Ein historisches Vermessungsgerüst von 1939

Vor dem Eingang des Freilichtmuseums Kommern steht dieser Nachbau eines Vermessungsgerüstes. Mittels Triangulation konnte von der Spitze des Gerüstes aus die Sichtverbindung zu benachbarten Punkten vermessen und kartiert werden. Da die Vermessungspunkte oftmals mehr als 50 Meter voneinander entfernt lagen, bestand aufgrund der Erdkrümmung keine Sichtverbindung. Daher mußten hohe Gerüste errichtet werden. Diese mußten aus Holz erbaut werden und waren nach ihrem einmaligen Zweck zu nichts mehr nutze, es sei denn man baute sie ab und verwendete das Holz anderweitig weiter.

Im Jahr 2001 erbauten Museumszimmerleute dieses Gerüst nach alten Plänen neu. Im Original hatte dieser Turm bis 1939 auf dem Lammertsberg bei Bad Münstereifel gestanden und war 1999 vom LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, Prof. Dr. Klaus Grewe, bei Recherchen zu Römerstraßen in der Nordeifel in Resten entdeckt worden.

Zwei ineinander gesetzte Turmgerüste, die komplett voneinander abgekoppelt sind, ermöglichten die Messung unabhängig von Erschütterungen und Schwankungen in hoher Meßgenauigkeit. Der Landvermesser steht auf einem Podest unterhalb des Signalgerüstes und liest mittels des unter Spannung im unteren Gerüst aufgehängten Theodoliten den Winkel zwischen den Verbindungslinien zu den nächsten Punkten ab.