Ein Blick in überregionale Unfallstatistiken öffne den Blick auf eine unterschätzte Gefahr: Die scheinbar harmlose Landstraße koste eine große Anzahl Menschenleben. Viele Autofahrer unterschätzten bei Überlandfahrten die Risiken und seien mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit unterwegs. „Und genau eine solche Gefährdungssituation erkennen wir in der Ortsdurchfahrt von Staffel“, so die Lautertaler Grünen.

Das Risikopotential der dortigen Landstraße habe handfeste geographische Ursachen. „Insbesondere der von der Kuralpe kommende Verkehr wird durch die gerade und steil bergabführende Straße geradezu verführt, kräftig aufs Gaspedal zu drücken. Quälen sich die Fahrer westlich der Kuralpe auch noch hinter einem LKW im Schrittempo herum, entlädt sich zusätzlich noch Fahrerfrust auf der folgenden Bergabstrecke, welche direkt nach Staffel hineinführt. Die Situation in Staffel schätzen wir daher als tw. lebensgefährlich ein und wir werden auf Verkehrssicherheitsmaßnahmen drängen“, so Artan Oseku, Mitwirkender der Lautertaler Grünen.

Die Grünen beobachten die Staffelaner Verkehrssituation mit zunehmender Sorge. Hier kämen viele Fahrzeuge mit einer leider viel zu oft überhöhten Geschwindigkeit bis 90 km/h geradezu in den Ort „hineingeflogen“, so die GLL. Frank Maus berichtet von verschiedenen Gesprächen mit Ortsbürgern: „Leider verdichten sich die Hinweise immer mehr. Seit etwa zwei Jahren werden wir von Staffelanern bei verschiedenen Gelegenheiten auf die Situation angesprochen. Hierbei kristallisieren sich immer wieder zwei Gefahrenpunkte heraus, zum einen die überhöhte Geschwindigkeit des Bergabverkehrs und zum anderen die Bushaltesituation mit fehlenden Gehwegen.“

Die GLL entschied sich nun die Situation in Staffel stärker zu verfolgen und schaute sich ebenso den Zustand der Gehwege an. „Die Situation der Kinder und Älteren ist dabei ebenso alarmierend“, stellt Fraktionsmitglied Olaf Harjes fest. „Von der einzigen Bushaltestelle im unteren Dorfteil führt überhaupt kein nennenswerter Gehweg in die Wohnbebauung des oberen Dorfteils. Hier existiert ein Trampelpfad, der tw. nur wenige Zentimeter neben der Hauptstraße verläuft. Zu allem Überfluss ist dieser auch nicht nennenswert befestigt, sodass er bei Schlechtwetter auch noch zur Rutschbahn wird.“ Die Situation der Fußgänger ist nach Ansicht der GLL zudem völlig unakzeptabel, weil Busnutzer tw. auch noch zur Fahrbahnseite aussteigen müssten.

Staffel, vielen Menschen als Dorf der Pferdehöfe bekannt, kämpfe mit mindestens einer weiteren Gefahrensituation, welche unmittelbar mit der Pferdeinfrastruktur zusammenhängt, schreibt die GLL. „In einem kleinen Dorf wie Staffel ist es völlig normal, dass häufig die Hauptstraße überquert werden muss. Dies trifft auch auf viele Pferde mit ihren Reitern zu, welche die Landstraße entlang ziehen, um auf die Weiden oder zurück auf die Höfe zu gelangen. Hier kann man täglich geradezu unheimliche Situationen verfolgen, nämlich dann, wenn die oft jugendlichen Reiter mit mehreren Großpferden mühevoll die Straße überschreiten und die Autofahrer völlig unverantwortlich und desinteressiert vorbeirasen. Hier braucht es Sicherheitsmaßnahmen um Mensch und Tier zu schützen“, merkt Udo Rutkowski an, der auch in seiner Eigenschaft als heimischer Jäger die Situation vor Ort gut einschätzen kann.

Eine auf Initiative der Anwohner durchgeführte Geschwindigkeitsmessung und Verkehrszählung im Ortsteil Staffel habe dabei erschreckende Werte ergeben. 90 % der Verkehrsteilnehmer durchquerten die Ortschaft mit mehr als 60 Km/h (bei abschnittsweise erlaubten 30 Km/h) - davon sogar 6,4 % mit einer Geschwindigkeit jenseits 90 Km/h. Es gleiche fast einem Wunder, dass es bisher noch nicht zu einem schweren Unfall gekommen ist, stellt die GLL fest.