Zwanzig Jahre WVL: zum Nutzen von Wirtschaft, Gemeinde und Verbrauchern

Eine eigene Interessenvertretung für die Lautertaler Wirtschaft wünschten sich einige Unternehmer aus den Sparten Handwerk, Handel und Dienstleistung. Aus einer Versammlung vom Februar 1994 mit gut 50 Interessierten gründete sich die Wirtschaftsvereinigung. In unserem allerersten Durchblickheft vom Mai 1995 haben wir das erste Jahr der WVL vorgestellt (Seite 4 der anhängenden PDF). Vorsitzende waren Werner Reuters, Hans Seeger, Manfred Rettig, Harald Hübner und Wolfgang Bürger. Der Durchblick wurde gleich Mitglied und kurz darauf wurde ich im Vorstand aktiv.

Bereits im September 1994 erschien die WVL-Broschüre "Durchblick", deren Namen unsere Redaktion ein Jahr später für diese Monatszeitschrift, die Sie hier in den Händen halten, übernehmen durfte.  Im Ur-Durchblick der WVL wurde "Leben, Arbeiten und Einkaufen im Lautertal" präsentiert, die Broschüre wurde in alle Haushalte verteilt. Vielen Einwohner*innen war bis dahin nicht klar, daß die meisten Produkte und Dienstleistungen direkt vor Ort erhältlich sind. Unsere Zeitschrift Durchblick verstand sich von Anfang an ebenfalls als Sprachrohr für die lokale Wirtschaftswelt und erklärt der Leserschaft immer wieder das "Was bekomme ich wo" des Lautertals (und seit 2008 auch des Modautals).

Die WVL machte sich stark für einen Gesinnungswandel vom Ortsteildenken zum Ortsmarketing, nicht nur bei den Mitgliedsbetrieben, sondern auch in der Kommunalpolitik. Zusammenarbeit aller Akteure aus Wirtschaft, Politik und Verbrauchern war das Ziel. So wurde 1995 eine Stärken-Schwächen-Analyse erstellt, die während der Lautertaler Gewerbeschau präsentiert wurde.
Als 1996 die Ciba Marienberg GmbH aus Lautern wegzog nach Lampertheim, sorgte Dr. Joachim Plenz dafür, daß sich aus dem Fabrikgelände ein lebendiges Gewerbezentrum entwickeln konnte. Dr. Plenz war für die Ciba Marienberg tätig und zugleich Vorstandsmitglied der WVL.

Doch die "Vision Lautertal" wurde bald nicht mehr von den Wirtschaftsbetrieben mitgetragen. Die Beteiligung der Mitglieder wurde immer schwächer. Spätestens 2010 wurde der Einsatz für den Vorstand, Mitglieder zu motivieren, zu hoch für eine ehrenamtliche Aktivität. "Was habe ich von der WVL?" war eine häufig gehörte Frage von Mitgliedern, die sich auf keiner der zahlreich angebotenen Veranstaltungen zeigten und an Meinungsumfragen erst teilnahmen, als Vorstandsmitglieder persönlich und direkt vorsprachen.
Schließlich gab der Vorstand im Winter 2014, nach 20 Jahren WVL, auf, und im Frühjahr 2015 löste sich die Vereinigung auf.

Marieta Hiller, im Juni 2021