Der Biber ist unser größtes heimisches Nagetier. Wegen intensiver Bejagung wurde er im 19. Jahrhundert in großen Teilen Europas und Deutschland fast ausgerottet. Durch Schutzmaßnahmen und gezielte Auswilderung ist der Biber wieder an unseren Gewässern zurück und verändert seither Bäche, Flüsse und das Landschaftsbild. Der Lebensraum des bis zu 30 kg schweren Vegetariers ist das Wasser – daran ist er optimal angepasst. Mit seinen „Bauwerken“, den Biberdämmen staut und „renaturiert“ der Biber unsere Gewässer und schafft so Retentionsflächen und neue Lebensräume für sich und andere Tierarten.

Es ist schon lange bekannt, dass man Stämme von freistehenden Bäumen vor Witterungseinflüssen schützen muss. So hat man traditionell die Stämme der Obstgehölze mit einem Kalkanstrich im Winter vor Frostrissen geschützt. Das hat über viele Jahrzehnte gut funktioniert.

Durch die Veränderung des Klimas mit zunehmender Hitze und Strahlungsintensität hat sich aber eine neue Bedrohung für die Stämme ergeben: Durch die starke Hitze, verbunden mit Wasserstress und sehr hohen Einstrahlungsintensitäten wurden in den letzten Jahren vermehrt vertikale Stammrisse beobachtet – mitten im Sommer! Deshalb sollten jetzt geeignete Schutzmaßnahmen vorgenommen werden.

Biodiversitätskonferenz geht weiter: am 16. Januar als Videokonferenz

Die nächste Biodiversitätskonferenz im Kreis Bergstraße wird am 16. Januar 2021 von 9:30 Uhr bis 12:30 Uhr als Videokonferenz stattfinden. Kreisbeigeordneter Karsten Krug lädt alle Interessenten herzlich ein, über die Entwicklung der Biodiversität im Kreis Bergstraße zu sprechen. Hier werden die Ergebnisse aus den verschiedenen Arbeitsgruppen vorgetragen und zur Diskussion gestellt. Die Arbeitsgruppen wurden auf Basis der Ergebnisse der ersten Biodiversitätskonferenz am 25. Januar 2020 in Mörlenbach gegründet. Es geht unter anderem um Themen wie Gründung eines Landschaftspflegeverbands, Reduzierung des Flächenverbrauchs, Umweltbildung oder Realisierung von Artenschutzprojekten.

Die Anmeldung zur Online-Konferenz ist möglich über https://blauedaecher.com/biodiv.

Zuschlag für Glasfaserausbau im LaDaDi geht an die ENTEGA und die Firma Klenk & Sohn

„Ausbau der weißen Flecken“: Die PEB Breitband GmbH & Co KG, eine Beteiligungsgesellschaft der ENTEGA Medianet und der Firma Klenk & Sohn aus Modautal/Asbach, hat den Zuschlag zum Glaserfaserausbau im LaDaDi erhalten. Nach einem einjährigen Vergabeverfahren kann nun im ersten Quartal 2021 mit dem Ausbau der Glasfaser begonnen werden.

Bis Ende 2022 soll der Glasfaserausbau abgeschlossen sein. Das Auftragsvolumen beträgt 19,9 Millionen Euro. 50 Prozent der Kosten übernimmt der Bund, 40 Prozent kommen aus dem hessischen Digitalministerium und 10 Prozent trägt der Zweckverband NGA-Netz Darmstadt-Dieburg.

Bauliche Umsetzung durch Firma Klenk & Sohn Die Firma Klenk & Sohn aus Modautal/Asbach wird die Glasfaser verbauen, die ENTEGA Medianet wird das Netz betreiben. „Wir werden zu Beginn des neuen Jahres mit den Tiefbauarbeiten starten können. Als erstes werden wir mit dem Ausbau der Glasfaser an den Schulen, den Standorten der Volkshochschule sowie dem Klinikstandort in Groß-Umstadt beginnen. Nachdem wir bereits den Breitbandausbau für mehr als 81.000 LaDaDi-Adressen umsetzen durften, freuen wir uns, dass wir nun dazu beitragen können, die weißen Flecken im Kreis zu schließen“, erläutert Udo Klenk, Geschäftsführer der Firma Klenk & Sohn.

„Wir werden rund 500 Kilometer Glasfaser verbauen“

Auch die ENTEGA Medianet freut sich über den Zuschlag, die bereits an anderer Stelle im Kreis und der Region tätig ist, um den Glasfaserausbau weiter voran zu treiben. Unter dem Motto „Gemeinsam für Südhessen: Zukunftsprojekt Glasfaser“ werden derzeit auch an weiteren Stellen im Kreis FTTH-Glasfasernetze („Fiber To The Home“ – Glasfaser bis ins Haus) ausgebaut, berichtet der Thomas Schmidt, Geschäftsführer der ENTEGA Medianet. Oberste Priorität haben die Schulstandorte und die Kreisklinik Rund 1000 weiße Flecken gibt es im Landkreis Darmstadt-Dieburg. Das sind Punkte im Kreis, die keine gute oder gar keine Internetbandbreite haben.

Darüber hinaus werden weitere 3400 Adressen entlang der Tiefbautrassen mit einer Glasfaserinfrastruktur versorgt. Anhand einer Analyse hat man die Adressen, die schlecht bis gar nicht versorgt sind, herausgefunden. Zu allererst sollen die Schul- und VHS-Standorte sowie die Kreisklinik in Groß-Umstadt mit Glasfaser versorgt werden. „Eine schnelle und stabile Internetverbindung ist sehr wichtig für die Menschen und Unternehmen. Das hat sich ganz deutlich gezeigt, als das Land im März dieses Jahres in den ersten Lockdown gegangen ist und viele Menschen von zu Hause arbeiten mussten und die Kinder und Jugendlichen im Home-Schooling waren“, so Landrat Klaus Peter Schellhaas. „Wir haben in den zurückliegenden Jahren das Breitbandnetz im LaDaDi ausgebaut und ich freue mich sehr, dass wir nun die noch bestehenden weißen Lücken schließen können. Damit werden auch die Menschen mit einer guten Internetbandbreite versorgt, die bisher nicht vom Breitbandausbau profitiert haben. Gemeinsam, nachhaltig in der Region und für die Region – das war und ist allen Beteiligten wichtig und auch jetzt gelingt uns das mit dem Ausbau der Glasfaser. Ich finde es toll, dass die Auftragnehmer aus der Region kommen“, fügt Schellhaas an, der seit Jahren den Ausbau des schnellen Internets forciert. as

Lösungen für Post-EEG-Anlagen, die nach 20 Jahren aus der Förderung herausfallen

Die GGEW AG bietet Lösungen für Photovoltaik-Anlagen, die nach 20 Jahren aus der EEG-Förderung herausfallen. „Die Betreiber dieser Anlagen sind Vorreiter des Klimaschutzes und der dezentralen Erzeugung. Daher möchten wir sie weiterhin auf ihrem Weg unterstützen“, erklärt Carsten Hoffmann, Vorstand GGEW AG. Die Stromerzeugung aus Sonnenenergie spielt eine zentrale Rolle für die Energiewende und die Erreichung der Klimaziele. Dafür ist ein weiterer Ausbau der Photovoltaik notwendig, aber auch der Weiterbetrieb von älteren Anlagen leistet hierfür einen wertvollen Beitrag.

Zum 31.12.2020 endet der Förderzeitraum nach dem EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz), also die Vergütung der kompletten Einspeisung der PV-Anlagen, die im Jahr 2000 oder früher in Betrieb genommen wurden. Die Anlagenbetreiber stehen daher vor der Frage, wie sie ihre Dachmodule weiterbetreiben können.

Auf Basis des aktuellen Gesetzesentwurfs gibt es hierfür zwei alternative Möglichkeiten. Zum einen die Fortführung der Volleinspeisung und Abrechnung mit dem Netzbetreiber (sogenannte Auffangförderung). Für den eingespeisten Strom erhalten die Anlagenbetreiber vom Netzbetreiber den Jahresmarktwert des Stromes abzüglich der Vermarktungskosten. Zum anderen hat die GGEW AG ein neues Produkt aufgesetzt zur Umrüstung der Anlagen auf Eigenverbrauch und der Abnahme des Überschussstromes. „Die Umrüstung von der bestehenden Volleinspeisung auf Eigenverbrauch kann für den Kunden eine ökonomisch sinnvolle Variante sein“, betont Anja Schmitt aus dem Bereich Unternehmensentwicklung der GGEW AG. Der Energiedienstleister bietet für die bei Umbau auf Eigenverbrauch notwendigen Anpassungen eine Umrüstpauschale an. Die Stromerzeugung aus der PV-Anlage, die nicht vor Ort verbraucht werden kann, bekommt der Kunde von der GGEW mit 4 Cent pro Kilowattstunde vergütet. Voraussetzung dafür ist der Abschluss eines Stromvertrages mit der GGEW für den verbleibenden Strombedarf des Haushaltes, sollte dieser nicht schon vorhanden sein. Wer auch hier auf Regionalität und Solarenergie setzen möchte, kann sich für den Regionalstromtarif („Bergsträßer Sonnenpower“) entscheiden.

Noch hat der Gesetzgeber die EEG-Novelle nicht verabschiedet. Deshalb sind die finalen Regelungen, die für die PV-Anlagen gelten werden, deren Förderung Ende 2020 ausläuft, noch offen.

„Die Anlagenbetreiber können sich gerne an uns, ob als Netzbetreiber oder Direktvermarkter, wenden – wir stehen ihnen als Partner zur Seite“, so Anja Schmitt. Alle PV-Anlagenbetreiber, die im GGEW-Netzgebiet vom Ende des Förderzeitraums betroffen sind, werden von der GGEW postalisch informiert.

www.ggew.de

Windkraftanlagen: warum jetzt alte Anlagen verschrottet werden und wie es auf der Neutscher Höhe aussieht

Auf der Neutscher Höhe zwischen Ober-Beerbach und Neutsch drehen sich seit Mitte der neunziger Jahre drei Windräder vom Typ Tacke TW 600.
Ende 2020 sollen insgesamt etwa 6000 Anlagen der alten Generation stillgelegt werden. Ihr Betrieb ist nicht mehr rentabel, zum einen entfallen die bisher garantierten Abnahmepreise, zum anderen sind die Altanlagen bei weitem nicht so effizient wie moderne Anlagen und müßten den aktuellen gesetzlichen Vorgaben entsprechend teuer aufgerüstet werden.

Die Neutscher Alträder wurden durch die Odenwaldwind Gesellschaft für regenerative Energie (Neutscher Betreibergemeinschaft aus 38 Teilhabern, odenwaldwind.de) erbaut. Seit 2011 sind zwei wesentlich größere und leistungsfähigere Anlagen des Typs Repower MM92/2,0MW ans Netz gegangen. Eines der neu erbauten wurde durch ESM in Heppenheim erbaut, dessen Geschäftsführer Franz Mitsch 1994 die ersten Anlagen initiiert hatte. Das zweite neue Rad errichtete die Energiegenossenschaft Starkenburg (www.energiestark.de) mit 640 Mitgliedern. Unter dem Motto "Wer auf ein Windrad schaut, der soll auch den Nutzen haben" erzeugt diese Bürgergenossenschaft im ersten Quartal 2020 ein Plus von 49% bei Sonne, Wind und Biomasse.

Mit fünf Windkraftanlagen wird hier bei meist hervorragenden Windverhältnissen Strom für 2850 Haushalte erzeugt, das sind mehr als ganz Modautal hat.
In einem Mail-Gespräch mit dem Neutscher Betreiber von Odenwaldwind, Herrn Manfred Conrad, erfuhren wir:

unsere Windkraftanlagen auf der Neutscher Höhe werden nicht stillgelegt, sondern weiterbetrieben. Sie sollen uns weiterhin, wie auch in den vergangenen 26 Jahren, saubere Energie ins Stromnetz liefern.

Zur Rentabilität der drei Alträder ab Januar 2021 schreibt Herr Conrad:

Wie sich das ab 2021 gestalten wird ist noch nicht genau absehbar. Auf jeden Fall war der Presse zu entnehmen, dass unsere Regierung da etwas nachsteuern wird.
Technische Veränderungen oder neue Messeinrichtungen werden nicht benötigt. Wir wollen die Anlagen auf jeden Fall so lange wie möglich weiterbetreiben, auch wenn wir kleinere Verluste hinnehmen müssen.

Mehr zum Thema: Es gibt einige pfiffige Ideen...

Ausgediente Windkraftanlagen müssen entweder recycelt oder verschrottet werden. Das Verschrotten ist problematisch, denn zum einen fallen ab Januar 2021 gewaltige Mengen an Altteilen an, zum anderen sind die Rotorblätter sind Sondermüll. Diese bestehen aus faserverstärkten Kunststoffen, beim Zerlegen entstehen lungengängige Stäube und das Verbundmaterial kann Verbrennungsanlagen stören und blockieren. Inzwischen weigern sich zahlreiche Spezialfirmen, diese Teile anzunehmen. Recycling im Sinne von Wiederverwerten ist ebenfalls problematisch, denn das Recyclat hat wesentlich schlechtere Eigenschaften. In der Baubranche werden recycelte Baustoffe nicht gern verwendet.

Das Umweltbundesamt (UBA) rechnet laut aktueller Studie mit mehr als vier Millionen Tonnen Windenergieanlagen-Schrott, der allein im Jahr 2021 anfällt.

Die Lösung des Problems ist der Export der ausgedienten Windräder: sie sind für Abnehmer im Ausland, vor allem in Afrika, Südamerika und Asien viel günstiger als Neuanlagen. Deutsche Anlagen sind durchgehend gewartet und können leicht an lokale Netze angeschlossen werden. Somit entsteht eine Win-Win-Situation, denn ins Ausland verkaufte Anlagen fallen in Deutschland nicht zur kostenintensiven Verschrottung an.
Auf dem Internetportal für gebrauchte Windkraftanlagen wind-turbine.com können Betreiber, die vor dem Ablauf ihrer Anlage stehen, sich informieren. Das Portal arbeitet mit 190 Ländern zusammen.

Eine zweite Lösung ist die Zweitverwendung in Beton. Alte GFK-Rotorblätter werden geschreddert und zu Fluff verarbeitet, der an Zementwerke verkauft wird. Jedoch muß hierfür die Akzeptanz in der Baubranche noch wachsen.

2014 besuchte Wirtschaftsminister Al-Wazir die neutscher Höhe - Bericht siehe hier: https://www.energiestark.de/wirtschaftsminister-al-wazir-besucht-windpark-neutscher-hoehe-vorbildliche-beteiligung-der-buerger-an-der-energiewende/

EEG-Novelle 2021 - Erläuterungen hier: https://www.deutschlandfunk.de/eeg-novelle-2021-was-bringt-die-reform-des-erneuerbare.2897.de.html?dram:article_id=487868

und hier: https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2020/09/20200923-altmaier-eeg-novelle-2021-klares-zukunftssignal-fuer-mehr-klimaschutz-und-mehr-erneuerbare.html

 

Als mobile Anlaufstelle ermöglicht das Umweltmobil den Bürgerinnen und Bürgern an über 80 Standorten eine wohnortnahe Entsorgung von „Sondermüll“. Auch 2021 ist das Umweltmobil im Auftrag des Zweckverband Abfallwirtschaft Kreis Bergstraße (ZAKB) wieder unterwegs, um sogenannte gefährliche Abfälle wie Verdünner, Frostschutzmittel oder Lacke einzusammeln. Es hält an über 80 Standorten im ganzen Kreis Bergstraße. Für Privatpersonen ist die Abgabe der Chemikalien dort kostenlos.

Angenommen werden am Umweltmobil:

Düngemittel, Fotochemikalien (Fixierer, Entwickler), Haushaltsreiniger, Holzschutzmittel, Imprägniermittel, Insektenschutzmittel, Kalkentferner, Kosmetika, Laborchemikalien, Lacke und Lasuren (lösemittelhaltig), Leim- und Klebemittel, Lösungsmittel, Ölverschmutzte Betriebsmittel, Lampenkondensatoren, Pflanzenschutzmittel, Pinselreiniger, Rostschutzmittel, Quecksilberthermometer/-schalter, Säuren, Laugen, Spachtelmassen, Spraydosen, Verdünner und WC-Reiniger.

Die Gebindegröße darf 20 kg bzw. 20 l nicht überschreiten. Die maximale Anliefermenge beträgt 100 kg bzw. 100 l.

Alle Termine finden die Bürgerinnen und Bürger auf ihrem Abfallkalender, in der ZAKB-App oder unter https://www.zakb.de/leistungen/extra-leistungen/umweltmobil-gefaehrliche-abfaelle/umweltmobil-merkblatt-und-terminliste/?tx_zakb_pi%5Blocation%5D=15#c129

Lautertal, Dienstag, 02.03.2021    
13:00 - 14:00 Uhr    Elmshausen, Platz an der Feuerwehr, Im Heidenfeld 2
14:15 - 15:15 Uhr    Reichenbach, Felsenmeerparkplatz an der Beedenkirchener Straße (L 3098), nördl. Ortsausgang
15:30 - 16:00 Uhr    Beedenkirchen, Wanderparkplatz „An den Römersteinen“, am südl. Ortseingang, Reichenbacher Str.

Lautertal, Donnerstag, 17.06.2021    
14:00 - 14:30 Uhr    Lautern, Bushaltestelle „Kreuzweg“, östl. Ortsausgang Richtung Gadernheim, Hauptstr. 58
14:45 - 15:45 Uhr    Gadernheim, Bushaltestelle an der Raidelbacher Str. neben Sportplatz, Raidelbacher Str. 31-33        
16:00 - 16:30 Uhr    Schannenbach, Dorfgemeinschaftshaus, Krehbergstr. 503

Über den Zweckverband Abfallwirtschaft Kreis Bergstraße (ZAKB)

Als kommunaler Entsorger sammelt, verwertet und beseitigt der ZAKB alle Abfälle aus privaten Haushalten im Kreis Bergstraße. Gemeinsam mit den beiden Tochtergesellschaften, der ZAKB Service GmbH und der ZAKB Energie und Dienstleistungs GmbH, beschäftigt er rund 230 Mitarbeiter/innen und betreibt zahlreiche eigene Anlagen an mehreren Standorten in der Region – von einem Abfallwirtschaftszentrum über Wertstoffhöfe und Sammelstellen bis hin zu einem Energiepark. Durch die Nutzung von Sonne, Biomasse und Deponiegas versorgt der ZAKB jährlich mehrere hundert Haushalte mit Wärme und Strom aus erneuerbaren Energieträgern. So leistet der Zweckverband einen Beitrag zur Energiewende im Kreis Bergstraße.

 

Abfallmengenbilanz: LaDaDi behauptet hessenweit Spitzenposition im Restmüllbereich

„Die Einwohnerinnen und Einwohner des Landkreises Darmstadt-Dieburg haben die Mülltrennung gut im Griff“, freut sich Robert Ahrnt, Umweltdezernent und Erster Kreisbeigeordneter des Landkreises Darmstadt Dieburg. So kam im Hessenvergleich im Landkreis Darmstadt-Dieburg die geringste Menge an Restmüll auf die Waage. Nur 71 kg Restmüll fielen pro Kopf im vergangenen Jahr 2019 an. Platz zwei belegte der Werra-Meißner-Kreis mit 92 kg und auf Platz drei lag der Wetteraukreis mit 93 kg. Hessenweit waren es durchschnittlich 148 kg Restmüll, die pro Kopf angefallen sind. Der größte Anteil am gesamten Abfallaufkommen des Landkreises entfiel mit 193 kg pro Nase auf den Bioabfall (Hessendurchschnitt = 134 kg pro Kopf), gefolgt von Verwertungsabfällen wie Holz oder Bauschutt mit 78 kg und Restmüll sowie Verpackungsabfällen von je 71 kg.

Nur eine gelingende Abfalltrennung garantiert weiterhin niedrige Gebühren

„Eine gute Abfalltrennung ist den meisten Menschen im Kreis sehr wichtig und das macht sich auch in den Entsorgungskosten bemerkbar“, so Robert Ahrnt. „Die thermische Verwertung einer Gewichtstonne Restmüll schlägt mit 230 Euro zu Buche, während die Kompostierung von Grünschnitt oder Bioabfall mit anschließender Verwertung nur rund 80 € pro Tonne kostet. Kreislaufwirtschaft zahlt sich aus.“

Dr. Armin Kehrer, Betriebsleiter des Da-Di-Werkes und ZAW-Geschäftsführer ergänzt: „Erwähnen möchte ich in diesem Zusammenhang, dass es keinen Sinn macht, aus Kostengründen Abfalltonnen oder Gelbe Säcke falsch zu befüllen oder Abfall illegal in der Landschaft zu entsorgen. Nur wenn die Abfälle richtig getrennt werden, können wir die Kosten auch künftig auf niedrigem Niveau halten. Plastiktüten oder sonstige Störstoffe aus dem Bioabfall heraus zu sortieren ist aufwändig und teuer. Außerdem gefährdet es die Qualität des Kompostes und der Erden, die aus dem Bioabfall entstehen sollen“, so Dr. Kehrer weiter. Auch, wenn viele Leute es gut meinen und zu sogenannten „Biokunststoffen“ greifen, können diese in den LaDaDi-Kompostierungsanlagen leider nicht verarbeitet werden.  (ladadi)

Energieagentur Bergstraße plant neue Datenbank mit erfolgreich umgesetzten Energiespar-Maßnahmen / Erfolgsgeschichten werden auf der Homepage der Wirtschaftsförderung Bergstraße veröffentlicht

Energiesparen ist nicht nur für das Klima wichtig, sondern kommt langfristig auch dem eigenen Geldbeutel zupass. Das gilt nicht zuletzt für Immobilien: Hier tragen Energiespar-Maßnahmen dazu bei, den Wert des Hauses zu erhalten und zu steigern. Mit der Veröffentlichung von erfolgreich umgesetzten Energiespar-Maßnahmen in einer neuen Datenbank möchte die Energieagentur Bergstraße, ein Fachbereich der Wirtschaftsregion Bergstraße / Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH (WFB), weitere Hausbesitzer dazu animieren, ebenfalls energetisch sinnvolle und letztlich geldsparende Maßnahmen zu realisieren.

„Wir suchen Bürgerinnen und Bürger in der Wirtschaftsregion Bergstraße, die ihr Energieprojekt vorstellen möchten“, erklärt Philipp Meister, Projektleiter der Energieagentur Bergstraße. „In Frage kommen beispielsweise Hausbesitzer, die ihre Immobilie gedämmt haben und somit auch im Winter behagliche Temperaturen ohne großen Heizaufwand genießen können oder die nach dem Austausch ihrer Fenster kein Zuggefühl mehr bei geschlossenen Fenstern haben“, so der Energie-Experte. „Denkbar sind etwa auch Immobilienbesitzer, deren Haus sich nach einer erfolgreich durchgeführten Maßnahme auch im Hochsommer nicht mehr so stark aufheizt, die ihre alte Ölheizung gegen z. B. einen Pelletkessel getauscht haben und begeistert von den viel geringeren Brennstoffkosten sind oder deren Solarthermieanlage im Sommer die Heizung ersetzt oder die sich über den großen Komfortgewinn ihrer neuen Lüftungsanlage freuen.“

Gesucht werden Erfahrungen, die anderen Mut machen, ihre Energiespar-Maßnahmen ebenfalls anzugehen. Denn manchmal fehlt nur noch der letzte Anstoß, eine Maßnahme in Angriff zu nehmen.

Info: Wer Interesse hat sich an diesem Projekt zu beteiligten, findet den Link zu einem Online-Fragebogen auf der Homepage der WFB unter www.wirtschaftsregion-bergstrasse.de/Energie. Klicken Sie auf den Button „Mein Energieprojekt“ – Fragebogen Energiegeschichte. Auf der oben genannten Seite hat die Energieagentur Bergstraße bereits erfolgreiche Vorhaben online gestellt.

Ihre Projektdaten mit einem Foto der abgeschlossenen Maßnahme, zum Beispiel neue Pelletheizung, Dämmung oder eine Photovoltaikanlage, werden wir auf unserer Homepage als eine erfolgreiche Energiegeschichte veröffentlichen. Ihre Kontaktdaten werden nicht bekanntgegeben und auch Ihr Name wird nur genannt, wenn Sie es wünschen.

Das Team der Energieagentur Bergstraße beantwortet gern alle Fragen zu den Themen Energie, erneuerbare Energien sowie Energieeffizienz und gibt einen Überblick über die aktuellen Fördermöglichkeiten. Vom passenden Heizsystem für Ihr Gebäude über Solarenergie bis zur Wärmedämmung erhalten Sie fachkundige Informationen, kostenlos und neutral. Zur telefonischen Terminvereinbarung ist die Energieagentur von Montag bis Donnerstag von 9:00 bis 13:00 Uhr unter der Rufnummer 06252/ 68929-88 zu erreichen.

Wirtschaftsregion Bergstraße
Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH
Wilhelmstraße 51
D-64646 Heppenheim/Bergstraße

Tel +49-6252 68929-90
Fax +49-6252 68929-29
www.wirtschaftsregion-bergstrasse.de

 

Essensreste, Bauschutt, Windeln: Falsch entsorgte Abfälle in den Altkleider-Containern und auf den Sammelplätzen verursachen jährlich hohe Kosten für alle Gebührenzahler.

 

Fehlwürfe verursachen hohe Kosten

„Unsere Mitarbeiter müssen täglich Abfälle aus den Altkleider-Containern sortieren, die einfach achtlos hineingeworfen werden – von Säcken voll Restabfall über Bauschutt und Windeln bis hin zu Pfannen und Elektrogeräten ist alles dabei. Hinzu kommen große Mengen illegal abgeladener Materialien, die neben den Containern deponiert werden“, so Gerhard Goliasch, Geschäftsführer des ZAKB. „Diese Sorglosigkeit verursacht jedes Jahr immense Kosten, die letztlich von allen Gebührenzahlern getragen werden müssen. Zudem erschweren die verunreinigten Kleider den weiteren Verkauf auf dem ohnehin schon nahezu kollabierten Altkleidermarkt“.

„Fast Fashion“ mit minderer Qualität belastet Altkleidermarkt

Seit Monaten befindet sich der Altkleidermarkt in einem Abwärtsstrudel. Während zum einen die große Warenmenge die Preise auf dem Textilrecycling-Markt fallen lässt, trifft das sogenannte „Fast Fashion-Phänomen“ die Verwerter ebenfalls hart: Textildiscounter und große Modeketten bringen in einem immer zügigeren Rhythmus neue Kleidung in zunehmend schlechterer Qualität in die Läden, die immer schneller entsorgt werden muss. Der Gedanke vieler Verbraucher „Kleiderspenden unterstützen (weltweit) Bedürftige“ trifft für die meisten Kleidungsstücke seit Langem nicht mehr zu. Kleidung ist zu einem weltweiten Massenprodukt geworden.

„Wer sicherstellen möchte, dass ein ‚gutes Stück‘ einen Mitbürger erreicht, sollte es bei der Kleiderkammer oder im Second-Hand-Laden abgeben“, sagt Goliasch. Die günstigen Synthetik-Fasern und Mischstoffe hingegen sind selbst für die weitere Verwendung beispielsweise in der Putzlappen-Herstellung oder in der Faserrückgewinnung kaum nutzbar. „Der Verbraucher hat mit seiner Kaufentscheidung einen erheblichen Einfluss auf diese Entwicklung“.

In Deutschland beträgt das Altkleideraufkommen laut Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (BSVE) etwa 1,01 Millionen Tonnen pro Jahr – mit stetig steigender Tendenz. Im Kreis Bergstraße sammelte der ZAKB im Jahr 2019 rund 685 Tonnen ein.

November 2020: ZAKB-Altkleider-Container verschwinden
Infolge der anhaltenden illegalen Müllablagerungen werden die Altkleider-Container des ZAKB im Kreis Bergstraße schrittweise auf die nächstgelegenen Wertstoffhöfe verlegt. Dort können weiterhin Altkleider und Schuhe zu den jeweiligen Öffnungszeiten kostenlos entsorgt werden.

Text und Fotos: ZAKB

Fehlende Materialkunde auch bei Altpapier

Fehlende Materialkunde - anscheinend fehlen einigen Menschen entsprechende Informationen über unterschiedliche Materialien. An den Papier-Sammel-Containern des TSV Reichenbach steht in großer Schrift, daß hier nur Altpapier eingeworfen werden soll. Kartonagen seien nicht erwünscht. Gerade aber diese findet man in allen Größen und überwiegender Anzahl in den Behältnissen. Oft sind sie nicht einmal zusammengefaltet. Noch schlechter für die Wiederverwertung des Altpapiers aber ist der immer wieder dort entsorgte Müll. Hier hat sich jemand gerade seiner alten Korbtruhe entledigt. Die Verantwortlichen des TSV-Reichenbach wird das wenig freuen, mindern Fremdstoff doch den Ertrag für ihren Verein. Walter Koepff, Foto TSV Reichenbach

Bequeme Müllentsorgung auf Kosten anderer

Man fragt sich, was sich manche Zeitgenossen so denken, wenn sie ihren Restmüll irgendwo deponieren. Neben der Hundeklostation im sog. Industriegebiet nahe der Lautertalhalle wurden zwei Müllsäcke abgelegt. Da macht man sich so seine Gedanken: Wohnt da jemand in einem Baumhaus im finsteren Tann, wo keine Müllabfuhr hinkommt? Oder wollte er seinen Abfall in die Hundeklostation stecken und bemerkte, daß die zu klein war, um ihn dann gefrustet daneben zu legen? Oder zahlt er so viel Steuer, daß er dafür von der Gemeinde eine Arbeitsleistung fordert….hmmm.
Immerhin wurde alles so sauber in 2 Säcke verpackt, daß es die Beschäftigten vom KMB einfach bequem auf ihren LKW laden und abtransportieren können. Fast schon ein " Umweltschutzbeauftragter Lautertals" - aber leider anonym. Text und Foto F. Krichbaum

Lesen Sie dazu auch: "Wohin mit Altpapier und Kartonagen?"

Immer wieder rufen Lautertaler Vereine, die Altpapier einsammeln, die Bürger dazu auf, keine Kartonagen zur Sammlung zu geben.

Hier stellt sich aber die Frage: wohin mit Kartons? Denn in den Haushalten fallen oft viele Kartons an - vor allem auch weil der lokale Handel immer mehr das Nachsehen zugunsten von Internetbestellungen hat.
Wo vor Ort Einkaufstaschen oder Klappkisten zum Einsatz kommen, versendet der Onlinehandel im Karton, oftmals sogar in viel zu großen Kartons. Diese Kartons fährt ein Paketdienst aus. "Bei Nichtgefallen retour" heißt es dann: 20% aller Onlinebestellungen gehen zurück. Die anderen Kartonagen müssen entsorgt werden. Vor Weihnachten wird die Kartonmenge sicher nochmal drastisch steigen, sofern die Verbraucher nicht schlau sind und ihre Geschäfte vor Ort unterstützen.

Wer eine Papiertonne hat, kann den Verpackungsmüll leicht entsorgen, wer aber die örtlichen Vereine unterstützen will und Altpapier sammelt, bündelt und zur Sammlung vor die Tür stellt, muß die lästigen Kartons irgendwie loswerden.

Eine Möglichkeit ist das Kompostieren: ein guter Kompost sollte zu 80% aus kohlenstoffhaltigen Materialien (Stroh, Zweige, Laub, Pappe, Papier, Hackschnitzel) bestehen. Aber: Pappe muß zerkleinert werden, damit sie auch verrottet. Es genügt nicht, einfach alles aufzuschichten und auf Blumenerde zu warten. Und: man sollte Pappe und Papier nur für Blumen-Kompost verwenden, nicht für den Lebensmittelanbau. Moderne Druckfarben sind zwar unbedenklich, doch oftmals bestehen Kartonagen - wie auch Zeitungspapier - aus Recyclingpapier, von dem man nicht weiß, was alles drinsteckt.
Zwischen die Kartonfetzen kommen Garten- oder Küchenabfälle, Kaffeesatz, Grasschnitt und Mist. Alles wird abwechselnd geschichtet und immer mal eine Schicht Urgesteinsmehl dazwischengestreut. Dabei entdeckt man vielleicht auch, welche Unmengen an Kartonagen im Haushalt ankommen und denkt über alternative Einkaufsmöglichkeiten nach.
Der Kartonage-Kompost kann im Frühjahr umgesetzt werden, bevor es warm wird und sich Tiere einnisten. Nach mehrmaligem Umsetzen kann der inzwischen feinkrümelige Kompost nach etwa 2 Jahren in die Blumenkästen und -töpfe.

Und man kann Kartonagen auch als Mulchdecke im Garten nutzen: Kartonstücke flächig auf den Beeten auslegen und mit Laub abdecken. Ihre Regenwürmer werden es lieben! Im Frühjahr kann die Mulchdecke dann auf den Kompost, und Sie werden feinkrümelige Pflanzerde vorfinden.

Woraus die Buchstaben im Zeitungsdruck bestehen

Zeitungsdruckfarben trocknen durch "Wegschlagen" der Druckfarbe in das Papier. Das wurde bis zur Mitte der 80er Jahre durch unhydrierte, hocharomatische Mineralöle gefördert, heute setzt man auf Sojaöl basierte Druckfarbe ein. Die Welt-Gesundheits-Organisation WHO hatte festgestellt, daß Mineralöle mit ihren polyzyklischen Benz(a)pyren-Verbindungen auf der Haut von Lebewesen Krebsgeschwüre hervorrufen können. Alle Lieferungen mußten daraufhin, wie heute bei Zigarettenpackungen üblich, mit einem Warnungshinweis versehen werden. Da dies jedoch umständlich und unattraktiv war, suchte man, auch um keinen Leser zu verlieren, nach einer neuen Farbe. Diese Farbe besteht allerdings in den meisten Fällen nicht aus 100 % Sojaöl, sondern enthält je nach Farbtype einen unterschiedlichen Gewichtsanteil an Sojaöl zur Gesamtfarbe: Zeitungsschwarz mit 40 % und bunte Zeitungsfarben mit 30 % dürfen das Sojaöl-Logo tragen, das die Umweltfreundlichkeit als Pflanzenöldruckfarbe kennzeichnet.
Quelle: http://drucker.berufschule.com/?p=2441

20 Mio. Produkte für den Müll

2019 wurden geschätzt 500 Millionen online bestellte Artikel zurückgeschickt. Davon können 79% als A-Ware weiterverkauft werden, 13% als B-Ware, der Rest geht an industrielle Verwerter, an gemeinnützige Organisationen oder wird vernichtet.
Die Entsorgung ist oft billiger als die Aufbereitung, und Markenware darf oftmals nicht billiger verkauft werden. Retouren verstopfen die Lager oder dürfen aus hygienischen Gründen nicht weiterverkauft werden. Spitzenreiter bei der Vernichtung ist Kleidung mit ca 80% Anteil, wesentlich kleiner ist der Anteil bei Auto, Hobby, Spielzeug, Einrichtungsgegenständen, Lebensmitteln und Kosmetik.
Nach dem letzten Weihnachts-Bestellmarathon beschloß die Bundesregierung daher einen Gesetzentwurf zur Reduktion von Retouren-Müll.  Nur noch bei verdorbenen, kaputten oder gefährlichen Retouren oder weil es wirtschaftlich nicht anders geht, darf vernichtet werden. Bis alle Details in Verordnungen geregelt sind, dauert es jedoch. Eine Möglichkeit, die das Müllaufkommen und die Händler entlasten könnte, wäre eine saftige Rücksendegebühr auf Online-Bestellungen. Das würde auch für lokale Geschäfte einen Vorteil bedeuten.

mh, November 2020

"Wir alle sind von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen, wir alle spüren die täglichen Veränderungen in unserem Leben. Die Winter werden milder und teilweise feuchter. Im Sommer wird es immer heißer, es regnet monatelang nicht. Die Folge sind ausgetrocknete Böden. Das hat Auswirkungen auf unsere Gartenbepflanzung. Neben Thuja gehört der Rasen zu den Klimaverlierern. In diesem Online-Vortrag werden Strategien und Konzepte für einen klimagerechten Garten vorgestellt."

Deshalb hat die Gartenakademie Rheinland-Pfalz ein Onlineseminar zu diesem Thema gehalten. Die Gartenakademie ist das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz, ist jedoch auch für uns Hessen sehr nützlich und hilfsbereit bei Fragen.

Die Präsentation zum Online-Seminar der Gartenakademie vom 16.11.2020 als pdf Datei: Download: 2020-11-16-OnlineSeminar-Der klimagerechte Garten – was ist zu tun1.pdf (30,03 MB)

Die Referenten Werner Ollig, Lukas Mackle, Eva Hofmann gingen in 13 Punkten auf das Thema "Rasen als Klimaverlierer" ein. Ihr wichtigstes Anliegen ist das Entsteinen von Freiflächen.
"Entsteint euch!"
ist eine Aktion, die beachtet werden sollte: auf Schotterflächen (japanischen Zen-Gärten, Gabbionen, "pflegeleichten" Steinwüsten) kann man im Sommer 53 Grad Hitze messen, wenn es über Gras nur 28 Grad heiß ist. Unsere gewandelten Klimabedingungen sprechen dafür, möglichst viel Schatten und robustere Grünflächen zu schaffen. Rasen wird auf lange Sicht nicht mehr dazugehören. Denn mit Bewässern ist oft schon im Juli Schluß, zahlreiche Gemeinden haben im letzten Sommer ein Bewässerungsverbot verhängt.

Ein Baum nimmt CO2 und Feinstaub auf und gibt Sauerstoff und Feuchtigkeit ab. Unter Bäumen ist es im Schnitt 10 Grad kühler als im Freien. Es gibt gut geeignete Baumarten wie japanischer Schnurbaum und Bienenbaum, die mit den höheren Temperaturen und Trockenheit gut umgehen können, super schön aussehen und Insekten - und damit auch Vögeln - Nahrung bieten.
Weitere insektenfreundliche Pflanzen sind Apfeldorn und Pflaumendorn sowie Christrose und rotes Habichtskraut. Auch Blutweiderich, Elfenbeindistel und wilde Karde bieten ein abwechslungsreiches Menu und sehen sehr hübsch aus.
Anstelle von Rasen kann man trittfesten Thymian pflanzen, sollte dann jedoch während der Blütezeit nicht barfuß darüber gehen, denn der Thymian ist sehr beliebt bei Hummeln und Bienen und anderen Insekten. Verlegt man Trittsteine dazwischen, kann man trotzdem barfuß über den Thymian-Rasen gehen.

Ein ganz wichtiger Punkt ist: Regenwasser sammeln - vor allem auch im Winter! Was aber, wenn meine Regentonne auffriert? Nein, nicht in die Tonne sammeln, sondern gleich vom Regenrohr mit einem zwischengeschalteten "Regendieb" (= Bypass, in Baumärkten und bei Klempnern und Dachdeckern erhältlich) über einen Schlauch in den Garten leiten. Die Erde nimmt das Wasser auf, und was die Pflanzen im Winter nicht benötigen, kommt dem Grundwasser zugute. Schade nur, daß Kommunen diese Methode nicht in ihrer Wasser-/Abwasserabrechnung berücksichtigen, sonst würde diese Aktion auch noch Geld sparen. Global gesehen spart sie aber Wasser, und zwar viel. Denn im Winter regnet es wesentlich häufiger als im Sommer.
Bei größeren Flächen kann man auch ein Tropfschlauchsystem in der Erde verlegen, dabei muß man drauf auchten ob das System frostsicher ist.

Den Newsletter gibt es hier: https://www.gartenakademie.rlp.de
Interessant ist auch das Hortipendium, das grüne Lexikon des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
Broschüre zu klimawandeltoleranten Pflanzen
Broschüre zu Pflanzen für Bienen und Insekten

Im Jahr 2019 hat der Durchblick die Aktion "Insektenfreundliches Lautertal" der Gruppe Dorf im Wandel unterstützt. Hier finden Sie alle Informationen der Aktion: eine sehr erfolgreiche Infoveranstaltung mit Lautertaler Landwirten (auch im Septemberheft 2019 als Titelbeitrag), Infolisten für Kommunen, Privatgärten, Balkone, Insektenschutz und vieles mehr.

M. Hiller, November 2020

 

Altpapier sinnvoll entsorgen

Immer wieder rufen Lautertaler Vereine, die Altpapier einsammeln, die Bürger dazu auf, keine Kartonagen zur Sammlung zu geben. Hier stellt sich aber die Frage: wohin mit Kartons? Denn in den Haushalten fallen oft viele Kartons an - vor allem auch weil der lokale Handel immer mehr das Nachsehen zugunsten von Internetbestellungen hat. Wo vor Ort Einkaufstaschen oder Klappkisten zum Einsatz kommen, versendet der Onlinehandel im Karton, oftmals sogar in viel zu großen Kartons. Diese Kartons fährt ein Paketdienst aus. "Bei Nichtgefallen retour" heißt es dann: 20% aller Onlinebestellungen gehen zurück. Die anderen Kartonagen müssen entsorgt werden. Vor Weihnachten wird die Kartonmenge sicher nochmal drastisch steigen, sofern die Verbraucher nicht schlau sind und ihre Geschäfte vor Ort unterstützen.
Wer eine Papiertonne hat, kann den Verpackungsmüll leicht entsorgen, wer aber die örtlichen Vereine unterstützen will und Altpapier sammelt, bündelt und zur Sammlung vor die Tür stellt, muß die lästigen Kartons irgendwie loswerden.
Eine Möglichkeit ist das Kompostieren: ein guter Kompost sollte zu 80% aus kohlenstoffhaltigen Materialien (Stroh, Zweige, Laub, Pappe, Papier, Hackschnitzel) bestehen. Aber: Pappe muß zerkleinert werden, damit sie auch verrottet. Es genügt nicht, einfach alles aufzuschichten und auf Blumenerde zu warten. Und: man sollte Pappe und Papier nur für Blumen-Kompost verwenden, nicht für den Lebensmittelanbau. Moderne Druckfarben sind zwar unbedenklich, doch oftmals bestehen Kartonagen - wie auch Zeitungspapier - aus Recyclingpapier, von dem man nicht weiß, was alles drinsteckt.
Zwischen die Kartonfetzen kommen Garten- oder Küchenabfälle, Kaffeesatz, Grasschnitt und Mist. Alles wird abwechselnd geschichtet und immer mal eine Schicht Urgesteinsmehl dazwischengestreut. Dabei entdeckt man vielleicht auch, welche Unmengen an Kartonagen im Haushalt ankommen und denkt über alternative Einkaufsmöglichkeiten nach.
Der Kartonage-Kompost kann im Frühjahr umgesetzt werden, bevor es warm wird und sich Tiere einnisten. Nach mehrmaligem Umsetzen kann der inzwischen feinkrümelige Kompost nach etwa 2 Jahren in die Blumenkästen und -töpfe. mh

Foto: koe

Fehlende Materialkunde - anscheinend fehlen einigen Menschen entsprechende Informationen über unterschiedliche Materialien. An den Papier-Sammel-Containern des TSV Reichenbach steht in großer Schrift, daß hier nur Altpapier eingeworfen werden soll. Kartonagen seien nicht erwünscht. Gerade aber diese findet man in allen Größen und überwiegender Anzahl in den Behältnissen. Oft sind sie nicht einmal zusammengefaltet. Noch schlechter für die Wiederverwertung des Altpapiers aber ist der immer wieder dort entsorgte Müll. Hier hat sich jemand gerade seiner alten Korbtruhe entledigt. Die Verantwortlichen des TSV-Reichenbach wird das wenig freuen, mindern Fremdstoff doch den Ertrag für ihren Verein. koe

Altpapiersammlung im Dezember 2020: 04.12. Container Reichenbach ABGESAGT! 12.12. Lautern, Knoden, Schannenbach und Breitenwiesen. Zeitungen, Zeitschriften  und anderes Papier gebündelt oder lose in K L E I N E N Kartons, auf keinen Fall größere Kartonagen oder Müll! Die Termine für 2021 folgen in den nächsten Tagen.

20 Mio. Produkte für den Müll

2019 wurden geschätzt 500 Millionen online bestellte Artikel zurückgeschickt. Davon können 79% als A-Ware weiterverkauft werden, 13% als B-Ware, der Rest geht an industrielle Verwerter, an gemeinnützige Organisationen oder wird vernichtet.
Die Entsorgung ist oft billiger als die Aufbereitung, und Markenware darf oftmals nicht billiger verkauft werden. Retouren verstopfen die Lager oder dürfen aus hygienischen Gründen nicht weiterverkauft werden. Spitzenreiter bei der Vernichtung ist Kleidung mit ca 80% Anteil, wesentlich kleiner ist der Anteil bei Auto, Hobby, Spielzeug, Einrichtungsgegenständen, Lebensmitteln und Kosmetik.
Nach dem letzten Weihnachts-Bestellmarathon beschloß die Bundesregierung daher einen Gesetzentwurf zur Reduktion von Retouren-Müll.  Nur noch bei verdorbenen, kaputten oder gefährlichen Retouren oder weil es wirtschaftlich nicht anders geht, darf vernichtet werden. Bis alle Details in Verordnungen geregelt sind, dauert es jedoch. Eine Möglichkeit, die das Müllaufkommen und die Händler entlasten könnte, wäre eine saftige Rücksendegebühr auf Online-Bestellungen. Das würde auch für lokale Geschäfte einen Vorteil bedeuten. mh

Woraus die Buchstaben im Zeitungsdruck bestehen

Zeitungsdruckfarben trocknen durch "Wegschlagen" der Druckfarbe in das Papier. Das wurde bis zur Mitte der 80er Jahre durch unhydrierte, hocharomatische Mineralöle gefördert, heute setzt man auf Sojaöl basierte Druckfarbe ein. Die Welt-Gesundheits-Organisation WHO hatte festgestellt, daß Mineralöle mit ihren polyzyklischen Benz(a)pyren-Verbindungen auf der Haut von Lebewesen Krebsgeschwüre hervorrufen können. Alle Lieferungen mußten daraufhin, wie heute bei Zigarettenpackungen üblich, mit einem Warnungshinweis versehen werden. Da dies jedoch umständlich und unattraktiv war, suchte man, auch um keinen Leser zu verlieren, nach einer neuen Farbe. Diese Farbe besteht allerdings in den meisten Fällen nicht aus 100 % Sojaöl, sondern enthält je nach Farbtype einen unterschiedlichen Gewichtsanteil an Sojaöl zur Gesamtfarbe: Zeitungsschwarz mit 40 % und bunte Zeitungsfarben mit 30 % dürfen das Sojaöl-Logo tragen, das die Umweltfreundlichkeit als Pflanzenöldruckfarbe kennzeichnet.
Quelle: http://drucker.berufschule.com/?p=2441

Glosse:  Wie teuer ist eigentlich das Internet?

In einem früheren Durchblickheft hatten wir schonmal die Frage gestellt: "Wie schwer ist eigentlich das Internet?" (siehe hier!).
So schwer wie eine Erdbeere oder ein Ei, sagen manche. Aber was es kostet, ist die wesentlich interessantere Frage. Fangen wir bei der Entsorgung an: regelmäßig müssen Sie Hausmüll zur Abholung rausstellen, Altpapier bündeln, gelbe Säcke mit säuberlich gespülten Joghurtbechern stapeln und die Spannungsabfälle unter den Steckdosen zusammenkehren. Nun stellen Sie sich mal vor, Sie müßten Ihr Internet wegwerfen, weil es ein Besseres gibt. Gerade jetzt vor Weihnachten würden Sie sicher einem lieben Menschen ein neues Internet schenken, oder Ihr eigenes gefällt Ihnen nicht mehr. Gehört das Alte in den Restmüll, zum  Elektroschrott oder zum Sperrmüll? Doch halt! Bevor Sie Ihr Internet wegwerfen: vielleicht läßt sich einiges wiederverwerten, oder Sie streichen es einfach in einer neuen Farbe - gern auch mit stylischem Glitzereffekt.
50 Gramm wiegt das gesamte WeltWeite Wissen, aber auch der gesamte digitale Nonsens unseres Planeten. Nur leider können die puren Daten nicht alleine existieren, sondern sie sind dick und warm angezogen. Die niedlichen kleinen Viecher treiben sich in Servern rum, auf Festplatten, und das bringt natürlich Gewicht auf die Waage. Und das Internet wächst und wächst: 2012 umfaßte es 2,8 Zettabyte (2800.000.000 Terabyte), 2016 waren es schon 7,7 Zettabyte, die mit 26.500 Gigabyte pro Sekunde übertragen werden können und für deren Speicherung man über 4000 Mio.haushaltsübliche Terabyte-Festplatten bräuchte. Nur in Privathaushalten wurden 2003 in Deutschland 6,8 Mrd. Kilowattstunden ausschließlich für das Internet verbraucht, für den Betrieb des Internets (Server) werden weltweit 0,8% der Stromerzeugung benötigt. Im Raum Frankfurt lag 2015 der Stromverbrauch für Rechenzentren bei 20% des Gesamtverbrauchs. Nur scheinbar kostenlos ist das Versenden von SMS, Mails, Posts und das Surfen im Netz. Besonders das Streamen von Filmen ist teuer: Youtube, Netflix, Videokonferenzen u.a. verbrauchen laut EU-Wettbewerbskommissarin Vestager weltweit rund 200 Milliarden Kilowattstunden Strom pro Jahr. Das Internet der Dinge (Alexa, Siri, shoppende Kühlschränke u.v.m.) kostet mehr als man glaubt, und natürlich trägt von denen keiner den Müll raus. M. Hiller

Tauschen statt Wegwerfen: die Durchblick-Verschenkbörse

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