„Wir waren an der Lautertalhalle, weil wir dort gespielt haben und es doof war, dass da Müll liegt und man sich zum Beispiel an den Scherben wehtun kann. Außerdem war dort seht viel Plastikmüll. Das ist schade.“

Das berichten die beiden Pfadfinderinnen Katharina und Paula (s. auch Bilder Andrea Delp), nachdem Stammesleiter Manuel Schnee zu einer Müllsammelaktion aufgerufen hatte. Es ist bestimmt jedem von Ihnen schon einmal aufgefallen, wie viel Müll auf Parkplätzen, Wanderwegen oder einfach am Straßenrand herumliegt, den achtlose Personen einfach mitten in die Natur schmeißen. Dabei wäre es doch so einfach, seinen eigenen Müll einfach mitzunehmen und in den nächsten Mülleimer oder gleich bei sich zu Hause zu entsorgen. Leider scheint das vielen Menschen zu aufwendig, oder aber vielleicht finden sie es einfach toll, die Umwelt zu verschmutzen?

Wir können einfach nicht verstehen, wieso jemand so etwas tun sollte, aber leider erreichen uns immer wieder Berichte nicht nur über Müll in der Natur, sondern auch über sinnlose Zerstörung von Bänken, Bäumen und Laternen und Schmierereien, die einfach nicht sein müssten. Wir vom Verschönerungsverein bemühen uns, unser Dorf schön zu gestalten, aber angesichts dieser Vorkommnisse ist das ein regelrechter Kampf gegen Windmühlen.

Zum Glück sind wir nicht die einzigen, die die Natur gerne so bewahren wollen, wie sie ist. Darum hat auch der Pfadfinderstamm in Reichenbach zu einer Müllsammelchallenge aufgerufen. Alle Pfadfinder konnten sich ausgerüstet mit Mülltüten, Zangen und Handschuhen und teilweise unterstützt durch ihre Eltern auf die Suche nach Müll machen und so viel wie möglich davon einsammeln.

Entstanden war die Idee der Müllchallenge unter anderem durch die Tatsache, dass ein VVR-Mitglied, das gleichzeitig Pfadfinder-Mitarbeiterin ist, derzeit ein Freiwilliges Ökologisches Jahr auf Ameland, einer niederländischen Insel in der Nordsee, macht und von dem Müll berichtet hat, der zweimal täglich mit der Flut an den Strand gespült wird. Während ihrer Arbeit führt sie verschiedene ökologische Untersuchungen durch, zählt Pflanzen und Vogelnester bedrohter Arten, sperrt Gebiete für Touristen ab, damit die Vögel in Ruhe brüten und ihre Brut aufziehen können und hat immer eine Tüte dabei, um Müll einzusammeln. Sie findet oft Plastikmüll – Deckel von Getränkeflaschen, Tüten bzw. Reste davon, gerissene Netze, PET-Flaschen…. Plastik braucht viele Generationen, bis es verrottet ist und lässt Tiere, die es für Futter halten und fressen, elendig verhungern. Mikroplastik schwimmt im Meer, wird von den Tieren gefressen, aber nicht mehr ausgeschieden und landet am Ende vielleicht auch bei uns wieder auf dem Teller. Dieser Kreislauf beginnt bei uns, bei dem was wir in die Umwelt werfen und was über die Flüsse in die Meere gelangt. Dem sind die Kinder mit ihrer Aktion entgegengetreten.

Am Ende hat Manuel Schnee die Ergebnisse gesammelt, gewogen und die Sieger ermittelt. Insgesamt sind stolze 209,6 Kilo zusammengekommen, die über den Bauhof der Gemeinde entsorgt wurden. Hier ein Bild des beeindruckenden Ergebnisses.

Bild: Manuel Schnee

Von ihrem doch eher ungewöhnlichen Fund berichten Leon und Ricardo folgendermaßen: „Wir haben von Beedenkirchen aus für Sauberkeit gesorgt: den Felsenmeerparkplatz an den Römersteinen, die Ortsausfahrt Richtung Reichenbach, die Strasse beidseitig nach Wurzelbach und den Friedhofsparkplatz. Highlight war, als wir in der Nähe des Felsenmeeres versteckt in einer von Felssteinen geformten Höhle eine komplette Campingausrüstung hervorgezogen haben: Zelt, Bodenmatten, Heringe, Notschlafsäcke, Vesperbrett, Vesperboxen, Besteck, Essensreste, darunter 2 uralte aber ganze Eier, die nachher bestialisch gestunken haben...“

„Den Großteil des Mülls haben wir am Felsenmeer und in der Nähe des Felsenmeers entdeckt. Unsere größten Funde waren ein Autoreifen mit Felge und Kunstrasen. Der Rest besteht aus Flaschen, Metallstangen und Plastikmüll. Unter anderem haben wir auch noch eine LKW-Abdeckplane gefunden.“ Von diesen Erfahrungen erzählen Leon und Morten und es ist leider keine Seltenheit, dass gerade am Felsenmeer viel Müll herumliegt.

Um so mehr freut es uns, dass sich auch schon unsere jüngsten Gemeindemitglieder Gedanken um ihre Umwelt und ihre Heimat machen und kräftig dabei mithelfen, diese zu schützen.

Und Sie können das auch! Nehmen Sie beim nächsten Spaziergang einfach eine Tüte mit und heben Sie allen Müll auf, den Sie sehen, wie zum Beispiel Zigarettenkippen, Plastikreste, leere Flaschen… Zu Hause angekommen können Sie das in Ihrer Restmülltonne entsorgen. Für eine saubere Umwelt, vor allem für unsere Kinder. (Text: Johanna und Simone Meister, bzw. genannte Kinder)