Wasser auf die Mühlen - oder besser: Strom von den Dächern - das fordert das Umweltinstitut München e.V.
Nach dem bahnbrechenden Urteil des Bundesverfassungsgerichtes, das unser bisheriges Klimaschutzgesetz zum Teil für verfassungwidrig erklärte und Nachbesserung forderte, können jetzt die Voraussetzungen für eine sinnvolle Klimawende neu erstellt werden.

Ein Werkzeug, das jeder für die Klimawende einsetzen kann, stellt das Umweltinstitut München, eine Non-Profit-Organisation, die sich für Umweltfragen stark macht, vor: "Starten Sie einen Solarentscheid! Die Dächer in unseren Dörfern können  von Solaranlagen bedeckt werden und so sauberen Strom für einen großen Teil der Bevölkerung erzeugen."
Das Umweltinstitut hat in einem Rechtsgutachten untersuchen lassen, wie Bürgerinnen und Bürger den Ausbau der Solarenergie in Gemeinden mit direkter Demokratie voranbringen können und stellt eine fertige Abstimmungsfrage für ein Solar-Bürgerbegehren zur Verfügung.
Die Klimawende kann nicht nur von der Industrie erreicht werden, vielen global agierenden Firmen ist sie schlicht egal. Die Politik wird die Zeit vor der Bundestagswahl nutzen, um die Grünen mitten durchs Straßenbegleitgrün zu überholen, danach wird man aber nicht mehr viel hören - jedenfalls war das bisher meist so. Klimawende muß vielmehr von jedem Einzelnen betrieben werden. Was kann ich tun, was sollte ich vermeiden? Diese Frage muß sich jeder stellen, anstatt auf Politik und Wirtschaft zu warten.
Viele Dächer in den Lautertaler und Modautaler Ortschaften - private und kommunale - sind bereits mit Solarmodulen gedeckt, es ist jedoch noch viel Potential frei.
Das Umweltinstitut München hat errechnet, daß die gesetzten Pariser Klimaziele nur erreicht werden können, wenn 3-4 mal schneller ausgebaut wird als zur Zeit.
Bevor sich vor Ort eine Initiative finden kann, die ein Bürgerbegehren formuliert und auslöst, kann sich jeder Einzelne die Dächer seiner Umgebung anschauen, um eine Einschätzung zu bekommen, was machbar wäre. Das eigene Dach (es gibt auch Mietermodelle), das Nachbardach, Schuppen, Lagerhallen, Gewerbebauten können in Frage kommen.
Ausführliche Informationen erhält man beispielsweise bei der Wirtschaftsförderung Bergstraße, hier gibt es Beratungstermine zum Thema Solarenergie: https://www.wirtschaftsregion-bergstrasse.de/Energie - auch zu möglichen Förderungen.
Die allgemeinen Informationen des Umweltinstitutes München - die nicht alle 1:1 auf unsere Heimatgemeinden übertragbar sind, finden Sie hier:
www.umweltinstitut.org.
Ein bundesweit aufgestellter Klima-Bürgerrat nimmt im Juni 2021 seine Arbeit auf: 160 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger entwickeln eine Empfehlung zur Einhaltung der deutschen Klimaschutzziele. Das Umweltinstitut gehört zum Unterstützerkreis des Bürgerrates.
Die Freiheitsrechte künftiger Generationen seien bedroht, so das Bundesverfassungsgericht.
Solarenergie ist nur ein Teilbereich dessen, was möglich ist. Viele andere Möglichkeiten haben wir uns bereits selbst entzogen.
Mit dem Urteil ist ein "einfach weiter so" nicht mehr so leicht. Eine Generation (wir) darf nicht der folgenden Generation ein CO2-Budget hinterlassen, mit dem sie nicht existieren kann. Der alljährliche Termin des Erdüberlastungstages, dieses Jahr am 5. Mai, sollte endlich wieder in Richtung Herbst rutschen. Infos dazu: https://www.overshootday.org/newsroom/country-overshoot-days/


Marieta Hiller