Ehrenamtliche Kräfte waren am Wochenende unterwegs

In den vergangenen zwei Wochen ist die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Corona-Virus im Kreis Bergstraße sprunghaft angestiegen. Am Samstag, dem 24.10.2020, war mit 76 Neuinfektionen ein neuer Rekordwert erreicht. Vor diesem Hintergrund hatten Landrat Christian Engelhardt, Gesundheitsdezernentin Diana Stolz und die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister nochmals an die Bürgerinnen und Bürger appelliert, Kontakt zu minimieren und sich an die Corona-Regeln zu halten.

Die zahlreichen Neuinfektionen stellen aber auch eine große Herausforderung für den öffentlichen Gesundheitsdienst dar: „Die Nachverfolgung der Kontakte von Infizierten ist mitentscheidend, um Infektionsketten zu unterbrechen“, erklärte Gesundheitsdezernentin Stolz. Bei durchschnittlich 15 Kontakten pro Infektionsfall mussten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bergsträßer Gesundheitsamtes alleine am Samstag mehr als 1.100 Kontakte nachverfolgen. „Das bringt uns inzwischen an unsere Kapazitätsgrenze. Wir brauchen hier Verstärkung“, stellt Stolz fest. Engelhardt, der als Landrat auch für den Katastrophenschutz zuständig ist, nahm deshalb mit der Bundeswehr Kontakt auf. Der Bund hatte vor einigen Tagen den Ländern angeboten, mit personeller Unterstützung von Bundeswehrangehörigen bei der Kontaktnachverfolgung zu unterstützen.

Ein zweiter Schlüssel im Kampf gegen die Pandemie ist das Testen, denn umfangreiche Testungen tragen zu einem aktuelleren und besseren Lagebild bei. Auch dies hilft bei der Unterbrechung von Infektionsketten und dient dem Schutz vor Überlastung des Gesundheitssystems. Mit den zunehmenden Fallzahlen und damit vielen zu testenden Kontakten konnten über das Testcenter der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) wie auch über die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte der zunehmend wachsende Bedarf von Tests nicht mehr in ausreichender Zahl durchgeführt werden.

„Für die Eindämmungsstrategie ist es wichtig, dass möglichst viele Tests durchgeführt werden können“, erklärt Diana Stolz. „Vor allem suchten wir eine Lösung, wenn es darum geht, größere Gruppen auf Veranlassung des Gesundheitsamtes zu testen.“ Das seien, so die Gesundheitsdezernentin, beispielweise Pflegeeinrichtungen, Gemeinschaftsunterkünfte sowie Schulen.  Die Überlegung war daher, ob der DRK Kreisverband Bergstrasse e.V. Unterstützung bieten kann. Die Antwort kam sofort: Binnen kürzester Zeit mobilisierte der DRK Kreisverband seine Mitglieder. "Ich bin wirklich begeistert, mit welchem Tempo das DRK reagiert hat. Das Engagement der ehrenamtlichen Kräfte kann gar nicht hoch genug geschätzt werden! Gemeinsam haben wir die besten Chancen, besser durch diese schwierige Zeit zu kommen“, freut sich Landrat Engelhardt über die prompte Reaktion der DRKler. Seit vergangenem Freitagnachmittag unterstützen die ehrenamtlichen Helfer bei den Tests von größeren Gruppen.

28.10. Inzidenz 131,24

Hallen im Kreis werden für Sport und private Veranstaltungen geschlossen

Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im Kreis Bergstraße haben sich heute dafür ausgesprochen, die Hallen in den Kommunen vorrübergehend nicht mehr für den Sport oder für private Feierlichkeiten zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig appellieren sie an alle Sportverantwortlichen, auf Sport in Hallen bis auf Weiteres zu verzichten.

25.10. Inzidenz 111,28 (=Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner)
23.10. Inzidenz 99,45 - Appell der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister

Aufgrund des aktuell dynamischen Infektionsgeschehens im Kreis Bergstraße appellieren alle Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Kreises an die Bergsträßerinnen und Bergsträßer die Corona-Regeln einzuhalten – auch um weitere Einschränkungen zu vermeiden: „Nehmen Sie das Corona-Virus weiterhin ernst. Für die Bildung unserer Kinder, für unsere Wirtschaft, für unser Leben. Danke für Ihre Rücksicht, Umsicht und Vorsicht.“

21.10. Inzidenz 75: weitreichende Allgemeinverfügung https://www.kreis-bergstrasse.de/pics/medien/1_1603286211/3._Allgemeinverfuegung_Stand_21.10.2020.pdf.

Kontaktbeschränkungen: im öffentlichen Raum maximal fünf Personen oder Angehörige von zwei Hausständen

Inzidenz 70 - weiterführende Maßnahmen

Die Allgemeinverfügungen des Kreises Bergstraße finden Sie hier: www.kreis-bergstrasse.de/corona

  • Beschränkungen privater Zusammenkünfte und Veranstaltungen: Private Zusammenkünfte und private Feierlichkeiten werden in öffentlichen und angemieteten Räumen sowie im Freien auf maximal 10 Personen oder zwei Hausstände beschränkt. Hiervon ausgenommen sind Zusammenkünfte nach § 1 Abs. 2 CoKoBeV. Für den Fall, dass die Inzidenz für den Kreis Bergstraße den Grenzwert von 75 erreicht oder überschreitet, gelten weitere Beschränkungen für private Zusammenkünfte und Veranstaltungen. Vorgesehen ist hier insbesondere eine weitere Regelung zur Kontaktbeschränkung (5 Personen/zwei Hausstände).
  • Veranstaltungen: Für Zusammenkünfte und Veranstaltungen sowie Kulturangebote, wie Theater, Opern, Konzerte, Kinos und ähnliches gilt eine Begrenzung der Teilnehmerzahl auf 100 Personen. Außerdem muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, auch auf dem eigenen Sitzplatz.
  • Sportbetrieb: Sport jeder Art, inklusive Schulsport, darf grundsätzlich nur kontaktlos und unter Einhaltung eines Mindestabstands von 1,50 m ausgeübt werden. Ausgenommen sind Vereinssportarten, die in einem organisierten Wettkampfbetrieb stehen (als Teil einer Liga beispielsweise), soweit ein entsprechendes Hygienekonzept vorliegt und alle vermeidbaren Kontakte unterbleiben.
  • Außenabgabeverbot für alkoholische Getränke: Der Verkauf und die Abgabe von alkoholischen Getränken wird im Gebiet des Kreises Bergstraße in Zeit von täglich 23:00 Uhr bis 6:00 Uhr untersagt.
  • Sperrzeitfestsetzung:Für das Gaststättengewerbe sowie für öffentliche Vergnügungsstätten mit Ausnahme der Spielhallen wird die Sperrzeit im gesamten Kreis Bergstraße zwischen 23:00  und 06:00 Uhr festgesetzt.

Alle vorgenannten Regelungen gelten zunächst bis zum 30.11.2020.

  • Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes an Schule: In Absprache mit dem zuständigen Staatlichen Schulamt soll der Unterricht an den Grundschulen nur im Klassenverband erfolgen. In Klassen der Sekundarstufe I (ab Klasse 5) muss auch im Unterricht ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Auf entsprechende Masken- und Erholungspausen ist zu achten. Die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes besteht in Förderschulen für Schülerinnen und Schüler im Präsenzunterricht nur, insofern es der Entwicklungsstand und die gesundheitliche Verfassung der Schülerinnen und Schüler zulässt. Bei Ganztags- oder Betreuungsangeboten ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes bei der Mischung von Klassengruppen vorgeschrieben.
  • Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für in Gemeinschaftseinrichtungen tätige Personen: In Einrichtungen nach § 36 Abs. 1 Nr. 2 bis 5 IfSG tätige Personen sind verpflichtet, mindestens einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

18.10.: weiterführende Maßnahmen

Die Inzidenz für den Kreis Bergstraße hat heute den Wert von 69,13 erreicht und steht damit nicht mehr weit vom Grenzwert 75, ab welchem die fünfte und höchste Stufe des hessischen Eskalationskonzepts zur Eindämmung des Corona-Virus erreicht wird.

Der Kreis Bergstraße informiert deshalb darüber, dass über die Allgemeinverfügung vom 15.10.2020, veröffentlicht am 17.10.2020 (siehe unten), hinausgehend und in Absprache mit dem Staatlichen Schulamt an den Bergsträßer Schulen auch in Klassen der Sekundarstufe I (ab Klasse 5) eine Maskenpflicht im Unterricht gelten soll. Diese Regelung gilt zunächst für die zwei Wochen nach den Herbstferien.

Im Kreis Bergstraße wird zudem nur noch kontaktloser Sport erlaubt sein, auch im Schulsport. Das Gesundheitsamt empfiehlt überdies, den Sportunterricht im Freien abzuhalten. Diese Regelung gilt zunächst bis 30.11.2020. Hintergrund ist das aktuelle Infektionsgeschehen sowie mögliche Auswirkungen auf das weitere Infektionsgeschehen durch Reiserückkehrer mit dem Ende der Herbstferien. Die Bürgermeister im Kreis wurden zudem durch den Landrat gebeten, in Kindergärten und Kindertageseinrichtungen auf offene Betreuungskonzepte zu verzichten und die Kinder in getrennten Gruppen zu betreuen. Landrat Engelhardt ruft zudem die freien und kirchlichen Träger dazu auf, diese Empfehlung ebenfalls umzusetzen. Landrat Christian Engelhardt und Gesundheitsdezernentin Diana Stolz zeigen sich besorgt über die aktuelle Lage.

Meldepflicht für Reiserückkehrer aus dem Ausland: Einreisende aus dem Ausland nach Hessen werden darauf hingewiesen, dass sie gemäß der „Fünften Verordnung zur Anpassung der Verordnungen zur Bekämpfung des Corona-Virus“ unverzüglich nach ihrer Ankunft das für sie zuständige Gesundheitsamt zu kontaktieren und auf ihre Einreise hinzuweisen haben. Reiserückkehrer sind außerdem verpflichtet, beim Auftreten von Symptomen einer Erkrankung mit COVID-19 im Sinne der jeweiligen Kriterien des Robert Koch-Instituts unverzüglich das zuständige Gesundheitsamt zu kontaktieren.

Für die Einwohner des Kreises Bergstraße ist das Gesundheitsamt des Kreises Bergstraße das zuständige Gesundheitsamt. Für die Meldung an das Gesundheitsamt steht ein Online-Formular zur Verfügung. Das Formular befindet sich auf der Webseite des Kreises Bergstraße unter www.kreis-bergstrasse.de/corona > Reiserückkehrer.

Reiserückkehrer aus Risikogebieten müssen zudem sich unverzüglich nach der Einreise auf direktem Weg in die eigene Häuslichkeit oder eine andere geeignete Unterkunft zu begeben und sich für einen Zeitraum von 14 Tagen nach ihrer Einreise ständig dort aufzuhalten. Es ist in diesem Zeitraum nicht gestattet, Besuch von Personen zu empfangen, die nicht ihrem Hausstand angehören. Nähere Informationen hierzu finden sich auf den Internetseiten des Hessischen Sozialministeriums unter: https://soziales.hessen.de/gesundheit/infektionsschutz/corona-hessen/quarantaenebestimmungen-fuer-rueckreisende

15.10.: Kreis Bergstraße erlässt Allgemeinverfügung zur Eindämmung des Corona-Virus

Rund 100 Personen haben sich in den vergangenen sieben Tagen im Kreis Bergstraße mit dem Corona-Virus angesteckt. Die Inzidenz für den Kreis Bergstraße lag am Donnerstag, 15.10., bei 36,23 und damit über 35. Ab einer Inzidenz von 35 ist die dritte Stufe des hessischen Eskalationskonzeptes zur Eindämmung des Corona-Virus erreicht. Es sieht vor, dass dann Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ausgeweitet werden müssen. Außerdem erfolgt eine Einbindung des Planungsstabs COVID-19 des Hessischen Sozialministeriums. Angesichts dieser Situation und des weiterhin sehr dynamischen Infektionsgeschehens im Kreis Bergstraße wird der Kreis am Samstag eine Allgemeinverfügung bekanntmachen, die mit ihrer Veröffentlichung sofortige Gültigkeit für alle Bürgerinnen und Bürger des Kreises hat.

In der Allgemeinverfügung ist geregelt:

  • In Gastronomiebetrieben und Übernachtungsbetrieben sowie Mensen, Kantinen, Cafés, Eiscafés und Eisdielen soll eine Maskenpflicht gelten beim Betreten und Verlassen der Räumlichkeiten sowie in Gängen und beim Aufsuchen von Gemeinschaftseinrichtungen. Ausnahmen sind vorgesehen für Kinder unter 6 Jahren oder Personen, die aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oder Behinderung keine Mund-Nasen Bedeckung tragen können.
  • In Krankenhäuser sowie Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, in denen eine den Krankenhäusern vergleichbare medizinische Versorgung erfolgt, sollen Besuche stärker gesteuert werden. Das Gleiche gilt für Einrichtungen zur Betreuung und Unterbringung älterer, behinderter oder pflegebedürftiger Menschen
  • Besuche in Einrichtungen zur gemeinschaftliche Unterbringung von Asylbewerbern, vollziehbar Ausreisepflichtigen, Flüchtlingen und Spätaussiedlern werden grundsätzlich ausgeschlossen.

Diese Regelungen der Allgemeinverfügung sollen zunächst bis 31.10.2020 gelten.

  • Im Bereich der Veranstaltungen werden genehmigungspflichtige Zusammenkünfte und Veranstaltungen sowie Kulturangebote, wie Theater, Opern, Konzerte, Kinos usw. mit einer Teilnehmerzahl von über 250 Personen, nicht mehr durch das zuständige Kreisgesundheitsamt genehmigt. Bereits erteilte Genehmigungen für Veranstaltungen mit mehr als 250 Personen seien dann unwirksam und erlöschen. Darüber hinaus soll für genehmigungspflichtige Zusammenkünfte und Veranstaltungen sowie Kulturangebote, wie Theater, Opern, Konzerte, Kinos und ähnliches mit einer Teilnehmerzahl von über 100 Personen eine Anmeldepflicht beim Kreisgesundheitsamt gelten. Die Regelungen für Veranstaltungen sollen zunächst bis 30.11.2020 gelten.
  • Im Bereich der Schulen ist in Absprache mit dem zuständigen Staatlichen Schulamt vorgehen, dass der Unterricht an den Grundschulen nur im Klassenverband erfolgen soll. Ab der Sekundarstufe II, auch in den Berufsschulen, soll - in Ergänzung der bisher bereits durch Landesverordnung geregelten Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes - die Verpflichtung bestehen, diesen auch während des Unterrichts zu tragen. In der Sekundarstufe I soll die Verpflichtung bestehen, einen Mund-Nasen-Schutz während des klassenübergreifenden Unterrichts zu tragen. Die Regelungen für Schulen sollen zunächst bis 15.11.2020 gelten.

Die genauen Regelungstatbestände und Ausnahmen können in der Allgemeinverfügung nachgelesen werden. Die Allgemeinverfügung wird am Samstag, den 17.10.2020 in den Bekanntmachungsorganen des Kreises Bergstraße veröffentlicht. Außerdem wird sie auf der Homepage des Kreises Bergstraße unter www.kreis-bergstrasse.de abrufbar sein.

Landrat Christian Engelhardt teilt dazu mit: „Mit diesen Maßnahmen wollen wir versuchen, das aktuelle Infektionsgeschehen bei uns im Kreis zu reduzieren.“ Engelhardt appelliert dabei an alle Bürgerinnen und Bürger: „Uns wird die Eindämmung des Infektionsgeschehens nicht gelingen, wenn sich nicht alle an die geltenden Maßnahmen halten. Ich appelliere, gemeinsam mit Gesundheitsdezernentin Diana Stolz, an alle Bürgerinnen und Bürger, die geltenden Regeln einzuhalten! Niemand von uns möchte einen Lock-Down. Niemand von uns möchte die Folgen eines Lock-Downs spüren! Die Schließung von Schulen und Kindertagesstätten, die Abschottung von älteren und kranken Menschen, die massive Beschränkung der sozialen Kontakte, aber auch wirtschaftliche Probleme, einschließlich der Sorgen um den Erhalt des Arbeitsplatzes, all das sind die Folgen eines Lock-Downs. Wir möchten dies um jeden Preis vermeiden. Es darf deshalb auch nicht sein, dass die vielen, die sich an die aktuellen Regeln halten, unter der Unvernunft einiger weniger leiden müssen. Wir werden deshalb auch die Einhaltung der Regeln kontrollieren lassen.“ Der Bergsträßer Landrat hat daher bereits am Mittwoch mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der Städte und Gemeinden gesprochen und um Unterstützung durch die Ordnungsämter der Kommunen gebeten. Auch Gesundheitsdezernentin Diana Stolz appelliert an die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger: „Es ist wichtig, dass wir alle deutlich achtsamer werden. Jede Bürgerin, jeder Bürger kann mit dem eigenen Verhalten dazu beitragen, dass wir in der Lage bleiben, das Infektionsgeschehen bei uns im Kreis unter Kontrolle zu behalten.“ Der Schlüssel für die Eindämmung des Virus, so Stolz, sei insbesondere auch die Kontaktverfolgung, welche das Gesundheitsamt leistet. Schon jetzt sei zu beobachten, dass bei vielen der in letzter Zeit festgestellten Neuinfizierten nicht gleich festgestellt werden konnte, wo sich diese angesteckt hatten. Die Gesundheitsdezernentin appelliert deshalb auch an die Bürgerinnen und Bürger, die Corona-App zu nutzen.

 

29.10. Inzidenz 120  |  27.10. Inzidenz 111   |  23.10. Inzidenz 80

29.10. Eingeschränkter Regelbetrieb in Schulen

Anpassung entsprechend des Infektionsschutzes: ab Samstag 31.10. gilt unterschiedlich nach Schulstufen gemäß Anlage 1 des Hygieneplans 6.0 des Hessischen Kultusministeriums für die Schulen auf dem Gebiet der Stadt Darmstadt und des Landkreises Darmstadt-Dieburg für die Zeit vom 31.10.2020 bis 12.11.2020 die Stufe 2, der „Eingeschränkte Regelbetrieb“ an Grundschulen/ Primarstufe sowie Sekundarstufe I inkl. Förderschulen.
Grundschulen/Primarstufe: Mund-/Nasenbedeckungen sind auch im Unterricht von Lehrkräften/weiterem Personal zu tragen.Der Unterricht sollte möglichst nur im festen Klassenverband organisiert werden.Wenn sich Lerngruppen dennoch in einzelnen Fächern mischen, ist im betreffenden Unterricht eine Mund-/Nasenbedeckung auch von den Schüler*innen zu tragen.Da sich die Klassen in der Betreuung mischen, ist hier ebenfalls von den Schüler*innen eine Mund-/Nasenbedeckung zu tragen. Schulsport ist kontaktlos durchzuführen.
Sekundarstufe I: Mund-/Nasenbedeckung sind auch im Unterricht sowohl von Schüler*innen als auch Lehrkräften/weiterem Personal zu tragen.Der Unterricht sollte möglichst nur im festen Klassenverband organisiert werden.Ausgenommen hiervon ist der Unterricht in Religion, Ethik, 2./3. Fremdsprache und Wahlpflichtunterricht.Sport ist ausschließlich kontaktlos und im Freien durchzuführen. Der Abstand von 1.5 Metern ist zwingend, da Mund-/Nasenbedeckung im Sport unzumutbar ist.
Für Integrierte Gesamtschulen und Förderstufen gilt zusätzlich: Die äußere Differenzierung ist aufzuheben.Binnendifferenzierung ist vorzusehen.Klassen sind nur im festen Klassenverband zu unterrichten. Ausgenommen hiervon sind die abschlussprüfungsrelevanten Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch in den Jahrgängen 9 und 10.
Auslösung der Stufe 3 „Wechselmodell“ in Sekundarstufe II und Berufliche Schulen: Mund-/Nasenbedeckung sind auch im Unterricht sowohl von Schüler*innen als auch Lehrkräften/weiterem Personal zu tragen.Der Mindestabstand von 1.5 Metern ist auch im Unterricht einzuhalten.Die Lerngruppen sind im Bedarfsfall entsprechend zu teilen.Sport ist ausschließlich kontaktlos und im Freien durchzuführen.Der Abstand von 1.5 Metern ist zwingend, da Mund-/Nasenbedeckung im Sport unzumutbar ist.Wechsel zwischen Präsenz- und Distanzunterricht.
Für alle Schulen gilt: Schulveranstaltungen in Präsenz sind bis auf weiteres auszusetzen.Für schulorganisatorische Maßnahmen stehen die schulfachlichen Dezernent*innen des Staatlichen Schulamtes zur Verfügung.

20.10. Inzidenz im Landkreis Darmstadt-Dieburg überschreitet die kritische Marke von 50

Die Inzidenz ist im Landkreis Darmstadt-Dieburg am Dienstag (20.) auf 53 gestiegen und hat damit die kritische Marke von 50 überschritten, weswegen weitere Maßnahmen ergriffen werden müssen.
Bereits am vergangenen Freitag (16.) hat sich der Landkreis Darmstadt-Dieburg den Maßnahmen, die die Städte und Landkreise mit einer Inzidenz von 35 und mehr aus der Rhein-Main-Region festgelegt haben, angeschlossen. „Diese Entscheidung, die von manchem als unverhältnismäßig und überzogen angesehen wurde, hat sich als richtig erwiesen. Auch bei uns ist die Inzidenz rasant gestiegen, auch wir haben einen starken Anstieg an Neuinfektionen. Neben den Maßnahmen, die wir heute getroffen haben, gelten weiterhin die Regelungen, die gestern in Kraft getreten sind. Dazu gehört das Zuschauerverbot bei Profisport- und Amateursportveranstaltungen“, so Landrat Klaus Peter Schellhaas.

Gemeinsam mit dem Gesundheitsamt für die Stadt Darmstadt und den Landkreis Darmstadt-Dieburg hat der Verwaltungsstab nun weitere Maßnahmen getroffen, die ab 21. Oktober, gelten und in zwei Allgemeinverfügungen erlassen sind. Die Allgemeinverfügungen stehen unter https://perspektive.ladadi.de und unter www.ladadi.de zum Download bereit.

Folgende Maßnahmen gelten im gesamten Landkreis Darmstadt-Dieburg ab dem 21. Oktober vorerst bis zum 4. November:

  • Bei öffentlichen Veranstaltungen, in öffentlichen Einrichtungen, bei Trauerfeierlichkeiten, in Kirchen und vergleichbaren Räumlichkeiten muss zusätzlich auch am eigenen Sitzplatz eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. In ambulanten Pflegediensten und Werkstätten für Menschen mit Behinderung gilt Maskenpflicht. Dies gilt auch für Fußgängerzonen.
  • Bei privaten Zusammenkünften in angemieteten oder öffentlichen Räumen wird die Höchstteilnehmerzahl auf 10 Personen oder 2 Hausstände beschränkt.
  • Es wird dringend empfohlen, private Zusammenkünfte in privaten Räumen auf eine Höchstteilnehmerzahl von 10 Personen oder zwei Hausstände zu begrenzen.
  • Es gilt ein generelles Außenabgabeverbot von Alkohol zum Sofortverzehr (Außer-Haus-Verkauf) zwischen 23 und 6 Uhr.
  • Der Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr verboten.
  • Öffentliche Veranstaltungen werden auf maximal 100 Teilnehmende begrenzt. Ausnahmen bedürfen eines mit dem zuständigen Gesundheitsamt abgestimmten Hygienekonzeptes.

Diese Regelungen werden nur dann ausgesetzt, wenn die Inzidenz wieder mindestens vier aufeinander folgende Tage unterhalb von 50 liegt. Beim Erreichen einer Inzidenz von über 75 oder bei einem  weiterem kontinuierlichen Anstieg der Inzidenz über zehn Tage über 50 dürfen sich im öffentlichen Raum nur noch maximal fünf Personen oder Angehörige von zwei Hausständen treffen.

Weiterhin gelten die am vergangenen Freitag getroffenen Maßnahmen, die am 19.10. in Kraft getreten sind:

  • Maskenpflicht für alle Schülerinnen und Schüler ab der 5. Klasse für zunächst 14 Tage nach Ende der HerbstferienSchulsport für alle Schülerinnen und Schüler ab der 5. Klasse für zunächst 14 Tage nach Ende der Herbstferien nur kontaktlos und im Freien. Für Grundschulen Schulsport in diesem Zeitraum kontaktlos.Profisportveranstaltungen finden ab einer Inzidenz von 35 entsprechend des Beschlusses des Bundeskanzleramtes und der Chef/innen der Staatskanzleien ohne Zuschauer/innen statt. Im Amateursport sind ab einer Inzidenz von 35 ebenfalls keine Zuschauer/innen zugelassen. Ausgenommen davon sind jeweils eine erziehungsberechtigte Person pro minderjährigem Teilnehmenden sowie die Trainer/innen und Betreuer/innen.Ab einer Inzidenz von 50 gilt folgende Besuchsregelung in Alten- und Pflegeheimen: maximal drei Besuche pro Woche für jeweils eine Stunde und maximal zwei Personen pro Besuch.
  • Sperrstunde ab Mittwoch, 21. Oktober
  • Ab Mittwoch gibt es eine Sperrstunde von 23 bis 6 Uhr für die Gastronomie sowie die Vergnügungsstätten (darunter fallen nicht die Spielotheken). Darüber hinaus darf in der Zeit von 23 bis 6 Uhr kein Alkohol im öffentlichen Raum konsumiert werden.
  • Die Sperrzeitregelungen werden nur dann ausgesetzt, wenn die Inzidenz wieder mindestens vier aufeinander folgende Tage unterhalb von 50 liegt.

Aufgrund eines Übermittlungsfehlers haben sowohl das Robert Koch-Institut (RKI) als auch das Hessische Ministerium für Soziales und Integration (HMSI) für Sonntag (18.) und Montag (19.) keine Neuinfektionen (+0) gemeldet. Am Sonntag waren es jedoch +39 Neuinfektionen und am Montag +48 (insgesamt +87). Derzeit liegt die Anzahl der Coronafälle im LaDaDi bei 980, davon sind 702 genesen, was eine Anzahl von 256 aktiven Infektionen ergibt.  (as)

17.10. LaDaDi: gemeinsame regionale Maßnahmen gegen Corona 

Die kreisfreien Städte und Landkreise im Rhein-Main-Gebiet Frankfurt, Wiesbaden, Offenbach, Darmstadt, der Kreis Groß-Gerau die Landkreise Main-Kinzig, Main-Taunus, Rheingau-Taunus, Hochtaunus und Offenbach haben sich am Donnerstag (15.) auf gemeinsame Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus festgelegt, wenn die Inzidenz auf über 35 steigt. In allen genannten Städten und Landkreisen liegt die Inzidenz derzeit weit über 35, teilweise sogar über der kritischen Marke von 70.  Die Inzidenz im Landkreis Darmstadt-Dieburg liegt am heutigen Freitag (16.) bei 30. Der Kreis hat derzeit in der Rhein-Main-Region noch nicht die 35er-Marke überschritten. Dennoch wird sich der Landkreis Darmstadt-Dieburg ebenfalls den Maßnahmen anschließen, die bereits in den anderen Kreisen und Städten ab einer Inzidenz von 35 gelten. „Das Virus macht vor den Kreisgrenzen nicht halt. Auch wir werden uns einer höheren Inzidenz annähern und deshalb ist es wichtig, dass wir schon jetzt die Maßnahmen, die gestern von unseren Nachbarkreisen und Nachbarstädten getroffen wurden, umsetzen. Wir liegen inmitten der Rhein-Main-Region und es kann und darf kein Flickenteppich entstehen. Die Menschen brauchen einheitliche Regeln. Die Maßnahmen, die auch wir jetzt ergreifen, sind präventiv. Es gibt zwischen den Landkreisen und den Städten keine Grenzen. Durch Arbeit, Schule und Familie mischen sich die Menschen, verlassen ihre Stadt oder ihren Kreis. Deshalb ist es wichtig, dass innerhalb unserer Region, auch wenn bei uns die Inzidenz derzeit noch nicht bei über 35 liegt, einheitliche Regeln gelten“, so Landrat Klaus Peter Schellhaas. Der Leiter des Verwaltungsstabes Rainer Leiß ergänzt: „Wir waren in die Gespräche, die gestern zwischen den Städten und Kreisen in der Rhein-Main-Region stattgefunden haben, nicht eingebunden, weil bei uns die Inzidenz noch keine kritischen Werte erreicht hat. Die Inzidenz im Landkreis Darmstadt-Dieburg lag gestern bei 28. Wir haben uns dazu entschieden, die nachfolgenden Maßnahmen bereits jetzt vorsorglich anzuordnen.“

Ab Montag, 19. Oktober, gelten folgende zwischen dem Gesundheitsamt und dem Verwaltungsstab abgestimmte Maßnahmen:

  • Maskenpflicht für alle Schülerinnen und Schüler ab der 5. Klasse für zunächst 14 Tage nach Ende der HerbstferienSchulsport für alle Schülerinnen und Schüler ab der 5. Klasse für zunächst 14 Tage nach Ende der Herbstferien nur kontaktlos und im Freien. Für Grundschulen Schulsport in diesem Zeitraum kontaktlosProfisportveranstaltungen finden ab einer Inzidenz von 35 entsprechend des Beschlusses des Bundeskanzleramtes und der Chef/innen der Staatskanzleien ohne Zuschauer/innen statt. Im Amateursport wird ab einer Inzidenz von 35 empfohlen, keine Zuschauer/innen zuzulassen. Ausgenommen davon sind jeweils eine erziehungsberechtigte Person pro minderjährigem Teilnehmenden sowie die Trainer/innen und Betreuer/innenAb einer Inzidenz von 50 gilt folgende Besuchsregelung in Alten- und Pflegeheimen: maximal drei Besuche pro Woche für jeweils eine Stunde und maximal zwei Personen pro Besuch
  • Eine Sperrstunde in der Gastronomie sowie ein Alkoholverkaufsverbot in der Zeit von 23 bis 6 Uhr ist in Vorbereitung und wird von der Entwicklung der Inzidenz abhängig gemacht.

„Wir müssen alle an einem Strang ziehen, um die Weiterverbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Ich appelliere nochmals eindringlich an alle, die AHA-Regeln einzuhalten: Abstand, Hygiene, Alltagsmaske; und an die App und das Lüften zu denken. Ich bitte alle, sich gut zu überlegen, ob die Familienfeier, das Treffen mit Freunden, der Besuch einer Veranstaltung oder die Teilnahme an einer Sitzung sein müssen“, so Landrat Klaus Peter Schellhaas. (as)

An dieser Stelle lesen Sie tagesaktuell die wichtigen Änderungen und Maßnahmen
Kreis Bergstraße  - Infos hier: www.kreis-bergstrasse.de/corona
Kreis Darmstadt-Dieburg Infos hier: https://perspektive.ladadi.de/index.php?id=137
Der Inzidenzwert ergibt sich aus der Zahl der innerhalb einer Woche Neuerkrankten unter 100.000 Einwohnern.

28.10. Hessen ergänzt das bestehende Präventions- und Eskalationskonzept um weitere Maßnahmen - Infos hier

Tägliche Übersicht der bestätigten SARS-CoV-2-Fälle
Fragen und Antworten zu den wichtigsten Regelungen
, Gesundheitsämter, Risikogebiete, Eskalationskonzept
Infos hier

Unser "gesundes" Corona hilft leider nicht gegen Covid 19 (Coronavirus SARS-CoV-2), stärkt aber allgemein die Gesundheit!
Was genau Corona ist, lesen Sie hier.

Kreis Bergstraße, 9. Oktober 2020: Inzidenzwert übersteigt Marke von 20 - Kreis ergreift Maßnahmen

Mit 58 Neuinfektionen innerhalb der letzten sieben Tage liegt der Inzidenz-Wert für den 10. Oktober 2020 im Kreis Bergstraße bei 21,44 und hat damit die Stufe von 20 überschritten. Ab einem Inzidenzwert von 20 greift die 2. Stufe des Eskalationskonzepts des Landes Hessen zur Bekämpfung des Corona-Virus. Die 2. Stufe des Eskalationskonzepts sieht vor, dass erste gezielte lokale Maßnahmen ergriffen werden müssen, um das Coronavirus wieder einzudämmen. Dazu gehören ein erweitertes Meldewesen und andere bedarfsgerechte, an die jeweilige Situation angepasste Maßnahmen.
Wie Gesundheitsdezernentin Diana Stolz mitteilt, ist das Infektionsgeschehen im Kreis Bergstraße nicht auf einen Ort oder eine Teilregion des Kreises begrenzt. Unter Leitung der Gesundheitsdezernentin hat deshalb die Corona-Task-Force des Kreises erste Maßnahmen, wie sie nach dem hessischen Eskalationskonzept erforderlich sind, ergriffen: So wurden die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Bergsträßer Städte und Gemeinden vom Landrat und der Gesundheitsdezernentin aufgefordert, verstärkte Kontrollen durch die kommunalen Ordnungsbehörden durchzuführen, welche die Einhaltung der Corona-Bestimmungen des Landes kontrollieren. Des Weiteren wird eine Gestattung von Veranstaltungen mit mehr als 250 Personen mit Wirkung zum 10. Oktober 2020 gegenstandslos. Neue Anträge sind bei einer Inzidenz von mehr als 20 nicht genehmigungsfähig.
Landrat Christian Engelhardt sieht die aktuelle Entwicklung der Infektionsfälle mit Sorge: „Viele Menschen haben im Frühjahr unter den starken Einschränkungen gelitten. Soziale Kontakte haben gefehlt, den Kindern die Schule und der Kindergarten, und für viele hat die Pandemie wirtschaftliche Existenzängste und -nöte mit sich gebracht.“ Solche Einschränkungen solle es aus seiner Sicht deshalb nicht mehr geben müssen! Engelhardt appelliert deshalb an alle Bürgerinnen und Bürger im Kreis Bergstraße: „Daran sollten wir denken und lieber jetzt verstärkt freiwillig auf unser Verhalten achten. Wir haben eine gemeinsame Verantwortung! Ich bitte deshalb nochmals alle Bergsträßerinnen und Bergsträßer: Tragen Sie mit Ihrem Verhalten dazu bei, die Pandemie in einem kontrollierbaren Rahmen zu halten.“

Landkreis Darmstadt-Dieburg, 13.10.20: Inzidenz im Landkreis Darmstadt-Dieburg auf über 20 gestiegen

Die Inzidenz ist der Wert, der die Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner in einem Landkreis oder kreisfreien Stadt angibt. „Eine Inzidenz von 22 ist kein Grund zur Beunruhigung, aber es zeigt sich, dass das Coronavirus da ist und dass auch bei uns ein Anstieg an Infektionen zu verzeichnen ist. Der Kreis ist keine Insel der Glückseligen, wenngleich bei uns derzeit die Inzidenz noch lange nicht die Werte wie in Darmstadt, Offenbach und Frankfurt erreicht hat“, so Landrat Klaus Peter Schellhaas.
Bereits Anfang Juli hat das Land Hessen ein landesweites Präventions- und Eskalationskonzept zur Eindämmung der weiteren Ausbreitung des Coronavirus erlassen. Das Konzept sieht vor, dass ab einer Inzidenz von 20 eine Meldung an das Hessische Ministerium für Soziales und Integration (HMSI) erfolgen muss. Weiter gelten eine erhöhte Aufmerksamkeit sowie bedarfsgerecht angepasste Maßnahmen. Ab einer Inzidenz von 35 schaltet sich der COVID-19-Planungsstab des HMSI ein und es gelten erweiterte Maßnahmen, die gemeinsam mit den Städten und Landkreisen und den jeweiligen Gesundheitsämtern festgelegt werden. Steigen die Neuinfektionen pro 100.000 innerhalb von sieben Tagen auf über 50 an, gibt es ein konsequentes Beschränkungskonzept (Erweiterung der Maßnahmen). Ab einer Inzidenz von 75 übernimmt der Planungsstab COVID-19 des HMSI die Steuerung der Lage.
„Ich appelliere an alle Bürgerinnen und Bürger des Kreises, die AHA-Regeln einzuhalten: Abstand, Hygiene, Alltagsmaske. Wir müssen die sommerliche Unbeschwertheit ablegen. Nur gemeinsam können wir die Ausbreitung des Virus verlangsamen. Deshalb bitte ich alle, sich gut zu überlegen, ob die Familienfeier, das Treffen mit Freunden, der Besuch einer Veranstaltung oder die Teilnahme an einer Sitzung sein müssen“, erläutert Landrat Schellhaas. „Seit Beginn der Pandemie Anfang März arbeitet der Verwaltungsstab, der am 6. März einberufen wurde, täglich. Die Kolleginnen und Kollegen tun seit Monaten ihr Bestes, um die Lage beherrschbar zu halten.“

  1. Zukunftssichere medizinische Versorgung
  2. Team des Gesundheitsamtes wächst: Insgesamt sieben neue Mitarbeitende nehmen ihre Arbeit auf / Weitere Neueinstellungen geplant
  3. Neuer Mittelpunkt für Hebammennetzwerk: Bergsträßer Hebammen tauschen sich über Geburtshaus, Akademisierung und Corona aus
  4. COVID-Fahrdienst entlastet Mediziner und Testcenter: Kassenärztliche Vereinigung unterstützt mit Fahrdienst
  5. Neue Wege in eine Ausbildung: Vermittlung von Ausbildungsplätzen während der Corona-Pandemie

Zukunftssichere medizinische Versorgung

Nur gemeinsam und in einem offenen Dialog mit den vor Ort Beteiligten und mit Unterstützung der Kreisverwaltung kann eine bedarfsgerechte und zukunftssichere medizinische Versorgung gelingen. Dies ist die zentrale Aussage der vom Kreis beauftragten kreisweiten Versorgungsanalyse. Wie steht es im Kreis Bergstraße um die gesundheitliche Versorgung? Im Rahmen der Analyse sollten die Ist-Situation sowie Versorgungsschwerpunkte im Kreis analysiert werden, unter besonderer Beachtung der demografischen und geographischen Gegebenheiten und Entwicklungen. Auf Basis der Daten soll die Struktur einer angemessenen Gesundheitsversorgung und zukünftige Leistungen bestimmt sowie neue innovative Gesundheitsansätze aufgezeigt werden.

Nachdem der Kreistag einstimmig zugestimmt hatte, die Strukturen der medizinischen Versorgung im Kreis Bergstraße zu analysieren, die erhobenen Gesundheitsdaten zu evaluieren und sie durch Handlungsempfehlungen in allen Teilregionen des Kreises zu ergänzen, wurde dazu nach einer Ausschreibung der Dienstleister QUAESTIO Forschung & Beratung aus Bonn beauftragt, gemeinsam mit dem Institut für Allgemeinmedizin der Johann Wolfgang von Goethe-Universität in Frankfurt.

Vertreter des Instituts und von Quaestio stellten im Frühjahr gemeinsam die Erkenntnisse aus den erhobenen Gesundheitsdaten, aus qualifizierten Experteninterviews und wissenschaftlichen Analysen vor und ergänzten diese durch Handlungsempfehlungen für alle Teilregionen des Kreises. In einem ersten Zwischengespräch im Juni wurden Auszüge der Analyse der Versorgungsstrukturen im Status Quo dargestellt. Entsprechend des Tenors des Berichts folgt nun die Diskussion der Inhalte mit den Experten aus dem Kreis, wie zum Beispiel den Mitgliedern der Lokalen Gesundheitskonferenz, den Netzwerken NOVO und NORIE im Odenwald und im Ried sowie den Ärztenetzen. „Unser Ziel ist es, ein räumliches Versorgungskonzept zu entwickeln. Das können wir nur gemeinsam mit denen, die die medizinische Versorgung unserer Kreisbevölkerung vor Ort jeden Tag erleben und gestalten“, lädt die Gesundheitsdezernentin zum offenen Dialog ein.

Bei einer Arbeitsgruppensitzung mit politischen Gremienvertretern, bei der die Ergebnisse der Versorgungsanalyse präsentiert wurden, zeigte sich die Initiatorin der Sitzung und Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz zufrieden: „Dass alle anwesenden Parteivertreterinnen und -vertreter die Inhalte der Versorgungsanalyse ausdrücklich loben und empfehlen, entsprechend weiterzuarbeiten, bestätigt uns in unserer Arbeit und in der Auswahl der damit betrauten Experten. Was mich persönlich auch sehr freut, ist, dass der Bericht uns als Kreis bescheinigt, dass wir mit unseren bisherigen konzertierten Aktivitäten bundesweit eine Vorreiterrolle einnehmen.“

Team des Gesundheitsamtes wächst: Insgesamt sieben neue Mitarbeitende nehmen ihre Arbeit auf / Weitere Neueinstellungen geplant

Die Corona-Pandemie hat sie nicht nur ins Rampenlicht gebracht, sondern ihnen vor allem auch viel Arbeit beschert: den Gesundheitsämtern. Daher hat die Kreisverwaltung das Team des Bergsträßer Gesundheitsamtes nun deutlich aufgestockt. Insgesamt sieben Personen verstärken die Mannschaft, die in der Kettelerstraße in Heppenheim ihren Dienst tut. Bei den neuen Mitarbeitenden handelt es sich um zwei Ärzte und fünf Fachkräfte aus dem medizinischen Bereich, die im Juli beziehungsweise August und September ihren Dienst antraten. Einer der nun eingestellten Ärzte war bereits zuvor ehrenamtlich für das Gesundheitsamt tätig. Landrat Christian Engelhardt begrüßte die neuen Mitarbeitenden herzlich im Landratsamt: „Wir freuen uns sehr, dass Sie da sind und dass Sie unser Team im Gesundheitsamt mit ihrer jeweiligen exzellenten Expertise unterstützen.“

Auch die Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Diana Stolz begrüßte die Neuzugänge herzlich. Sie hob zudem hervor, dass das Kollegium im Gesundheitsamt in den vergangenen Monaten unglaubliche Leistungen vollbracht habe: „Ich möchte allen Mitarbeitenden des Gesundheitsamtes und auch den anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus anderen Abteilungen, die dort unterstützen, sehr herzlich für ihre Einsatzbereitschaft und ihre gute Arbeit in den vergangenen, sehr fordernden Monaten danken. Sie haben eine tollen Job gemacht! Ihnen als „Neue“, bin ich sehr dankbar, dass sie das Team nun entlasten und unterstützen.“

Zusätzlich soll es weitere, an die Entwicklung des Infektionsgeschehens angepasste kurzzeitige personelle Unterstützungen geben, zum Beispiel im Rahmen von Abordnungen sowie Unterstützung durch ehrenamtliches Personal. Aber auch weitere Neu-Einstellungen sind geplant. Zur Sicherstellung des Infektionsschutzes im Rahmen der Corona-Pandemie war zunächst auf Personal der Kreisverwaltung innerhalb und außerhalb des Gesundheitsamtes zurückgegriffen worden. Auf diesem Wege ist es im Kreis Bergstraße bisher stets möglich gewesen, bei allen neuen Infektionsfällen zeitnah und vollständig Kontaktermittlungen umzusetzen und damit zahlreiche Infektionsketten zu kappen und das Virus einzudämmen. Insgesamt sind für das Bergsträßer Gesundheitsamt aktuell bis zu 100 Mitarbeitende im Rahmen der Bewältigung der Covid-19-Pandemie einsetzbar.

Neuer Mittelpunkt für Hebammennetzwerk: Bergsträßer Hebammen tauschen sich über Geburtshaus, Akademisierung und Corona aus

Kreis Bergstraße (kb). Vor Kurzem trafen sich rund 20 Bergsträßer Geburtshelferinnen zur Kreisversammlung des Landesverbandes der Hessischen Hebammen. Die rege Teilnahme freute Landrat Christian Engelhardt, der die anwesenden Fachkräfte im Mörlenbacher Bürgerhaus begrüßte. „Sie alle leisten unglaublich wertvolle Arbeit für die Bergsträßer Eltern“, betonte Engelhardt. Er erinnere sich selbst noch gut an seine persönlichen Erfahrungen. „In der Schwangerschaft und nach der Geburt haben junge Paare unglaublich viele Fragen und warten ungeduldig auf Ihren Besuch. Mit Ihrer Kompetenz und Ihrer Erfahrung tragen Sie entscheidend dazu bei, dass es ‚frischgebackenen‘ Familie gut geht. Für diese wichtige Arbeit, die viele Zeit und das Herzblut, das Sie investieren, danke ich Ihnen allen!“

Da Hebammen und Entbindungspfleger unersetzliche Arbeit leisten, setzt sich die Erste Kreisbeigeordnete und Bergsträßer Gesundheitsdezernentin Diana Stolz seit ihrem Amtsantritt für diese Berufsgruppen ein. Sie hat bereits mehrere Aktivitäten initiiert, mit denen speziell Nachwuchskräfte aus dem Bereich Geburtshilfe unterstützt werden sollen. So konnten zum Beispiel durch den Zuschuss zur Erstausstattung für Hebammen durch den Kreis zwei neue Kolleginnen für eine Niederlassung im Kreisgebiet gewonnen werden. Weitere Anfragen liegen vor. Außerdem gibt es inzwischen ein Mentoren-Programm, bei dem erfahrene Bergsträßer Hebammen neuen Fachkräften zur Seite stehen. Darüber hinaus begleitet Diana Stolz als Ideengeberin und „Patin“ auch die Entstehung des Geburtshauses Bergstraße. Dieses soll zur großen Freude aller Beteiligten voraussichtlich im Frühjahr 2021 seine Arbeit aufnehmen. Alle teilnehmenden Hebammen der Kreisversammlung waren sich darin einig, dass das Geburtshaus den idealen Mittelpunkt für ein aktives Netzwerk im Kreis bildet und zukünftig als Treffpunkt der Hebammen dienen kann.

An der Hebammenversammlung nahm neben Landrat Engelhardt auch Prof. Dr. Monika Greening teil, die als Hebamme einen Hochstuhl für Hebammenwissenschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen innehat. Sie stellte den anwesenden Fachkräften die neuen gesetzlichen Vorgaben vor, durch die die Hebammenausbildung akademisiert und an den Hochschulen angesiedelt wird. Dabei informierte Prof. Dr. Greening die Anwesenden umfassend zum aktuellen Stand des primärqualifizierenden Hebammenstudiengangs an der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen, der 2021 starten soll. Durch die „Primärqualifizierung“ absolvieren die Hebammen gleichzeitig eine Ausbildung und ein Bachelorstudium, so dass sie am Ende zwei Abschlüsse haben: den der staatlich anerkannten Hebamme und den Bachelor of Science. Die Bergsträßer Hebammen interessierten sich dabei vor allem dafür, wie die Zulassung von Praxisanleiterinnen für die Studienabschnitte in der freiberuflichen Geburtshilfe (sogenannte Externate) zukünftig geregelt ist.

Darüber hinaus tauschten sich die Hebammen bei der Versammlung auch über die aktuellen Arbeitsbedingungen aus. Denn: Auch die Arbeit der Hebammen ist durch das SARS-CoV-2-Virus beeinträchtigt. Von Schutzausrüstung über Geburtsvorbereitungskurse bis hin zu Testmöglichkeiten begleitete das Coronavirus auch die Geburtshelferinnen in ihrem Arbeitsalltag. Neuigkeiten aus dem Bundesverband der Hebammen, Ehrungen von Jubilarinnen und Begrüßung neuer Mitglieder sowie ein allgemeiner kollegialer Austausch rundeten das Programm der Versammlung ab.

COVID-Fahrdienst entlastet Mediziner und Testcenter: Kassenärztliche Vereinigung unterstützt mit Fahrdienst

Kreis Bergstraße (kb). Am vergangenen Wochenende lag der Inzidenz-Wert im Kreis Bergstraße bei 21,44 und überstieg damit erstmals die Stufe von 20. Ab einem Inzidenzwert von 20 greift die zweite Stufe des Eskalationskonzepts des Landes Hessen zur Bekämpfung des Corona-Virus. Als weitere Reaktion auf die Entwicklung des Infektionsgeschehens haben der Kreis und die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) unter anderem gemeinsam die Wieder-Einrichtung des COVID-Fahrdienstes Südhessen betrieben. „Dass der Fahrdienst der KVH nun wieder verstärkt tätig sein kann, freut uns sehr“, so die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz. „Er entlastet neben dem COVID-Koordinierungscenter in Heppenheim natürlich auch die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte und trägt so zu einer möglichst schnellen Identifizierung von Infektionsketten bei. Wir sind der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen für die Ausweitung ihres Angebots sehr dankbar.“

Auch der stellvertretende Vorsitzende der KVH, Herr Dr. Eckhard Starke, begrüßt die Tätigkeit seines mobilen Teams: „Dass wir nun den COVID-Fahrdienst wieder reaktivieren, zeigt, wie flexibel wir in der Pandemie agieren müssen – und es gleichzeitig auch können. Wir sind damit in der Lage, vor Ort zu testen, wenn dies zum Beispiel bei einem größeren Ausbruch in einem Pflegeheim oder einer vergleichbaren Einrichtung nötig ist. Und dies, ohne die Kapazitäten in den Testcentern zu überfordern.“

Nach einer Erprobungsphase Anfang April in Nordhessen wurde der Fahrdienst auch in den übrigen ÄBD Regionalbezirken Süd, Ost, West und Rhein-Main ausgerollt. Aufgrund der zwischenzeitlich sinkenden Fallzahlen pausierte er in Südhessen im Sommer. Kriterien für den Einsatz des Fahrdienstes sind vor allem Positivfälle, immobile Patientinnen und Patienten, solche mit ausgeprägter Symptomatik oder besondere Konstellationen vor Ort. Die Disposition erfolgt ausschließlich über die KVH in Abstimmung mit dem Kreisgesundheitsamt. Darüber hinaus unterstützt der Kreis aktuell die KVH bei der Einrichtung eines winterfesten COVID-Koordinierungscenters.

 

Neue Wege in eine Ausbildung: Vermittlung von Ausbildungsplätzen während der Corona-Pandemie

Ein reibungsloser Start in die Ausbildung bildet für junge Menschen das Fundament für ihr gesamtes weiteres Berufsleben. Aufgrund der Corona-Pandemie standen viele Schulabgänger in diesem Jahr jedoch vor unerwarteten Herausforderungen. Denn: Die bewährte, persönliche Berufsberatung in den Schulen und Berufs-Informations-Zentren konnte in den zurückliegenden Monaten wegen der Corona-Pandemie nicht in gewohnter Weise stattfinden. Auch Praktika zur beruflichen Orientierung und Ausbildungsvorbereitung waren im ersten Halbjahr 2020 kaum möglich. Darüber hinaus unterlagen viele Bewerbungsverfahren für Ausbildungsstellen erheblichen Einschränkungen. Dies alles sind Faktoren, die den Wechsel von der Schule zum Beruf gerade für Jugendliche, die Leistungen nach dem SGB II (Hartz IV) beziehen, deutlich erschwert haben. So gab es in der Zeit während des Lockdowns von März bis Mai für Bewerberinnen und Bewerber kaum Kontaktmöglichkeiten zu den Unternehmen – und das in fast allen wirtschaftlichen Bereichen. In dieser Zeit wurden zum Beispiel Bewerbungsgespräche auf unbestimmte Zeit verschoben und das Probearbeiten neuer potentieller Mitarbeitender konnte nicht stattfinden. Außerdem konnten viele Betriebe ihren Personalbedarf für die kommenden Monate nicht vorausplanen, was die Arbeitsmarktsituation weiter verschärfte.

In dieser herausfordernden Situation waren und sind die Kommunalen Jobcenter in Hessen besonders gefordert. Während klassische Info-Veranstaltungen und vergleichbare Formate wegen der Pandemie ausfielen, rückten vielerorts neue und kreative Beratungsansätze in den Vordergrund – ob telefonisch, per Messenger-Dienst, Webkonferenz oder E-Mail. So auch beim Kommunalen Jobcenter „Neue Wege“ des Kreises Bergstraße: „Dank des Einsatzes digitaler Medien ist die Kommunikation auf Augenhöhe zu unseren Kundinnen und Kunden nicht abgerissen – besonders nicht zu den Jugendlichen. Um diese fit für ihren Ausbildungsstart zu machen, haben wir bei Neue Wege maßgeschneiderte Beratungs-, Qualifizierungs- und Fortbildungsangebote genutzt. Dabei legten die Mitarbeitenden den Fokus konsequent auf die persönlichen Stärken und Potentiale der jungen Menschen“, betont die Erste Kreisbeigeordnete und für den Eigenbetrieb „Neue Wege“ zuständige Dezernentin Diana Stolz.

So bietet „Neue Wege“ zum Beispiel mit der Maßnahme „Aktivcenter U25“ ein spezielles Angebot für Jugendliche unter 25 Jahren, das in Modulen aufgebaut ist und die Teilnehmenden in Arbeit und Ausbildung vermitteln soll. Diese Maßnahme führt die Merkur-Schule Private Schulgesellschaft mbH als Träger für das Kommunale Jobcenter des Kreises durch. Während des coronabedingten Lockdowns konnte auch die Beratung der Teilnehmenden dieser Maßnahme nur digital und telefonisch stattfinden. Dabei war es besonders herausfordernd für die Mitarbeitenden, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in dieser angespannten Situation dazu zu motivieren, nicht aufzugeben und sich eventuell auf alternative Berufswünsche einzulassen. Nach den Lockerungen Mitte Mai hat das Aktivcenter U25 die direkte und persönliche Zusammenarbeit mit den Teilnehmenden unverzüglich wiederaufgenommen. Besonders herausfordernd war dabei, dass sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer an die neuen AHA-Regeln (Abstand – Hygiene – Alltagsmaske) gewöhnen mussten.

2020 erzielte die „Merkur-Schule“ trotz der temporären Schließung ähnlich gute Vermittlungsergebnisse wie im Vorjahr. So konnten nach dem Lockdown drei junge Erwachsene eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen und im August begannen weitere acht Teilnehmende eine Ausbildung. Doch „Corona“ wird die Arbeit der Kommunalen Jobcenter noch eine ganze Zeit lang weiterbegleiten. Dabei zeichnet sich bereits jetzt ab, dass besonders die Unwägbarkeiten für die Unternehmen und die hohe Flexibilität, die von den potentiellen Arbeitnehmenden gefordert wird, eine Herausforderung sind. Gleichzeitig ist eine hohe digitale Kompetenz jedes und jeder Einzelnen essentiell. Hierbei gibt es auch jetzt noch Aufholbedarfe. Zudem müssen auch die entsprechenden technischen Voraussetzungen für Kundinnen und Kunden der Kommunalen Jobcenter geschaffen werden, damit diese eine höhere digitale Kompetenz entwickeln können.

Gemeinsam mit den Agenturen für Arbeit und den einzelnen regionalen Arbeitgebenden, Kammern sowie Wirtschaftsverbänden arbeiten die Kommunalen Jobcenter unermüdlich daran, passgenaue Lösungen zu finden, um jungen Menschen, die Leistungen nach dem SGB II beziehen, mit einer Ausbildung eine zukunfts- und existenzsichernde Perspektive zu eröffnen. Über allem steht das Credo der Kommunalen Jobcenter in ganz Deutschland: Stark. Sozial. Vor Ort.

 

 

 

 

 

Zuschuss von 50 Millionen Euro / Optimiertes Medizinkonzept

Der Kreis Bergstraße wird, nachdem der Kreistag der entsprechenden Landratsvorlage zustimmt hat, für die Modernisierung des Kreiskrankenhauses Bergstraße einen Zuschuss in Höhe von 50 Millionen Euro zahlen. Im Zuge der eigentlichen Modernisierungsarbeiten soll das Kreiskrankenhaus zudem ein neues Medizinkonzept erhalten, auf dessen Basis der Standort gesichert, modernisiert und weiter ausgebaut werden kann. „Das Kreiskrankenhaus ist von entscheidender Bedeutung für die gesundheitliche Versorgung der Bergsträßerinnen und Bergsträßer“, betont Landrat Christian Engelhardt. „Allerdings hat die Einrichtung aktuell einen großen Investitionsbedarf. Mit Hilfe der Finanzspitze stellen wir als Kreis den Erhalt des Krankenhauses sicher und unterstützen zudem dessen Weiterentwicklung sowie eine Ausweitung der angebotenen Versorgungsleistungen.“

Insgesamt würden für die Generalsanierung, die bis in Jahr 2026 abgeschlossen sein soll, mindestens 108 Millionen Euro in das Kreiskrankenhaus investiert, so der Landrat.  Das Kreiskrankenhaus Bergstraße werde zudem in „Klinikum Bergstraße des Universitätsklinikums Heidelberg“ umbenannt werden. „Dies sind die Ergebnisse von sehr intensiven Gesprächen, die ich gemeinsam mit der Ersten Kreisbeigeordneten Diana Stolz und dem Vorstand des Universitätsklinikums Heidelberg sowie der Geschäftsführung des Kreiskrankenhauses Bergstraße in den vergangenen Wochen und Monaten über den Fortbestand des Krankenhauses geführt habe.“ Man habe sich bewusst dafür entschieden, das Krankenhaus gemeinsam mit der Universitätsklinikum Heidelberg als Top-Partner mit internationaler Reputation zu stärken – als entscheidenden Pfeiler der Gesundheitsversorgung in der Region sowie als Arbeitgeber. Der Abschluss dieser Zukunftssicherungsvereinbarung passt die damaligen Verträge aus dem Jahr 2012 an die aktuellen medizinischen und tatsächlichen Bedarfe an.

Alte und neue Sorten im Vergleich

(BZfE) – Weizenkörner bestehen zu etwa 70 Prozent aus Stärke. Ihr Eiweißanteil liegt in der Regel bei 10 bis 12 Prozent. Gluten, das sogenannte Klebereiweiß, macht davon mit etwa 75 bis 80 Prozent den Löwenanteil aus. Es handelt sich bei Gluten um ein Stoffgemisch aus verschiedenen Eiweißmolekülen. Diese lassen sich grob in zwei Untergruppen einteilen: die „Gliadine“ und die „Glutenine“. Insbesondere die Eiweißgruppe der Gliadine steht im Verdacht, unerwünschte Immunreaktionen hervorzurufen.

Eine glutenfreie Ernährung ist in den vergangenen zehn Jahren zunehmen populär geworden, obwohl sie für viele Menschen nicht notwendig wäre. Obligatorisch ist eine glutenfreie Ernährung bei zuverlässig diagnostizierter Zöliakie – und möglicherweise auch bei einer Weizenallergie. Viele Menschen entscheiden sich jedoch freiwillig für eine glutenfreie Ernährung aufgrund eigener Vermutungen oder weil sie sich eine Verbesserung ihres Wohlbefindens erhoffen. Zur Häufigkeit der Gluten-/Weizensensitivität gibt es bislang nur Schätzungen. Diese liegen zwischen einem und sechs Prozent der Bevölkerung und damit über der Prävalenz der Zöliakie. Die Dunkelziffer ist wahrscheinlich ebenso wie bei der Zöliakie sehr hoch.

Eine Studie des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München ging der Frage nach, ob moderne Weizensorten eventuell mehr immunreaktives Eiweiß enthalten als früher. Möglich machte dies das umfangreiche Saatgutarchiv des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung, wie die Teamleiterin der Arbeitsgruppe Professorin Katharina Scherf erläutert. Aus diesem wählten die Wissenschaftler 60 bevorzugte Weizensorten aus der Zeit zwischen 1891 und 2010 aus. Um vergleichbare Proben zu generieren, bauten sie die verschiedenen Sorten in den Jahren 2015, 2016 und 2017 unter jeweils gleichen geografischen und klimatischen Bedingungen an.

Die Analysen zeigten, dass moderne Weizensorten insgesamt etwas weniger Eiweiß enthalten als alte. Der Glutengehalt blieb dagegen über 120 Jahre konstant, wobei sich die Zusammensetzung des Glutens jedoch leicht veränderte: Während der Anteil der kritisch gesehenen Gliadine um rund 18 Prozent sank, stieg im Verhältnis der Gehalt der Glutenine um etwa 25 Prozent an. Darüber hinaus beobachteten die Forschenden, dass mit einer höheren Niederschlagsmenge im Erntejahr auch ein höherer Glutengehalt der Proben einherging. „Überraschenderweise hatten Umweltbedingungen wie die Niederschlagsmenge, sogar einen größeren Einfluss auf die Eiweißzusammensetzung als die züchterischen Veränderungen. Zudem haben wir zumindest auf Eiweißebene keine Hinweise darauf gefunden, dass sich das immunreaktive Potential des Weizens durch die züchterischen Maßnahmen verändert hat“, fasst Professorin Scherf zusammen.

Übrigens: Die mit Urgetreide (die zur Gattung Weizen gehörenden Getreidearten Einkorn, Emmer, Dinkel und Khorasan-Weizen sowie Waldstaudenroggen) oftmals verbundenen gesundheitlichen Aspekte müssen differenziert betrachtet werden. Für Menschen, die an Zöliakie leiden, ist Urgetreide keine Lösung, denn diese enthalten ebenfalls Gluten. Die einzige Therapie dieser Erkrankung ist der komplette Verzicht auf glutenhaltige Lebensmittel und damit eine lebenslange glutenfreie Diät.

Daneben gibt es Verbraucher, die mit Beschwerden auf den Verzehr von Weizengebäcken reagieren. Es wird diskutiert, dass nicht das im Weizen enthaltene Gluten, sondern die mit glutenhaltigen Produkten assoziierten Amylase-Trypsin-Inhibitoren (ATIs) zu einer Aktivierung des angeborenen Immunsystems führen. Auch die sogenannten nicht resorbierbaren FODMAPs (= fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide und [and] Polyole) könnten eine wichtige Bedeutung besitzen. Bei gesunden Menschen wirken die FODMAPs als Ballaststoffe. Alle Getreidesorten (alte und neue) enthalten ungefähr gleich viel davon. Bei einer genügend langen Teiggare werden diese Zuckerarten langsam abgebaut. Oftmals werden Brote mit Urgetreide-Arten mit einer längeren Teigführung hergestellt, so dass solche Brote für FODMAP-empfindliche Personen bekömmlicher sind. Nicht, weil sie aus Urgetreide hergestellt wurden, sondern weil sie eine längere Teigführung erfahren haben.

Rüdiger Lobitz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://pubs.acs.org/doi/10.1021/acs.jafc.0c02815

www.bzfe.de/inhalt/zoeliakie-29172.html

www.bzfe.de/inhalt/unvertraeglichkeiten-frei-von-im-trend-29170.html

www.dzg-online.de/krankheitsbild.312.0.html

www.leibniz-lsb.de/presse-oeffentlichkeit/pressemitteilungen/pm-14112018-pressemitteilung-einkorn-weizenunvertraeglichkeit/

Projekt Landpartie 2.0 verlängert

Kreis Bergstraße (kb). Der Kreis Bergstraße nimmt bereits seit 2016 gemeinsam mit dem Landkreis Fulda und dem Hochtaunuskreis am deutschlandweit einmaligen Modell „Landpartie 2.0.“ des Instituts für Allgemeinmedizin der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main teil. Frühzeitiger Patientenkontakt und regelmäßige Praxisphasen in einer Eins-zu-Eins-Betreuung sind das Markenzeichen der "Landpartie 2.0“ und zugleich der Wunsch vieler Medizinstudierender. Bei diesem Angebot verbringen die Studierenden ihr Blockpraktikum „Allgemeinmedizin“ in einer Hausarztpraxis – zum Beispiel im Kreis Bergstraße. Ziel ist es, angehenden Medizinerinnen und Medizinern bereits während dieses Praktikums die Möglichkeit zu geben, mehr praktische Erfahrungen zu sammeln, die hausärztliche Tätigkeit in ländlichen Regionen kennenzulernen und damit für medizinischen Nachwuchs für die Hausarztpraxen zu sorgen.

Nun geht die Landpartie 2.0 in die nächste Runde: Der Kreistag hat kürzlich einer erneuten Verlängerung der erfolgreichen Kooperation zugestimmt. Der Kreis Bergstraße ist somit bis April 2025 weiterhin Teil der Landpartie. Inzwischen beteiligen sich insgesamt sieben Arztpraxen aus dem Odenwald und dem Ried an diesem Programm.

„Sowohl unsere Ärztinnen und Ärzte als auch die Studierenden sind begeistert von diesem Programm. Die Mediziner sprechen von ‚frischem Wind‘, während die jungen Menschen aus den Hörsälen kommen und staunen, wie modern die sogenannten ‚Landarztpraxen‘ arbeiten“, betont die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz. Sie selbst hat alle Praxen, die an der Landpartie teilnehmen, besucht. Stolz, die gleichzeitig die Bergsträßer Gesundheitsdezernentin ist, ist davon überzeugt, dass die Landpartie 2.0 ein wichtiger Baustein ist, um langfristig den Mangel an ärztlichen Fachkräften in der Region abzumildern. Das Projekt zeige dabei im Kreis Bergstraße bereits erste Erfolge: „Einige der Nachwuchsmediziner haben die im Medizinstudium vorgesehene Famulatur und das praktische Jahr in den Praxen absolviert, in denen sie während ihrer Teilnahme an der „Landpartie 2.0“ aktiv waren. Es haben sich dabei bereits gute Beziehungen zwischen dem Medizinernachwuchs und den Mitarbeitenden in den Landarztpraxen entwickelt“, so die Gesundheitsdezernentin.

Seit dem Beginn der Landpartie 2.0 im Jahr 2016 konnten bereits vier Jahrgänge an dem Projekt teilnehmen. Aus jedem Jahrgang absolvierten sieben Studierende ihre regelmäßigen Praxisphasen in Hausarztpraxen des Kreises. Dadurch, dass seit 2019 weitere Arztpraxen aus dem Kreis Bergstraße an der Landpartie teilnehmen, kamen im vergangenen Jahr insgesamt 17 Studierende in den Landkreis Bergstraße, um hier ausgewählte medizinische Versorgungsmodelle kennenzulernen. Sie konnten sich ergänzend dazu mit Medizinern und Personen weiterer Gesundheitsberufe vor Ort austauschen. Durch diese frühen und intensiven praktischen Erfahrungen können die Studierenden ihre fachlichen Fähigkeiten erweitern und für sich herausfinden, ob sie später in der Allgemeinmedizin arbeiten möchten. Darüber hinaus lernen sie die medizinischen Strukturen sowie die regionalen Besonderheiten des jeweiligen Landkreises, in dem sie arbeiten, kennen. Inzwischen bewerben sich immer mehr Nachwuchsmediziner für das Programm.

Die Praxisphasen sind das Herzstück des Programms. Diese Phasen werden durch Kurse und Seminare an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt ergänzt. Darüber hinaus findet jedes Jahr ein Tagesausflug statt, bei dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Landpartie 2.0 innovative Versorgungsmodelle der einzelnen Regionen vor Ort kennenlernen.

Homepage: https://www.kreis-bergstrasse.de/

Interessante Informationen aus den Bereichen Wirtschaft, Kultur und Freizeit sowie Informationen aus unserer Region finden Sie unter www.wirtschaftsregion-bergstrasse.de.

 

 

Alles unter einem Dach: Landrat Christian Engelhardt eröffnet die neuen Räumlichkeiten des MVZ Lindenfels / MVZ und ÄBD nun gemeinsam untergebracht

Es ist vollbracht: Die Ärztinnen und Ärzte des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) Lindenfels und des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes (ÄBD) haben gemeinsam in neuen Räumlichkeiten in der Nibelungenstraße 105a ihre Arbeit aufgenommen. Landrat Christian Engelhardt eröffnete nun mit der Ersten Kreisbeigeordneten Diana Stolz, dem Ersten Stadtrat Otto Schneider, dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der für den ÄBD verantwortlichen Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH), Dr. Eckhard Starke, sowie mit Vertreterinnen und Vertretern des MVZ und des Universitätsklinikums Heidelberg den neuen Standort. „Ich freue mich sehr, dass wir in Lindenfels einen neuen größeren und zentralen Standort für das MVZ gefunden haben, den wir heute gemeinsam eröffnen können. Die neuen Räumlichkeiten sind dabei nicht nur modern, sondern auch technisch bestens ausgestattet“, betonte Landrat Engelhardt. Die Synergieeffekte, die in den neuen Räumlichkeiten erzielt werden könnten, seien beachtlich. So könnten unter anderem der Empfangsbereich, der Warteraum und auch das Labor gemeinsam genutzt werden und auch gemeinsames Personal angestellt werden. Dadurch könnten Platz sowie finanzielle und personelle Ressourcen gespart werden – das ermögliche einen wirtschaftlicheren Betrieb. Dies, so Engelhardt, sei ein wichtiger Baustein für die langfristige Stabilität des medizinischen Angebots. „Nur an einem Standort, der sich trägt, kann auch ein Ausbau medizinischer Leistungen stattfinden.“ Darüber hinaus sei der neue Standort zentral gelegen, gut an den ÖPNV angebunden und barrierefrei zugänglich. Mit der rund 360 Quadratmeter großen Praxis sei zudem eine Expansion sowie eine wirtschaftlichere Auslastung des MVZ möglich. Um die flächendeckende medizinische Versorgung der Bürgerinnen und Bürger aufrechtzuerhalten und sogar zu verbessern, hatte der Kreis Bergstraße sich an den Kosten des neuen MVZs finanziell beteiligt.

Im Sommer 2020 habe ich eine Durchblick-Umfrage unter ortsansässigen Metzgern und Landwirten durchgeführt, diese ergab, gibt es verschiedene Wege zur Verarbeitung von Schlachtvieh. Lesen Sie hier über die unterschiedlichen Konzepte der Metzger Gunther Hornung, Dieter Rossmann, Karl-Heinz Hechler sowie von Landwirt Björn Reinig und was sie über manche Regelungen denken. Ihre Marieta Hiller

Woher kommt das Fleisch?

Bei Schweinefleisch ist die Herkunft für Verbraucher und für Metzger nur bis zum Zerlegebetrieb zurückverfolgbar. Bei Rindfleisch gibt es eine Etikettierung, jedoch bestimmt der Zerleger, was draufsteht. "Deutschland" ist ausreichend, jede nähere Bezeichnung ist freiwillig, muß dann aber belegbar sein.
Echtes Biofleisch ist für kleine Landmetzgereien zu teuer und Biofleisch aus dem Discounter / Supermarkt scheint oft unaufrichtig, wenn man die Kalkulation von Biobauern zugrunde legt, derzufolge ein Kilo Rinderhack 24 Euro kosten muß, wenn der Landwirt - immerhin! - ein Bruttoeinkommen von 3300 Euro monatlich erwarten möchte. Da taucht die Frage an "den Verbraucher" auf: was verdienen Sie monatlich brutto und was sind Sie bereit für ein Kilo Rinderhack zu zahlen? So beantwortet sich einiges von selbst...

Selbst schlachten oder vom Schlachthof?

Während Hechlers (Reichenbach) ihr Fleisch vom Schlachthof Bensheim beziehen, läßt sich Hornung (Reichenbach) aus Mosbach beliefern und Rossmanns (Lützelbach) schlachten selbst. Die meisten Schlachthöfe in der näheren Umgebung haben geschlossen: Darmstadt, Frankfurt, Heidelberg. Auch Bensheim ist lediglich noch Handelsstation, hier ist deutsches Fleisch erhältlich. Der Odenwald-Schlachthof in Brensbach erhält im Gegensatz zu den großen Schlachtbetrieben keine staatliche Förderung und mußte lange ziemlich um seinen Bestand kämpfen, bevor die Vorfälle in den großen Betrieben publik wurden. In Brensbach gibt es nur festangestellte Mitarbeiter und selbständige Metzger, die bei der Schlachtung unterstützen. Das Schlachtvieh kommt nach eigenen Angaben aus dem Odenwaldkreis, Kreis Bergstraße und Darmstadt/Dieburg und wird meist direkt angeliefert, da es nur begrenzt Stallplätze für Übernachtung der Tiere gibt. Besser wäre es, wenn sich die Tiere über Nacht erholen können. Allerdings müssen sie dann auch gefüttert werden und beim Schlachten sind die Därme voll.
Familie Hornung bezieht das Fleisch von einem Landwirt in Mosbach und nimmt die größere Entfernung gern in Kauf, da Haltung und Qualität überzeugt. Geschlachtet werden die Tiere im 10 km entfernten Metzgerbetrieb Schäfer, der das Fleisch auch liefert. Hier wird von festangestellten Mitarbeitern vor allem für Selbstvermarkter geschlachtet. Allerdings: wenn ein Metzger Fleisch vom Bauern haben möchte, muß der Fleischbeschauer hinkommen, das kostet. Der Landwirt braucht diverse Begleitpapiere und einen Beförderungsschein zum Schlachtort, das ist viel Aufwand für wenig Gewinn. Die Schweine deren Fleisch bei Hornungs verkauft wird, haben in Mosbach Außenbereich und offenen Stall mit 2,5-3 Quadratmeter pro Sau, diese liegen auf Stroh und können sich frei bewegen. Der Vorteil: sie stinken nicht. Aber Gunther Hornung ist überzeugt, daß die regionale Viehhaltung immer weiter zurückgehen wird, da die Unterstützung durch die Politik fehlt oder richtige Entscheidungen nicht umgesetzt werden.
Bei Rossmanns in Lützelbach stehen die Schweine im konventionellen klimatisierten Stall auf Spaltenboden. Obwohl hier 480 Sauen stehen, die direkt im Haus geschlachtet werden, muß bei starker Nachfrage ca. 10% Fleisch zugekauft werden. Denn ein Schlachtschwein liefert nicht nur Steaks und Lende. Spätestens am Wochenende vor dem Schlachtmontag kommt das Vieh hier in einen extra Stall, um sich zu beruhigen. Das Rindfleisch kommt aus Brensbach, die meisten liefernden Landwirte sind Rossmann persönlich bekannt. Einer der Metzger, die in Lützelbach beim Schlachten helfen, ist Björn Reinig aus Kolmbach. Er hält 20 Schweine auf Stroh in Stallhaltung, die selbstgemischtes Futter bekommen. Weidehaltung kommt für ihn nicht in Frage, da es zu hohe Auflagen des Veterinäramtes gibt. Vater Alfried Reinig hält schottische Hochlandrinder, Björn Reinig Aubrac und Angusrind-Kreuzungen. Man sieht die 45 Rinder rings um Kolmbach auf den Weiden. Das Fleisch wird in Direktvermarktung verkauft. Je nachdem, wo es zum Schlachttermin Kühlhauskapazitäten gibt, schlachtet er in Lützelbach, Hüttenthal oder Mitlechtern, bringt die Schlachttiere mindestens einen Tag vorher dorthin.

Teuer oder preiswert? Oder doch lieber Supermarktschnäppchen?

Unser Porträt zeigt: wer Fleisch beim Metzger oder Selbstvermarkter kauft, vermeidet lange Wege für das Schlachtvieh und unterstützt regionale Schlachtbetriebe ohne Saisonarbeiter-Massenunterkünfte. Wertschätzender Umgang mit den Tieren ist für den Landwirt teuer, aber das sollte dem Verbraucher den Preis wert sein. Frage an den Verbraucher: wie könnten Sie ein Kilo Rinderhack zu 4,41 Euro verkaufen, wenn Ihre Betriebskosten doch eigentlich mindestens 10 Euro erfordern?
Die drei vorgestellten Metzgerkonzepte erklären auch deren Preisunterschiede im Angebot, aber mit Discounterpreisen kann ein handwerklicher Metzgereibetrieb nicht mithalten.

Metzgerei Hechler, Nibelungenstraße 324, 64686 Lautertal-Reichenbach, Tel. 06254-1243, Mittwochs Ruhetag
Landmetzgerei Hornung, Nibelungenstraße 343, 64686 Lautertal-Reichenbach, Tel. 06254-1241
Dieters Wurstladen - Metzgerei Rossmann, Brunnengasse 4, 64397 Modautal-Lützelbach, Tel.  06254-2885
Selbstvermarkter Björn Reinig 64678 Kolmbach, Tel. 06254-2024, 0170-4048935, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Weniger Fleisch essen, aber dafür Besseres vom Metzger

Was wir Verbraucher tun können: weniger Fleisch essen und uns dafür bessere Qualität gönnen, außerdem öfter mal berücksichtigen, daß ein Schwein mehr zu bieten hat als nur Steak. Und immer wieder mal nachhaken: woher kommt das Fleisch, wie wurde es verarbeitet...

"Nackensteak-Esser sind das Rückgrat unserer Gesellschaft" - Ralph Brinkhaus, CDU Fraktionschef im Januar 2020 (Interview auf Bild Online, 25. Januar 2020)
"Selbsternannte Stallpolizei" - Julia Klöckner, Agrarministerin über PETA und deren Informationskampagnen zu Tierqual in industriellen Ställen (BR Online, 14. Mai 2018)

 

Achtung: dieser Beitrag wird ständig ergänzt, daher ganz bis unten scrollen. Es sind viele nützliche Links und Informationen enthalten!

*Zitat Benjamin Konietzny (n-tv): Was in den Schlachtfabriken vor sich geht, will der Verbraucher nicht sehen, wie Benjamin Konietzny feststellt. Das sei wenig verwunderlich, schließlich liege das Elend dort fast allein in seiner Verantwortung. Lesen Sie den ganzen Kommentar von Benjamin Konietzny auf https://www.n-tv.de/autoren/Benjamin-Konietzny-article14586521.html und schalten Sie Ihr Gehirn ein...

Der Mensch ist was er ißt - und bekommt die entsprechende Quittung: durchbrechen Sie asoziale Lieferketten

Klostermedizin: Fit in den Sommer

Wer auf der Suche nach einem gesunden und erfrischenden Sommergetränk ist, für den hält die mittelalterliche Klostermedizin und Kräuterkunde so manche Überraschung bereit. Ein Geheimtipp sind die sogenannten „Lautertränke“ aus dem Lorscher Arzneibuch. Die Handschrift ist eines der ältesten Arzneibücher des nachantiken Abendlands und zählt zum UNESCO Weltdokumentenerbe. Sie wurde zur Zeit Karls des Großen, um 780/800, von Benediktinermönchen im Kloster Lorsch verfasst und umfasst antike und frühmittelalterliche Rezepturen gegen allerlei Beschwerden und jahreszeitliche Tipps zur Prävention.