Hat der Flurname Hexenplatz etwas mit Hexentanz und Walpurgisnacht  zu tun?
Im Südhessischen Flurnamenbuch werden die Wörter Hexe und Platz wie folgt beschrieben: 'Hexe' vom althochdeutschen hagazussa, von hag = Zaun und zussa = sitzend, also Zaunhockerin; dies ist oftmals Bestandteil von Ortsnamen, die der Volksglaube mit nächtlichen Versammlungen von Hexen in Zusammenhang brachte. Als Platz wird im Mittelhochdeutschen ein ‚freier Raum, Tanzplatz‘ bezeichnet - ein größeres, frei gelegenes und ebenes Flurstück mit Wiesen- und Ackerland. Eben dies ist der Hexenplatz zwischen Lautern und Beedenkirchen nicht. Er bildet sogar eine Mulde unterhalb der Breiten Heide. Es gibt auch häufig gar keinen historischen Hintergrund für diese Namen, Namen wie Hexenstein oder Hexenplatz haben oft nichts mit Hexen(un)wesen zu tun.

Hexenverfolgungen

Über tatsächliche, historisch belegte Hexenverfolgungen schreibt Antje Vollmer, Gräflich Erbach-Erbachische Archivarin, in ihrem Beitrag „Aberglaube, Teufelswerk und Hexenverfolgung im Odenwald“ (Gelurt, Jahrbuch des Odenwaldkreises 2020) sehr tiefgehend - ein sehr komplexes Thema mit starken regionalen Unterschieden.

Ich möchte mit zwei zentralen Sätzen aus Antje Vollmers Beitrag beginnen: 

1. "Es war das Volk, es waren die Menschen, die Bürger, die mit großer Brutalität und gegen den Willen der Obrigkeit das Hexenbrennen forderten." (Vollmer S. 236)
Die Kirche, besonders die katholische Kirche, sowie die weltliche Gerichtsbarkeit waren nicht die Treiber der Hexenverfolgung. Im Gegenteil, sie sprachen sich deutlich dagegen aus, und die Amtsleute gerieten in Ausführung der Gesetze oftmals selbst in Gefahr durch die wütenden Massen. Im Einzelnen erläutert Vollmer die verschiedenen juristischen Schriften und Gutachten, die vorwiegend "in dubio pro reo" urteilen: Wolfgang von Dalberg, Erzbischof von Mainz z.B. merkte 1594 an, daß "auch bisweilen fromme Personen aus Neidt und Haß von Unholden denunciert wurden" (Vollmer 235)

2. Und Vollmers Schlußsatz: "...Ausgrenzung, Verfolgung und Denunziation sind als gesellschaftliche Symptome geblieben. Dazu gehört die Verfolgung der Juden im Dritten Reich. Aber auch heute: Hetzaufrufe gegen Minderheiten und Randgruppen - Massenshitstorms - und heute wie damals agieren die Täter gerne anonym. Es wurden nur die Medien und das Handwerkszeug gewechselt..."
Das Massenphänomen der Hexenverfolgung wurde begünstigt durch Martin Luthers Bibelübersetzung (Vollmer S. 231) und die Einführung des Buchdrucks.

Der Höhepunkt der Hexenverfolgung im Odenwald folgt nach Vollmer stets einer Abfolge von Kälte, Dürre, Mißernte und Hunger. Dann erinnerte man sich der alten Frauen, die durch Handlungen den Willen der Götter oder des Wetters beeinflussen können, denn es waren stets die alten Frauen, die Traditionen bewahrten und weitergaben. Opfer der Hexenverfolgungen wurden aber nicht nur Frauen: in Dieburg etwa wurden 1626-1627 insgesamt 176 Opfer hingerichtet, zwei Drittel waren Frauen. In Miltenberg waren 181 Menschen getötet worden, die Hälfte waren Männer. Und über 70% der Opfer gehörten der reichen Oberschicht an. Unter der Folter, der peinlichen Befragung (die Rechtssprechung verlangte zwingend ein Geständnis!) gestanden doppelt so viele Männer wie Frauen.

Die finsterste Zeit der Hexenverfolgung war auch nicht das Mittelalter, sondern die frühe Neuzeit: zwischen 1550 und 1630 wurden in Mitteleuropa 50.000 bis 60.000 Hexen, davon allein 40.000 in Deutschland, hingerichtet. Dabei wurden viermal mehr Menschen denunziert als verhaftet. Teils freiwillig aus böser Absicht, Neid oder Rache, teils erzwungen unter der Folter brachte so ein einziges Verhöropfer bis zu 100 neue Verdächtige!

Ich empfehle Ihnen die ausführliche Lektüre von Vollmers Aufsatz sowie die zahlreichen Literaturvermerke in ihren Anmerkungen: Antje Vollmer, Aberglaube, Teufelswerk und Hexenverfolgung im Odenwald“ in: Gelurt, Jahrbuch des Odenwaldkreises 2020

Lesen Sie dazu auch: Mobbing anno 1600: wie leicht man zur Hexe wird

Wettereinbrüche als Auslöser

Der Glaube an Schadenszauber stammt aus der vorchristlichen Zeit: Kelten, germanen, Slawen waren überzeugt, daß Menschen Einfluß nehmen konnten - auf Ernten, auf Kälte und Dürre. Das Wettermachen gehörte ebenso dazu wie das Herbeirufen von Seuchen und Viehsterben, ja sogar Kindstod.
Nun herrschte in Europa die kleine Eiszeit, die etwa von 1570 bis 1630 und nochmals von 1675 bis 1715 Mißernten und Hunger brachte. Die Hungerkrise um 1570 traf auch den Odenwald hart, gefolgt von mehreren Jahren Kälte und stürmischem Wetter. "Bis 1593 stieg der Getreidepreis enorm an und das Brot wurde knapp" (Vollmer 234). Zehn Frauen in Amorbach kostete dies das Leben. 1594 griff in Miltenberg eine wütende Menge die Amtmänner an und forderten die Verbrennung von Hexen, um das Unheil abzuwenden. 1597 gab es in Dieburg ein schlimmes Unwetter - neun Hinrichtungen folgten bis 1604. In Buchen verweigerten Bürger die Frondienste, wenn nicht noch mehr Hexen verbrannt würden. Dagegen versuchte die Obrigkeit sich offenbar zu schützen, indem sie es allen recht machten: so wurden in der Grafschaft Erbach nach den Frösten vom Frühjahr 1611 und 1612 Menschen hingerichtet, weil sie Diebstahl, Ehebruch und Meineid begangen hatten. 1615 und 1616 war es sehr trocken, im Main gab es zu wenig Wasser, um das Korn zu mahlen. 1618 wurden in Miltenberg 40 Menschen verhaftet und mindestens 14 hingerichtet. 1626 zerstörte eine Kältewelle die Ernten im ganzen Odenwald, und an der Witwe Padt wurde ein Exempel statuiert. In der peinlichen Befragung löste sie eine Verfolgungswelle in Dieburg aus, der allein 100 Menschen zum Opfer fielen, die von der Witwe Padt denunziert worden waren. Im September 1641 erfroren in Miltenberg und Amorbach alle Weinstöcke - eine Strafe Gottes, weil man mit dem Hexenbrennen aufgehört hatte. Noch 1642 wurde in Amorbach eine Frau hingerichtet.

Lesen Sie dazu auch Das Wetter: Unterschiede und Ähnlichkeiten heute und vor 400 Jahren

Das Ende der Hexenverfolgungen

Um 1630 sorgten der Erzbischof Anselm Casimir Wambolt von Umstadt und ab 1647 sein Nachfolger Johann Philipp von Schönborn für das Ende der Verfolgungen. Die Universitäten Marburg und tübingen erstellten Gutachten, und Graf Ludwig der Ritter führte als Richtlinie ein: "es sei besser einen vielleicht Schuldigen milde zu behandeln, als vielleicht Unschuldige hinzurichten" (Vollmer 243).
Von Schönborn kannte die Cautio criminalis von Friedrich Spee, die Bekämpfung des Hexenwahns.
Der Bevölkerungsschwund durch den 30jährigen Krieg und die Pest brachte zusammen mit der Aufklärung und der neuen Rechtssicht das Ende des Hexenwahns. 1637 lebten in Vielbrunn nur noch drei Familien. Ende des Hexenwahns? Nicht ganz: vor ca. 270 Jahren, im Jahr 1752, wurde die letzte Hexe in Deutschland hingerichtet.


Wir jedoch wenden uns wieder einer regionalen Sage zu: Die Hexen und der Brandschneider

Auf der Tromm steht das Brandschneiderskreuz, bzw. nur noch der Sockelstein. Das Eisenkreuz wurde erst 1975 errichtet. Hier gibt es eine alte Sage: um 1500 versammelten sich einige Hexen bei Vollmond an der Wegkreuzung und zogen ihren magischen Kreis, als sich ein neugieriger Schneider heranschlich. Obwohl er sich unter einer Egge versteckte - die ja bekanntlich vor bösen Geistern schützt - wurde er entdeckt, und die Hesen ritten ihn auf ihren Hexenbesen wild zu Tode.

Das Brandschneiderskreuz auf der Tromm

Harmlose und schlimme Bräuche um den 1. Mai

In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai wird Walpurgisnacht "gefeiert" - wobei das Wort "feiern" hier im Hals stecken bleiben will. Harmloser nennt sich das Treiben 'Tanz in den Mai'. Früher wurde in den neun Tagen vor dem Gedenktag der heiligen Walburga am 1. Mai gewalpert: Glocken läuteten zur Abwehr von Hexenumtrieben.  Man holte einen Maibaum für die Liebste aus dem Wald und schritt zwischen zwei Walpurgisfeuern hindurch, um sich zu reinigen und Seuchen fernzuhalten. Das Räuchern mittels Walpurgisfeuer schließt an den Winterbrauch des Hausausräucherns (Rauhnächte) an. Die heilige Walburga oder Walpurgis (*um 710 in Wessex) war die Schutzheilige gegen Pest, Husten und Tollwut, ihr Zeichen ist ein Ölfäßchen. Tollwut wurde früher als Besessenheit, Behextsein angesehen.  Und so räucherte man in der Nacht zum 1. Mai in den Ställen und zeichnete Aschekreuze, um Unfruchtbarkeit abzuwenden. Für Unwetter, Mißernte und Unfruchtbarkeit und Seuchen machte man bald Hexen verantwortlich.

Lesen Sie dazu auch: Die Rauhnächte sind eine ganz besondere Zeit


Zu allen Zeiten wurde die Grausamkeit der Hexenverfolgungen mit Folter und Mord kulturell gern verbrämt mit Sagen und Gruselerzählungen. Man nutzte den Schauder für romantische Gänsehautmomente, nicht einmal Goethe war sich zu schade dafür:
Das Hexen Einmaleins
Du mußt verstehn!
Aus Eins mach’ Zehn,
Und Zwei laß gehn,
Und Drei mach’ gleich,
So bist Du reich.
Verlier’ die Vier!
Aus Fünf und Sechs,
So sagt die Hex’,
Mach’ Sieben und Acht,
So ist’s vollbracht:
Und Neun ist Eins,
Und Zehn ist keins.
Das ist das Hexen-Einmal-Eins!

(Vers 2540 bis 2552)

Allerdings paßt ein solches Hexeneinmaleins bestens in eine Zeit wie unsrige, in der sich zahlreiche Mitmenschen gern wieder auf Verschwörungstheorien verlassen. Zauberkundige Hutzelweiblein mit Kräuterelixieren und seltsamen Beschwörungsformeln passen dazu besser als Unrechtsbewußtsein, Hygienemaßnahmen und der Wille, es diesmal besser zu machen.

Weiterer Lesestoff:

Südhessisches Flurnamenbuch: https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/intro/sn/shfb
Hexen-Einmal-Eins aus: Johann Wolfgang von Goethe, Faust I Ausgabe 1790

Noch was zum "Gruseln":

Schwarze Gestalten ängstigen uns: dabei sind sie oftmals harmlos - und die wirklich gefährlichen Gestalten kommen ganz unauffällig daher. Heidi Banse beschreibt in ihrem Beitrag "Schwarze Gestalten in unseren Wäldern - Köhler, Harz- und Pechbrenner im Odenwald" (Gelurt 2011) Menschenschicksale aus der Zeit um 1700. Im Michelstädter Kirchenbuch aus der Zeit von 1666-1728 werden 13 Köhler, 31 Kohlbrenne, ein Kohlträger, drei Kohlknechte, sieben Kohlmesser und ein Kohlmeister auf dem Hammer genannt. Ihr Leben ist geprägt von Hunger und Armut. "Kartoffel mit Salz, aber ohne Schmalz" war - wenn sie Glück hatten - ihr täglich Brot. Lesen Sie dazu auch "Köhlerei: das Brot des schwarzen Mannes" in meiner Rubrik "Köhlerei und Köhlertelefon". Ersetzen wir die Köhler von einst durch heutzutags schuftende Kinder auf Müllkippen, Obdachlose und prekär lebende Mitmenschen, die mehrere Jobs haben und trotzdem kein Auskommen, dann sollte es uns richtig gruseln - weil wir zu wenig tun, um den "schwarzen Gestalten" zu helfen.

Und warum wir Angst vor Monstern im Dunkeln haben...

Wenn wir geradeaus blicken sehen wir sie nicht, wenn wir zur Seite schauen, sind sie klar und deutlich zu erkennen! Gestalten die im Dunkeln auf uns zukommen, werden von den unterschiedlichen Sehzellen in unserem Auge sichtbar oder unsichtbar gemacht - je nachdem ob wir sie mit den Stäbchen oder den Zapfen sehen.

Monster, die Mehrzahl heißt eigentlich Monstren, haben ihren Namen von lat. monstrare = zeigen. Man bezeichnete als Monstrum lebendige Ausstellungsstücke, Menschen von abgelegenen Kontinenten oder Inseln, Menschen und Tiere mit Mißbildungen, Zwitter, Chimären etc. wurden in Panoptiken, Zoos und Zirkuszelten zur Schau gestellt.

Hier noch ein paar weitere finstere Figuren:
der Moloch war ein ammonitischer Gott, der Kinder verschlang; das Wort kommt von einem hebräischen König namens Melek.
Böse Geister kionnte man an durch Mumienbinden flachgedrückte Nasen erkennen: ihr bekanntester ist wohl der, dessen Namen nicht genannt werden darf: Lord Woldemort!
Grauen verursachen uns auch Masken. Insbesondere wenn diese keine Augen oder keinen Mund haben. Das wirkt äußerst verstörend und wurde - so lange es Menschen gibt - als Einschüchterungs- und Unterdrückungsmittel eingesetzt.

Der Mensch ist ursprünglich ein Jäger, und als solcher gefährlichen Gegnern ausgesetzt, deren Mimik er lesen können muß zum Überleben. Wird diese Mimik hinter einem Pokerface oder einer Maske verborgen, wird es gruselig. Das ist bis heute so geblieben...
Und weil der Mensch ein Jäger ist, war es zwingend notwendig, Mitgefühl und Sozialverhalten einzuführen. Dafür wurden die Glaubensregeln der großen Religionen eingesetzt. So brachte Papst Gregor im 6. Jahrhundert (nach Christus logischerweise) die sieben Todsünden in den Kirchenkanon des Christentums. 1. Superbia = Hoffart, Hochmut; ihr Symbol war das Pferd. 2. Avaritia = Geiz, Symbol: Kröte. 3. Ira = Zorn, Symbol: der Bär. 4. Invidia= Neid, Symbol war der Hund. 5. Gula = Völlerei, als Symbol mußte das arme Schwein herhalten. 6. Luxuria = Unkeuschheit, ihr Symbol war der Bock - zugleich auch das Tier, das gern mit Teufel und Hexen in Zusammenhang gebracht wurde. 7. Desidia = Trägheit, ihr Symbol war der Esel. Allen hier genannten Tieren wurde damit großes Unrecht getan, denn von denen, die sich selbst als "Krone der Schöpfung" bezeichnet, könnte man einige Individuen viel besser als Symbol einsetzen.

Ein paar Namen klingen uns bekannt aus einschlägigen Geschichten:
Im Glaubensreich des Zoroaster (Zarathustra) gab es einen König des Lichts = Ormudz und einen König der Finsternis = Aliriman.
Im christlichen Glauben treten in dieser Funktion die sechs Erzengel für Göttliche Weisheit, Rechtschaffenheit, Herrschaft, Treue, Allheit, Glückseligkeit auf, als Gegenpart die sechs Erzdämonen: Anarchie, Abfall, Hochmut, Zerstörung, Zerfall, Zorn.
Asmodi = Eschma-deva Aschmadai, der Gott des Zorns
Beelzebub Belphegor Beelphegon = Gott der Fliegen
Dagon Göttin der Philister mit Fischschwanz - Dergeto Syrien, Dirke, Askalon
Aton ägyptischer Gott = Adonai (= hebr. Herr) = Dominus

Immer wieder werden hier Figuren durch Institutionen geschaffen, die für Angst und Schrecken sorgen sollen. Religion oder Staatswesen steuern über solche finsteren Gestalten ihre Untertanen. Diese ducken sich weg, wagen nicht den Blick zu den Mächtigen zu heben - und sehen nur die Schatten. Mit den Stäbchen im Auge nimmt man nur Schatten wahr. Blickt man mit den Zapfen direkt auf die ängstigende Macht, so sieht man scharf. Auch das Hexenunwesen konnte nur durch ein Nicht-scharf-Hinsehen so um sich greifen. In diesem Fall war es nicht die Obrigkeit, weder Kirche noch Regierung, sondern der Mob. Eine aufgebrachte Menschenmenge sieht nicht scharf, sie blickt auf Mißstände mit ihren Stäbchen. Gleich ob eine solche "Einflüsterung" von oben oder von unten stattfindet: es ist nicht wichtig, genau und klar zu analysieren. Wichtiger ist es "dazuzugehören" - sei es bei der Hexendenunziation oder auf Facebook.

März 2021 - M. Hiller

Nebel über dem Lautertal, Blick von der Höhe südlich Lautern Richtung Melibokus. Foto H-G Hiller

Wer über Ostern frische und heilklimatische Luft genießen möchte, hat dazu in Lindenfels ausreichend Gelegenheit.
Die Corona-Pandemie hat das Freizeitverhalten der Menschen verändert. Lindenfels profitiert dabei von seinem Status als heilklimatischer Kurort, seiner gesunden Luft und seiner wald- und wiesenreichen Umgebung mit herrlichen Aussichten. Feld- und Waldwege im Schenkenberg, im Buch, zwischen den Stadtteilen Eulsbach, Schlierbach, Winkel, Glattbach, Seidenbuch, Kolmbach und Winterkasten und laden zum Spaziergang und zum Radfahren ein.
Auch im Städtchen lässt es sich gut bummeln – in der Burgstraße, im Kur- und Heilkräutergarten sowie auf Burg Lindenfels.

Altes Handwerk stirbt aus - im Museum bleibt es lebendig! Vom Spinnen und Seilern

Im Aprilheft 2021 lesen Sie über die Arbeit von Regierungsvermessungsrat Philipp Buxbaum (1879-1962). Bei der Recherche stieß ich auf einen anderen Philipp Buxbaum: Seminarlehrer in Bensheim (1843-1918). Auch über ihn gibt es viel Interessantes zu erzählen. Im Ruhestand widmete er sich der Dichtung und Volkskunde. Ein getreues Abbild des Odenwälder Volkslebens, eine Landes- und Volkskunde wollte er so entwerfen. Zahlreiche Gespräche mit Bauern oder Förstern lieferten ihm genügend Material. Eines seiner Bücher heißt "Hauswirken".

Über den ersten Geometer Johann Wilhelm Grimm, der in den Jahren zwischen 1729 und 1750  die Fluren unserer Region vermessen hat, haben wir im Dezemberheft 2020 berichtet.
Hundert Jahre später erstellte ein anderer Vermesser Flurkarten von vielen einzelnen Orten im Odenwald: Philipp Buxbaum. 

Hier finden Sie seine Flurkarten sowie Auszüge aus seinem handschriftlichen Nachlaß, freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom Hessischen Landesarchiv Abteilung Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Signatur HStAD O61. An dieser Stelle finden Sie nun jeden Monat eine weitere Flurkarte von Philipp Buxbaum.

Wer schon als Wanderer unterwegs war, weiß einen gut markierten Wanderweg zu schätzen und hat sich wahrscheinlich auch schon über unzureichende Markierungen geärgert. Doch macht sich jemand Gedanken darüber, wer die Markierungen an Bäumen, Pfosten oder anderen Stellen in der Natur anbringt?

Das „Einhundert-Jahr-Brünnchen“ im Schenkenberg läuft wieder

Seit geraumer Zeit floss aus dem sogenannten „100-Jahr-Brunnen“ im Lindenfelser Schenkenberg kein Tropfen Wasser mehr. Die Ursache war eine Verschlammung des Brunnenbeckens und der Zuleitung aus der Quelle. Diesem Umstand widmeten sich die beiden Lindenfelser Bürger Karl Berg und Kurt Höbel. Einige Stunden Arbeit waren nötig aber erfolgreich. Der nun frisch gereinigte Brunnen sprudelt wieder. Seinen Namen erhielt der Brunnen vor über 100 Jahren. Ob ihn Jakob Pfeifer, der Großvater von Metzgermei

ster Helmut Pfeifer, der sich sehr um Wege rund um Lindenfels gekümmert hat, so genannt hat, ist nicht überliefert.

Das neue Magazin Geo-Naturpark aktuell mit vielen Veranstaltungstipps in unserer Region - Februar bis Juni 2021

www.geo-naturpark.de

 

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Diese Seite wird noch ergänzt, es folgen immer weitere Beiträge und Fotos - bitte öfter mal reinschauen!

 Inhalt:

1. Bergbau im Odenwald - Kurioses
2. Das Bergwerk am Hohenstein
3. Die Bergwerksfelder Reichenbach, Heinrich und Alfred
4. Erzabbau im Odenwald: Eisen und Mangan
5. Graphit im Schieferzug Heppenheim - Gadernheim - Laudenau
6. Katzenstein - Bergwerksfeld Bleialf - Knoden
7. Schwerspat, Feldspat und Marmor
8. Elmshausen, Bangertshöhe zwischen Reichenbach und Elmshausen, Borstein und Teufelsstein
9. Silber, Gold und Glimmer
10. Bergrecht im Lauf der Jahrhunderte
11. Uran und Wolfram
12. Heiligkreuzsteinach und die Heiligkreuz-Legende
13. Noch einige Anmerkungen aus Dr. Ludwig Gottfried Klein
14. Begriffserklärungen: nicht immer ist die Sprache der Bergleute leicht zu verstehen...
15. Literatur

Die Corona-Situation ist noch immer ernst, wird immer schlimmer statt besser. Heute erhielt ich den ersten Anruf von einem Odenwaldfan, der seit 30 Jahren seinen Urlaub im Odenwald verbringt und auch seine Kinder möchten nicht ans Meer oder in die Berge, sondern in den Wald! Wenn das nicht super ist für unsere Region!!!
 
Der Anrufer wollte wissen, ob die Lärmfeuer dieses Jahr stattfinden. Aus diesem Grund erfolgt hier die Mitteilung:
Die Odenwaldweiten Lärmfeuer Ende März entfallen 2021, da noch nicht absehbar ist, wie sich die Pandemie entwickelt und die ca. 25 Veranstalter jeweils mehrere Monate Vorlauf benötigen um alles zu organisieren.

Alle Lärmfeuerveranstalter wünschen Gesundheit und drücken allen die Daumen daß es bald wieder aufwärts geht!

Aktuelle Informationen zu den Lärmfeuern sind immer auf www.felsenmeerdrachen.de unter der Rubrik "Odenwaldweite Lärmfeuer" zu finden

 Die Organisatoren des "Tages der Regionen" konnten 2020 trotz aller Einschränkungen und Erschwernisse über 800 innovative und bewährte Aktionen zum Tag der Regionen verbuchen. Vieles musste anders gedacht werden, aus den neuen Ideen und Konzepten für Aktionen ist eine ganze Liste alternativer analoger und auch interessanter digitaler Formate entstanden. Kerntag des nächsten Tages der Regionen ist Sonntag, der 3. Oktober 2021. Unter dem Motto „Der lange Weg zu kurzen Wegen“ sind Interessierte und engagierte herzlich eingeladen, kurze Wege an jedem Ort und in jeder Region sichtbar zu machen. Alle passenden Aktionen im gesamten September und Oktober können dazu ab März angemeldet werden unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.
Regionalität ist aktueller denn je: globale Wirtschaftsketten erwiesen sich als brüchig und Aktionen wie #supportyourlocal fanden 2020 großen Anklang. Menschen auf die Vielfalt unserer Regionen aufmerksam zu machen und gleichzeitig die nötige Distanz zu wahren, ist das Ziel der zahlreichen alternativen Aktionsformate.

https://www.tag-der-regionen.de/, Infos auch auf Instagram und Facebook sowie per RegioPost ca. 4 x im Jahr.

Beispielhafte Aktionen 2020

Kurze Wege Produkte

Unter dem Titel "unterwegs im Geo-Naturpark: Landschaft, Menschen, Eindrücke" gibt es virtuelle Führungen auf Youtube: z.B. in die Grube Marie in der Kohlbach bei Weinheim-Hohensachsen mit Jochen Babist und der AG Altbergbau Odenwald; „unter Tage in die Grube Marie“ entführt Babist in eine märchenhafte Welt mit einem sehr spannenden, geologischen Hintergrund. Dabei erfährt man mehr über die damalige Bleigewinnung, die Werkzeuge der Bergleute und welche Rolle Fledermäuse noch heute in der Grube Marie spielen. Die alte Bergbauanlage war Geotop des Jahres 2017.
YouTube: „Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald“ https://www.youtube.com/channel/UC_2DneNASdIkvi5b2bs-8Rg

Lesen Sie dazu auch:

Geotop des Jahres 2017

Kupfer-, Blei- und Silberbergbau

Auf Schatzsuche unter der Erde - Marmorit bei Auerbach und andere unterirdische Sehenswürdigkeiten

Die heilige Barbara in der Grube Marie in der Kohlbach; Schutzheilige der Bergleute... (Foto M. Hiller)

Weitere Fotos aus der Grube finden Sie hier!