5 Tages-Ausflug der FFW Elmshausen nach Rauris

Fünf wunderschöne Tage erlebte die Elmshäuser Feuerwehr bei ihrem diesjährigen Ausflug in den Nationalpark Hohe Tauern, untergebracht in einem familiengeführten Hotel im Rauriser Tal, es wird auch Tal der Quellen genannt. Natürlich wurde bei diesem herrlichen Wetter zur Frühstückspause die Tische auf dem Parkplatz aufgestellt und allerlei von Worscht bis Kuchen aufgebaut und die Feuerwehr hat wie immer den Wein spendiert.

Die Anfahrt führte durch das Salzachtal bis Taxenbach, von dort aus die Rauriser Höhe hinauf bis zum Zielort Rauris. Nach der Zimmerverteilung wurden alle von der Gastgeberfamilie auf der weitläufigen Gartenterrasse mit Sekt willkommen geheißen. Im angrenzenden Kräutergarten besorgte sich das Küchenpersonal die Dekoration für das Abendmenü und machten Lust auf eine regionale schmackhafte Küche. Später war noch genügend Zeit den Ort zu erkunden, vor allem die Pfarrkirche zu den Heiligen Jakob und Martin, und dem Silberaltar der unter Denkmalschutz steht. Rauris war früher eine Goldgräberstadt und bekannt als Goldenes Tal der Alpen, es wurde neben Gold, Kupfer und Kobalt auch Silber abgebaut. So lag es nahe den Altar in Silber zu gestalten. Alljährlich wird das 6 Meter lange und 1,7 Meter breite Prunkstück jeweils von Fronleichnam bis zum 15. August vor dem Hauptaltar aufgebaut. Schriftstücke zeigen, das schon 1354 die erste Kirche im romanischen Stil erbaut wurde , der fünfgeschoßige Westturm und der Chor stammen aus der Spätgotik, ansonsten wurde alles barock mit reichlich Goldverzierungen umgebaut. Nebenan auf dem Friedhof ist der Gedenkstein an die vor 25 Jahren tödlich verunglückte Skirennläuferin Ulrike Maier aus Rauris.

Die geplanten Ausflüge wurden immer vor Ort an die gegebenen Wetterverhältnisse angepasst und so wurde am nächsten Tag gleich über die bekannteste Panoramastraße Europas, die 48 Kilometer lange Großglocknerhochalpenstraße gefahren. Ein Rauriser Naturpark Ranger begleitete die Gruppe und konnte viel wissenswertes Berichten, ein Profi in Sachen Natur und Berge, ob es sich um die einzelnen Entstehungsgeschichten der Hohe Tauern handelte, um Verständnis für besondere Abläufe oder um Sagen und Bräuche. Über das Fuschertal , die Besonderheit ist hier eine ausgeprägte Mischwaldgegend schraubt sich der Bus Kehre für Kehre die Serpentinenstraße hoch zum ersten Aussichtspunkt. Dabei erklärt der Reiseführer als 1930 der erste Sprengschuss an der heutigen Mautstelle krachte waren viele Hürden zu bewältigen, bis gerade 5 Jahre später diese eröffnet wurde. Mit viel Fleiß, Ausdauer und Kraft haben damals tausende von Arbeitslose als Beschäftigungsprogramm diese Hochalpenstraße gebaut. Heute fahren wir wie selbstverständlich über diese Alpen überquerung .

Das Haus Alpine Naturschau auf 2260 Meter ist ein modernes Museum und widmet sich als weltweit einzige Ausstellung zum Thema alpine Ökologie und die Ausstellung über Bergkristalle und Rauchquarzen, sowie eine lehrreiche Murmi-Show. Im Außenbereich werden die Salzburger Berge gekonnt in Szene gesetzt. Von hier eröffnet sich an diesem Tag ein grandioser Blick auf die umliegenden Gipfel . Hier stehen mehrere wichtige Steine aus der Gegend und für das besondere Foto einen drei Meter hohen Monolithen mit Sichtspalt auf das Wiesbachhorn.

Und weitere Kehren nach oben zur Kaiser – Franz- Josefs – Höhe. Unterwegs machte der Ranger auf die Lawinenabgänge und recht viele Schneefelder für diese Zeit, bedingt durch den späten Winter, aufmerksam. So wie auch den Römerweg Richtung Heiligenblut, über dem Saumpfad, auf dem die Säumer Waren von Nord nach Süd transportiert haben, daraus entstand der Berufszweig Säumer. Selbst „Affen“ soll es hier geben, konnte der Ranger berichten: das weibliche Murmeltier ist die Katze, das männliche der Bär und das Kind……heißt Affe.

An dem wahrhaft Kaiserlichen Aussichtspunkt mit dem Blick auf den Großglockner und den auch erkennbar zurückgegangenen Gletscher Pasterze wurde Mittagsrast gehalten. Eine ypische Feuerwehr Jause, österreichischem Speck und Brot, mitgebrachte Elmshäuser Wurst und Getränke. Wer wollte konnte anschließend mit dem Ranger eine einfach Führung unternehmen mit Murmeltier füttern oder den Panoramaweg bis zur Swarovski Beobachtungswarte gehen. Der Förderer des Nationalparks ist nicht nur für wertvollen Schmuck bekannt, auch für hochpräzize optische Geräte . Von dort aus lassen sich Murmeltiere, Steinböcke und auch die Glockneralpinisten beobachten. Das die Aufgaben eines Rangers sehr vielseitig sind, konnte jetzt hautnah miterlebt werden und er wurde von den Mitwanderer dabei unterstützt. Aus einer anderen Ausflugsgruppe ist eine Person abgestürzt und musste versorgt werden bis die Bergwacht mit dem Hubschrauber kam und sie bergen konnte.

Das hatte länger gedauert und jetzt zeigte sich auch wie schnell das Wetter im Gebirge umschlägt. Das Gewitter machte die Heimfahrt nicht einfach für den Busfahrer, der souverän die Ausflügler ins Hotel zurückbrachte.

Am dritten Ausflugstag blieb der Bus am Hotel stehen. Die meisten marschierten an diesem Tag durch den Ort Richtung Hochalmbahn um auf den Familienberg zu kommen. Das Rauriser Tal ist auch bekannt für seine Greifvögel in freier Wildbahn und die Greifvogelschau auf der Hochalm. Von der riesigen Sonnenterrasse auf der Hochalm hat man einen tollen Blick auf die umliegenden Berge. Die Wanderer von uns unternahmen entweder eine geführte Tour mit dem Hotelführer oder gingen von der Alm weiter auf ihre ausgesuchte Tour.

Die anderen waren schon sehr neugierig auf die Vogelschau. Greifvögel sind groß und nicht unbedingt ungefährlich, so war auch der eine oder andere Gedanke als er bei der Vogelschau Platz genommen hatte. Und ja, Steinadler, Falke, Bussard und Eule flogen wirklich sehr nahe über die Köpfe hinweg, aber immer unter Kontrolle des Falkners ein wahrer Greifvogel Flüsterer. Die Tiere werden von ihm mit einem Stock, an dem eine Schnur mit einer Art Köderfeder hängt geführt. Die Belohnung ist anschließend tote Küken. Die Vögel sind schon in mehrere Generationen auf der Station, deshalb nicht mehr „wild“ aber trotzdem sollte man auf die Anweisungen des Falkners hören und auf seinem Platz sitzen bleiben, denn es kommt vor, das ein Tier sich während des Fluges „verirrt“ und deshalb wird dem Falke auch ein Sender verpasst. Das Federkleid der Greifvögel ist schön gezeichnet und ruhig wirkende Vögel ist einfach beeindruckend.

Ein paar Schritte entfernt liegt auch ein kleiner Bergsee mit dem Barfuß Wasserweg, eine Kombination aus Kneipp und Fußreflexzonen. Dort stehen auch reihum Holzliegen zum Entspannen und ein Floß, mit dem man sich mit eigener Muskelkraft über das Wasser ziehen kann. Während die einen wieder mit der Gondel ins Tal gleiten, laufen die anderen auf die gut beschilderte Mittelstation. Dort konnte man sich im Goldwaschen üben. Reich wird man nicht dabei, aber Spaß macht es doch.

Wer wollte konnte zum Abschluss noch zum Bauernhof mitgehen und örtliche Leckereien kaufen.

 

Eine kleine Gruppe fuhr am nächsten Tag nicht mit nach Kaprun, sondern ist unterwegs in Taxenbach ausgestiegen um über die Kitzlochklamm an der Rauriser Ache entlang, durch die Schlucht zurück zu wandern.

Vom Parkplatz aus fuhren die anderen Feuerwehrausflügler zuerst mit dem Shuttlebus , danach mit dem größten offenen Aufzug Europas weiter nach oben. Der bekannte Lärchwand Schrägaufzug ist eines der Highlights auf der Fahrt zu den Hochgebirgsstauseen, er überwindet dabei eine Höhe von 400 Meter. Während des Baus der Stauseen war dieser Aufzug die einzige Möglichkeit schwere Maschinen, Baumaterial und Lastwagen ins Hochgebirge zu bringen.

 

 

Nach dem Aufzug wird wieder umgestiegen in einen Bus, er fährt durch Natursteintunnel, entlang des Wasserfallbodens hinauf bis zur Mosertalsperre auf 2040 Meter Höhe. Die Fahrt vom Parkplatz bis hierher dauert etwa 45 Minuten.

Die Blicke auf die umliegenden Berge samt Gletscher ist eindrucksvoll, die beiden Stauseen liegen eingebettet zwischen den Dreitausender Gipfel der Alpen und die ersten Erinnerungsfotos werden gemacht. Bequem läuft man über die 107 Meter hohe, 500 Meter lange und 7 Meter breite Staumauer. Im Besucherzentrum Strom und Eis wird das Thema Wasserkraft und Energiegewinnung erklärt und die überwältigende technische Leistung anschaubar gemacht. Genauso kann man vom kleinen Gipfel aus die gesamte Anlage überblicken. Unser Nationalpark Ranger hatte am Großglockner darauf hingewiesen, dass vom Pasterzegletscher, Wasser bis zu diesem Stausee über Rohre geleitet wird.

Geplant wurde der Bau für ein Wasserkraftwerk schon 1928, bis zur Eröffnung 1955 lagen auch hier wieder Kriegsjahre dazwischen und es mußten viele Hürden genommen werden. Erst als für eine gemeinsame Sache gekämpft wurde und durch den kameradschaftlichen Zusammenhalt aller konnte dieses gewaltige Kraftwerk entstehen. Ein Denkmal mit der Inschrift: Aus Arbeit und Opfer – ein Werk! Gibt das zu verstehen.

Die Trachtenmusikkapelle Rauris stellte sich am Abend am Hotel auf und präsentierte den Zapfenstreich mit alten österreichischen Trommelruf Signalen und dem Traditionsmarsch der dann weiter durch den Ort ging. An diesem Wochenende wurde traditionell der längste Tag mit der Sonnenwendfeier hier gefeiert und später leuchteten von den Höhen einige Feuer. Bei Einbruch der Dunkelheit wurde von der Bergrettung auf dem Rauriser Hausberg zur Sommer Sonnenwende die Gratbeleuchtung mit an die 90 Höhenfeuer entzündet.

Das war ein schöner Abschluß für den diesjährigen Ausflug. Die Einzigartigkeit dieses Feuerwehrausfluges wurde dem einen oder anderen auch erst auf der Heimfahrt bewußt. Wer den Naturpark Hohe Tauern von den Tallagen zu den höchsten Gipfeln wandert, durchquert Höhenstufen, die allen Klimazonen von Mitteleuropa bis in die Antarktis entsprechen.

Im nächsten Jahr soll auf jeden Fall nach über 40 Jahre Elmshäuser Mehrtagesausflügen eine Pause eingelegt werden, dann wird man weitersehen. Heimlich wurde für den Wehrführer und ersten Vorsitzenden Ralf Kindinger gesammelt, er hatte sich viel Mühe gemacht um siebzehn Fahrten zu organisieren. Sichtlich gerührt nahm er das Geschenk an. ….jetzt heißt es nicht „Bus Bingo“ eine Unterhaltung auf der Autobahnfahrt, sondern: “Und täglich grüßt das Murmeltier!“