In der aktuellen Energiekrise fängt plötzlich alle Welt an, nach Alternativen zu Öl oder Gas zu forschen. Fossile Energien sind endlich, auch wenn die Prognose des Club of Rome von vor fünfzig Jahren nicht ganz eingetroffen ist. Die Technik hat sich weiterentwickelt, man preßt noch das letzte Tröpfchen Öl aus dem Erdreich. An den Einsatz regenerativer Energieformen wie Wind, Sonne, Wasser oder Erdwärme ging man zögerlich heran, viele gute Möglichkeiten wurden frühzeitig verhindert. Jetzt ist sozusagen das Kind in den Brunnen gefallen, und alle versuchen nachzubessern. Auf den Onlineseiten der Bundesregierung steht zu lesen:

Ist denn schon Herbst?

Der anhaltende Wassermangel und die hohen Temperaturen bedeuten einen großen Stress für Bäume. In Bad Hersfeld zum Beispiel hat es laut wetterkontor.de in den Monaten Juni bis Ende August nur ein Drittel so viel Niederschlag gegeben, wie im langjährigen Mittel. Ein Baum nimmt Wasser durch die Wurzeln und Kohlendioxyd über die Blätter auf und wandelt es mit Hilfe der Sonne in Holz um. Dabei stößt der Baum Wasserdampf und Sauerstoff durch kleine Spaltöffnungen in den Blättern wieder aus. Um nicht mehr Wasser zu verdunsten, als der ausgetrocknete Boden hergibt, verschließt der Baum an heißen Tagen seine Spaltöffnungen, eine reine Lebenserhaltungsmaßnahme. Um schließlich seine Ressourcen zu schonen, stößt der Baum seine Blätter ab. Dadurch kann er aber kein Holz mehr erzeugen, die Jahrringe bleiben schmal.

Normalerweise überlebt ein Baum einen trockenen Sommer ohne Probleme. Mehrere Jahre mit Wassermangel schwächen jedoch die Vitalität der Bäume erheblich. „Die gelegentlichen, kurzen Gewitterschauer haben so gut wie keinen Effekt auf den völlig ausgetrockneten Oberboden“ warnt Michelle Sundermann, Pressesprecherin von HessenForst. Um den Wald an die sich verändernden Klimabedingungen anzupassen, begründet HessenForst zukunftsfähige Mischwälder mit einer Vielzahl von Baumarten, die auch mit weniger Wasser zurechtkommen. Dazu zählen die Forstleute beispielsweise Eichen, Ahorne, Eschen und Linden aber auch Kiefer und Douglasie. Außerdem setzen die Forstleute auf die natürliche Anpassungsfähigkeit von Bäumen und nicht zuletzt auf die rasche Reduktion des CO2-Ausstoßes.

 

Klimastreik am Freitag 23. September

Das Klimabündnis Bergstraße ruft dazu auf, sich an dem Klimastreik der Fridays for Future am kommenden Freitag (23.) um 17 Uhr auf dem Beauner Platz in Bensheim zu beteiligen. Bei all den Krisen und damit verbundenen Sorgen gerät die zunehmende Erderhitzung leicht in den Hintergrund. Jetzt ist es wieder kühl und feucht und wir vergessen vielleicht schon wieder die große Hitze und Trockenheit, die wir hatten, oder die verheerende Flutkatastrophe in Pakistan. Solche Ereignisse werden aber bei der zunehmenden Erderhitzung immer mehr normal werden. Es ist wichtig, deutlich zu zeigen, dass dringend und auf allen Ebenen mehr getan werden muss, die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen zu stoppen. Kommen Sie zum Klimastreik!

„Klimaforum Bergstraße“ von Kreis Bergstraße und Bensheim am 24. und 25. September in Bensheim / „Wir müssen gemeinsam umdenken und gemeinsam handeln!“

Kreis Bergstraße (kb). Die Sommer in Deutschland werden immer heißer. Extreme Wetterereignisse werden häufiger. Der Grundwasserpegel sinkt immer weiter. „Wir sind mitten im Klimawandel und erleben seine Auswirkungen. Damit die Erde und auch der Kreis Bergstraße ein liebens- und vor allem auch lebenswerter Ort bleiben kann, sollten wir alle beim Klimaschutz mitmachen“, ist der Bergsträßer Landrat Christian Engelhardt überzeugt. Was genau jede und jeder Einzelne zum Klimaschutz und einem nachhaltigeren Leben beitragen kann, darüber möchte der Kreis Bergstraße seinen Bürgerinnen und Bürger am 24. und 25. September mit dem Bergsträßer Klimaforum im Bürgerhaus Bensheim informieren und damit inspirieren. „Der Klimawandel geht uns alle an! Damit wir ihm etwas entgegensetzen können, müssen wir umdenken“, betont Engelhardt. „Wir müssen gemeinsam handeln. Denn, wenn wir alle an einem Strang ziehen, wenn wir intelligent und innovativ agieren, können wir Großes bewegen.“

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Ein Leserbrief zu einer unheimlichen Begebenheit erreichte uns im August 2022, dem vierten Jahr der Hitze und Trockenheit.

"Vielleicht sollte man die Leute vor dem Spazieren im Wald warnen? Ich weiß, dass vor allem Hitzeempfindliche jetzt Schatten suchen, aber dabei könnte es endgültig dunkel werden. Die Bäume werfen freiwillig Blätter ab wegen der Trockenheit, aber der Wind holt auch dickere Teile runter. Ich habe heute erstmals zum Glück nur an den Füßen gespürt, wie ein ganzer Baum umfällt.

Immer einen (kühlen) Kopf bewahren! In den Wald gehe ich bei Wind nicht. Bei Trockenheit und im Winter spielt der Wind gerne „Knüppel auf den Sack“ mit mir. Zwar hat er mich noch nicht getroffen, aber schon die Größe der Knüppel macht Kopfweh.
Heute kam es mehr als knüppeldick. Von der Modaubrücke zwischen Hoxhohl und Brandau aus ließ sich eine Axt im Wald hören. Dort machte wohl jemand eins der Bäumchen klein, die an dem steilen Hang oberhalb vom Sägewerk Gehrisch gern auf den Wanderweg M fallen. Nach den ersten beiden Schlägen folgte eine Pause, dann zwei weitere gleich laute Schläge und ein deutlich lauterer, und dann fiel ein Riesenbaum parallel zum Hang auf den Boden. Ich staunte, dass man einen Baum so präzise fällen konnte, vielleicht sogar auf den Wanderweg zur bequemen Bearbeitung. Jedenfalls war er in eine Baumlücke gefallen oder hatte kaum Äste gehabt, sonst hätte er andere Bäume mitreißen müssen. Ich erwartete nun weitere Axtschläge, eine Motorsäge oder wenigstens Schritte im Unterholz, aber im Wald war es wieder völlig still. Rund 30 Meter wagte ich mich die Straße entlang auf den Baum zu, konnte aber keinen Menschen oder eine Bewegung sehen. Also waren die Axtschläge vielleicht die abreißenden Wurzeln des Baums gewesen? Ich werde NICHT nachschauen. Den Aufschlag habe ich auf der Brücke in vielleicht 100 m Entfernung noch gespürt."

Manfred Pohl

Hessen aktiv: Die Klima-Kommunen

Darmstadt-Dieburg – Die Klima-Kommunen sind ein Bündnis hessischer Städte, Gemeinden und Landkreise für den Klimaschutz und die Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Gemeinsames Ziel ist es, den Energieverbrauch und die Treibhausgasemissionen zu reduzieren und sich an verändernde klimatische Bedingungen anzupassen. Mit dem Bündnis wird hierfür eine zentrale Plattform geboten, die die Kommunen zusammenbringt und den Wissenstransfer fördert. Die Mitgliedskommunen werden in Fragen rund um den Klimaschutz und die Klimaanpassung aktiv beraten, haben Zugang zu unterschiedlichen Veranstaltungsangeboten sowie vielfältigen weiteren Unterstützungsleistungen.

Auftakttreffen des Bergsträßer Netzwerks Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Kreis Bergstraße (kb). „Ein nachhaltiger Lebensstil ist für alle Menschen von Vorteil. Indem wir schonend mit unseren Ressourcen umgehen und uns klimafreundlich verhalten, sorgen wir dafür, dass auch unsere Kinder und Kindeskinder noch gut leben können. Ein gesellschaftlicher Wandel hin zu einem nachhaltigeren Lebensstil durch Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist daher einer der zentralen Bausteine unseres Integrierten Klimaschutzkonzepts für den Kreis Bergstraße“, betont Landrat Christian Engelhardt im Hinblick auf das Thema BNE.

Um die verschiedenen Angebote aus diesem Bereich im Kreis Bergstraße zu verknüpfen und dadurch zu stärken, hatte das Klimaschutzmanagement des Kreises vor Kurzem verschiedene Akteure zum ersten Treffen des Bergsträßer BNE-Netzwerks in das Naturschutzzentrum Bergstraße in Bensheim eingeladen. Dort diskutierten Reiner Pfuhl und Katrin Heuer vom Klimaschutz-Team des Kreises gemeinsam mit den Bergsträßer BNE-Aktiven, wie sie die Netzwerkarbeit gemeinsam gestalten wollen und wie die noch aufzubauende Bergsträßer BNE-Plattform aussehen könnte.

Die Ziele des Bergsträßer BNE-Netzwerks standen dabei bereits vorher fest, da die Arbeitsgruppe „Bildung, Kommunikation und Soziales“ des Bergsträßer Nachhaltigkeitsbeirats, in der die meisten der anwesenden BNE-Akteure mitgewirkt hatten, diese bereits ausformuliert hatte. Diese Ziele umfassen unter anderem: Bildung für nachhaltige Entwicklung sichtbar zu machen und dabei Bürgerinnen und Bürger – insbesondere Jugendliche – abzuholen und zum Mitmachen zu animieren. Die Bildungsprojekte untereinander zu vernetzen und in einer guten Streitkultur BNE-Themen zu diskutieren gehören ebenso zu den Zielen, wie das gemeinsame Entwickeln einer BNE-Plattform und das Veranstalten von Bildungstagen. Erreichen will das BNE-Netzwerk diese Ziele durch eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit, regelmäßige Netzwerktreffen und eine strukturierte Zusammenarbeit. „Dabei sind wir vor allem auf Ihre Ideen und Ihre Mitarbeit angewiesen“, hob Katrin Heuer hervor, die beim Kreis Bergstraße für das BNE-Netzwerk zuständig ist. „Darum: Wenn Sie Ideen haben oder etwas auf die Beine stellen wollen, sprechen Sie mit Herrn Pfuhl und mir. Wir werden Sie so gut wir können unterstützen.“

Vielen Einheimischen ist nicht bewußt, daß auf unserem Hügeln ein Schutzgebiet von europäischem Rang liegt: der Felsbergwald ist Natura2000-Gebiet. Im November 2021 erfragte der Lautertaler Bauausschuß bei Revierförster Dirk Dins, welche Gebiete sich zur Umwandlung in Naturwald eignen. Für Naturwald - nur besondere Waldstücke sind geeignet, bis 2020 sollten 5% der Wälder in Deutschland umgewandelt sein, was weit verfehlt wurde - wird ein Erlös-Ausfall an die Eigner gezahlt. Hessen zahlt jährlich 3,5 Mio. H Entschädigungen an den Landesbetrieb Hessen-Forst für den Verzicht auf Holzfällungen in Naturwäldern, hinzu kommen die Entschädigungen an Privatwaldbesitzer. Dafür muß jegliche Waldnutzung stillgelegt werden.

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Angebot umfasst 94 Sorten / Erstmals Ersatzbäume bestellbar

Kreis Bergstraße (kb). Es geht wieder los! Die Abteilung „Ländlicher Raum“ des Kreises Bergstraße bietet wieder eine Sammelbestellung für hochstämmige Obstbäume an. Bereits Im vergangenen Jahr meldete die Abteilung eine erneute Rekord-Nachfrage nach Obstbäumen: 172 Personen und Firmen aus den Kreisen Bergstraße, Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau und Odenwald haben weit über 700 Bäume gekauft. Die Ausgabe erfolgte erstmals an zwei Tagen beim Gewässerverband in Lorsch und hat sich für alle Akteure als sehr gut händelbar erwiesen.

Das Ergebnis in Modautal: 86 aktiv Radelnde, darunter drei von 23 Parlamentariern, sowie 12 Teams radelten insgesamt 20549 Kilometer und vermieden damit 3 Tonnen CO2. Gabriele Raven vom Verschönerungsverein Allertshofen / Hoxhohl berichtete über die Aktion in ihrem Blog https://login.stadtradeln.de/specials/blog?L=0&sr_city_id=3163. Ihr liegt - wie vielen Radfahrbegeisterten - der Ausbau der Radwege am Herzen. Viele Menschen wagen es nicht, bei der heutigen KfZ-Verkehrssituation auf schmalen Landstraßen zu fahren, obwohl inzwischen der Abstand von 1,5 Meter zwischen überholendem Kraftfahrzeug und Radfahrer zwingend vorgeschrieben ist. Aber umgekehrt fühlen sich auch Fußgänger von Radfahrern bedroht.

Die gute Hausfrau weiß vieles: wie sie ihre Ehe mittels Kochkunst zu einer glücklichen gestalten kann, wie sie ihrem Gatten einen mit schmackhaften Speisen reichlich gedeckten Tisch präsentieren kann, ohne seinen Geldbeutel zu strapazieren. So nachzulesen im "Frankfurter Kochbuch" von 1951. Das Kochbuch beginnt nicht mit leckeren Rezepten: vielmehr erläutert es zunächst die Funktion von Herd und Backofen und das Einsparen von Heizmaterial. Natürlich wickelt heute kaum noch jemand abends Brickets in nasse Zeitung, aber einige Tipps könnten in diesem Winter wieder sehr aktuell werden.

An dieser Stelle werden wir für Sie ab dem 12. September Tipps sammeln, wie man Energie, Trinkwasser und Nerven* sparen kann.

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* Sie haben richtig gelesen: Nerven. Denn die Schlagzeilen sorgen ja in diesem Sommer tagtäglich dafür, daß wir zwischen Unruhe, Unsicherheit, Angst und Panik hin- und hergeworfen werden. Geht man die Frage des Ressourcensparens richtig an, merkt man aber daß es noch viele ungenutzte Möglichkeiten gibt, die jeder privat überdenken kann. Das Problem der nächsten Nebenkostenabrechnung wird aber viele betreffen, und es wird auch viele finanziell an ihre Grenzen oder darüber hinaus bringen. Ein Vermieter brachte es auf den Punkt: "Die Nebenkosten werden künftig höher sein als die Kaltmiete".

Der Antrag auf Aufstockung beim JobCenter wird für viele unumgänglich werden. Ein solcher Antrag ist schwer zu lesen und auszufüllen, es sind Formulare von etwa 390 Gramm Gewicht! Damit sind die meisten Menschen völlig überfordert, manch ein Rentenempfänger begnügt sich mit Lebensmitteln von der Tafel anstatt einen solchen Antrag zu stellen. Hierfür sollten sich engagierte Mitbürger*innen stark machen, die sich mit solchen Anträgen auskennen. Bei Interesse können wir dafür eine Gruppe bilden: "Unterstützung bei Formularen", bitte einfach ab 12. September per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! melden! - Marieta Hiller

Energieeffiziente Geräte sind nicht alles / Wer Strom sparen will, sollte das eigene Nutzerverhalten unter die Lupe nehmen / Tipps und Tricks für den Alltag zum Schutz des Klimas und des Kontos

Steigende Strompreise und der Klimaschutz motivieren immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher, ihren Stromverbrauch unter die Lupe zu nehmen. Gleichzeitig verbringen viele ihre Arbeitszeit immer häufiger in den eigenen vier Wänden. Das spart zwar Wegekosten, doch nicht nur PC oder Notebook laufen auf Hochtouren und verursachen höheren Stromverbrauch. Auch die Kaffeemaschine oder der Wasserkocher für den Tee zwischendurch schlagen zu Buche, ebenso wie die Beleuchtung.

Im Jahrbuch 2021 stellte ich die Frage: „Wie schwer ist das Internet - und was kostet es?“. Mein Kollege Thomas Glaser hat dazu ein umfangreiches Dossier angelegt:

Thomas Glaser: Ist das Internet ein Stromfresser?

Das Internet wächst, die Digitalisierung und Cloud-Lösungen verbreiten sich immer mehr. Dazu ist natürlich auch jede Menge elektrisch Energie notwendig und damit kommt es auch zu CO2 Ausstoß.
Wie groß ist der Energieverbrauch denn nun wirklich? Oft erwähnt wird die CO2 Menge die bei einer Google Suche anfallen, das ist zwar eine griffiges Beispiel, aber für eine realistische Einschätzung der Problematik unbrauchbar. Zum Einen ist „das Internet“ derart vielschichtig und wird für sehr viele verschiedene Funktionen und Aufgaben genutzt, und je nach Anwendung wird mehr oder weniger Energie benötigt. Zum Anderen ermöglicht die Vernetzung auch, Energie an anderer Stelle zu sparen. Home-Office und Videokonferenzen können etliche Fahrten zur Arbeit und Dienstreisen überflüssig machen. Nimmt man mit dem Notebook an einer einstündigen Videokonferenz teil, verursacht das Treibhausgasemissionen von 55 g CO₂(eq), also etwa so viel wie eine PKW-Fahrt von 260 Metern.

Die Struktur des Internets - somit auch von Clouds

Drei Bereiche - unterschiedliche Problemstellungen

1. Das Rechenzentrum (Data Center): hier stehen die Server und Datenspeicher sowie die Netzwerkkomponenten, die diese miteinander verbinden und die Verbindung zum Internet herstellen. Das sind die Kernkomponenten eines Rechenzentrums (RZ). Zum Betrieb ist Infrastruktur notwendig: da die elektronischen Komponenten Wärme abgeben ist eine Kühlung notwendig. USV-Anlagen federn Stromausfälle ab und die Administration braucht Arbeitsplätze.

2. Das Netz: das Netz das alles verbindet, ist das eigentliche Internet - die Kommunikation zwischen unterschiedlichsten Geräten. Egal welcher Hersteller, welches Betriebssystem oder wo auf der Welt das Ding steht, es kann angebunden werden. Das weltweite Netzwerk besteht aus einer Vielzahl von Komponenten und Übertragungswegen. Überseekabel verbinden Kontinente, die sogenannten Backbones bilden das Rückgrat des Netzwerks. Das sind Verbindungen und Knotenpunkte im Netz zwischen den großen Anbietern. Der Knotenbetreiber mit dem weltweit größten Datenvolumen ist die DE-CIX in Frankfurt. Die Telekommunikationsanbieter bringen dann die Anbindung per Festńetz in die Haushalte und Betriebe oder per Mobilfunk zu den Smartphones.

Grafik: Thomas Glaser

Grafik: Thomas Glaser

3. Die Nutzer und ihre Endgeräte: mit Smartphones oder Tabletts mobil ständig online und immer up-to-date sein und seine Musik streamen, das benötigt natürlich auch Energie, und zwar nicht wenig. Das lokale Netzwerk im Haushalt oder Gewerbe besteht aus Router, PCs, Internet-Radio, WLAN. Vieles davon läuft 24 Stunden am Tag und verbraucht dabei Strom.  Das Internet der Dinge (IOT), also smarte Lampen, Türen die sich per Cloud öffnen und der Kühlschrank der selbst neues Bier bestellt, all das ist im Kommen und wird Energie verbrauchen.

Die Verbräuche im Detail

In Deutschland gibt es die größte Ansammlung von großen Rechenzentren im Rhein-Main Gebiet in und um Frankfurt. Das e-shelter Rechenzentrum in Frankfurt mit seinen 65.000 m² ist größer als Apples großes Data Center in den USA mit 44.000 m². Hier wird ein eigenes 110-kV-Umspannwerks zur Stromversorgung unterhalten.
Die Zahlen von verschiedenen Studien zum weltweiten Energieverbrauch differieren stark. Schätzungen von 200 bis 1000 Milliarden KWh sind dabei zu finden. Für Deutschland liegen jedoch genauere Zahlen vor. Nach Angaben des Borderstep Instituts verbrauchten die Rechenzentren in Deutschland:  
    2016: 12,4 Mrd. kWh, (1 Mrd. kWh = 1 TWh)
    2017: 13,2 Mrd. kWh
    2018:  14 Mrd. kWh (Wachstumsschub durch Cloud-Computing)
    2020:  16 Mrd. kWh; Gesamt-Stromproduktion in Deutschland 500 TWh - die Rechenzentren sind mit über 3% davon noch ein relativ kleiner Brocken.

Die Steigerung des Verbrauchs ist ausschließlich auf die steigende Anzahl der Server und die wachsende Menge der zu verarbeitenden bzw, zu übertragenden Daten zurückzuführen. Denn die Effizienz der notwendigen Infrastruktur stieg deutlich an. Der PUE-Wert (Power usage effectiveness) gibt an wieviel Energie die Infrastruktur im Verhältnis zum Energiebedarf der Server benötigt. Diese Wert hat sich in 10 Jahren von fast 2 auf ca. 1,6 verbessert. Das bedeutet pro Watt, die ein Server für seine Arbeit benötigt, war ein Watt für Kühlung und Lüftung, USV (Notstrom) und weitere Infrastrukturen notwendig. Die Kühlung der Server, Datenspeicher und Netzwerkkomponenten hat also einen erheblichen Anteil am Energiebedarf eines Rechenzentrums, bei neuen Rechenzentren versucht man deshalb diesen Anteil zu reduzieren oder die Abwärme sinnvoll zu nutzen. Beispielsweise durch strikte Trennung von zu kühlenden Bereichen (Kaltgangeinhausung; engl. Cold Aisle Containment) vom Rest oder Warmwasserkühlung sowie Einspeisung in Fernwärmenetze. Doch trotz der Effizienzsteigerung wird der Gesamtbedarf wieder steigen und vermutlich 2025 bei 18 TWh liegen.

Was verbraucht meine Internetseite?

Der Energiebedarf für den Betrieb einer einzelnen Internetseite lässt sich nur schwer beziffern, für eine einfache Informationsseite können es zwischen 7 und 20 kWh pro Jahr sein.  Beim derzeitigen deutschen Strommix bedeutet dies einen CO2 Ausstoß von 1,4 bis 8,5 kg pro Jahr. Zum Vergleich: laut japanischen Forschern verursacht die Produktion eines Steaks 22 kg.
Das Netz als Transportweg für Daten
Das globale Netzwerk besteht aus einer Vielzahl von unterschiedlichen Komponenten, vom großen Internetknoten (der selbst ein RZ ist), bis zum Hausanschluss oder dem nächsten Mobilfunkmast. In der Summe wurden 7,1 TWh/Jahr der Telekommunikation zugerechnet, bis 2025 werden 8,6 TWh/Jahr prognostiziert. Eine Effizienzsteigerung wie sie im RZ möglich ist, kann bei verteilten Netzwerkkomponenten nicht überall erreicht werden. Trotzdem wird auch hier an Energiesparmaßnahmen gearbeitet, das liegt bei steigenden Stromkosten schon im Interesse der Provider.
Aber auch als Benutzer am Ende der Kette kann man dazu beitragen, den Verbrauch zu senken, denn je nach Übertragungsweg ist der Energiebedarf sehr unterschiedlich.
Zu Hause, unterwegs oder bei der Arbeit fast immer sind internetfähige Geräte vorhanden. Viele davon sind 24 Stunden/Tag eingeschaltet auch wenn sie nicht benutzt werden.
Trotz der enormen Wachsrum bei der Anzahl der vorhandenen Geräte ist in den letzten 10 Jahren der Stromverbrauch in diesem Bereich deutlich gesunken. Laut einer Studie sank der Energiebedarf von 28.9TWh in 2010 bis 2020 auf 15,4 TWh.
Im Rahmen der Europäischen Ökodesign-Richtlinie wurden für viele Produktgruppen Mindestanforderungen zur Energieeffizienz festgelegt. Auch in den USA und Japan gibt es ähnliche gesetzliche Vorgaben. Sparsamer mit Energie umzugehen wurde aber auch ein Verkaufsargument, denn Firmen mit vielen Geräten legten vermehrt ein Augenmerk auf den Stromverbrauch. Zum Anderen haben neue Technologien die ehemaligen Stromfresser, z.Bsp. Röhrenmonitore, abgelöst und der Trend mehr mit Smartphones und Tabletts statt mit dem PC zu arbeiten tragt dazu bei.
So sind die eingesetzten Geräte wesentlich sparsamer geworden. Wie sich der Smart-Home Trend auswirkt ist noch nicht absehbar, denn gerade diese IOT-Geräte haben alle einen Standby-Verbrauch. Die smarte Lampe verbraucht 24 Stunden am Tag Strom um darauf zu warten ein oder zweimal am Tag geschaltet zu werden, das ist energetischer Unsinn. Bedarfsgerechte Temperaturregelung kann dagegen Heizenergie sparen.

Wer im Büro oder Haushalt Energie und Kosten sparen will kann Einiges dazu tun:

  • Wenn möglich Laptops, Tabletts statt PC verwenden
  • Energiesparoptionen der Geräte einstellen und nutzen, z.Bsp WLAN im Router nachts abschalten
  • Energiesparmodus im Betriebssystem optimal einstellen
  • Schaltbare Steckdosenleisten verwenden um Monitore, Laserdrucker und andere Geräte gemeinsam aus- und wieder einzuschalten
  • Beim Kauf darauf achten, dass das Produkt sparsam ist und keinen oder nur geringen Standby-Verbrauch hat
  • Ungewollte Inhalte lassen den Zähler laufen: bei der Nutzung des Internets zur Informationsbeschaffung wird man immer mal mehrere Browserfenster bzw. Tabs im Browser offen haben. Leider ist es durchaus üblich den Nutzer ungefragt mit Videos, Musik oder automatisch ablaufenden Bildgalerien zu beglücken. Letztere scheinen momentan bei Webdesign und Werbeindustrie sehr in Mode zu sein und. Diese verbraten aber einiges an Rechenleistung, was sich auf den Stromverbrauch auswirkt. Die CPU muss arbeiten, verbraucht mehr Energie, wird warm und muss stärker gekühlt werden. Laptop Nutzer kennen das Phänomen, dass bestimmte Webseiten den Lüfter deutlich lauter werden lassen. Dagegen hilft, nicht benötigte Tabs im Browser schließen, besonders solche mit automatisch wechselnden Inhalten
  • Einen Browser mit Werbeblocker verwenden (z.B. Firefox mit „uBlock Origin“)


Fazit: der Energiebedarf von Internet und Digitalisierung wird weiter steigen. Er hat aber trotzdem noch geringen Anteil am gesamten Energiebedarf und bietet die Möglichkeit an anderen Stellen Energie einzusparen (durch Home-Office, Video-Konferenzen statt Dienstreisen, intelligentes Parkplatzmanagement, intelligente Energiemanagement...)
Der Trend zum IOT und SmartHome dagegen birgt die Gefahr, dass der Mehrverbrauch das Einsparpotential übersteigt. Es kommt darauf an was die Menschheit damit macht.
Man kann IOT-Technologie zum Komfortgewinn, zum Spaß, zur Selbstoptimierung (bzw. Selbstausbeutung) oder zur Überwachung nutzen. Man kann sie allerdings auch sinnvoll und zur Schonung natürlicher Ressourcen einsetzen.
Bei allen Betrachtungen in diesem Artikel geht es nur um den Energiebedarf der Geräte im Einsatz bzw. bei der Nutzung. Der Energie- und Ressourcenverbrauch bei Herstellung, Transport, Vertrieb und Recycling ist nochmal ein ganz anderes Thema. Ebenso sind die positiven Einspar-Effekte nicht eindeutig bezifferbar. Die Corona Pandemie hat den Einsatz der Technik befördert, es ist allerdings noch nicht absehbar ob der Trend anhält.

Quellen und weitere Informationsmöglichkeiten:

https://www.drweb.de/10-groessten-rechenzentren-deutschlands/

https://www.borderstep.de/wp-content/uploads/2021/03/Borderstep_Rechenzentren2020_20210301_final.pdf

https://strom-report.de/strom/ und https://energiestatistik.enerdata.net/ Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie Projekt-Nr. 29/14 (Entwicklung des IKT-bedingten Strombedarfs in Deutschland)

Und in den Anhängen:

Green Cloud Computing:  Lebenszyklusbasierte Datenerhebung zu Umweltwirkungen des Cloud Computing

Borderstep Institut: Klimawirkung des privaten Internet- und Medienkonsums – Exemplarisch dargestellt an sechs Modellhaushalten unterschiedlicher Lebenswelten.

Umweltbundesamt: Bilanz 2019: CO2-Emissionen pro Kilowattstunde Strom sinken weiter

Entwicklung der spezifischen Emissionen des deutschen Strommix 1990-2020 und erste Schätzungen 2021 im Vergleich zu Emissionen der Stromerzeugung

Entwicklung des IKT-bedingten Strombedarfs in Deutschland (IKT = Informations- und Kommunikationstechnik)

Umweltbundesamt: Hintergrundinformationen Klimawirkung von Videostreaming & Co.

Die grüne Cloud - Gestaltungsansätze zur ökologischen Optimierung

Deutscher Bundestag 2021: Energieverbrauch von Rechenzentren

Interessante Frage:  Was benötigt mehr Energie: Fernseh-Programm direkt anschauen oder aus der Mediathek streamen?

Eine Frage, die klar erscheint, wenn auch das Fernsehprogramm an attraktiven Inhalten immer mehr zu wünschen übrig läßt. Direkt fernsehen kostet nur einmal Energie: für den Uplink je nach Technik und Dauer geschätzt vermutlich unter 5 kWh - Emissionen pro kWh 2021: 485 g. Der Downlink, also der Weg vom Satelliten zum Endgerät, wird über Solarmodule gespeist. Beim Streamen sieht das anders aus: jeder einzelne Nutzer verursacht Kosten in unterschiedlichem Umfang, je nach Weg.

  • Stream über Glasfasernetz: 2 Gramm CO2 Treibhausgasemissionen pro Stunde
  • kabelgebunden per Breitbandanschluss 4 g CO2 /Std.
  • Mobile Zugangsnetze:  5G-Netz 5 gr, 4G-Mobilfunknetz LTE 13 gr, 3G-Netz UMTS 90 gr CO2 Emission pro Stunde

20.07.2022 Darmstadt-Dieburg:  Aufgrund der anhaltenden Trockenheit und der fehlenden Niederschläge wird ab Donnerstag, 21. Juli, die Entnahme von Wasser aus oberirdischen Gewässern (Bäche, Flüsse, Seen) im Landkreis Darmstadt-Dieburg bis auf Weiteres untersagt. Ausgenommen von dem Verbot der Wasserentnahme sind unter anderem das Tränken von Vieh sowie das Schöpfen mit Handgefäßen. Auch Gewässernutzungen, denen eine wasserrechtliche Erlaubnis, Bewilligung und alte Rechte zugrunde liegen, sind von der Allgemeinverfügung ausgenommen.