Tanzt um euer Leben! Spielt Jazz - sonst komme ich ich euch holen...

New Orleans, die Stadt des Woodoo und die Wiege des Jazz: Schauplatz eines packenden Kriminalromans im Jahr 1919. Autor Ray Celestin schildert in „Höllenjazz“ eine sehr ungewöhnliche Geschichte: ein Mörder versetzt die Stadt in Angst und Schrecken, und weil er eine Axt verwendet, nennt ihn bald jeder den Axeman. Beim Opfer hinterläßt er jedesmal eine Tarotkarte. Immer schneller schlägt er zu, immer verzweifelter wird er von Detective Michael Talbot gejagt, denn es gibt da ein privates Geheimnis, von dem Talbots Leben abhängt. Dann verkündet der Killer in einem Brief an die Times Picayune, daß er ein Dämon aus der heißesten aller Höllen sei und weitere Opfer holen werde, wenn es ihm genehm sei.

Er richtet Grüße von Seiner Satanischen Majestät Franz Josef aus, der mit ihm in derselben Hölle schmort. Den nächsten Mord kündigt er an: Dienstag um 00.15 irdischer Zeit. „ich schwöre bei allen Teufeln der Unterwelt, daß jeder verschont werden soll, in dessen Haus zum oben genannten Zeitpunkt eine Jazzband spielt.“ Wer am Dienstagnacht nicht jazzt, wird die Axt zu spüren bekommen.

Dieser Brief wurde wirklich am 6. Mai 1919 an die Zeitung geschickt, den Axeman gab es tatsächlich, sechs Menschen fielen ihm zum Opfer.

Der berühmte Jazztrompeter Louis Armstrong kommt im Roman natürlich vor, dazu die Mafia, etliche fiktive Jazzmusiker, natürlich das gesamte Personal an Kriminalpolizei, Streifenpolizisten, Rechtsmedizinern und Privatdetektiven sowie ein abgesoffener Journalist vom Times Picayune, der schlagartig nüchtern wird, als er DEN Brief erhält. Höllenjazz ist der Debutroman von Ray Celestin und brachte ihm einen Award ein. Inzwischen folgte „Todesblues in Chicago“ und als Drittes ist „The Mobster’s Lament“ mit Schauplatz New York der 1940er Jahre in Arbeit. Man darf auf die deutsche Ausgabe gespannt sein, zudem bezeichnet Celestin seine Reihe als City Blues Quartett, was auf einen vierten Band hoffen läßt.

Ray Celestin, Höllenjazz in New Orleans, Piper Verlag 2018, ISBN 978-3-492-06086-8. mh

 

Eine Leseempfehlung vom Bücherblitz Ober-Ramstadt