programmkino Rex seine Premiere. Danach wird der Film, wie alle weiteren der Videoreihe auf dem YouTube Kanal der Ökomodellregion Süd zu sehen sein.

Umstellung ist ein langer Prozess

Am Beispiel des Bio-Bauernhofs Birkenhof in Klein-Zimmern im Landkreis Darmstadt-Dieburg wird der Umstellungsprozess auf einem bäuerlichen Familienbetrieb dargestellt. Schon länger beschäftigte sich Betriebsleiter Thomas Schaffer gemeinsam mit seinem Kooperationspartner Norman Jaensch mit dem Gedanken an eine Umstellung. Viele Gespräche mit Berufskollegen, wie z. B. Felix von Löwenstein vom Hofgut Habitzheim und der Besuch von Praxisbetrieben, ließen langsam den Entschluss für eine Umstellung reifen. Schließlich entschieden sich die beiden GBR-Partner, unterstützt vom Naturland Fachberater Martin Trieschmann, dem damaligen Fachberater des Öko Teams des Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH), Heinz Gengenbach, und der zuständigen Stelle für die Förderung beim LaDaDi für eine „schrittweise“ Umstellung. Das bedeutet, während der ersten etwa sechs Jahre existierten zwei Betriebe, der konventionelle und der neue Ökobetrieb. Jährlich kamen mehr Ökoflächen dazu bis hin zur kompletten Betriebsumstellung.

Hinweis von Werner Jährling, Demeter-Landwirt aus Hoxhohl: die Angabe "6 Jahre" ist viel zu lang, bereits die dritte Ernte kann bio-zertifiziert werden. Wer umstellen möchte, sollte sich also nicht entmutigen lassen.

Der Birkenhof hat sich zu einem breit aufgestellten „gemischten Betrieb“ entwickelt: mit Hühnerhaltung und dem Anbau verschiedener Feldfrüchte (Mais, Getreide) sowie speziellen Sonderkulturen wie Erdbeeren und Grünspargel sowie Direktvermarktung über den eigenen Hofladen, Wiederverkäufer und Großhandel.

Kontakt Birkenhof: Hofladen Schaffer/ Jaensch GbR Marktstrasse 100, 64846 Klein Zimmern Telefon: 06071 48092 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! www.birkenhof-hofladen.de

Kontakt Ökolandbau Modellregion Süd: Robert von Klitzing Telefon: 06151 881-1573 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! https://www.oekomodellregionen-hessen.de/region/sued

Hintergrundinformationen: Umstellung auf Ökolandbau

Bio-Landwirt wird man nicht von heute auf morgen. Vor dem Beginn des Umstellungsprozesses braucht es viel Zeit, Mut und Kraft von Seiten des Landwirts, seine Familie oder aber auch die Mitarbeitenden vom ökologischen Landbau zu überzeugen. Erst danach fängt die eigentliche Arbeit an: mit Hilfe privater, staatlicher oder verbandszugehöriger Berater wird ein neues Konzept erarbeitet, auf dem der zwei- bis dreijährige Umstellungsprozess aufbaut. Die Einhaltung der neuen Öko-Vorgaben wird sowohl während als auch nach der Umstellung durch externe Kontrollstellen sichergestellt.

Ökolandbau bedeutet nicht einfach, den mineralischen Dünger und die chemischen Spritzmittel wegzulassen, sondern eine vollständige Veränderung des Betriebs hin auf ein biologisches System. Sowohl persönliche Faktoren als auch die Abstimmung und Einigkeit in der Familie für dieses Ziel sind zu berücksichtigen. Dazu kommen wirtschaftliche Faktoren wie Personalkosten, Betriebsmittel und Vermarktungsoptionen. Das notwendige Know-how der ökologischen Anbauweise wie z.B. biologischer Pflanzenschutz, Unkrautregulierung und geeignete Sortenauswahl und Fruchtfolge werden mit Hilfe ausgebildeter Berater erworben.

Interessierte Landwirte und Gärtner können sich beispielsweise an folgende Ansprechpartner wenden:

Umstellungsberatung Land Hessen: Sandra Höbel, Beratungsteam Ökologischer Landbau  Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) Telefon: 06155/7980023
Ökoverbände in Hessen: Vereinigung Ökologischer Landbau in Hessen (VÖL)  Bioland, Demeter, Naturland, Biokreis und Gäa  https://www.voel-hessen.de/ (ladadi)

Material zum Download:
https://www.ladadi.de/uploads/OEMR_Umstellung_auf_Bio_Birkenhof_Klein-Zimmern__c__Heinz_Gengenbach_agriservices.de.jpg

Informationen aus der Landwirtschaft – September

Die Getreideernte ist abgeschlossen. Aktuell wird Mais gehäckselt und ab der Monatsmitte werden Zuckerrüben gerodet. Im Großen und Ganzen sind die Betriebe mit den erzielten Erträgen zufrieden. Insgesamt sind die Erträge in Hessen - wie in fast allen anderen Bundesländern auch - etwas geringer ausgefallen als im Mittel der vergangenen fünf Jahre.

Ein Teil der Getreideernte landet als Futter in den Trögen und wird veredelt zu Milch und Fleisch. Ein weiterer Teil wird verarbeitet zu Brot, Brötchen, Nudeln und vielen anderen Leckereien. Bis es allerdings soweit ist, muss das Getreide gelagert werden. Wie und wo gelagert wird ist sehr unterschiedlich. Die Anforderungen an die Lagerung hingegen sind gleich: Trocken, sauber und kühl muss es gelagert sein, nur dann bleibt es bis zum Verkauf oder zum Verfüttern gesund.

In großen Getreidesilos auf den Höfen, in zentralen Lagern, beim Landhandel, im Hafen oder in der Mühle – bevor das Erntegut dort landet, muss es trocken sein! Weizen, Gerste und Roggen lagern mit einem Kornfeuchtegehalt von etwa 14 Prozent, einer relativen Luftfeuchte von 65 Prozent und einer Korntemperatur von 15 °C ein. Hafer macht die Ausnahme, hier darf die Kornfeuchte nur ca. 12 Prozent betragen. Ist das Getreide bei der Ernte zu nass, muss es getrocknet werden. Sonst besteht die Gefahr, dass sich im Lager Schimmelpilze verbreiten und das Getreide verdirbt. In diesem Jahr war in unserer Region aufgrund der guten Wetterlage eine Trocknung nicht erforderlich.

Bevor das Getreide eingelagert werden kann, muss der Lagerraum vorbereitet werden. Sauber und trocken muss es sein. Getreidekörner aus dem Vorjahr müssen beseitigt werden, dort könnten möglicherweise Vorratsschädlinge oder Pilzsporen „nisten“. Schadnagern und Vögeln wird durch entsprechende Vorrichtungen (dichte Wände und Abdeckungen) der Zugang zum Lager verwehrt, zumindest aber erschwert werden. Geeignete Vorrichtungen zum Belüften müssen vorhanden sein, um Korn-und Luftfeuchte sowie die Temperatur zu regeln. Diese Standards sollten bei einer Hoflagerung unbedingt erfüllt werden. Im Handel durchläuft das Getreide noch einige weitere Reinigungsstufen, bevor es im Silo landet.

Die Vorreinigung ist Standard – hier wird die die Spreu vom Weizen getrennt. Der Aspirateur reinigt durch einen Luftstrom Staub und Strohanteile aus dem Getreide. Danach wandert das Getreide über Förderschnecken und Elevatoren über verschiedene Sieblagen, bis alles ausgesiebt ist, was nicht ins Getreidesilo soll. Nur einwandfreies Getreide darf zu Mehl verarbeitet werden!

Weltweit, so die Schätzungen der FAO, betragen die Lagerverluste bis zu 30%! Die Qualitätsstandards in Deutschland und Europa sind glücklicherweise sehr hoch. Unter guten Bedingungen lagert Getreide schadlos viele Jahre – allein die europäischen Sicherheitsreserven lagern sieben Jahre!

Bildunterschrift: Getreideannahme bei der Herrnmühle in Reichelsheim. Hier lagern bis zu 700 Tonnen Getreide. Für die Reinigung und Vorbereitung der Getreidelager vor der Ernte werden jährlich mehr als 100 Arbeitsstunden benötigt. Die Herrnmühle verzichtet auf die chemische Reinigung und Begasung. Mit Handfeger, Staubsauger und Man-Power wird jede noch so kleine Ritze gereinigt.

Bericht und Fotos: Arbeitsgemeinschaft Gewässerschutz und Landwirtschaft Otzberg, www.aggl-otzberg.de