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Februar 2022: Der "Knöreme Poad": wieder gangbar gemacht!

Dezember 2021: Reichenbach: Kirchturmuhr erfolgreich entfesselt

In alphabetischer Reihenfolge

historische Bergwerke der Umgebung

Die Reichenbacher Chronik des Pfarrers M. Walther

Natursteinindustrie in Reichenbach: die DESTAG

Plan für die Eisenbahnstrecke Bensheim-Lindenfels

Familienstammbäume in Beedenkirchen und Reichenbach / Stammtafel zum Namen Mink / Was bedeutet der Name Bickelhaupt?

Die Felsberghütte am Fuß des Felsenmeeres

Das Reichenbacher Gold - eine ergiebige Quarzader zog sich vom Borstein bis zum Katzenstein

Johann Wilhelm Grimm: unbekannte Grabstätte

Kalenderstreitigkeiten anno 1582

Neue Farbe für alten Kilometerstein

Verborgener Schatz in der Reichenbacher Ev. Kirche  und Kirchturmuhr erfolgreich entfesselt

"Knöreme Poad": wieder gangbar gemacht!

Kriegsende im Lautertal

Der Lampertstein im Felsenmeer: „Hier sank durch die Selbstentladung der Flinte eines Jagdgefährten getroffen entseelt zu Boden Jakob Lampert Bürgermeister zu Reichenbach gebor. am 6. April 1797 gestorben am 14. Dezember 1838."

Originelles Kunstwerk vom Milchkannenmaler

Pappenfabrik Brücher in Reichenbach  und weitere Mühlen in Reichenbach

Eine seltsame Putzzeichung an einem Reichenbacher Haus und ihre Geschichte und andere Geschichten zum Thema Wie das Wohnen in unsere Geschichte kam...

Das alte Rathaus Reichenbach an der Provinzialstraße nach Lindenfels

Neuer Infopunkt am alten römischen Werkstück

Schändungen eines Denkmals

Erinnerungen an Reichenbacher Schwimmbad

2015: Sommer in Reichenbach

2000 Jahre Steinbearbeitung im Felsberg - die Neuzeit  und Neuzeitliche Steinindustrie im Felsberg

Geschichte einer Straße: die B 47

Der Teufelsstein bei Reichenbach

Das Stauprojekt der Römer: 57 Staustufen auf der Lautern zum Transport der Riesensäule aus dem Felsenmeer...

 


 

Marieta Hiller, April 2018

Aktuelles aus Neutsch: Grenzgang am 2. April 2022, 14 Uhr - weitere Infos auf https://www.neutsch.de/

Der Grenzgang 2022 wird im Zeichen der 675-Jahrfeier stehen: an die lange Geschichte "wollen wir u.a. im Rahmen unseres Grenzgangs erinnern. Dieser wird gemäß der dann geltenden Corona-Vorschriften ablaufen." Die aktuellen Informationen dazu veröffentlicht der Ortsbeirat Neutsch auf den Seiten https://www.neutsch.de/.

Neutsch aktiv e.V. - das Programm 2022 finden Sie als Anhang! Kontakt Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

2021: Neutsch war beteiligt an der Spendenaktion für die Flutopfer für Stolberg-Zweifall. Unter dem Motto "Endlich mal wieder feiern" gab es einen gut besuchten Frühschoppen, der ca. 2.500 Euro an Spendengeldern ergab.
Ortsvorsteherin Dr. Corinne Böckstiegel teilte zudem mit: "Da aufgrund der Corona-Situation der gemeinsam von NeutschAktiv! e.V. und Ortsbeirat Neutsch geplante Seniorennachmittag Ende November ausfallen musste, sind Vorstandsmitglieder von NeutschAktiv! e.V. bei allen Senioren in Neutsch vorbeigelaufen, und haben Nikoläuse verteilt, worüber sich die Beschenkten sehr gefreut haben. * Gleiches galt für den Kinder-Nikolaus: Auch dieser konnte nicht in der üblichen Tradition mit dem Neutscher Singkreis stattfinden, weshalb der Neutscher Nikolaus dann mit geschmücktem Pferd und "Engel" Alena Pritsch von Haus zu Haus zog und den Kindern Geschenke brachte. Auch das war ein Lichtblick im dunklen Corona-Winter."

Lesen Sie auch: Windkraftanlagen Neutscher Höhe und Neutsch am 23. April 2018: Hochwasser und volle Keller

2022: 675 Jahre Neutsch seit der Ersterwähnung

Das kompakte Höhendorf feiert 2022 sein 675-jähriges Bestehen, wie einige andere Modautaler Ortsteile, deren Ersterwähnung auf die Kaufurkunde von Graf Wilhelm zu Katzenelnbogen, der am 28. Februar 1347 ein Viertel an dem Haus zu Rodenstein von Erkenger zu Rodenstein erwarb, zurückgeht. Verschneit in seiner Mulde zwischen Hundsrück, Rämster-Berg, Herrenköpfchen und Neutscher Höhe liegt die Ortschaft Neutsch:

 

Das Wahrzeichen des Dorfes: die Neutscher Birke auf dem Hundsrück. Das Foto stammt aus der Chronik von Dr. Müller aus dem Jahre 1956, Agfacolor-Aufnahme von Wilhelm E. Zinsel.

 


 

Die Neutscher Birke heute: Foto von Nils Tank

Die Chronik "Neutsch - aus seiner Geschichte" von 1956

Von Annemarie Bernhard aus der Gaststätte Lautenschläger durfte ich ein Buch ausleihen: die Chronik von Neutsch aus dem Jahre 1949 bzw. 1956: "Neutsch im Odenwald - aus seiner Geschichte"
Chronik aus dem Jahre 1949 bzw. 1956, erstellt aus Archivdokumenten von Dr. Adolf Müller 1949, herausgegeben 1956 von Wilhelm E. Zinsel. Dr. Müller ist ein Nachkomme eines der ersten acht Bürgermeister nach der Neubesiedlung: Johannes Müller. Wie es um die politische Gesinnung des Dr. Müller bestellt ist, lesen Sie hier: "Das deutsche Erbübel der Untertänigkeit"

Das Gasthaus Lautenschläger besteht seit 1882, Annemarie Bernhard ist in diesem Haus geboren, das seit 1868 als Gastwirtschaft und Landwirtschaft besteht. Frau Bernhard ist heute eine alte Frau, aber man merkt ihr an, welch ein Wirbelwind sie gewesen ist: sie fuhr ein schweres Motorrad, schrieb Artikel für das Darmstädter Echo und führte die Gastwirtschaft. Dort ist sie noch immer aktiv und unterstützt die nächste Generation, die das Gasthaus schon vor vielen Jahren übernahm. Ihr Vater hatte noch beides geführt: Landwirtschaft und Gastwirtschaft. Während Annemarie die Gaststätte bekam, erhielt ihr Bruder die Landwirtschaft. Die Geschwister ihrer Großelterngeneration waren entweder Metzger oder Lehrer, die Urgroßelterngeneration arbeitete als Metzger bei den Bauern anderer Höfe. 13 Kinder waren das, 11 Söhne und 2 Töchter. Eine heiratete nach Beedenkirchen, die andere in die Gaststätte Schmidt. So kam die Gastwirtschaft in die Familie. Die Kinder aus Annemaries Generation durften aufs Gymnasium gehen, sie nicht. "Wir haben zuhause Arbeit" - hieß es. Sie lernte Landwirtschaft und Hauswirtschaft, legte ihre Meisterprüfung ab.

Eine Anekdote erzählte Frau Bernhard: 1892 wurde Neutsch kirchlich von Neunkirchen nach Ober-Beerbach eingepfarrt. Vorher fuhren die Neutscher mit der Chaise zur Kirche in Neunkirchen. Die Bauern und die Tagelöhner besuchten nicht denselben Gottesdienst: die Knechte und Mägde gingen schon immer nach Ober-Beerbach.

Alte-Herren-Abend im Landhaus "am kleinen Wäldchen" in Neutsch am 18. Februar 1954, Foto aus der Sammlung von Annemarie Bernhard

Die Geschichte des Dorfes Neutsch - aus der alten Chronik von 1956

Neutsch liegt an einer sehr alten Handelsstraße: der Hutzelstraße, die sich von der Bergstraße bei Auerbach über Reinheim zum Main zog. Der genaue Straßenverlauf, seine historische Bedeutung und Namensgebung ist unter Heimatforschern umstritten, aber für das Dorf Neutsch ist die Straße prägend.

Während der Bauernkriege im 16. Jahrhundert wurden die Neutscher verurteilt, alle Waffen abzuliefern, da sie "uffruhrig gwest". Die Neutscher und die Klein-Bieberauer Bauern mußten außerdem versprechen, ihr Leben lang nimmer mehr zu keinem Heling (heimliche Versammlung) zu kommen noch zu gehen.

1589 heißt es im Salbuch des Amtes und der Zent Lichtenberg: "Neutz steht den Junkern von Walbron zu. In diesem Dorf hat m. gn. Fürst und Herr (der Landgraf von Hessen) die Centh und hohe Obrigkeit, Gebot und Verbot. Und gefällt m. gn. Fürsten und Herrn an Leibsbede (Geldsteuer der Leibeigenen) wie folgt:"
Je 2 Albus 2 Pfennig von Michel Klim, Cosman Klim, Conrat Ruth, Klim Hans, je 2 1/2 Albus von Niclas Minckh, Philips Oth, Cosman Delpf, Mathis Poth und Hans Hoffmann.
Diese neun Neutscher mußten außerdem ein Leibhuhn abgeben und bei ihrem Tod mußten die Erben das Besthaupt geben. Das ist das beste Stück Vieh, schon damals umgingen die Bauern dieses Gesetz, indem sie ihren Besitz bereits zu Lebzeiten an die Nachkommen schenkten. Das konnte auch schlecht für sie ausgehen, denn damit standen sie auf der Stufe des Bettlers und mußten auf die Fürsorge ihrer Kinder hoffen. "Zieh dich erst aus, wenn du schlafen gehst" ist die Redewendung, die dazu geprägt worden war.
Ferner erhob der Landgraf Tranksteuer auf inländischen und ausländischen Wein, Fron, Türkensteuer sowie den Unterhalt militärischer Unternehmungen: "das Dorf ist mit den von Branden (Brandau), Lützelbach, Klein-Bieberau, Neunkirchen, Allertshofen, Hoxhohln, Herchenrode und Webern m. gn. F. und H. ein Reiswagen mit vier guten Pferden und Geschirr sampt seiner Zugehör in Heerzögen uf ihre Kosten zu stellen schuldig, auch mit zwen Wagenknechten, die sie versolden müssen. Die Zehrung uf den Weg item Beschlag und was an Geschirr zerbricht, bezahlt m. gn. F. u. H."

1622 müssen die Neutscher mehr zahlen als zu Noch-Friedenszeiten 1589: "Verzeichnuss, was der Gemeinde zu Neutz in dem Mansfeldischen Einfall Anno 1622 durch die Pfalzgräfisch-Markgrafen/badisch und Mansfeldischen Völker vor Schaden durch Wegnehmung Viehe, Pferdt und anders zugefügt worden...": 50 Taler für 2 Pferde, 6 Taler für ein Kalb, 3 Taler für ein Schwein, 2 Taler an fahrender Hab, 40 Taler für erlittenen Feldschaden, insgesamt 101 Taler mußte Philips Kliem zahlen, die anderen Einwohner zwischen 10 (Witwe von Philip Keller) und 90 Taler. An Namen der Geschädigten werden aufgeführt: Pilips Kliem, Hans Kliem, Witwe Feyox Becken, Peter Kliem, Hans Kliem, Witwe Philip Keller, Niclaus Keller, Fritz Karst, Hans Rutz, Klosman Ruth und Niclaus Lotz. Der Gesamtschaden für Neutsch: 548 Taler, darunter 12 Pferde, vier Kühe, acht Kälber, acht Schweine. Der Gesamtschaden für das amt Lichtenberg betrug 30873 3/4 Taler.

Nach dem 30jährigen Krieg und der Pest mußten hier vom bereits aus Ernsthofen bekannten Wallbrunner Herrscherhaus Neusiedler angeworben werden, auf den einstmals zehn Huben wurden in der ausgestorbenen Ortschaft zwischen 1679 und 1711 acht Hubenhöfe neu errichtet. Nur ein einziger Einwohner hatte das mörderische 17. Jahrhundert überlebt: Niclaus (Kloss) Keller.

Acht Höfe wurden neu besiedelt: vier Familienoberhäupte namens Keller (Philipp, Johann Adam, Johann Konrad und Johann Nikolaus), außerdem Johannes Müller (Vorfahr des Chronik-Verfassers), Johann Philipp Seeger, Ludwig Schmitt und Johann Peter Pritsch. Diese acht Gehöfte sind noch heute im Lageplan des Dorfes gut erkennbar. Im Kaufbrief vom 3. Juli 1711 heißt es, daß Johann Peter Pritsch, Sohn des aus Schornsheim in Rheinhessen stammenden Küfers Johannes Pritsch, "das achte Theil an dem Dorf Neitsch... wie es ehedessen Martin Keller daselbst besessen und innegehabt... for 150 Gulden rheinisch erb- und eigenthümlich" auf jährliche Abzahlung erhielt. Er mußte jedoch ohne Verzug aus eigenen Mitteln Haus und Scheuer erbauen, und blieb doch weiter abhängig. Zwar war der Kauf des Landes preisgünstig: umgerechnet 342,- DM, mit einer Anzahlung 45,60 und jährlichen Raten von 34,20 DM. Das konnte innerhalb von neun Jahren abgezahlt sein. Aber es mußte auf ewige Zeiten Hafer, Korn, Geflügel und Bede in Höhe von jährlich 235 DM gezahlt werden. Die Herrschaft behielt sich für alle Zeiten Land und Hof als Unterpfand, falls Gült und Bede einmal nicht gezahlt würden.

Was es mit den Abgaben Gült, Bede, großer Zehnt, Blutzehnt auf sich hat, habe ich im Jahrbuch 2021 "Spinnstubb 2.0" im Beitrag zur Landwirtschaft vor 250 Jahren bis heute erläutert. Zu den Angaben in D-Mark: der Verfasser der Neutscher Chronik gibt zur Kaufkraft folgendes an: 1 Gulden war 1948/48 2,28 DM wert, für 8,5 Gulden konnte man 1711 ein Malter Korn kaufen, das 1947 19,40 DM kostete. Die Umrechnung von DM auf Euro im Jahr 2002 erfolgte in etwa 2:1, eine DM war 0,511 Euro wert, bzw. ein Euro 1,95 DM. Das Malter Korn hätte also 1947 etwa 10 Euro gekostet, heute
- wir müssen zuerst den aktuellen Preis pro Tonne = 275 Euro auf ein Malter = 100 Liter umrechnen: 1 Liter = ungefähr 750 Gramm Getreide, also wiegt ein Malter Korn ungefähr 75 Kilogramm -
und kostet heute etwa 20 Euro. Die 150 Gulden Rheinisch für den Kauf entsprechen also nach heutiger Kaufkraft (1 Gulden entspricht 2,70 Euro) 405 Euro, aber an Abgaben mußten umgerechnet jährlich ohne Ende fast 2/3 des Kaufpreises gezahlt werden!

Doch zurück zur Chronik: Die Siedler blieben also im Gegensatz zu Amerika-Auswanderern zeitlebens abhängig, obwohl auch die Neutscher Siedler Pionierwerk leisteten, wie Dr. Müller darlegt. Die Fluren waren zwei Menschenalter lang nicht mehr beackert worden, sie mußten neu roden um etwas anbauen zu können. Dabei waren dem Hochfürstlichen Landgrafen Ernst Ludwig zu Hessen seine Hirsche für die Parforcejagden wichtiger als die Not seiner Bauern.  Dr. Müller trug die Belege für diese Not zusammen aus Steuerquittungsbüchern, aus den Flurbüchern der Gemeinde, aus Briefen und Notizzetteln, und gab dem Ergebnis die intensive Form engagierter literarischer Darstellung. Man liest die Empörung mit im Absatz über eine fürstliche Fräuleinsteuer: "die Neutscher mußten also sogar für eine Prinzessin zahlen, die sie gar nichts anging".

Das Quittungsbuch der Familie Pritsch aus Neutsch aus dem Jahr 1722, Foto aus der Chronik

Landwirtschaft nach dem 30jährigen Krieg, der Pest und der folgenden Wirren

Zuvor war das gesamte Ackerland um Neutsach in drei Fluren eingeteilt: Oberfeld, Niederfeld und Gotteshäuschenflur. Jeder Bauer hatte gleichberechtigt in jeder Flur seine Äcker. Es wurde im ersten Jahr roggen, Weizen und Wintergerste angebaut, im zweiten Jahr Gerste und Hafer, im dritten Jahr blieb der Boden unbebaut und man trieb das Vieh auf die Flächen. Im Juni des darauffolgenden Jahres wurde umgebrochen (Juni = nach Karl d. Großen Brachmond) und im September nochmals, dann wurde Winterfrucht gesät. Dies ist die klassische Dreifelderwirtschaft.

Nach der Entvölkerung des Dorfes und der Wüstlegung der Äcker mußte die landgräfliche Regierung 1649 die Dreifelderwirtschaft neu einführen, da niemand mehr sie beherrschte. Vielfach wurde auch trotz Hungersnot keine Frucht angebaut sondern Tabak, den die englischen Hilfstruppen des Winterkönigs (Friedrich V. aus dem Haus Wittelsbach, Linie Pfalz-Simmern, Pfalzgraf und Kurfürst von der Pfalz 1610 bis 1623) um 1620 nach Deutschland gebracht hatten. Einige Äcker blieben auch wüst aufgrund nicht bezahlbarer Pacht oder Steuern.

Das Wenige, das in diesen Jahren angebaut wurde, ließ sich besser auf den Märkten von Frankfurt und Mainz verkaufen, so daß die Regierung der Landbevölkerung befehlen mußte, ihre Frucht zuerst den heimischen Märkten anzubieten. Die Müller streckten das Mehl, und vielerorts wurde lieber verbotenerweise Fruchtbranntwein aus der Nahrung erzeugt.

Die acht neu angesiedelten Bauern in Neutsch erhielten je ein Achtel der Dorfgemarkung. Laut dem ältesten erhaltenen Flurbuch von etwa 1700 besaß einer der Acht, Johannes Müller (1654-1721), der Vorfahr von Dr. Adolf Müller, dem Verfasser der Chronik von Neutsch, bei seinem Tod ein Haus, Schuppen, Backhaus, Scheuer, Schweinestall und Hausgarten sowie eine Gesamtfläche der Hofreite von 48 Ruten (Quadratrute nach Darmstädter Maß: 160 Ruten = 1 Morgen, bitte lesen Sie zu den Maßen Wurde die Riesensäule im Lauf der Jahrhunderte kürzer und länger, dicker und schlanker?), also 0,3 Morgen. Die dazugehörigen Feldflächen betrugen in den drei Fluren insgesamt 31,5 Morgen, dazu kamen 10 2/3 Morgen Wiese, deren keine zwei Mahden brachten (die zweite Mahd, die Grummet, entfiel. Die erste Mahd heißt Heu, die zweite Grummet von "Grünmahd"). In den Zeiten als die Äcker nicht bestellt wurden, hatte der Wald sich wieder ausgebreitet. Seit dem Mittelalter galt das Gesetz, daß ein Bauer verwaldete Äcker nur zurückgewinnen durfte, wenn zwei Ochsen mit einem Joch die jungen Stämme umdrücken konnten. Ansonsten war die Fläche verloren. Die Neusiedler machten die ehemaligen Äcker wieder urbar, und Johannes Müller wurden 34 Morgen an ungerodetem Wald zugeordnet.

Insgesamt besaß Johannes Müller bei seinem Tod 1721 also 75 Morgen Land, davon 34 Morgen Wüstenei. Dafür mußten jährlich 129,38 Gulden (1949: 295 Mark) an Abgaben gezahlt werden, außerdem pro Pferd 5 Gulden, pro Kuh 3 Gulden.

Den Mühen der Bauern stand die fürstliche Lebensweise entgegen: in Bauten und Präsentation wurden die Franzosenkönige nachgeahmt, man lebte in Prunk und Überfluß, der Jagdleidenschaft fielen oftmals die Äcker zum Opfer, bei Parforcejagden trampelten das gehetzte Wild und die Meute der Hunde, Pferde und Reiter ganze Saatfelder nieder.

Ein junger Adliger aus Preußen schrieb damals: "Die Mehrzahl der Könige und fürsten verbringt drei Viertel ihres Lebens auf der Jagd ... und doch taugt von allen Vergnügungen Jagd am wenigsten für einen Fürsten... Fürstenberuf ist es, richtig und gerecht zu denken. Fürsten sollten ihren Geist üben..." Dieser junge Mann wurde später als Alter Fritz oder Friedrich der Große bekannt.

Hinzu kam, daß den Neusiedlern weder durch die Regierung noch durch Feldmesser Unterstützung bei der sinnvollen Aufteilung der Fluren in Äcker und Wiesen gewährt wurde. So teilte man die Gewanne nach althergebrachter Sitte in unzweckmäßige Flächen auf.

Da nach den Kriegs- und Pestwirren in allen Gemeinden Neusiedler versuchten, wieder eine funktionierende Landwirtschaft aufzubauen, entstanden vielerorts Grenzstreitigkeiten. Heute noch zeugen davon Flurnamen wie Streithain, Streiterberg, Streithecken. Und immer wieder gab es Streit mit den herrschaftlichen Pächtern der landgräflichen Hofgüter, hier dem Neutscher Hof.

In einigen Gewannen konnte nur einmal in drei Jahren geerntet werden, da die Felder zwei Jahre brauchten um sich zu erholen. So z.B. im Mäusrain, im Hundsrück und weiteren Flurstücken. Man nahm daher gern Pachtland an. Oft auch zu Fantasiepreisen. Als die Neutscher das wüste Gemeine Rodt wieder urbar machten, verfügte der Landgraf, daß gut die Hälfte (10 Morgen) an den landgräflichen Erbleihhof (Neutscher Hof) abgegeben werden mußten. Auch anderweitig übervorteilte die landgräfliche Verwaltung die Bauern: eine Pacht ist entweder jährlich oder flürlich zu zahlen. Bei flürlicher Zahlweise fällt die Pacht alle drei Jahre aufgrund der Dreifelder-Brache weg. Laut Neutscher Bestandsbrief war jedoch die Pacht (6 Malter) jährlich UND flürlich zu erbringen. So mußten die Bauern 1739 274 Mark Pachtgeld schuldig bleiben, und diese Schuld wuchs. Die Neutscher Bauern mußten ihr Einkommen durch Leineweberei aufbessern.

Erst 1820, als die Hessische Verfassung in Kraft trat, war es Leibeigenen wie "freien" Bauern gestattet auszuwandern. Amerika schien allen als die große Freiheit, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten...

Die Ursachen der Verarmung der Landbevölkerung wurden in einer Zusammenstellung von 13 Standesherren unter Führung des Fürsten von Solms-Braunfels genannt: die über alle Maßen erhöhte Besteuerung des Grundvermögens habe zum Wertverlust der Grundstücke geführt, hinzu kämen indirekte Steuern wie das Salzmonopol. Die Regierung besteuerte das Salz kräftig und forderte zugleich seinen Gebrauch: für jedes Schwein sind 3 Pfund Salz einzusetzen, für jeden Menschen über 8 Jahre 14 Pfund. Die acht Neutscher Familien hatten 1821 für 466 Gulden (= 1708 Mark, 1949) Salz abzunehmen. Die Bauern müßten ihre Ernte verschleudern und den Winter über von Brot, Kartoffeln und Wasser leben. Der Ackerbau werde vernachlässigt, es werde wenig Vieh gehalten und zu knapp gefüttert, weil Heu und Stroh anderweitig verkauft werden müßten. Feldbestellung und Düngung litten darunter, so daß es von Jahr zu Jahr schlechter werde.

Pacht und Steuer waren in Form von Getreide zu entrichten und blieben so wertbeständig für den Einnehmer. Die Getreidelieferungen waren ewig, das heißt sie stiegen um einen Zinssatz von etwa 4% und konnten nicht abgelöst werden. Der Walbruner erhielt von Peter Pritsch jährlich den Gegenwert von 236 Mark in Getreide, nach 100 Jahren wäre diese Summe auf 296000 Mark angewachsen, wie Dr. Müller darlegt. Hätte Pritsch diese Rente an den Walbruner und später den Landgrafen ablösen dürfen, hätte sie ihn 5900 Mark gekostet. Dr. Müller wörtlich: "Wenn man diese Umstände berücksichtigt und bedenkt, daß v. Walbrun gar nicht Eigentümer des Geländes gewesen war, das er verkauft hatte, wird man ihm das Prädikat 'geschäftstüchtig' nicht vorenthalten können."

1811 wurde die Leibeigenschaft aufgehoben, und die Neutscher wurden von der Entrichtung der Leibeigenschaftsgefälle befreit. Aber die Frohnden blieben: Fronarbeiten machten einen großen Teil der Arbeitszeit aus.

Landgraf Ernst Ludwig verpachtete 1718/19 einem Frankfurter Geschäftsmann das alleinige Recht, mit Tabak und Tabakspfeifen zu handeln. Die Bauern durften keinen Tabak für ihren Eigengebrauch mehr anbauen, vorhandene Vorräte waren sofort abzugeben. Irdene Pfeifen wurden verboten, alle Pfeifen mußten den Stempel dieses Geschäftsmannes tragen. Das hatte die Bevölkerung aufgebracht, und nun - 100 Jahre später - trat sie in den Steuerstreik. Aber die immens angewachsenen Steuerrückstände drückten die Landbevölkerung nach wie vor. Wer konnte, wanderte aus - mit unterschiedlichem Ausgang.

Die vermeintliche Überbevölkerung sollte durch Auswanderung elegant geregelt werden, doch vielen blieb gar nichts anderes übrig, und vielerorts wurde die zu Bettelei und Armut heruntergekommene Landbevölkerung gefördert - mit maßvollem bis starkem Nachdruck - sich auf den Weg nach Bremen zu den Überseeschiffen zu machen. Aus Neutsch wanderten vier Familien aus, aus Ernsthofen 18, aus Ober- und Nieder-Beerbach 15, aus Ober-Ramstadt 58. Wer es nicht schaffte, wurde in den Städten zum Lumpenproletariat. Die Städte wuchsen, die Industrialisierung nahm zu. Die Landflucht brachte Arbeitskräftemangel auf dem Land mit sich. In Neutsch wurden die ursprünglichen acht Höfe geteilt, künstliche Düngung und Maschineneinsatz machten dies möglich. So entstanden sechzehn moderne Höfe, deren 1949 nur noch die Keller, Müller und Pritsch von den Gründern übrig waren. Müller ist als Bauernsippe ausgestorben, Keller hatte einst vier Höfe, jetzt nur noch einen, Pritsch hat heute drei Höfe. Es waren im 18. Jahrhundert die Familien Daum und Roßmann hinzugekommen, im 19. Jahrhundert die Familien Bickelhaupt, Lautenschläger, Poth, Rutz und Schuchmann.

Landwirtschaft im 20. Jahrhundert: 1. und 2. Weltkrieg

In den Kriegen erinnerten sich die hungernden Städter wieder der heimischen Landwirtschaft, als aufgrund von Blockaden Warenlieferungen ausblieben. Die Bauern, die nie vom zunehmenden Liberalismus der Märkte profitieren konnten, war gezwungen zu produzieren. "Ich muß euch doch allesamt erhalten" heißt es im Bauernlied.

Landwirtschaft in Neutsch: am Beispiel des Neutscher Hofes

Ein Blick in unsere Landschaft verrät: hier gibt es reichlich Landwirtschaft. Unbewaldete Flächen sind oft Ackerland, auch wenn sich Weideflächen immer stärker ausbreiten. Aber lebt auch ein entsprechender Anteil der Bevölkerung hier in den Ortschaften von der Landwirtschaft?
Das ist nicht der Fall, im Lautertal und Modautal gibt es zusammengenommen nur noch elf Vollerwerbslandwirte. Alle anderen Flächen werden im Nebenerwerb bewirtschaftet, man geht einer anderweitigen Vollzeitbeschäftigung nach und hat zusätzlich noch einmal genau soviel Arbeit auf dem Hof. Das sehen die wenigsten beim Spaziergang durch unsere abwechslungsreiche Landschaft.
Bio ist heute in aller Munde, aber die Umstellung von konventioneller Landwirtschaft auf biologische ist nicht mit ein paar Änderungen erledigt. Alle möchten sich Bio ernähren, doch was bedeutet das für einen Landwirt? Es gibt Betriebe, die bereits seit fast 100 Jahren ohne Kunstdünger und Pestizide arbeiten. Diese wurden gerne als "Mondscheinbauern" verspottet: man vermutete daß sie nachts ihre Äcker mit den entsprechenden Agrochemikalien versorgten. Ein solcher Landwirt, dessen Eltern bereits biologisch-dynamisch arbeiteten, ist Rainer Windirsch vom Neutscher Hof.
Seine Eltern kauften den Hof 1959 und stellten sofort auf bio-dynamische Wirtschaftsweise um, hatten diese zuvor auch auf ihrem Hof im Sudetenland angewendet. Der Neutscher Hof an der Hutzelstraße hatte damals 19 Hektar Eigentum in arrondierter Lage. 1963 übernahm der ältere Bruder Werner Windirsch den Hof mit inzwischen 48 Hektar, die von anderen Landwirten hinzugepachtet wurden, die selbst ihren Betrieb aufgegeben hatten. Heute sind Werner und Rainer Windirsch im Ruhestand, die Flächen werden weitgehend von den Nieder-Ramstädter Heimen bewirtschaftet - weiterhin in biologischer Anbauweise.
Die Geschichte des Neutscher Hofes, der bereits 1921 ans Stromnetz angeschlossen wurde und einer von elf Aussiedlerhöfen rund um Neutsch war, sowie weitere spannende Informationen zur Situation der Landwirte in unserer Region im Laufe der letzten 250 Jahre lesen Sie in meinem Jahrbuch 2021 "Spinnstubb 2.0" auf Seite 88. Der Neutscher Hof ist übrigens bereits ans Glasfasernetz angeschlossen, denn außerhalb liegende Betriebe wurden vorrangig versorgt.

Lesen Sie auch die Beiträge rund um die Landwirtschaft auf diesen Seiten!
Die Hutzelstraße finden Sie in einigen meiner Beiträge, geben Sie einfach das Suchwort "Hutzelstraße" in die Suchfunktion ein!

Die Neutscher Windräder - Wahrzeichen der Hügel um das Dorf, auch Familie Windirsch gehört zur Genossenschaft, und ganz im Sinne der Nachhaltigkeit haben die Windkraftanlagen 2021 eine TÜV-Verlängerung um 2 Jahre bekommen!

Weiterführende Links zu Neutsch:

Die Ersterwähnungsurkunde von 1347 für viele Modautaler Dörfer
Neutsch - Aktuelles und Historisches, Ortsbeirat Neutsch https://www.neutsch.de/
private Seite von Heinrich Laut, früherer Ortsvorsteher Neutsch http://www.neutsch.info/
Historisches über Neutsch: https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/13479
Präsentation Unser Dorf 2002: https://www.yumpu.com/de/document/read/60253753/prasentation-unser-dorf-neutsch-2002
Kurios: Gesellschaft zur Stärkung der Verben   https://neutsch.org

Sonst ist aber alles klar, oder?

Bei meiner Recherche zum Modautaler Ort Neutsch stieß ich auf eine kuriose Seite der "Gesellschaft zur Stärkung der Verben" - die sich weniger mit dem Dorf als vielmehr mit der deutschen Sprache befaßt. Auch wenn auf diesen Seiten vieles Nonsens ist, es ist lustig! Und natürlich hat sich die Gesellschaft den Ort Neutsch als Wallfahrtsort auserkoren. Jedes Mitglied der Gesellschaft soll einmal im Leben eine Pilgerreise nach Neutsch machen. Und so konnten die Neutscher Ortsvertreter bereits mehrfach Mitglieder der Gesellschaft begrüßen, wie ein Foto zeigt: Heinrich Laut (ehemals Ortsvorsteher), Ursula Neuber und Dr. Corinne Böckstiegel (Historischer Verein Neutsch e.V. und aktuelle Ortsvorsteherin). Die Sprachformer der GSV toben sich auf diesen Seiten aus: https://neutsch.org. Reinklicken und herzlich lachen! Hier sind ein paar Kostproben: "Beim Urknall  (13,8 Mrd. v. Chr.) stehen bereits salmte Elementarteilchen der heute gesprochenen Sprachen ent. So ist beispielsweise die Anzahl der Satzzeichen seit dem Urknall konstant, nur ihre Verwund ändert sich. Erst viel später wird sich der Mensch die Techniken der Morphemspult und -fusion zueigen machen, unter anderem zum Stärken der deutschen Sprache. Gleichzeitig innt die I. PerVertiade beg, welche 13,8 Milliarden Jahre später in der PerVers I gipfeln wird."

Zur Erklärung: was ist PerVers? "Seit 2005 treffen sich aktive Mitglieder der GSV in der Regel ein- bis zweimal jahrl auf Personalversammlungen, abgekurzen PerVers(e)n. Die Teilnehmer werden PerVerse genannen. Die Treffen sind geprogen von mulndem, blödelnd-sprachumwälzendem Austausch, kurzen Nachmittagen in und auf den Sehenswurdiken der jeweiligen Versolmmstadt, langen Abenden in urigen Gaststuben sowie der Vergabe von Titeln und Ämtern."

Also kein Grund zur Sorge, liebe Neutscher und Neutscherinnen: hier geht es schlicht um hochpotenzierten Nonsens. Viel Vergnügen beim Besuch der Seite!

Die Neutscher Chronik von 2007 anläßlich der 660 Jahrfeier - Auszüge zur Geschichte

Von Ortsvorsteherin Corinne Böckstiegel erhielt ich Festschrift, hier lesen Sie Auszüge daraus:

Im Jahr 1347 - vor 660 Jahren - wurde unser heimatliches Dorf zum ersten Mal urkundlich erwähnt. 1347 - es regierte Kaiser Karl der Vierte und es brannten die Feuer der Inquiisition - wurde das Dorf "zum Nysz" von Erkinger, Herrn zu Rodenstein an den gnädigen Herrn Grafen Wilhelm von Katzenelnbogen verkauft. Es wird beurkundet der Verkauf seines Teils am Zehnten von Neutsch zusammen mit weiteren Dörfern, wald, Wiesen und Feldern. Desgleichen wurde im gleichen Jahr beurkundet, daß Heinrich von Reckertshausen seine Frau Else mit 200 Pfund Heller "bewittumen" durfte (das bedeutet, ihr eine Altersversorgung zu gewähren). Dazu konnten auch die Einnahmen der "Vogtei Neutsch" herangezogen werden.

Selbstverständlich ist Neutsch zur Zeit der ersten urkundlichen Erwähnung nicht aus dem Nichts heraus entstanden. Unsere Heimat war bereits lange davor besiedelt. Man hat bei Frankenhausen Steinbeile gefunden, die aus der Zeit 3000 v. Chr. stammen. Auch als die Römer die Hutzelstraße vom Felsberg nach Ober-Ramstadt bauten, waren Dörfer hier beheimatet. Ab dem 8. Jahrhundert gehörte unsere Gegend zum Fronheim von Bickenbach und Seeheim.
Entgegen der bisherigen Annahme wurde Neutsch nicht vom Kloster Lorsch gegründet. In fränkischer Zeit haben Landgrafen im Auftrag des Königs das Land verwaltet. Diese könnten das Dorf gegründet haben. In deren Nachfolge traten die Herren von Crumbach.
Seit 1180 sind die Grafen von Katzenellenbogen Lehnherren für das obere Modautal, also auch für Neutsch. Ihnen folgten schließlich 1479 die Landgrafen von Hessen bzw. ab 1567 die Landgrafen von Hessen-Darmstadt.
Im Jahr, auf das unser Jubiläum Bezug nimmt - 1347 -, ging unser Dorf zum Geschlecht „derer von Katzenelnbogen“ über. Bereits um 1440 ist Neutsch ein wohlgeordnetes Dorf. Es sind 10 Hubleute (Bauernhöfe) bezeugt, man hat ein Gotteshäuschen – nach den Mauerresten sucht heute unser historischer Verein –, man hat eine Windmühle und sogar einen Schultheiß. Nach dem Hubenregister der damaligen Zeit gehörte „Nitzsch“ zum Amt Lichtenberg.
Im Laufe der Jahrhunderte ist der Ortsname Neutsch nicht unverändert geblieben. 1347 hieß der Ort Nycz, der dann zu Nyts oder Myts wurde. Bis 1488 blieb es bei Nytzs, im Zuge der Sprachentwicklung wurden daraus Neitz und Neutz bis zu unserem heutigen Neutsch.

Während des folgenden 15. und 16. Jahrhunderts – Kolumbus hatte Amerika entdeckt – war es schwierig für Bauern, sich ihren Lebensuntshalt zu erwirtschaften. „Man musste sich recht plagen“, wie bezeugt ist.
Der Bauernkrieg
1524/25 brachte weitere Not. Als die Neutscher Bauern sich gegen ihre Unterdrücker auflehnten, mussten sie alle Spieße und Schießgewehre abgeben und waren dadurch wehrlos. Nähere Einzelheiten bis in die Jahre des Dreißigjährigen Krieges sind uns heute nicht mehr bekannt.
Der Krieg von 1618 bis
1648 – ausgelöst durch den Glaubenskrieg, der mit dem Anschlag von Luthers Thesen am 31.10.1517 seinen Anfang nahm, brachte Tod und Verderben über das ganze deutsche Reich. Plündernde Banden erschlugen wahllos Männer, Frauen und Kinder, rotteten ganze Dörfer aus. Zeitgleich brach die Pest aus. Viele Menschen der Umgebung flüchteten nach Darmstadt, um in dessen Mauern an der Pest zu sterben.

Von den 18 Mio. Einwohnern in Deutschland im Jahr 1618 lebten 1640 nur noch 3 Mio. Sie mussten sich nun die Arbeit teilen, teilten sich aber auch Vermögen und Grundbesitz. 44 Jahre lang war alles wüst, die Gebäude verbrannt, Wiesen und Felder von Wald überzogen. Wer siedeln wollte, musste erst roden, Unkraut ausrotten. Zur planmäßigen Neubesiedlung im 17. Jahrhundert kam es erst zwischen 1679 und 1691. Die Grafen von Wallbrunn, denen unsere Heimat nun gehörte, zogen Siedler aus anderen Gegenden ins verwaiste Dorf Neutsch, um die Felder neu zu bestellen, Ernten einzubringen und entsprechend
Zins und Pacht zu bezahlen. Zwei Generationen lang hatten die Felder brach gelegen. Jetzt wurde wieder Ackerbau betrieben und Vieh gezüchtet. Man führte die Dreifelderwirtschaft ein – das heißt, in jedem dritten Jahr lag ein Feld brach. Jeder Neusiedler erhielt ein Achtel der Gemarkung, die durch große Ackerflächen gekennzeichnet war.
Doch noch 1654 waren die Besitze der Bauern zum Leben zu wenig. So besaß Johannes Müller bei seinem Tode lediglich 0,3 Morgen Land – nebst Haus, Hof und Scheune. Die großen Felder von Neutsch waren sehr unfruchtbar. Trotz Dreifelderwirtschaft konnte teilweise nur alle drei Jahre eine Ernte eingebracht werden. Wegen der schlechten Ernten und der Unterdrückung der Bauern durch die hohen Herren war das Leben in Neutsch tief gesunken.

Der 1679 neu angesiedelte Christoph Keller kann als Stammvater des Namens in Neutsch gelten. Im Jahre 1711 kaufte Johann Peter Pritsch von Johann Rudolf von Waldbrunn den achten Teil am Dorf Neutsch mit der Verpflichtung, Haus und Scheuer aus eignenen Mitteln zu bauen. Immerhin gab es im Jahr 1740 bereits mehr Schweine – nämlich 110 Tiere – als Einwohner, aber für die musste noch um das Recht der Waldmast gebettelt werden.

Aus ihrer Not heraus versuchten die Neutscher Bauern mit Hilfe der Wallbrunner Vogtei, den Landgrafen zu betrügen, um ihr Leben zu verbessern. Dass es ihnen nicht gelang, beweisen die Zeugnisse der Zeit.
Allmählich wird aus dieser Zeit des 18. Jahrhunderts aus alten Büchern und Urkunden schon mehr bekannt. Neutsch war wieder besiedelt. Die neuen Neutscher Bauern waren verpflichtet, Haus und Hof zu erbauen. Die Äcker mussten wieder bestellt werden. 1722 war Neutsch zusammen mit anderen Dörfern von der Familie Wallbrunn gekauft worden. Man gehörte jedoch weiter zum Amt Lichtenberg.
Der damalige Bürgermeister Johannes Müller erkaufte sich bereits 1750 seine Freiheit von der Leibeigenschaft für 18 Gulden. Den Neutschern, die als Leibeigene auch harte Fronarbeit verrichten mussten, ging es mehr schlecht als recht.
Im Jahr 1791 wurde das Land in so genannte Reißwagen aufgeteilt. Reiß- oder „Reise“-wagen waren Fuhrwerke mit Pferden, Zubehör und den dazugehörenden Landsknechten, mit denen der Vorrat transportiert wurde, wenn die Regierenden in den Krieg zogen. Neutsch gehörte zusammen mit Dörfern der Umgebung zur Brandauer Reißwagenverpflichtung. Diese Dörfer hatten auch einen gemeinsamen Schultheiß.

Mitte des 18. Jahrhunderts stöhnten die Neutscher Bauern unter den hohen Abgaben und Pachtgeldern. Da sie diese – auch aufgrund schlechter Ernten – nicht bezahlen konnten, waren sie hoch verschuldet. Ihren Lebensunterhalt mussten sie sich neben der harten Feldarbeit als Leineweber verdienen. Brot und Kartoffeln waren die einzigen Nahrungsmittel. Für Düngemittel fehlte das Geld – die Ernten wurden immer schlechter, die Schulden immer höher.
Nicht immer ging es in Neutsch ganz ehrlich zu. Auf der Höhe beim Neutscher Hof, wo früher noch eine Windmühle stand – heute stehen da die Windräder – wird berichtet, dass dort eine Bande von Falschmünzern ihr Unwesen trieb. Sie überschwemmten die Gegend mit falschen Münzen. Ihr kriminelles Treiben wurde jedoch entdeckt. Welche Strafen die Verbrecher erhielten, ist nicht überliefert.
Im 19. Jahrhundert – 1811 endlich – wurde die Leibeigenschaft aufgehoben. Die Bauern mussten zwar noch Fronarbeit leisten, konnten nun aber als eigene Herren ihren Hof betreiben. Allmählich ging es nun aufwärts. Man arbeitete hart und lebte genügsam. Dank des künstlichen Düngers, entwickelt 1840 durch Justus von Liebig, wurden bessere Ernten eingebracht, die Schulden, Pachtgelder und Zehnten konnten bezahlt werden. Die harte Arbeit wurde wieder durch guten Ertrag belohnt.
Aus den 8 Hofreiten wurden 16, die ihr Auskommen fanden. Die Namen der einstigen Bauernfamilien leben heute noch in Neutsch weiter. Keller, Daum, Lautenschläger, Schuchmann, Pritsch – später
kommt noch Poth dazu - wir alle kennen unsere Nachbarn mit diesen Namen.

Während Darwin Mitte des 19. Jahrhunderts mit seiner Evolutionstheorie die Wissenschaft revolutionierte und die Kirchenfürsten gegen sich aufbrachte, sahen die Neutscher Bauern wieder Licht am Horizont, es ging weiter aufwärts. Im Jahr 1825 zählte Neutsch 83 große und kleine Köpfe, von denen 79 lutherischen Glaubens waren. Beklagt wurde aus dieser Zeit das liederliche Treiben der Bauernburschen, die ihre Zeit im
Wirtshaus beim Kartenspielen verbrachten – sogar in der Erntezeit. Auch mit der althergebrachten Moral ist es in Neutsch nicht weit her. Auf knapp zwei ehelich geborene Kinder kam in Neutsch ein uneheliches – die höchste Zahl aus der ganzen nahen und ferneren Umgebung. Neben Getreide und Kartoffeln sowie der Waldwirtschaft wurde in Neutsch auch Vieh gezüchtet. Erstmals führte man bei Rindern die Stallfütterung ein – der erste Weg zur heutigen Rindermast. Die gut gediehenen und fetten Rinder wurden verkauft, Schweine, Schafe und Federvieh gehörten auf jeden Hof.

Wie das Schulwesen in dieser Zeit geregelt war, ist nicht überliefert. Eine allgemeine Schulpflicht bestand jedoch seit 1717. Wie seinerzeit üblich, waren so genannte Winterlehrer beschäftigt, die zur Winterszeit die Kinder unterrichteten, wenn keine Arbeit auf den Feldern anfiel. Da Neutsch zu dieser Zeit der Bürgermeisterei Frankenhausen angehörte, könnten die Kinder auch hier zur Schule gegangen sein. Fest steht jedoch, dass die meisten Einwohner zu dieser Zeit rechnen, lesen und schreiben konnten.

Gehen wir nun weiter in das 19. Jahrhundert hinein. Aus dieser Zeit sind schon bereits die ersten mündlichen Überlieferungen bekannt. Neutsch war in den vergangen 100 Jahren durch den Verkauf von Holz von einem armen Dorf zu einem relativ wohlhabenden Dorf geworden. Man hatte ertragreiche Felder und wohlgenährtes Vieh. In jedem Stall standen wertvolle Pferde, die für die Feldarbeit gebraucht wurden.
Wer seinerzeit sonntags in den Gottesdienst wollte, musste sich auf den langen Weg nach Neunkirchen machen, denn man gehörte zu diesem Kirchspiel. Schon vor seiner Gründung muss die Umgebung dem Kirchspiel Neunkirchen zugeordnet gewesen sein, mindestens aber seit dem Jahre 1200.
Im frühen Neutscher Gotteshäuschen aus dem 14. Jahrhundert war natürlich kein Pfarrer in Amt und Würden, denn die Neutscher Bauern hätten sich seinen Unterhalt gar nicht leisten können. Der Flurname „Gotteshäuschenacker“ deutet nicht auf eine Kapelle, sondern auf eine Art Helgenhaus, in dem die Bauern während der Feldarbeit ihre Gebete vor dem Kruzifix verrichten konnten.
Wer also zu Taufe, Gottesdienst oder Beerdigung ging, hatte keine andere Wahl als den beschwerlichen Weg auf die Höhe. Vor dem Rückweg stärkte man sich in den Wirtshäusern. Auch die Toten wurden in Neunkirchen begraben: Man musste die Verstorbenen auf dem Weg über Ernsthofen, Herchenrode und Brandau, dem so genannten „Totenweg“, auf den Gottesacker bringen.
Erst im Jahr
1837 erhielt Neutsch einen eigenen Friedhof, der am 30. Oktober des Jahres eingeweiht wurde, nachdem bereits am 19. Januar die erste Frau hier beerdigt worden war.


Zwischen 1840 und 1895 wurden in Neunkirchen 211 Neutscher Kinder getauft. Hinzu kommen noch die Kinder, die wegen besonderer Umstände direkt in Neutsch getauft worden waren. Bereits im Juli 1824 hatte sich der Hofbesitzer Jakob Keller als erster Neutscher nach Ober-Beerbach umgemeinden lassen.
1863 reichte schließlich die gesamte Gemeinde Neutsch ein Gesuch auf Umpfarrung ein. Aber erst seit 1898 gehört Neutsch dann zum evangelischen Kirchspiel Ober-Beerbach. Die Jugendlichen gingen bereits dort in den Konfirmandenunterricht, die Gemeindemitglieder des zu dieser Zeit «158 Seelen» zählenden Filialdorfs besuchten «ziemlich fleißig» den Gottesdienst.
Durch manche gute Heiraten, die Mitgiften einbrachten, konnten in Neutsch neue Häuser und Höfe gebaut werden.
1860 wurde das große Haus von Adam Daum gebaut, ebenso wie die damals noch kleine Gaststätte Schmidt – heute Weber – in der auch ein Wagner sein Handwerk betrieb. Es gab außerdem eine Schreinerei in Neutsch; dessen Sohn Schreinerhannes haben viele von uns noch als Gastwirt gekannt. Eine Schmiede besorgte das Beschlagen der Pferde und verrichtete die weiteren anfallenden Arbeiten. Diese Schmiede ist im Hof von Frau Anneliese Ruths heute noch erhalten.

In den kommenden Jahren wurden Höfe weiter ausgebaut und neue Häuser errichtet. Man arbeitete hart, beschäftigte Knechte und Mägde. Die Tagelöhner kamen überwiegend aus Ober-Beerbach.
Die Felder waren zwar relativ klein – erst bei der Flurbereinigung in den sechziger Jahren des folgenden Jahrhunderts wurden sie zusammengelegt – man brachte jedoch größtenteils gute Ernten ein, das Vieh gedieh und man verdiente weiterhin gutes Geld durch Waldwirtschaft. Die Knechte und Mägde, aber auch die Bauern selbst und ihre Frauen arbeiten von früh bis spät auf den Feldern oder in den Ställen. Einen freien Sonntagnachmittag gab es nicht immer. Die Familien waren groß, oft hatte man viele Kinder, die ernährt werden mussten. Selbstverständlich gingen die Kinder zu dieser Zeit bereits regelmäßig in die Schule. In den Höfen der Bauern wurden kleine Klassenzimmer eingerichtet – später dann neben dem Hof von Adam Daum. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts gingen die Kinder zur Schule nach Frankenhausen.

Bismarck gründete 1871 das Deutsche Reich. Kaiser Wilhelm (1888 bis 1918) stand zu Beginn des 20. Jahrhunderts an der Spitze des Deutschen Volkes.
Der erste Weltkrieg brachte wieder Not und Leid in unser kleines Dorf. Vier junge Männer kehrten aus dem Felde nicht mehr zurück.
Das „Dritte Reich“ brachte wenig Veränderung. Es gab Parteimitglieder, man wählte grösstenteils die NSDAP und von den Häusern oder aus den Fenstern wehte hier und da eine Hakenkreuzfahne.

"Die Schwester des Vaters hat als einzige nicht Hitler gewählt und konnte sich dann nicht mehr in Neutsch halten, ging ins Ausland." Zitat aus Neutsch

Saat und Ernte waren jedoch wichtiger.

Streifen wir nun jenen Teil unserer Geschichte, welchen die älteren Mitbürger noch miterlebt haben. 14 junge Bauernburschen zogen in den zweiten Weltkrieg an die Front. Zu den Sorgen der Eltern kam deren fehlende Arbeitskraft. Fünf fielen bis Kriegsende 1945 für die Ehre des Vaterlandes.
1948 hatte Neutsch 15 Höfe, die ertragreich bewirtschaftet wurden. Während und nach dem Krieg kamen viele Flüchtlinge nach Neutsch, sowohl aus dem Osten als auch aus dem zerstörten Darmstadt. Man musste teilen und zusammenrücken. Unser Dorf wird seitdem auch von der neu errichteten katholischen Gemeinde St. Pankratius in Ober-Modau seelsorglich betreut. Erst nach dem Wiederaufbau der Stadt verließen die Flüchtlinge wieder das Dorf, einige wenige haben hier eingeheiratet.

Aber nun wandelte sich die Arbeit der Bauern grundlegend. Traktoren ersetzten die Pferde, Knechte und Mägde wanderten wegen des besseren Verdienstes in die Stadt ab. Im Laufe der folgenden Jahre ersetzten immer mehr Maschinen die menschliche Arbeitskraft. Wir alle kennen heute die modernen Mähdrescher.

Blicken wir nun zum bisherigen Ende unserer langen Geschichte.
Die heutige Großelterngeneration hat sie noch lebhaft in Erinnerung.(Wir besitzen auch eine kleine Dokumentation über diesen Zeitraum). Neutsch löste sich von der kurzzeitigen Zuordnung zu Ober-Modau, wurde selbstständig: 1949 erhielt das Dorf einen eigenen Bürgermeister, ein Standesamt und ein Schiedsgericht. Die einklassige Schule wurde gebaut, hinzu kamen Straßen, die Kapelle und später die Friedhofshalle.

Noch in den siebziger Jahren standen in jedem Hof Milchkühe - die Zeit der nun erwachsenen Enkelkinder. Die sechzehn Höfe waren auf acht geschrumpft. Doch bald lohnte die Milchwirtschaft nicht mehr, die Ställe verwaisten. 1971 wurde die Schule geschlossen, die Kinder fahren seitdem nach Ernsthofen zur Schule. 1977 verloren wir unsere Selbstständigkeit und wurden ein Ortsteil von Modautal. Geheiratet wird jetzt in Brandau. Die Felder und Weiden werden im Nebenerwerb bearbeitet oder verpachtet. Der Reitsport hat neue Einnahmequellen für die Neutscher Bauern erschlossen.

Neutsch, wie wir es heute kennen und lieben, ist im 21. Jahrhundert kein Bauerndorf mehr, aber wir alle wohnen gerne hier, es ist uns Heimat geblieben. Das Motto der Kinder und Jugendlichen ist:
„Neutscher ist das Größte, das ein Mensch werden kann!“

Und wie sieht nun die Zukunft unseres Dorfes aus? Wir werden neue Mitbürger willkommen heißen, die großen Hofreiten gehen in die nächste Generation über. Im Jahr 2047 - bei unserem 700-jährigen Jubiläum – werden wir erneut einen Blick zurückwerfen können.

Diese Festschrift wurde vom Ortsbeirat Neutsch 2007 herausgegeben.


Die Neutscher Kapelle

Errichtet 1953/1954 durch Wilhelm Zinsel, am 19. Mai 1954 eingeweiht und 1973 an die Gemeinde Neutsch übergeben.

In den 80er Jahren wurde das Dach unter Ortsvorsteher Heinrich Pritsch saniert, 1999 unter Ortsvorsteher Karl Lautenschläger die Außenseiten renoviert.

2990 wurde die Treppenanlage neu gebaut durch die Reservistenkameradschaft Simonswolde, mit Unterstützung der Gemeinde Modautal unter Ortsvorsteher heinrich Laut, ein Jahr später wurde wiederum eine Außenrenovierung vorgenommen.

2014 fand eine Gedenkfeier zum Anlaß 60 Jahre Neutscher Kriegstotenkapelle statt.

 

Marieta Hiller, im Januar 2022

 

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Asbach   

Webern und Klein-Bieberau

Bereits zur Römerzeit verlief der Weinweg als sogenannte Hohe Straße von Weinheim nach Dieburg über die Neunkircher Höhe. Man nutzte die Höhenrücken für die Fortbewegung, da die Täler sumpfig waren. Gadernheim liegt am Weinweg mitten zwischen zwei Steilstrecken in der Graulbach und der Neunkircher Höhe. Entstanden ist der Ort nach einer Vermutung von Georg Grohrock vielleicht nur als Station am Weinweg. Grohrock brachte übrigens als Bub den Steinarbeitern im Neunkircher Wald das Essen.

Er hat mir über viele Jahre sehr Interessantes über die die alten Dorfgrenzen, Straßennamen in Gadernheim, die Wasserverteilung an den Bächen und die Altstraßen Weinweg, Reiterweg, Hutzelstraße und Hohe Straße erzählt. Der Weinweg als Hohe Straße führte links vom heutigen Weg den Berg hinauf, die Einmuldung ist noch gut zu erkennen (Hohlwegbildung).

Hier die Zusammenfassung meiner Beiträge über Gadernheim

In Gadernheims Kneipen war es schöner als in der Schweiz

Gadernheim - ein Höhendorf im Odenwald

400 Jahre Rathaus Gadernheim

Die alte Schmiede in Gadernheim

Der Gadernheimer Meilenstein

FAD- bzw. RAD-Steine im Lautertal

Sonderseiten Gadernheim 2011 zum einst geplanten Eisenbahnbau mit Bahnhof in Gadernheim,  Plan für die Eisenbahnstrecke Bensheim-Lindenfels und Die Modautalbahn: eine nicht realisierte Planung

Die Straßen in Gadernheim vor 150 Jahren, Land- und Waldnutzung mit der geometrischen Rißkarte von 1751 von Johann Wilhelm Grimm

Die Modelle von Peter Elbert

Die Bundesstraße 47 trennt und verbindet... Geschichte einer Straße

Ein direkter Weg entlang der Grenze führte einst von Gadernheim nach Allertshofen  

Vereinsring Gadernheim: Aktuelles 0921 - ein Porträt

Der schwarze Buckel: ein Acker zeugt noch heute vom einstigen Graphitabbau, siehe auch hier: Die Straßen in Gadernheim vor 150 Jahren, Land- und Waldnutzung und Der Graphitbergbau nahe Seidenbuch sowie Erzreichtum im Odenwald und historische Bergwerke der Umgebung

Die Neunkircher Höhe und der Radarturm

Einst zog der legendäre Nibelungenzug auch durch Gadernheim:

Inzwischen gibt es auch Schlecker nicht mehr...