Am Donnerstag 13.  Juni öffnet die Caritas Suchtberatung in der Kalterer Straße 3A von 16:30 bis 20:00 Uhr ihre Türen. Neben der Besichtigung der Räumlichkeiten stehen die Caritasmitarbeitenden für alle Fragen zum Thema Sucht zur Verfügung. Die Veranstaltung ist eine von vielen im Rahmen der „Aktionswoche Alkohol 2024. Um 18:00 Uhr beginnt das persönliche Kammerspiel von Eddie Cornwell mit Lothar Clade mit dem Titel: „Morgen hör ich auf!“
Katharina Bischler leitet seit Februar das Suchthilfezentrum. Die 35-jährige Sozialarbeiterin hofft, dass viele Bürgerinnen und Bürger zum Tag der offenen Tür vorbeikommen und die Einrichtung kennenlernen. Es sei wichtig, dass alle wissen, wo es die Hilfe gibt, wenn sie gebraucht wird. Viele warten damit zu lange und so sterben immer noch Jahr für Jahr 40.000 Menschen bundesweit an den Folgen der Alkoholabhängigkeit.

Auch der Laienschauspieler Lothar Clade weiß, wie wichtig es ist, sich Hilfe zu holen, er war selbst betroffen und ist seit über 25 Jahren „trocken“. In seinem Theaterstück zeigt er, wie harmlos alles beginnt, doch irgendwann ist der Führerschein weg, die Ehe wird unerträglich, mit dem Job geht’s bergab. Wenn er seine Helga fragt, wo sie die Flasche mit dem Alkohol versteckt hat, gibt er Einblicke in Lebenssituationen, die jeder Alkoholiker kennt. Die Reise in den Alkoholabgrund zeigt den Gästen, dass der Ausstieg allein nicht mehr zu schaffen ist, Hilfe ist notwendig.

Hilfsangebote für Betroffene und Angehörige

„Alkoholprobleme sind der häufigste Grund, warum Betroffene die Beratungsstelle aufsuchen“, berichtet die Leiterin. Häufig sei dies aber nicht die alleinige Ursache. „Oftmals konsumieren die Menschen mehrere Substanzen gleichzeitig und leiden nicht selten auch noch an einer Depression oder einer anderen psychischen Erkrankung“, sagt Katharina Bischler. Wenn Alkohol, Medikamente, Tabak, Cannabis, illegale Drogen kritisch bis abhängig konsumiert werden oder wenn sogenannte Verhaltenssüchte das Leben erschweren, finden Betroffene und Angehörige bei der Caritas Rat und Hilfe. Neben der Hauptstelle in Heppenheim gibt es Außensprechstunden in Bensheim, Lampertheim, Viernheim, Wald–Michelbach und Mörlenbach, um eine wohnortnahe Versorgung sicherzustellen.
Welches Hilfsangebot das richtige ist, entscheide sich ganz individuell. „Bei manchen ist es der Klinikaufenthalt, für andere dagegen, die noch nicht so tief in der Sucht drin sind, ist die ambulante Rehabilitation die richtige Alternative.“ Drei ambulante Rehagruppen werden in Heppenheim angeboten, es sind die einzigen im Kreis Bergstraße.

Andere Menschen tragen wiederum ein ganzes Bündel an Problemen mit sich. Sie können im Rahmen der Eingliederungshilfe durch das „Betreute Einzelwohnen“ im häuslichen Milieu unterstützt werden. Meist sind es Menschen, die nicht zu einer dauerhaften Abstinenz fähig sind und deren Teilhabe am gesellschaftlichen Leben deutlich eingeschränkt ist.
Um Menschen besser zu erreichen, suchen die Berater*innen immer niedrigschwellige Wege, um die Kontaktaufnahme zu erleichtern. Der Tag der offenen Tür ist einer davon.

Alle Bürgerinnen und Bürger, sowie interessierte Kolleginnen und Kollegen sind herzlich dazu eingeladen!
Kontakt: Suchtberatungsstelle Heppenheim Kalterer Straße 3 a, 64646 Heppenheim Tel.: 06252 700590 E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Offene Sprechstunde: jeden Montag von 9 bis 11 Uhr, ansonsten bitte Termin vereinbaren.

Mehr zur Aktionswoche Alkohol unter: https://www.aktionswoche-alkohol.de/die-aktionswoche/

Zahlen-Daten Fakten:

Seit 1972 berät und begleitet der Caritasverband Darmstadt in Heppenheim Menschen auf dem Weg zurück in ein suchtmittelfreies Leben. Auch Menschen, die ihren Suchtmittelkonsum reduzieren möchten, ohne dauerhaft abstinent zu leben, finden hier Hilfsangebote.
2023 nutzten 281 Männer und 144 Frauen die Suchthilfeangebote in Heppenheim, eine Person ordnete sich einer anderen Geschlechtsidentität zu. Die meisten Klient*innen kamen aufgrund eines problematischen Umgangs mit Alkohol, an zweiter Stelle standen Probleme mit Cannabis. 56 Klient*innen wurden in der ambulanten Reha behandelt.