Die neue Ausgabe von Geopark Aktuell finden Sie im Anhang.

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Dezember 2022: 20 Jahre Europäischer Geopark – 20 Jahre nachhaltige regionale Entwicklung und internationale Vernetzung

Am Donnerstag, den 1. Dezember 2022, lud der Geo-Naturpark zu einem Empfang anlässlich eines ganz besonderen Jubiläums ein: 20 Jahre Europäischer Geopark. Die Feierlichkeiten fanden im Anschluss an die Mitgliederversammlung in der Nibelungenhalle in Lorsch statt. Lucia Puttrich, Hessische Staatsministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten, und Christian Engelhardt, Landrat sowie 1. Vorsitzender des UNESCO Global Geoparks, betonten die Bedeutung des Geo-Naturparks als Länder übergreifende Institution sowie für die Region Bergstraße-Odenwald. Danach wiesen Dr. Guy Martini, Präsident des UNESCO Global Geopark Council, und Dr. Roman Luckscheiter, Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission in ihren Videobotschaften auf die Bedeutung des Geo-Naturparks als Modellregion für die nachhaltige Entwicklung und die
Ziele der UNESCO hin. Dr. Marie-Luise Frey, Mitbegründerin des Europäischen GeoparkNetzwerks und Geschäftsführerin des UNESCO-Welterbes Grube Messel, hob die hohe Reputation des Geo-Naturparks auf internationaler Ebene sowie die gute und lange Zusammenarbeit der zwei UNESCO-Stätten hervor. Anschließend entführte Geo-Naturpark Geschäftsführerin Dr. Jutta Weber die Teilnehmer und Teilnehmerinnen auf eine Reise vom Europäischen Geopark zum UNESCO Global Geopark. Zum Abschluss konnten sich die Gäste an ausgewählten kulinarischen Kostproben aus der Region erfreuen.

Vom Naturpark über den Europäischen zum Globalen Geopark

Die Wurzeln des UNESCO Global Geoparks Bergstraße-Odenwald reichen in das Jahr 1960 zurück, als die Region Naturpark wurde. Rund 40 Jahre später fiel der Entschluss, den Naturpark zum Europäischen Geopark weiterzuentwickeln. Das Europäische GeoparkNetzwerk (EGN) belohnte 2002 diese Initiative und verlieh der Region die internationale Auszeichnung. Das EGN war damals gerade zwei Jahre alt und das einzige GeoparkNetzwerk auf internationaler Ebene. Ziel des EGN ist es bis heute, die nachhaltige Entwicklung geologisch wertvoller Regionen unter anderem durch naturverträglichen Tourismus zu unterstützen und Angebote zu schaffen, um Menschen das Wissen über die Geologie, Natur und Kultur der Region zu vermitteln. Das Netzwerk umfasst heute 94 europäische Geoparks in 28 Ländern.

Das EGN war Kern und Vorbild für die Gründung des Globalen Geopark-Netzwerks (GGN) im Jahr 2004, bei dem die UNESCO bereits die Schirmherrschaft übernommen hat. Dr. Jutta Weber erklärt: „Als  Gründungsmitglied hat der Geo-Naturpark hier von Anfang eine entscheidende Rolle gespielt und die internationale Ausrichtung und die Ziele der Organisation mitgestaltet. Außerdem wirken wir dadurch, dass wir jährlich an zahlreichen Konferenzen und Workshops teilnehmen und in allen Gremien vertreten sind, aktiv an der Weiterentwicklung des UNESCO-Programms mit.“ Das GGN ging 2015 im „International Geoscience & Geoparks Programme“ der UNESCO auf - seitdem trägt der Geo-Naturapark Bergstraße-Odenwald die Auszeichnung „UNESCO Global Geopark“.

Was zeichnet UNESCO Global Geoparks aus?

UNESCO Global Geoparks managen und entwickeln Natur- und Kulturräume, die Besucherinnen und Besucher zum Entdecken, Erfahren und Erleben einladen. Als Modellareale für nachhaltige Entwicklung arbeiten sie an tragfähigen Zukunftsoptionen und greifen globale gesellschaftliche Herausforderungen auf – wie die Endlichkeit natürlicher Ressourcen und den Klimawandel. Als Leitfaden dienen hier die 17  Nachhaltigkeitsziele der Globalen Agenda 2030, die 2015 von allen UN-Mitgliedsstaaten verabschiedet wurden. Nachhaltiger Tourismus, der Erhalt der biologischen Vielfalt und die Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe rücken damit in den Fokus der 177 UNESCO-Geoparks, die es heute in 46 Staaten weltweit gibt. Zugleich bauen sie im Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) Brücken zu aktuellen Themen. Um das zu erreichen, kooperieren sie mit lokalen Akteure in ihren Regionen und verfolgen dabei den „Bottom up“-Ansatz.

Der UNESCO Global Geopark Bergstraße-Odenwald, der sich über drei Bundesländer, sieben Landkreise und 102 Mitgliedskommunen erstreckt, ist ein hervorragendes Beispiel für eine Länder übergreifende Zusammenarbeit und ein lebendiges und interdisziplinäres Netzwerk. Der Geopark arbeitet seit Jahrzehnten intensiv mit anderen UNESCOProgrammen in der Region zusammen, im Besonderen mit den Welterbestätten Grube Messel und dem Kloster Lorsch. Dr. Jutta Weber ergänzt: „Wir sind stolz darauf, dass unser Gebiet seit 20 Jahren Europäischer Geopark und seit sieben Jahren Teil des UNESCOProgrammes ist. Mit seinen Aktivitäten lebt und unterstützt der Geo-Naturpark den europäischen Gedanken genauso wie die Ziele der UNESCO: Frieden schaffen, für ein Miteinander einstehen, Gemeinsamkeit leben durch Austausch und Arbeiten an innovativen Projekten, anderen Kulturen auf Augenhöhe begegnen, voneinander lernen und letztlich auch Perspektiven für die Zukunft schaffen durch den Erhalt unseres Natur- und
Lebensraums.“

Geo-Naturpark aktuell 2/2022 finden Sie im Anhang!

Geo-Naturpark aktuell: Vielfältige Projekte, tolle Kooperationen und jede Menge Naturerlebnisse für die ganze Familie: Auch das zweite Halbjahr 2022 steht im Geo-Naturpark ganz im Zeichen der Freude über das, was gemeinsam im schönen Geo-Naturpark, der seine internationale Überprüfung als UNESCO Global Geopark erneut erfolgreich bestanden hat, gestaltet werden kann. Gemeinsam mit vielen Kooperationspartnern, den Geopark-vor-Ort-Teams und den Geopark-Rangern hat der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald ein   Veranstaltungsprogramm mit mehr als 500 Einzelterminen für Groß und Klein zusammengestellt, das wieder ein tolles und vielfältiges Angebot bereithält. Mit dabei sind auch besondere Aktionen, darunter der 7. Hessische Nachhaltigkeitstag, die monatlichen RangerWanderungen, die Kinderseite mit kreativen und vielfältigen Angeboten, die internationale Fotoausstellung „Die neue Heimat mit meinen eigenen Augen entdecken“, der Erlebnistag „Rauf auf die Burgen“ oder der „Junge Waldkunstpfad“, gefolgt vom Jubiläum „20 Jahre Internationale Waldkunst“. Und auch die Auszeichnung zum Geotop des Jahres, die in diesem Jahr ebenfalls 20-jähriges Bestehen feiert, darf nicht fehlen – diesmal geht es in eine spektakuläre, menschengemachte Schlucht. Gemeinsam mit den Mitgliedskommunen wurde eine Reihe von informativen Geopunkten und attraktiven Wanderwegen mit Infotafeln, Bänken und Schutzhütten eingerichtet und die Apfelsorte „Odenwälder“ als Obstsorte des Jahres prämiert. Es wird ebenfalls berichtet über aktuelle Vorhaben der Partner, wie des Naturparks Neckartal-Odenwald, dessen Geschäftsführer Paul Siemes seinen Lieblingsplatz verrät. Auch der Odenwaldklub, der Verein Burglandschaft, die Reiss-Engelhorn-Museen, die Klima Arena oder der Verein Genial Regional, der sich der Wertschätzung heimischer Produkte verschrieben hat, sind mit dabei.

Lust auf regionale Produkte macht auch der aktuelle Rezeptvorschlag, beigesteuert vom OdenwaldGasthaus „Zum Grünen Baum“ in Michelstadt – ein Festmahl aus regionalen Zutaten!
Neben den vielen regionalen Aktivitäten ist der Geo-Naturpark auch international eingebunden in zahlreiche Vorhaben, darunter das RURITAGE-Projekt, das nun mit einer Reihe besonderer Aktionen in die Endphase geht. Mit zwei langjährigen Partnern, dem UNESCO-Welterbe Grube Messel und dem UNESCO Global Geopark Lesbos, wurden Kooperationsvereinbarungen abgeschlossen, die die Zusammenarbeit festigen werden und für ein gutes Miteinander über Grenzen hinweg stehen. Und mit der UNESCO-Literaturstadt
Heidelberg konnte ein neuer Partner gewonnen werden, mit dem sich der Geo-Naturpark zusammen mit dem Welterbe Grube Messel für die Adventszeit etwas Besonderes ausgedacht hat.

Mit einer einzigartigen Reichweite über drei Bundesländer, sieben Landkreise und 102 Kommunen hinweg bietet der Geo-Naturpark eine Fülle von Möglichkeiten, unsere schöne Natur zu erleben, neue Lieblingsorte zu finden und überraschende Perspektiven zu entdecken. Dabei ist das neue Magazin ein unverzichtbarer Begleiter – viel Spaß bei der Lektüre!
Die „Geo-Naturpark aktuell“ ist kostenfrei über die Geschäftsstelle in Lorsch (Telefon 06251/707990) sowie in den regionalen Infoeinrichtungen erhältlich. Wer sie gerne digital dabei haben möchte kann sie über www.geo-naturpark.de herunterladen.

April 2022: Geopark - neue Infotafel an der Grube „Gnadt Gottes“

Aufmerksame Radfahrer und Wanderer werden es bemerkt haben: Seit dem vergangenen Jahr hat sich Einiges am Silberberg zwischen Ober-Ramstadt und Nieder-Modau getan. Der in die Jahre gekommene Stollenausbau am Tagstollen des historischen Silberbergwerkes wurde durch eine dauerhafte Gewölbevormauerung ersetzt. Das von der Stadt Ober-Ramstadt und dem Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald finanzierte Projekt wurde mit viel Engagement ehrenamtlich durch die Arbeitsgemeinschaft Altbergbau Odenwald umgesetzt. Trotz zahlreicher Corona-Pausen konnte die Baumaßnahme im Herbst 2021 abgeschlossen werden jetzt wurde das neue Eingangsbauwerk in Anwesenheit von Bürgermeister Werner Schuchmann, der Geschäftsführerin des Geo-Naturparks Dr. Jutta Weber, Förster Klaus Seifert, Bezirksarchäologen Dr. des. Thomas Becker und Vertretern der Arbeitsgemeinschaft offiziell eingeweiht.

Der Bergbau am Silberberg blickt auf eine lange Geschichte zurück, die vermutlich bereits im Hochmittelalter ihren Anfang nahm. Urkundlich belegt ist der Betrieb des Bergwerkes unter den hessischen Landgrafen ab 1506. Mit hohen Investitionen und auf dem neuesten Stand der Bergbautechnik wurde das Bergwerk in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts mit einem damals hochmodernen Pumpensystem ausgestattet, das über die Wasserkraft der Modau angetrieben wurde.

Nach etwa einem Jahrhundert war jedoch Schluss mit dem Abbau der Blei-, Silber- und Kupfererze am Silberberg, danach verfielen auch die Aufbereitung und die Verhüttungsanlage, die ganz in der Nähe am „Schmelzacker“ standen. Neue Erkundungsarbeiten 1906 bis 1907 zeigten, dass viele Objekte der technischen Einrichtung in der Grube belassen worden waren. Wieder aufgenommen hat man den Betrieb freilich nicht, und auch eine erneute Öffnung der Stollen in den 1930er Jahren brachte nicht den gewünschten Erfolg.

Nachdem der Forst und der Ober-Ramstädter Verein für Heimatgeschichte e. V. 1997 und 1998 den Tagstollen der Grube für Fledermäuse geöffnet und mit einem Holzausbau versehen hatten, wurde es wieder ruhig um den Stollen. Zuletzt bestand nur noch die Eingangstür, deren Fledermaus-Einflugsloch durch eine Betonröhre mit dem kurzen, begehbaren Stollen verbunden war. 2011 erstellte die Arbeitsgemeinschaft Altbergbau Odenwald in Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Geo-Naturpark eine Geopunkt-Informationstafel, 2019 kam eine Wanderschutzhütte hinzu. Nach langen Überlegungen reifte der Entschluss, den Stollenrest doch wieder dauerhaft für Fledermäuse und in den Sommermonaten für Forschungszwecke zu öffnen, um das kulturhistorische Denkmal auf diese Weise zu erhalten. Unter der fachkundigen Leitung von Steinmetz Christoph Eichler entstand in arbeitsintensiven Wochenenden und Abendstunden der acht Meter lange Gewölbevorbau aus Naturstein, der den Eingang in den nächsten Jahrzehnten zugänglich halten soll. Ein besonderes Highlight ist die von ihm aus Sandstein gemeißelte Statue der Heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute. Sie wurde während der Einweihung feierlich von Diakon Wagner geweiht und soll die Mitarbeiter bei den weiteren, geplanten Forschungsarbeiten schützend beistehen. „Ein beispielgebendes Projekt, das den Erhalt unserer historischen Bergbaurelikte, die Unterstützung der biologischen Vielfalt und ehrenamtliches Engagement in bester Weise zusammenführt“, so Geo-Naturpark-Geschäftsführerin Weber, die allen beteiligten Personen und Institutionen für deren Engagement dankte und versicherte, auch künftig derartige Vorhaben von Seiten des Geo-Naturparks entsprechend zu unterstützen.

Bürgermeister Werner Schuchmann dankte der AG Altbergbau für die viele ehrenamtlich geleisteten Stunden, die notwendig waren, bis der Stollen in der jetzigen Form entstanden war und versicherte, dass die Stadt Ober-Ramstadt auch in Zukunft diese wunderbare Arbeit fördern wird. Auf die Frage, wie es nun weitergeht mit der Grube „Gnadt Gottes“ (so der historisch überlieferte Name), antwortet Jochen Babist von der Arbeitsgemeinschaft: „Vor der Hacke beziehungsweise der Kelle ist es dunkel. Wir haben vor, die Forschungsgrabungen und Dokumentationsarbeit gemeinsam mit der hessenARCHÄOLOGIE weiterzuführen und wissen tatsächlich nicht, was uns erwartet. Ein Besucherbergwerk ist zunächst einmal nicht geplant, dafür ist auch der derzeit begehbare Stollen zu kurz und nicht interessant. Wir werden aber natürlich im Außenbereich über die Arbeiten und die Ergebnisse informieren. Und im Winter bleibt die Grube weiter geschlossen für die Fledermäuse wir erhoffen uns hier übrigens durch die Forschungsgrabung, verbunden mit der Erweiterung des Winterquartiers, einen positiven Effekt.“

Bildunterschrift: Jochen Babist (Vorsitzender der AG Altbergbau Lodenwald, Mitte) sowie Dr. Jutta Weber (Geschäftsführerin Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald, 4.v.r.), Klaus Seifert (Hessen Forst, 3.v.r.) und Werner Schuchmann (Bürgermeister Ober-Ramstadt, 2.v.r.) freuen sich gemeinsam mit Mitgliedern der ehrenamtlich agierenden SG Altbergbau Odenwald und Magistratsmitgliedern der Stadt über den gelungenen Projektabschluss.

 

Geo-Naturpark aktuell 1/2022: Traditionelle Aktionen, tolle neue Formate und viele Jubiläen

Das Geo-Naturparkjahr läuft schon auf Hochtouren: die Projekte sind gesetzt, die Pläne geschmiedet, die Aktionen vorbereitet und die Veranstaltungen geplant. All dies und noch viel mehr wird in der neuen Ausgabe des Magazins „Geo-Naturpark aktuell“ auf 32 Seiten vielfältig, reich bebildert und unterhaltsam präsentiert.
Neben fast 400 Veranstaltungen in der gesamten Region, Projekten, Portraits und traditionell wiederkehrenden Aktionen wie dem Geo-Naturparktag und der Europäischen Geoparkwoche fallen diesmal neue Rubriken besonders ins Auge: So sind die Geopark-Ranger übers Jahr hinweg Monat für Monat auf Wanderschaft unterwegs im Geo-Naturpark. Zu den öffentlichen Führungen kann sich jeder auch kurzfristig anmelden und so eine Menge über so unterschiedliche Themen wie Dolinen, Kräuter, Fledermäuse, Seen und Waldbaden erfahren. Natürlich findet man sie auch wieder sonntags auf ausgewählten  Wanderparkplätzen mit Insider-Tipps für besonders schöne Touren.

Zur festen Rubrik gehören auch die Ziele der Globalen Agenda 2030 von der erlebnisreichen Bildung über den Klimaschutz bis hin zur biologischen Vielfalt. Wie diese vor Ort mit Leben gefüllt werden können ist dem Team um Geschäftsführerin Dr. Jutta Weber besonders wichtig: ...dazu gehören neue Partnerschaften wie etwa mit der Reichenbergschule in Reichelsheim genauso wie bewährte Aktionen wie die „Obstsorte des Jahres“. Auch die Sonderseite für Kids hält wieder tolle Entdeckertouren bereit von der Geo-Werkstatt am Welterbe Grube Messel bis hin zum Kinder-Kunstbauwagen im Darmstädter Wald. Und der neue Rezept-Tipp zum regionalen Genuss zeigt, wie köstlich und phantasiereich man mit hiesigen Produkten kochen kann“, so Weber, die sich über das themenreiche Angebot sichtlich freut.

Auch eine Reihe von Jubiläen kann gefeiert werden, darunter „20 Jahre Europäischer Geopark“. Sie zeigen, dass der Geo-Naturpark regional und international bestens aufgestellt ist. Kooperation und Vernetzung sind dabei die Zutaten für den gemeinsamen Erfolg. So setzt man in der Region auf bewährte Partner wie die UNESCO-Welterbestätten Grube Messel und Kloster Lorsch, den Verein Internationale Waldkunst, den Naturpark Neckartal-Odenwald, den Odenwaldklub oder auch die Geopark-vor-Ort-Teams und freut sich zugleich über neu hinzugekommene Gleichgesinnte.
Und auch international hat der Geo-Naturpark seit zwei Jahrzehnten enge Partnerschaften geknüpft, die auch gelebt werden. So ist etwa die gemeinsame Klimaausstellung mit dem UNESCO Global Geopark Lesbos noch bis zum Mai im Besucherzentrum an der Grube Messel zu sehen.

Mit einer einzigartigen Reichweite über drei Bundesländer, sieben Landkreise und 102 Kommunen hinweg bietet der Geo-Naturpark eine Fülle von Möglichkeiten, unsere schöne Natur zu erleben, neue Lieblingsorte zu finden und überraschende Perspektiven zu entdecken. Dabei ist das neue Magazin ein unverzichtbarer Begleiter viel Spaß bei der Lektüre!

Die „Geo-Naturpark aktuell“ ist kostenfrei über die Geschäftsstelle in Lorsch (Telefon 06251/707990) sowie in den regionalen Infoeinrichtungen erhältlich. Wer sie gerne digital dabei haben möchte kann sie über www.geo-naturpark.de herunterladen.

September 2021 - Neues Highlight auf Burg Lindenfels: Geopark-Informationszentrum mit Kiosk und Ausstellung

Ein ganz besonderes Gebäude zieht die Aufmerksamkeit an der Burg Lindenfels auf sich. Das kleine Fachwerkhaus, das vor Ort im Original wieder aufgebaut und mit einem modernen Kubus erweitert wurde, beherbergt bereits seit einiger Zeit ein Kiosk, das vom Lindenfelser Verein KuBuS betrieben wird, und lädt die Besucher der Burg mit erfrischenden Getränken und leckeren Snacks zum Verweilen ein.

Im Inneren wurde derweil noch weiter fleißig gewerkelt. Es ist ein Informationszentrum des Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald und der Stadt Lindenfels entstanden. Eigentümer ist die Stadt, das Gelände der Burg ist langfristig vom Land Hessen gepachtet. Die Idee, dieses Gebäude einer neuen Bestimmung zuzuführen, kam aus der Bürgerschaft, konkret von Manfred Riebel, der auch Zimmerermeister ist und Fachmann für die Sanierung von Fachwerkbauten.
Im Erdgeschoss befindet sich ein Informationsbereich mit großer Regionskarte, Infobroschüren und Wanderkartenverkauf zum Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald. Im Obergeschoss entsteht eine kleine und feine Ausstellung mit Original-Exponaten zur Geschichte der Burg, die dazu einlädt, tief in die Vergangenheit dieses besonderen Ortes einzutauchen. Dort soll die Geschichte der Burg im Kontext zum höfischen Leben und hochmittelalterlicher Dichtung präsentiert werden. Das Thema Nibelungen hält ebenfalls Einzug und findet seine Verknüpfung durch den Nibelungensteig.

Der Tourismus hat Tradition in Lindenfels. Lage und Klima sind Grundlage für die Beliebtheit des „Heilklimatischen Kurortes“ (seit 1969). Lindenfels ist eingebettet in die Landschaft des UNESCO Global Geoparks Bergstraße-Odenwald und liegt landschaftlich sehr reizvoll. Angebote für Wanderer in und rund um Lindenfels wurden in den letzten Jahren verstärkt ausgebaut. So findet man hier den örtlichen Erlebniswanderweg, Heilklima-Wanderwege und Nordic-Walking-Routen sowie den Kunstwanderweg zwischen Lindenfels und Fürth. Insbesondere verläuft auch der stark frequentierte Nibelungensteig direkt unterhalb der Burg durch Lindenfels. Zudem beherbergt die Stadt Lindenfels mit dem Variskischen Schiefer an der Bismarckwarte das Geotop des Jahres 2019.
Die Burg Lindenfels ist dabei für die Stadt und Umgebung von zentraler Bedeutung und ein beliebtes Ziel bei Touristen. In der Burg finden verschiedene überregional bekannte Veranstaltungen statt wie z.B. das Mittelalterliche Spektakulum, das traditionelle Burg- und Trachtenfest, Opern- und Operettenaufführungen, ein Kino-Open-Air. In der von Besuchern stark frequentierten Burg existierten bis 2021 jedoch keine Informations- oder Ausstellungsräumlichkeiten. Es fehlten Rastmöglichkeiten oder eine kleine Gastronomie.
Ziel der Errichtung des Infozentrums war es, eine touristische Infrastruktur und Orientierung für Besucher allgemein sowie für Wanderer des Nibelungensteiges anzubieten. Zudem sollte eine Einkehr- und Rastmöglichkeit geschaffen werden. Der Außenbereich vor dem Gebäude ist als Aufenthaltsbereich mit Sitzmöglichkeiten gestaltet. Das Haus wird aktuell von Ostern (April) bis Ende Oktober bewirtschaftet.

Am Samstag, den 18. September 2021 um 11:00 Uhr wurde das restaurierte Fachwerkhaus nun nach langer Planungszeit und Bauphase offiziell seiner Bestimmung als Informationszentrum des Geo-Naturparks und der Stadt Lindenfels übergeben.

Auf dem Bild zu sehen (v.l.n.r.): Caroline Koch (Interessengemeinschaft Odenwald), Dr. Jutta Weber (Geschäftsführerin Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald), Nicolai Knauer
(Burgenexperte), Volker Oehlenschläger (Bürgermeister Gemeinde Fürth), Dagmar Cohrs (Wirtschaftsregion Bergstraße), Michael Helbig (Bürgermeister Stadt Lindenfels)

Juni 2021:

Erlebnis Schlossberg - Planetenweg wird Geopark-Pfad: Der Planetenweg auf dem Heppenheimer Schlossberg

Seit 2004 führt der Heppenheimer „Planetenweg“ maßstabsgerecht durch das Sonnensystem von der Altstadt zur Starkenburg-Sternwarte. Nun wurde der beliebte Weg in einem großen, gemeinschaftlichen Projekt von Stadt Heppenheim, Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald und dem Verein Starkenburg-Sternwarte e.V. erneuert und aufgewertet. Als thematischer „Geopark-Pfad“ wurde er in das große Lehrpfad-Netz des Geo-Naturparks Bergstraße-Odenwald eingegliedert. Heppenheim bietet Wanderern nun mit dem „Erlebnispfad Wein & Stein“ und dem „Planetenweg“ zwei „Geopark-Pfade“.

Geopark-Pfad, Planetenwege, Sternwarte Starkenburg

Das Team der Starkenburg-Sternwarte in Aktion - Foto Sternwarte St.


Der Startpunkt des neuen „Geopark-Pfades Planetenweg“ ist an der Tourist Information (Friedrichstraße 21). Im Schaufenster zur Zwerchgasse ist die erste Schautafel mit Informationen zur Wegeführung und dem Zwergplaneten Pluto zu sehen. Darauf heißt es: „Auf einer Länge von ca. zwei Kilometern finden Sie in maßstabsgetreuen Abstand Tafeln mit Beschreibungen der Himmelskörper in unserem Sonnensystem“. Jedes Schild zeigt in Richtung des jeweilig nächsten der insgesamt 13 Schilder, auf denen Wissenswertes zu den Planeten, den Kometen und auch dem Kleinplaneten „(14080) Heppenheim“ zu erfahren ist. Natürlich zeitgemäß zweisprachig in Deutsch und Englisch. Auch zur Milchstraße gibt es eine Schautafel, so lässt sich einordnen, wo unser Sonnensystem sich befindet. Der Weg führt durch die Fußgängerzone und über den Starkenburgweg zum Kanonenweg. Immer mit Blick auf Heppenheim und seine historische Altstadt geht es weiter durch die Weinlage Schlossberg bis hin zur Schautafel der Sonne an der Starkenburg-Sternwarte. Von hier ist es nur noch ein Katzensprung bis zum Wanderparkplatz des Geo-Naturparks mit Picknickfläche und kleinem Waldspielplatz oder zur Starkenburg mit Einkehrmöglichkeit in der Burgschänke. Der Planetenweg ist mit einer einfachen Wegstrecke von ca. 45 Minuten Gehzeit auch für Familien geeignet und kinderwagentauglich.

Das Projekt ist noch nicht abgeschlossen. Eine Broschüre ist in Arbeit und ein Quiz, das auf dem Weg ausgefüllt werden kann, ist geplant. Die große Eröffnung wird deshalb erst im September stattfinden, aber die Schilder stehen bereits. Das Sonnensystem kann also ab sofort wieder erwandert werden. „Der Planetenweg ist ideal für einen Familienausflug in der aktuellen Zeit. Er kombiniert Lernen mit Naturerlebnis“, ist sich Bürgermeister Rainer Burelbach sicher. „Wir haben in den letzten Jahren kontinuierlich in die Freizeit-Infrastruktur am flurbereinigten Schlossberg investiert“, berichtet der Rathauschef weiter. „Geopunkt-Tafeln unter anderem zum Weinbau, der Geologie und der Sagenwelt der Starkenburg wurden durch eine Picknick- und Spielfläche am Wanderparkplatz ergänzt. Der neue „Geopark-Pfad Planetenweg“ ist das i-Tüpfelchen unseres Projekts Erlebnis Schlossberg.“ Und Dr. Jutta Weber, Geschäftsführerin des Geo-Naturparks, freut sich über die zukunftsweisende Zusammenarbeit mit der Stadt Heppenheim, die Bewohnern und Besuchern gleichermaßen zugutekommt und ergänzt, „dass wir neben der - wie wir alle hoffen - großen Eröffnung des Planetenweges im Herbst mit den Verantwortlichen vor Ort bereits in Gesprächen zu weiteren Vorhaben im kommenden Jahr sind“.

Dr. Jürgen Volpp, Vorstand Starkenburg-Sternwarte e.V.; Dr. Jutta Weber, Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald e.V.; Bürgermeister Rainer Burelbach; Jeannine Mader, Tourist Information Heppenheim / Foto Stadt Heppenheim

Infobox | Geopark-Pfade

Die typischen Landschaften des Geo-Naturparks werden vor allem durch die Einrichtung von thematischen Geopark-Pfaden, Geotopen und Geopunkten erschlossen. Jeweils im Geo-Naturpark-Layout angelegt, informieren diese direkt vor Ort zu geologischen, naturräumlichen und kulturgeschichtlichen Besonderheiten der Region. Infos: https://www.geo-naturpark.net/

Die Starkenburg-Sternwarte: Angebote und Geschichte

1970 wurde die Sternwarte gegründet. Die Idee entsprang einem Jugendtraum zweier Sternenbegeisterter, der nun schon über 70 Jahre zurückliegt. Realisiert wurde sie vor fünfzig Jahren durch eine Gruppe von etwa 15 Sternfreunden des "Astronomischen Arbeitskreises" ab 1968. Das Gelände liegt auf einem erschütterungsfreien Felsgrund gut abgeschirmt gegen die Lichter der Bergstraßenorte. Heute hat der Verein 170 Mitglieder, und es gibt zahlreiche Angebote auf der Internetseite zu entdecken.

Koordinaten 08°39’07.34″ E  /  49°38’48.88″ N  https://www.starkenburg-sternwarte.de/

  • Sichtbare Überflüge der ISS über Heppenheim
  • 3. September 2021 Öffentlicher Beobachtungsabend Beginn: 21:00 bis 23:00
    Werfen Sie einen Blick durch unsere Teleskope auf die aktuellen Himmelsobjekte. Jeden Freitag findet im Herbst, Winter und Frühling auf der Sternwarte bei klarem Wetter ein öffentlicher Beobachtungsabend statt, wo Sie auch einmal selbst einen Blick durch die Teleskope auf verschiedene Himmelsobjekte werfen können.
    Auch die Sternbilder werden erläutert und natürlich jede Menge Fragen beantwortet. Der Eintritt ist frei. Achtung:  Der Beobachtungsabend findet wirklich nur bei wolkenlosem Wetter statt, ansonsten wird er ersatzlos gestrichen.
  • Hier wurde zuletzt der neue Sonnenfleckenzyklus beobachtet, der nach einer neunmonatigen Zeit ohne Sonnenfleckenaktivität ab Frühjahr 2020 begann. Im November 2020 konnte eine große Fleckengruppe von 100.000 km Durchmesser beobachtet werden, die gerade noch für das bloße Auge unsichtbar blieb. Ebenfalls im November 2020 wurde die regelmäßig stattfindende Annäherung des Mars an die Erde beobachtet. Der Mars erscheint dann besonders hell.
  • Mit der All Sky-Kamera läßt sich die Wanderung der Sonne über den Himmel über der Starkenburg verfolgen.

 

Erde und Mars - zwei Infotafeln am Planetenweg-Geopfad

 

 Planetenwege – Der Versuch, Unvorstellbares fassbar zu machen

Hier finden Sie ausführliche Infos über Entfernungen und Größenverhältnisse. Mancher hat schon Probleme, kurze Entfernung richtig einzuschätzen. Wie soll man da mit den riesigen Entfernungen im All zurechtkommen? Von der Strecke zur Stammkneipe (1 km - auf dem Land etwas optimistisch) bis zu einem Lichtjahr (Lj) - das sind 9,5 Billionen Kilometer (der nächste Nachbarstern Proxima Centauri - auch Alpha Centauri C - ist 4,2 Lj von uns entfernt) müssen die Planetenentfernungen auf einem wanderbaren Pfad dargestellt werden. Und so lassen sich die Planeten unseres Sonnensystems von der Heppenheimer Altstadt durch die Weinberge bis zum Eingangstor der Starkenburg-Sternwarte mit den Füßen entdecken: über ca. 150 Höhenmeter mit wunderschönen Aussichten auf die Heppenheimer Altstadt und den Oberrheingraben bis nach Mannheim und das Pfälzer Bergland nähert man sich vom Pluto über Neptun, Uranus, Saturn, Jupiter dem Mars an, unserem äußeren Nachbarn. Weiter geht es an der Erde vorbei zur Venus, unserer inneren Nachbarin. Nach dem Merkur finden wir die Sonne direkt an der Sternwarte. Die Daten und alles Wissenswerte über die Planeten werden jeweils auf blauen Tafeln beschrieben. Zwei weitere Tafeln geben Erläuterungen zu Kometen bzw. Kleinplaneten (Asteroiden, Planetoiden). Die unterschiedliche Größe der Planeten und der Sonne wird auf den Tafeln maßstäblich dargestellt.




Der Heppenheimer Planetenweg entstand auf Anregung von Karin Sonnenberg, Mitglied der Starkenburg-Sternwarte. In Zusammenarbeit mit der Stadt Heppenheim, welche auch die Finanzierung übernahm, wurde er pünktlich zum Hessentag 2004 eingerichtet. Auf einer Strecke von 2,6 km würde man in der Realität pro Meter 1,89 Mio. Kilometer zurück legen. Der Maßstab beträgt also 1:1.890.000.000.

It's so very lonely, you're a two thousand light years from home…*

"Der nächste Stern, Proxima Centauri müsste in diesem Maßstab in einer Entfernung von ca. 21.312 km platziert werden! Also einmal halb um die Erde, irgendwo auf einer Insel im Pazifischen Ozean. Interessant: Geht man davon aus, dass man mit einer Geschwindigkeit von ca. 1 m/s über den Planetenweg wandert, würde man sich in der Realität mit sechsfacher Lichtgeschwindigkeit durch das Sonnensystem bewegen!" ist auf der Sternwarten-Seite zu lesen.

*Rolling Stones 1967 auf dem Album "Their Satanic Majesties Request"

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Bitte lesen Sie auch: Sonne und Vollmond an einem Himmel?

Der Planetenweg am Selterswasserhäuschen in Elmshausen

2011 entdeckte ich am Weg von Elmshausen vorbei am Strietteich hinauf auf die Höhe zwischen Felsberg und Bangertshöhe einen handgemalten Planetenweg. Auf Holztafeln gibt es die Sonne und alle Planeten am Weg zum Selterswasserhäuschen.

 

     

 

Fotos Planetenweg Elmshausen: M. Hiller

 

Our solar system features eight planets, seen in this artist’s diagram. This representation is intentionally fanciful, as the planets are depicted far closer together than they really are.
images-assets.nasa.gov/image/PIA11800/PIA11800~orig.jpg

 

Im Juni 2021 - unter dem Sommerdreieck Wega, Atair und Schwan - Marieta Hiller

Januar 2021 - Geopark: Ereignisreiches Jahr und neue Pläne

Rückblick auf ein ereignisreiches Jahr und viele neuen Pläne: Mitgliederversammlung des Geo-Naturparks Bergstraße-Odenwald

Gemeinsam unterwegs für die Region und ihre Menschen – diese wichtige, vielschichtige Rolle des Geo-Naturparks zeigte sich gerade in der Pandemie besonders deutlich, wie die gemeinsame Zusammenkunft zum Jahresabschluss in beeindruckender Weise beleuchtete. Auch im zweiten Jahr der Pandemie zeigt sich, dass die Menschen den Wert der Natur, die Wirkung von Wald, Wandern und Erholung auf Körper und Seele, wiederentdeckt haben.

So waren die Angebote, die Infomaterialien und Wanderkarten wie auch die Wandertipps des Geo-Naturparks bei den Besuchern auch in 2021 wieder besonders gefragt. Diese erwartete auf den Wanderparkplätzen ein besonderer Service der Geopark-Ranger, die dort mit Tipps für die schönsten Touren aufwarteten. Und auch an Projekten, die der Geo-Naturpark gemeinsam mit seinen 102 Mitgliedskommunen umsetzt und fördert, mangelte es nicht, wie der ausführliche Jahresrückblick zeigte. So wurden neue Geopunkte, etwa in Freudenberg, Mömlingen oder Biblis errichtet, Geopark-Pfade wie der
Planetenweg in Heppenheim oder der Sagenweg in Fränkisch-Crumbach eingeweiht oder mit dem Quellenweg im Modautal auch der erste Kulturweg eröffnet, wie Projektleiter Roland Mayer ausführte. Auf der Burg Lindenfels erfreuen sich Besucher seit September am neuen Geopark-Infozentrum mit Bistro und in Mömlingen kann eine neue Naturpark-Dauerausstellung besucht werden. Neben diesen neu geschaffenen Höhepunkten galt es auch wieder, die Wanderwege mit Rastmöglichkeiten und Schutzhütten zu versehen und die bestehenden Einrichtungen zu erhalten – insgesamt wurden Investitionen von mehr als 700.000 Euro getätigt.
Und auch für das neue Jahr hat man sich gemeinsam viel vorgenommen.

In den Gebietsausschüssen, die im September getagt haben, wurden mehr als 250 Projekte im Umfang von 707.000 Euro beraten und nun gemeinsam einstimmig verabschiedet. Damit können auch im kommenden Jahr wieder zahlreiche Projekte zur Wander-Infrastruktur, zum Besucherservice, zur Bildung für nachhaltige Entwicklung und zum Erhalt von Landschaft und biologischer Vielfalt umgesetzt werden.

Allesamt Projekte, die die Zeichen der Zeit aufgreifen:
Wenn wir nichts für den Fortbestand unserer natürlichen Lebensgrundlagen tun, gehen diese unwiederbringlich verloren – daher fördert der Geo-Naturpark nachdrücklich Projekte, die sich deren Schutz, Erhalt und Pflege widmen.
Unter diesem Gesichtspunkt sind Maßnahmen zur Besucherlenkung ganz besonders wichtig, damit Natur und Menschen gleichermaßen zu ihrem Recht kommen. In diesem Zusammenhang arbeitet der Geo-Naturpark wissenschaftlich mit dem Deutschen MTB-Tourismusforum zusammen und hat sich auch gemeinsam mit der Destination Bergstraße-Odenwald ein Kommunikationskonzept zum guten Miteinander in der Natur ausgedacht. Ein gutes Miteinander war auch Voraussetzung für die Finalisierung des Konzepts zur „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE), das sich der Geo-Naturpark in diesem Jahr als Leitprojekt
aus seinem in 2020 verabschiedeten Managementplan auf die Fahnen geschrieben hatte.

Gemeinsam mit Akteuren, Multiplikatoren und Expertinnen aus der gesamten Region entwickelt, fasst das vorliegende Werk kompakt auf 53 Seiten zusammen, wie der Geo-Naturpark auch in dieser Hinsicht seine Weichen in Richtung Zukunft gestellt hat, wie Projektleiter Jochen Babist erläuterte. Dabei werden die nun folgende BNE-Plattform wie auch die daraus zu entwickelnde BNE-Akademie künftig spannende Potenziale bieten. Trotz Pandemie ging der Blick auch weit über die Region hinaus in Richtung der vielgestaltigen internationalen Zusammenarbeit. So gab es im Frühling mit der Fotoausstellung „West-Östliche
Impressionen“, die zeitgleich im hiesigen UNESCO Global Geopark und im Partner-Geopark Mt. Lushan (China) digital eröffnet wurde, ein besonderes Highlight. Und derzeit ebenfalls zu sehen ist eine gemeinsame Ausstellung mit dem UNESCO Global Geopark Lesbos zum Thema „Klimawandel im Spiegel der Erdgeschichte“ im Besucherzentrum des UNESCO-Welterbes Grube Messel. Diese ist Teil des internationalen RURITAGE-Förderprojektes, das der Geo-Naturpark nun schon im dritten Jahr sehr erfolgreich und mehrfach an die Pandemiesituation angepasst umsetzt. Dabei ist er mit seinen innovativen Ideen im internationalen Konsortium von 42 Mitgliedern aus ganz Europa ein hochangesehener Partner, so Projektleiterin Maria Carciumaru. Eine ganz besondere Kraftanstrengung stellte in diesem Jahr die internationale UNESCO-Überprüfung dar, in der an fünf Tagen drei Bundesländer, sieben Landkreise, 20 Orte mit zahlreichen Einzelprojekten und mehr als 50 Partner in Augenschein genommen wurden. Das daraus von den Prüfinspektoren erstellte, umfangreiche Gutachten fließt maßgeblich in die Entscheidung der UNESCO mit ein, die in Kürze erwartet wird.

Auch innerhalb der Geschäftsstelle können durch Neustrukturierungen nochmals Synergie-Effekte erzielt werden, so etwa durch die Zusammenlegung der gesamten Wanderinfrastruktur oder die Neuschaffung einer Projektleitung für die stets zunehmenden nationalen und internationalen Förder- und Monitoring-Themen, wie Geschäftsführerin Dr. Jutta Weber erläuterte. Im Anschluss daran überreichte sie Helmut Zander, dem langjährigen, nun in den Ruhestand gehenden Hauptwegewart, gemeinsam mit dem Geo-Naturpark-Vorsitzenden Landrat Christian Engelhardt einen besonderen Präsentkorb mit regionalen Köstlichkeiten und
Holzprodukten aus der Geo-Naturpark-Werkstatt. Zuvor würdigte dieser Zanders Verdienste um die Wanderinfrastruktur im Sinne von „Qualität vor Quantität“. Seine Aufgaben werden nun innerhalb der Geschäftsstelle von Projektleiterin Pia Mack-Gnirß übernommen.


November 2020: Geopark-Wandertipp: Lautertal-Kuralpe

 
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