„Die Wanderin“ – und weitere Vorschläge zur geschlechtergerechteren Weiterentwicklung unserer deutschen Sprache

Für Menschen die (gerne) wandern kennt unsere deutsche Sprache und Rechtschreibung schon seit Jahrzehnten neben der männlichen Form „der Wanderer“ die weibliche Form „die Wanderin“.

Anders als bei den meisten Tätigkeits- und Berufsbezeichnungen haben wir hier eine Wortform, die dem die Tätigkeit beschreibenden Wortkern „Wander“ wahlweise die weibliche Endung „in“ oder die männliche Endung „er“ anhängt. Anders als bei den meisten Tätigkeits- und Berufsbezeichnungen müssen sich die Frauen hier nicht damit begnügen, dass einer männlichen Form lediglich ein weibliches „in“ angehängt wird (wie z.B. bei „der Lehrer“ – „die Lehrerin“, „der Macher“ – „die Macherin“ usw.). Warum verwenden wir diese ausgesprochen gleichberechtigte Weise der Wortbildung nicht konsequent bei allen entsprechenden Wörtern?

Unser Aprilscherz 2021: die roten Textzeilen sind erstunken und erlogen, der Rest stimmt - und wenn Sie Näheres über das Bergwerk erfahren möchten, lesen Sie bitte hier weiter!
Reonga übrigens ist kein Aprilscherz...

Großer Bedarf an Seltenen Erden: vielversprechende Befunde in Reichenbach

Östlich der Hohensteiner Straße in Reichenbach lag ein Bergwerk. Hier wurden bereits in der Zeit ab 1513 immer wieder Erze abgebaut. Ein verkieselter Barytgang sowie ein danebenliegender Kupfererzgang wurden erschlossen. Der Barytgang zieht sich vom Katzenstein bis zum Borstein und Teufelsstein und wird auch als Reichenbacher Gold bezeichnet. Hier wurden bis ca. 1980 noch mächtige Quarzblöcke gewonnen.
Um 1600 konnten an dieser Stelle des Reichenbacher Quarzganges in vier Monaten 14 Zentner Erz gefördert werden, deren jeder 72 Pfund Blei, 2 Loth 1 Quint Silber (ca. 36g) enthielt. Wassereinbrüche führten aber schließlich zur Aufgabe. 1837 fand man wiederum Bleierzstücke, die die Wiederaufnahme des alten Bergwerks nahelegen. Immer wieder werden hier reiche Erze und gediegenes Kupfer gefunden, immer wieder aber wird das Bergwerk stillgelegt. Zuletzt wurde es 1937-1944 betrieben, da die Nationalsozialisten alle erreichbaren Rohstoffe benötigten, auch wenn das Bergwerk zu dieser Zeit wenig ertragreich war. Bis 1944 wurde auf vier Sohlen abgebaut, das Bergwerk reichte bis in 135m Teufe* und erstreckte sich über 960m horizontal. Etwa 200 Arbeiter waren zu dieser Zeit tätig, 13025 Tonnen Erz wurden gefördert. Dies ergab 135 Tonnen Metall, verhüttet bei der Norddeutschen Affinerie Hamburg. Im Juni 1944 wurde die Kupfergrube letztmalig stillgelegt.
Nun jedoch, aufgrund einer im Jahr 2019 erfolgten Exploration auf Seltene Erden, ergeben sich neue Möglichkeiten. Diese Metalle sind zwar nicht wirklich selten, sondern vielmehr stark begehrt. Nur das kurzlebige radioaktive Promethium ist tatsächlich selten. Cerium, Yttrium und Neodym kommen häufiger vor als Blei und Kupfer, Thulium häufiger als Gold und Platin. Der Begriff Selten bezieht sich vielmehr auf die wirtschaftlich aufwändige Gewinnung. Meist finden sich diese Metalle in Erzen oder als Oxide, diese bezeichnete man früher als Erden.
Seltene Erden werden benötigt für Dauermagneten in Generatoren, beispielsweise in Windkraftanlagen und Kfz-Elektromotoren, für Akkumulatoren, Brennstoffzellen, in LCD-Bildschirmen, Lasern und in der Kernspintomographie.
In der Inneren Mongolei, in Grönland und im australischen Outback werden diese Metalle abgebaut. In Deutschland fand man 2012 in Sachsen eine erfolgversprechende Lagerstätte, die jedoch 2017 aufgegeben wurde.
Nun ergaben sich für Reichenbach günstige Aussichten, jedoch möchte man hier nicht wie etwa in China die Umwelt mit giftigen Schlämmen belasten. Bevor eine Genehmigung für den Bergwerksbetrieb erteilt werden kann, muß ein detailliertes Sicherheitskonzept erarbeitet werden. In dieses sollen auch die Anregungen fachkundiger Bürger*innen einfließen. Am Donnerstag 1. April um 19.30 Uhr wird sich zu diesem Zweck ein Arbeitskreis gründen, der zunächst einmal monatlich berät. Interessierte können sich noch bis zur ersten Sitzung am 1.4. unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zum Arbeitskreis anmelden. Erst wenn alle offenen Fragen besprochen und zu einem einvernehmlichen Konzept geführt haben, wird vom Kreistiefbauamt die endgültige Genehmigung erteilt.
Der Arbeitskreis wird zahlreiche Fragen bearbeiten müssen. So ist als erster Schritt notwendig, für die Errichtung der oberirdischen Anlagen den Aldi-Supermarkt zu verlegen. Die bestehenden Schachtbauten auf dem oberhalb Aldi liegenden Grundstück können nicht erneut in Betrieb genommen werden, da sie teilweise marode sind und zum Teil einer anderen Nutzung dienen sollen. Deshalb soll von dem Aldi-Areal aus ein neuer Stollen nach Ostsüdost zur Kupferlagerstätte gegraben werden. Nordlich des Stollenmundloches, wo Aldi momentan noch Kekse und Waschpulver anbietet, wird die nach modernsten Gesichtspunkten ausgelegte Erzwäscheanlage erbaut. Für die Lagerung der ausgewaschenen Schlämme wird das alte Stollensystem auf der vierten Sohle in 135m Teufe* aufgewältigt** und hermetisch abgedichtet. Mit fast 1km Länge wird sich dieser unterirdische Abraumstollen vom Mundloch an der Hohensteiner Straße bis weit östlich des Kletterfelsens erstrecken.
Alle Anlagen werden so angeordnet, daß die umliegenden Wohnhäuser und Betriebe weder oberirdisch noch unterirdisch eine Belastung spüren. Modernste Filteranlagen werden äußerst geräuscharm sämtliche Giftstoffe aus der Luft und dem geförderten Schlamm absorbieren.
Der Aldi-Markt wird auf dem Gelände der Lauterner Weißmühle (bislang Flüchtlingsunterkunft) neu errichtet und erhält eine eigene Bushaltestelle.
Die Hohensteiner Straße wird im Bereich der Bergbau-Betriebsstätte umgelegt: ein neuer Verbindungsstich wird von der Nauwiese (zwischen Hausnummer 16 und 18) in Schleifen bergauf führen und südlich der Hohensteiner Straße 59 wieder in diese münden. Die Häuser nördlich der für den Durchfahrtverkehr stillgelegten Schleifen werden über eine Sackgasse erreichbar sein und gewinnen so zusätzlich an Attraktivität. Ein kurzes Stück der alten Schleife kann so komplett stillgelegt werden.
Viel Arbeit also für den neuen Arbeitskreis Hohenstein, jedoch ist es allen Berteiligten ein wichtiges Anliegen, dieses Projekt von Anfang an im intensiven Dialog mit der Bürgerschaft zu betreiben. aa

Übrigens: mit dem Kürzel "aa" sind alle unsere Aprilscherze seit 26 Jahren signiert...

Und noch ein Aprilscherz: wir werden Sie nicht mit dem neu erfundenen "kasus sine gendera" anstelle des Genitivs quälen. Statt "Liebe Leserinnen und Leser" werden wir schreiben "liebe Lesewesen" und nicht "liebe Leserium". Der Genitiv allerdings ist tatsächlich des Sterbens fette Beute, das ist ungelogen.

Ihre Marieta Hiller

Viele Beiträge zu den aufgeführten Themen finden Sie im Geschichte(n)-Zettelkasten der Felsenmeerdrachen. Zur Themenübersicht: Rubrik "in eigener Sache" oder hier auf "weiterlesen" klicken.

NEU: 1. historische Bergwerke der Umgebung - in Reichenbach, Elmshausen und Gadernheim
2. Hexenplatz, Reonga und Hinkelstein - Rätselhaftes aus der Flur  3. Landwirtschaft vor 250 Jahren  4. Die Grimmkarte von 1763 mit Legende und Übersichts-Karte des Felsbergwaldes 1896  
5. In Gadernheims Kneipen war es schöner als in der Schweiz

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Aus Wäldern und Dörfern
Modautal - Lautertal

Sprachregelung auf die Spitze getrieben:

ist Ihnen schon mal aufgefallen, daß wir stets respektvoll vom Landwirt reden, wenn es um die Agrarökonomen der Industrieländer geht, aber rustikal im Ethnostyle von Bauern, wenn es um die gleiche Berufsgruppe in Entwicklungsländern geht?

Wenn wir es schon so suuuupergenau nehmen mit unserer Sprache (und nicht etwa mit den Zuständen die diese Sprache zum Ausdruck bringt), dann dürfen wir nicht mehr Bauer zu einem Landwirt sagen, egal wo er wirtschaftet. Genau wie wir nicht mehr Neger zu PoC (People of Color) sagen dürfen, oder Zigeuner zu Angehörigen der Sinti und Roma.

Wenn Sie inzwischen nicht mehr wissen, WIE Sie politisch korrekt über etwas sprechen oder schreiben sollen, dann denken Sie immer daran, daß GAR NICHTS SAGEN noch viel schlimmer ist.  Maul halten hat noch nie etwas besser gemacht... Marieta Hiller

Wir leben im Zeitalter der Information: bekommen wir wirklich Information - oder glauben wir es nur?

Früher war alles besser: logisch ist dann heute alles nicht mehr so gut und morgen gar schlechter!
"Information": je mehr wir bekommen (gefragt und ungefragt) desto weniger können wir beurteilen ob sie Wahrheitsgehalt hat.
Wer wollte die 100.000 Facebook-News auf objektiv feststellbaren Wahrheitsgehalt überprüfen, mit wissenschaftlich anerkannten Methoden? Wie leicht ist es heute, eine Lüge schnell und wirksam zu verbreiten!

Früher mußte dafür ein Traktat gedruckt werden, heute tippt jeder ins Handy was ihm gerade so als "wichtige Information" einfällt. Wie altmodisch dagegen: GEO beschäftigt eine ganze Verifikationsabteilung, also Leute die die Texte der Redakteure auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen bevor sie veröffentlicht werden!

Veränderungen sind schnell, Statistiken leider nicht immer. Aber mit Statistiken lassen sich plakative "Wahrheiten" veröffentlichen wie beispielsweise "Heute leben halb soviel Menschen in extremer Armut wie im Jahr 2000" oder "84 % aller Menschen halten sich selbst für glücklich, 45 % halten nur die anderen für glücklich". Genauer betrachtet, kann man mit solchen Aussagen leider wenig anfangen.
Hinzu kommt, daß schlechte Nachrichten wesentlich öfter verbreitet werden als gute Neuigkeiten. Katastrophen, Verbrechen, Unglück ist medienwirksam.
Während weltweit nach Aussage einer Statistik die Mehrzahl aller Menschen überzeugt ist, daß alles besser wird, glauben in Deutschland (einem Land, in dem auf hohem Niveau gejammert wird) nur 25% daß es der nächsten Generation besser gehen wird.

Wer aus dem Dunkeln ins Helle schaut, sieht das ganz anders. Um für alle 7,8 Milliarden Menschen ein Leben in Wohlstand, Bildung und Nachhaltigkeit zu schaffen, brauchen wir mehrere Erden - die haben wir aber nicht. Wir hier im Hellen verbrauchen die meisten Ressourcen für die im Dunkeln mit. Darüber sollte man sich klar sein bevor man jammert...

Marieta Hiller, Februar 2021

Liebe Leserinnen und Leser!

Sprache - und natürlich auch Schriftsprache - ist einem ständigen Wandel unterworfen. Manches regelt die Duden-Redaktion, für anderes kann ich wenig Verständnis aufbringen. Völlig in Ordnung ist es z.B. wenn ein Leser mir schreibt: 

"Hallo Frau Hiller, beim Durchlesen der Artikel im Durchblick Nr. 304 ist mir aufgefallen, dass ! Sie, Frau Hiller, immer noch an der alten Rechtschreibung festhalten, wussten ! Sie das!? Bin zwar jetzt auch schon 62, aber wenn ich 'daß wußte muß' usw. lese, denke ich auch an die Kinder, die nach der 1996 reformierten Rechtschreibung gelernt haben, und dann dauernd ein 'ß' in den Texten finden, wo doch eigentlich ein 'ss' hingehört. Sollte nicht der komplette Durchblick in der 'richtigen' Rechtschreibung verfaßt / verfasst werden!? Mit freundlichen Grüßen E.S. Lautern".

Es ist eine Marotte von mir, an meinem heißgeliebten ß festzuhalten. Ich schreibe bewußt das ß anstelle des ss, wo es hinpaßt. Dazu habe ich mich entschlossen, als ich die zahlreichen Blödsinnigkeiten der Rechtschreibreform sah, und ich habe es über die Jahre so beibehalten, wie übrigens auch manche namhafte überregionale Schrifterzeugnisse. Ich konnte schon als Kind Sütterlin* lesen und las auch mit Begeisterung Bücher aus dem 19. Jahrhundert. Und ich hatte nie Schwierigkeiten, zwischen damals und heute zu unterscheiden.
Allerdings habe ich mir meine eigene Rechtschreibsicherheit als Kind aus zeitgenössischen Büchern angeeignet, und es war mir immer eine gute Stütze, wenn es unklare Formulierungen und grammatische Konstruktionen gab. Ich kann Wörter sozusagen aus dem Bauch heraus richtig schreiben, auch wenn mein Bauch ebenfalls schon 62 Jahre alt ist. Und ich traue diese Fähigkeit auch den heutigen Kindern zu, sofern diese noch ein bißchen mehr zu lesen bekommen als stupide SMS und sich etwas eloquenter äußern können als nur mit LOL oder ACAB. Wer Grips im Kopf hat, kann durchaus zwei parallele Schreibweisen konsumieren und richtig einordnen.
Testweise finden Sie auf diesen Seiten meist zwei Schreibweisen. Eingesandte Texte setze ich so, wie sie vom Schreibwesen* gewünscht sind, meine eigenen Texte enthalten weiterhin das ß. Ich freue mich auf Reaktionen und Anregungen aus der Leser*innenschaft. In diesem letzten Satz ist das enthalten, wofür ich wenig Verständnis habe: die Genderisierung sämtlicher Hauptwörter.

Genderisierung der Sprache: muß das wirklich sein?

Im April 2018 schrieb ich folgende Glosse: "Nur mal angenommen... Sie sind eine Frau, und Sie ärgern sich weil es in Formularen noch immer keine weibliche Endung in Berufsbezeichnungen etc. gibt. Sie schreiben Petitionen, Anträge, Beschwerdebriefe. Bestehen darauf, als Kundin, Kontoinhaberin, Antragstellerin, Kaminfegerin, Beanstanderin oder Nörglerin bezeichnet zu werden. Wird es deshalb jetzt alle Formblätter in zwei Farben geben: rosa und hellblau - und was wird aus den Farbenblindinnen? Am schlimmsten erscheint Ihnen (Ihninnen?) das Wörtchen „man“. Rein sprachlich hat es nicht das Geringste mit Mann zu tun: im englischen spricht man von man als Menschheit, das Lateinische kennt homo für Mensch, woraus sich human ableitet - schon wieder human statt hufrau! Und was sollen nur die armen Bewohnerinnen der Insel Man tun! Ich kann Sie trösten: die Mutterwurzelsilbe Man(N) steht ursprünglich nicht für das männliche Geschlecht sondern für die Mutter, englisch „woman“ bedeutet vermutlich Bauchmutter (aus womb und man), alles nachzulesen bei Naturwissenschaftlerin und Patriarchatskritikerin Kirsten Armbruster, (https://kirstenarmbruster.wordpress.com/2015/07/13/die-mutterwurzelsilbe-mann/) Haben Sie eigentlich nichts Besseres zu tun? Während Sie sich um Wortklaubereien streiten, sind weiterhin Frauen im Berufsleben benachteiligt, werden schlechter bezahlt, kommen seltener in Führungsetagen, müssen sich als Alleinerziehende bei den Tafeln versorgen. Hier geht es nicht um Quotenfrauen oder seltsame Doppelnamen-Doppelspitzen, sondern darum, daß Frauen unabhängig vom Geschlecht nach ihren Leistungen eingestellt und bezahlt werden. Glauben Sie, daß die soziale Gleichstellung der Frau durch „frau“ statt „man“ erreicht werden kann? Dann sollten Sie sich schleunigst an Ihren heimischen Herd zurückziehen und darüber nachdenken WER die Kinder üblicherweise erzieht und erzogen hat. Die könnten die Generation sein, die endlich tatsächliche Gleichberechtigung schafft, aber dazu müssen sie SIE erstmal ERNST NEHMEN.
Oder auch nicht..."

Diese Glosse ist noch immer aktuell, daran ändert auch das verkrampfte Schreibweis*innen-Geschwafel nichts. Wären alle Menschen wirklich gleichberechtigt und erführen gleiche Behandlung - Würde und Respekt - dann erübrigte sich die ganze Genderdiskussion. Denn im Grunde ist das Geschlecht eines Menschen oder seine / ihre persönliche Neigung nur für die Sexualität von Belang. Und wenn ich ein Brötchen kaufen will, geht es mich nichts an, ob mir das von einer Verkäuferin oder vom Verkäufer gegeben wird.

Neulich las ich in einem Text "SuS" und grübelte, bis ich drauf kam: das ist die Abkürzung für "Schülerinnen und Schüler". Denn wer einen längeren redaktionellen Text schreibt, möchte nicht in jedem zweiten Satz "Schülerinnen und Schüler" oder "Lehrerinnen und Lehrer" (LuL) schreiben. Wie wohltuend wäre es für den ungetrübten Lesegenuß, wenn dort schlicht und einfach das in einem früheren Leben für männliche UND weibliche Schüler gültige Wort "Schüler" stünde. Und: auch bei SuS und LuL werden immer noch die Diversen vergessen. Ich weiß nicht, wie lange das noch gut geht...

Immer wieder ärgere ich mich, wenn ich solches Geschwurbel lesen oder hören muß. Deshalb habe ich mir einen Vorschlag ausgedacht, den ich hier vorstellen möchte:

da es nicht mehr der political correctness (mit ss, nicht mit ß!) entspricht, von DER oder DIE zu sprechen, probiere ich künftig mal aus, immer von DAS zu sprechen oder zu schreiben. DAS Verkaufswesen statt Verkäufer*in. Ohrenpickel und Ohrenpickelinnen bekommt man auch gern vom neuen Gerundium (Verbalsubstantiv). Da wird aus Studentenwerk das Studierendenwerk. Also "Verkaufende" statt Verkäufer*in? Na ja - warum eigentlich nicht? "Verkaufswesen" könnte ja mißverstanden werden als die platonische Idee dessen, bei dem es ums Verkaufen geht.

Also liebe Lesende! Beim Wort "Leser*innen" haben wir übrigens einen arabischen Laut ins Deutsche eingeführt und tragen so der multikulturellen Vielfalt Rechnung: im Arabischen gibt es den Laut "Hamza" - ein stimmloser Kehlverschlußlaut (eigentlich ein stimmloser Kehlverschlußleise?!), ein Laut ohne Geräusch, ein Nicht-Laut, ein stimmloses glottales Plosiv - eine arabische Spezialität, denn dort wurde auch die Null erfunden. Im übrigen scheint mir auch die Formulierungswut der "Wesen, welche (Plural, politisch korrekt) ihrem jeweils individuellen Geschlecht m/w/d angehören und als solche auch angesprochen werden möchten, und die es sich nicht nehmen lassen, uns (Plural, plitisch korrekt) ein Brötchen (Neutrum, ebenfalls politisch korrekt) über den Verkaufstresen zu reichen, auf daß wir es mit dem gültigen Währungswesen angemessenen Zahlgut begleichen werden, bevor wir es an uns nehmen und zum Verzehr (männlich, nicht korrekt - also das Verzehr oder die Verzehr*in?) bringen werden - oh seien sie gepriesen und möge ihr Arbeitsplatz*in auf alle Zeiten erhalten bleiben" eine Adaption aus dem Arabischen (meine arabischen Freunde mögen mir das bitte verzeihen). In einer blumigen Sprache lassen sich Sachverhalte diplomatisch zum Ausdruck bringen - und manchmal denke ich, auch die Diplomatie wurde im arabischen Kulturraum erfunden.

Jetzt aber mal ganz undiplomatisch: mir paßt es nicht, wenn ich guten Stammkunden erklären muß, daß sie in ihrem Inserat nicht schreiben dürfen: "Verkäuferin gesucht" - sondern "Person für den Verkauf m/w/d gesucht". Das ist schwer zu verstehen. Nehmen wir als Beispiel mal ein Dessousgeschäft. Verständlicherweise würde hier eine Frau für den Job gesucht, denn ich möchte meine Reizwäsche nicht vor einem Verkäufer anprobieren (rein hypothetisch). Das Arbeitgeberwesen wird also vermutlich eine Frau suchen, darf das aber in der Anzeige so nicht schreiben. Wer dagegen einen Job für schwere Bautätigkeiten anbietet, ist mit w/d möglicherweise schlecht bedient, und das Arbeitnehmerwesen hätte auch keinen Spaß an diesem Job, bei dem Zentnersäcke gewuchtet werden müssen.

Noch immer halten wir uns mit sprachlichen Mätzchen auf, anstatt die reale Situation von Frauen und Diversen zu verbessern und mit der von Männern gleichzusetzen.

*Sütterlin: laut Wikipedia eine im Jahr 1911 im Auftrag des preußischen Kultur- und Schulministeriums von Ludwig Sütterlin entwickelte Ausgangsschrift für das Erlernen von Schreibschrift in der Schule.

Marieta Hiller, im Januar 2021

Leserbrief von Rudi Roth, Reichenbach, am 1. Februar 2021

Liebe Marieta,

Deinen Beitrag „Genderisierung der Sprache: muß das wirklich sein?“ (auf dblt.de/In eigener Sache) habe ich mit großem Vergnügen gelesen.

Und jetzt kann ich es mir kaum verkneifen, meinen Senf (mein*e Senf*in?) dazu zu geben , Wobei ich mir noch etwas unsicher bin, ob ich als Mann Dir als Frau meine Männersicht dazu mitteilen soll. Aber da wir beide aus dem letzten Jahrhundert kommen, einer Zeit in der man die Sprache einfach so nahm, wie sie nun gerade mal war und sich bestenfalls darüber amüsiert hat, daß in Frankreich die Sonne ein Mann und der Mond eine Frau ist, hoffe ich auf Dein Verständnis.

Ich habe als Mann einen typischen Frauenberuf erlernt. Zum einen komme ich so auch in den Genuss der bekannten Benachteiligungen der holden Weiblichkeit wie niedriges Ansehen und entsprechende Bezahlung, zum anderen arbeite ich in Ausbildung und Beruf überwiegend mit Kolleginnen zusammen.

So durfte ich früh (spätestens im Studium) lernen, immer die Ansprüche und Erwartungen der weiblichen Mitstudierenden und Mitarbeitenden berücksichtigen zu sollen. Und viel zu lange habe ich versucht, den Wünschen der armen benachteiligten Mitstudentinnen und Kolleginnen gerecht zu werden. Inzwischen zucke ich schon innerlich zusammen, wenn eine Frau die Worte „man“, „jeder“ oder gar „jedermann“ ausspricht. (Die hätte doch „frau“, „jede“ oder „jedefrau“ sagen müssen!)

Ich habe mich von diesen selbsternannten Rechtschreib- und Rechtsprech-Emanz*innen schon viel zu lange vor deren Pseudosprachreformkarren spannen lassen. Brav „Studenten und Studentinnen“, „Student/inn/en“, „Student(inn)en“ und „StudentInnen“ geschrieben und gesagt, je nach dem was gerade in Mode war. Als dann aber die ersten Vereine ihre lieben „Mitglieder und Mitgliederinnen“ zu Jahreshauptversammlungen einluden und auch genauso begrüßten, wurde ich langsam stutzig. (Das Mitglied an sich ist doch geschlechtslos.) Wenn ich heute höre wie in Funk und Fernsehen die Nachrichtensprecher*innen von Politiker*innen berichten (ich warte schon immer auf das „Störung“ Schild in den langen Kunstpausen), denke ich: Jetzt ist aber Schluß!

Aus lauter Rücksicht auf die scheinbar spraachlich benachteiligten Mitmensch*innen haaben wir Männer noch gaar nicht realisiert, wie männerfeindlich unsere Spraache ist. Nicht nur die Spraache ist weiblich, auch die Erde, die Welt, die Sonne, die Gesellschaft, die Kunst, die Kultur, die Vergangenheit, die Gegenwart, die Zukunft und die Mehrzaahl – jede Mehrzaahl!

Sogar die Mannschaft und die Männlichkeit sind weiblich. Außer dem Stammtisch, dem Mond und dem Wald bleibt uns Männern nicht mehr viel. Und der Wald stirbt. Ich denke es ist allerhöchste Zeit, dass wir Männer uns zusammenschließen um für eine männergerechte Spraache, ein männergerechtes Sprechen und Schreiben zu kämpfen!

Vermutlich wird aber spätestens die übernächste Generation dieses Problem des nicht immer passenden und schwer erkläärbaaren spraachlichen Geschlechterunwesens gelöst oder vielmehr entsorgt haaben. Einwandererkinder (junge Mitbürger mit Migrationshintergrund) lösen schön heute das Problem mit diesen komischen Begleitern auf ihre eigene Art. Warum heißt es einmal die Lehrerin und dann wieder der Lehrerin? Daas versteht doch kein Mensch! Also lassen wir die nervigen Begleiter einfach weg! „Gib mir Ball!“ und „Ich geh Aldi.“ steht spätestens 2035 im Duden und „der, die, daas & Co“ landen in der Spraachmülltonne.

(Sorry! Jetzt haab‘ ich doch wirklich kurz vergessen, daß daas Doppel-„aa“ schon bei der vorletzten Rechtschreibreform von 1903 in der Spraachmülltonne gelandet waar.)

Reichenbach, 1.2.21 - Rudi Roth

Fundstück: Es stand im Durchblick: Heft Mai 1997
Neues zur Rechtschreibreform - oder: Genie kommt aus dem Bauch

Sollte Ihnen der Kopf rauchen ob der neuen Rechtschreibregeln, lassen Sie sich mit folgendem Briefauszug unseres Nationaldichters Johann Wolfgang von Goethe trösten; Goethe schrieb diese eigenartigen Zeilen sechzehnjährig an seinen Freund Riese am 25. Oktober 1765: "Ich habe kostbaaren Tißch. Merkt einmahl unser Küchenzettel. Hüner, Gänße, Truthahnen, Endten, Rebhühner, Schnepfen, Feldhüner, Forellen, Haßen, Wildpret, Hechte, Fasanen, Austern pp. Das erscheinet Täglich. nichts von anderm groben Fleisch ut sunt Rind, Kälber, Hamel pp. das weiß ich gar nicht mehr wie es schmeckt. Und die Herrlichkeit nicht teuer, gar nicht teuer."
Ist doch sehr tröstlich, daß Jung-Goethe auch ganz klein angefangen hat. Nicht so tröstlich dagegen ist: nicht korrekte Grammatik und Rechtschreibung von Jugend an bildet das Rüstzeug zum großen Dichter, sondern erlesene Fleischspeisen...
Ersteres kann man nämlich lernen, es kostet nichts außer Nerven und Sitzfleisch, und wenn man's hat, belastet es nicht die Gesundheit. Letzteres dagegen - wer kann sich schon so einen Küchenzettel leisten, und wie lange machen Leber und Galle mit?
So ist wohl heute wie früher gewährleistet, daß geistige Bildung mit Bauchbildung einhergeht. So lasset uns denn an Wildpret, Schnepfen und Haßen gütlich tun, auf daß unsere Nation endlich wieder den Namen Volk der Dichter und Denker verdienet...
Bleibt nur die Frage: wo ist eigentlich der gigantische Bildungsschub nach der Freßwelle in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts geblieben?

Am 8. März ist internationaler Frauentag. Lesen Sie dann hier, Wie man Männer zur Hausarbeit bewegt!

Marieta Hiller

Seit der Umstellung unserer Telefonanlage gibt es kein Fax mehr. Ihre Faxe an unsere Nummer 06254-9436294 kommen nicht mehr an. Bitte senden Sie immer eine Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Wenn heutzutage die Frage gestellt wird: "wie seid ihr eigentlich früher ohne Computer und Handy ins Internet gekommen?" fühlt man sich erstmal alt. Eigentlich ALT.
Aber wie abhängig wir alle davon sind, daß die Infrastruktur funktioniert, zeigt diese Glosse, die ich 2015 geschrieben habe:

Donnerstag der 19. Februar 2015, 19.45 Uhr in Lautern.

Die Daten des März-Durchblick waren gerade durch das Kabel nach Beedenkirchen gekrochen, da flackerte es und dann wars dunkel. Da sitzt man dann ziemlich ratlos bei Kerzenlicht vor dem schwarzen Bildschirm und hat obendrein grade ein so verstörendes Buch wie Blackout gelesen. Kommt der Strom wieder oder war es das jetzt? 

„Eine Stromtrasse durch ganz Deutschland wollen wir nicht“ tönte es gestern noch aus dem Radio - Sie wissen schon, die Monsterstromtrasse, die Deutschland spaltet, regenerativen Offshore-Strom in unsere Steckdosen bringen soll. „Wir wollen lieber regionale Energiequellen nutzen“ - ich traute meinen Ohren nicht.

Regionale Energiequellen? Aber nicht aus Windkraft! Zum Glück gibt es doch Wasserkraft, Kuhfürze und Erdwärme als Energiequellen! Aber halt: Rückgang der Landwirtschaft! Müssen wir uns unsere eigene Furzkuh ins Nebenzimmer stellen, damit es im Haus schön warm ist?

Oder Wasserkraft, Mühlen als Ursprung menschlicher Energiegewinnung! Wo gerade der Odenwald als besonders wasserreich bekannt ist. Oder Erdwärme: ruck zuck durch den Granit wie durch Butter in die Erdkruste, pfeif auf die paar Erdbeben!

Interessant was einem so alles durch den Kopf geht, wenn man bei Kerzenlicht drüber nachdenkt, wie unser Leben eigentlich funktioniert - und plötzlich funktioniert nichts mehr.

24 Stunden hält der Gefrierschrank durch, sechs Stunden bleibt die Wärme im Haus. Wie lange reichen Kerzen und Taschenlampenbatterien? Denn hell wird es morgen früh nicht: dafür sorgen die elektrischen Rolläden, die uns durch ihre Zuverlässigkeit schon manchen Euro an Heizkosten gespart haben. Einen Raum könnten wir heizen, mit Katalytofen und Gasflasche. Die steht aber auf dem Balkon, und da sind die Rolläden zu...

Wie lange funktioniert die Wasserversorgung? Fünf Liter Wasser stehen im Schrank als eiserne Reserve für überraschende Wasserrohrbrüche in der Nachbarschaft.
Ein Schlachtplan für die Lebensmittel muß her: zuerst essen wir die Kühltruhe leer. Es gibt also eine Woche lang aufgetaute Steaks von der letzten Familienfeier. Dazu Brot und TK-Gemüse, was halt so da ist. Frisches Brot backen? Fehlanzeige. Der Vorratsschrank ist zwar voller Getreide, aber die Mühle funktioniert elektrisch. Apropos Vorratsschrank: Hamsterkäufe sind völlig außer Mode, und so haben wir ein paar Päckchen Hülsenfrüchte, Getreide, fünf Dosen Leberwurst, ein Glas Wienerle und eine Dose Thunfisch im Schrank. Und die guten Äpfel aus dem Garten, die draußen auf dem Balkon lagern - aber auf den Balkon kommen wir ja nicht...

Weitergedacht: du brauchst jetzt Bargeld. All das schöne Geld auf der Sparkasse kommt ohne Strom ja nicht aus der Wand. Ist das Auto vollgetankt? Der Handyakku aufgeladen? Wie fängt man die Rehlein im Walde, und wie bereitet man sie zu - ohne Kernthermometer-Backofen, ohne Klöße und Preiselbeeren (die gibt unser Vorratsschrank leider nicht her...)

Die Schnapsvorräte! Gut, daß dieser Vorratsschrank voll ist - da kann man sich die Lage wenigstens schöntrinken, wenn nichts mehr hilft. Um 20.26 Uhr ging das Licht wieder an, unsere Augen hatten sich schon ans Höhlendasein gewöhnt und wir waren erstmal geblendet. Die Spülmaschine spülte, der Fernseher erzählte fröhlich weiter ohne Punkt und Komma, und der PC fuhr ordnungsgemäß wieder hoch.

Ich denke noch, ich habe doch eine externe Stromversorgung dranhängen - da fällt mir ein, daß daran noch der alte PC eingestöpselt war. Fürs Umstecken hatte ich noch keine Zeit gefunden, also jedenfalls keine Zeit mit höchster Priorität... Inzwischen ist der 17. März, und am Akkupack hängt immer noch der alte PC.

Marieta Hiller

Zu Gast bei Käptn Blaubär: das war die Geburtsstunde des Durchblick. Acht Freunde auf Silvesterurlaub 1994/95 in Wilster (da wo Deutschland am tiefsten ist) -  ein Karpfen "dreimal serviert", viele Pharisäer und verfrorene Spaziergänge am Ende der Welt führten dazu, daß die Idee Gestalt annahm.*
Als Anfang Mai 1995 tatsächlich das erste Heft erschien, inserierten darin einige gute Bekannte, die es heute noch gibt: Handwerkerbedarf Flügel Reichenbach, Küchenstudio Rettig Elmshausen, Autowerkstatt Brunner Wurzelbach, die Sparkasse Bensheim, Haushaltswaren Bauer Gadernheim, Gasthaus Zur Traube Reichenbach, Getränkehandel Hans Bauer Reichenbach und Fotograf Günter Hogen Reichenbach. Sie gibt es noch heute, sind zum Teil unsere langjährigen Dauerkunden geworden, andere haben geschlossen.
Da der Durchblick von Anfang an als "Nebenjob" gedacht war, legten wir nie großen Wert auf repräsentative Büroräume, sondern arbeiteten meist von zuhause (wie jetzt auch wieder) oder in düsteren Kellerverliesen.
Einmal wohnte zeitweise im gleichen Haus der Comedian Kaya Yanar, der uns gleich zwei Comics für den Durchblick zeichnete. Unser Schwerpunkt lag jedoch auf Kommunalpolitik. Es ging ums Wasser (daran hat sich in 25 Jahren nichts geändert), um Windräder, um den Golfplatz der nie gebaut wurde, um die Lautertaler Gewerbeschau und um die Bürgermeisterwahlen im Dezember 1995, zu der sage und schreibe fünf Kandidaten angetreten waren. Später rückten andere Themen in den Blick - pardon: in den Durch-Blick. Aber eine Anekdote ist uns allen bestens in Erinnerung geblieben - und wir wissen nicht wem noch alles: wir saßen im Kellerverlies und diskutierten die aktuellen Textbeiträge zur Lautertaler Kommunalpolitik. Zu jener Zeit gab es noch eine sehr aktive Wirtschaftsvereinigung, deren Gründungsvorsitzender Werner Reuters ein Gespräch mit dem gerade vor 100 Tagen frisch ins Amt gewählten Bürgermeister Jürgen Kaltwasser ein Gespräch führte, das im Durchblick redaktionell verarbeitet werden sollte. Dazu telefonierten wir mit Reuters, der hoch droben auf dem Felsberg wohnte. Als wir fertig waren und noch eine Rückfrage hatten, ging bei Herrn Reuters leider nur der Anrufbeantworter dran. Und so gingen wir das Ganze nochmal intern durch, ohne Rücksicht auf political correctness. Sprich: wir verrissen uns die Mäuler über jeden Einzelnen, der / die in der Lautertaler Kommunalpolitik eine Rolle spielte. Erst nach 20 Minuten intensivster Reflektion merkten wir, daß das Telefon nicht richtig aufgelegt war und unsere gesamten Weisheiten den Weg auf den Anrufbeantworter auf dem Felsberg gefunden hatten. Das war peinlich! Aber Herr Reuters hatte Humor...
Seitdem aber prüfen wir immer, ob das Telefon auch ausgeschaltet ist, bevor wir über jemanden herziehen. Mein PC-Arbeitsplatz verfügt weder über Mikrofon noch Kamera, und das Handy liegt im Nachbarzimmer.
Oh heilige Paranoia und Verschwörungstheorie!

*Dieser Silvesterkarpfen war köstlich, aber es trat schon nach dem ersten Teller ziemlich Sättigung ein. Dann kam der zweite Teller: übervoll mit köstlichem Karpfen samt Beilagen und nicht ganz kalorienarmer Soße. Auch der wurde leergegessen, ordentlich gestöhnt - und eigentlich hätte jetzt grade noch ein Küstennebel drauf gepaßt. Aber: es kam der dritte Teller - wie angekündigt in der Speisekarte. Dumm nur, daß wir Odenwälder mit nordischen Gepflogenheiten nicht bescheid wußten: wenn in der Speisekarte steht "dreimal serviert" dann heißt das dreimal serviert. Uff!
Pharisäer: gemeingefährliches Getränk, das man völlig unauffällig am hellichten Nachmittag zu sich nehmen kann. Sieht aus wie Kaffee mit Sahne - ABER!!!
Übernachten "im Himmel": unser Hotel in Wilster war in jeder Hinsicht bemerkenswert. Wir fanden es, indem ich die Touristbüros verschiedener Küstenorte anrief (Internet war da noch zu neu...) und ich entschied mich für Wilster, weil der nette Herr am Telefon sich so ins Zeug legte, da konnte man gar nicht anders. Eine nette Telefonstimme, die zu einem engagierten Touristikmitarbeiter gehört, ist viel mehr wert als jeder supertolle Internetauftritt. Also Wilster. Nettes familiengeführtes kleines Hotel. Das rollstuhlgerechte Zimmer für einen unserer Mitreisenden erwies sich als Tetris für Fortgeschrittene: man mußte die gegenüberliegende Zimmertür (die glücklicherweise zu einem zu uns gehörigen Zimmer führte) öffnen, rückwärts mit dem Rollstuhl hineinfahren ohne irgendwo anzustoßen, um dann vorwärts ins richtige Zimmer einfahren zu können. Drei unserer Mitfahrer wohnten "im Himmel". Das sah so aus: eine Dachbodenstiege führte geradewegs hinauf auf denselben und man konnte durch die Ziegel wirklich den Himmel sehen. Es ging aber weiter über den Dachboden, um drei Ecken und zwei Stufen hinab in einen "Neubau", der noch nicht so ganz mit dem alten Haus zusammengewachsen war. Dort aber lag ein wirklich hübsches warmes gemütliches Gästezimmer.

Marieta Hiller und sieben weitere "Odenwälder" auf großer Tour...

Nach 25 Jahren emsiger Redaktionsarbeit ist es endlich gelungen, das allererste Durchblick-Heft vom Mai 1995 zu scannen und als PDF online zu stellen. Im Anhang können Sie es Seite für Seite lesen.

Was in unserer Redaktion in all den Jahren so passiert ist, werden Sie in den nächsten Tagen hier lesen können!

 

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Im Jahr 2020 feiert der Durchblick 25-jähriges Jubiläum.

Aus diesem Anlaß haben wir hier sämtliche Aprilscherze für Sie zusammengetragen. Natürlich sind es nur 24 Aprilscherze, denn die allererste Ausgabe - die Nullnummer - war das Maiheft 1995.
Weitere bemerkenswerte Fundstücke aus 25 Jahren Durchblick-Redaktion finden Sie hier.

Viele alte Aprilscherze sind auf den Seiten der Felsenmeerdrachen nachzulesen: Rubrik Geschichte(n)-Zettelkasten - Aprilscherze.

Woher kommt eigentlich der Aprilscherz? Am 1. April sei Judas Ischariot entweder geboren oder aber gestorben, so genau weiß man das nicht mehr. Aber gewiß ist, daß der Erzengel Luzifer am 1. April aus dem Himmel verstoßen wurde. Das ist aber noch kein Hinweis, warum man seine Mitmenschen an diesem Tag „in
den April schickt“. Diese Sitte ist bereits seit dem 16. Jahrhundert verbürgt. Angeblich lud damals an einem 1. April ein hübsches, aber unbekanntes  sechzehnjähriges Mädchen den König von Frankreich schriftlich zu einem heimlichen Rendezvouz ein. Der König, jungen Damen nie abgeneigt, folgte der Einladung zu einem sehr heimlichen Lustschloß. Dort aber - “April April” erwartete ihn sein gesamter Hofstaat, allen voran seine Gattin, die ihn freudig zum Narrenball begrüßte... Und das, wo doch allgemein bekannt war, wie schrecklich gerne dieser König seine Gattin zu gesellschaftlichen Lustbarkeiten geleitete!

2019: Ist das Kunst oder kann das weg? Siehe - Aprilscherze
2018: Drahtlose Stromübertragung - Vielversprechendes aus Webern! Siehe - Aprilscherze
2018: Kommunale Misere: nach dem Land Hessen zeigt jetzt auch der Bund Verständnis. Siehe - Aprilscherze
2017: Steinobstbau im Odenwald. Siehe - Aprilscherze
2016: Seite 2 - Schwarzmarkt für geschwärzte Telefonnummern. Zum Heft: siehe Anhang!
2015: Seite 7-8 - Contracting: Löschknotenpunkte lösen Feuereimer und LF8 ab. Zum Heft: siehe Anhang!
2014: Seite 8-9 - Baumbestand entlang der B 47 mußte weichen. Zum Heft: siehe Anhang!
2013: Seite 2-3 - Versteckte Botschaft unter dem "Bienensegen" entdeckt! Zum Heft: siehe Anhang!
2012: Seite 1-2 - Biogas: verstärkte Nutzung von Biomasse zur Energiegewinnung. Zum Heft: siehe Anhang!
2011: Null Bock auf Aprilscherz - Fukushima... siehe unten; zum Heft: siehe Anhang!
2010: Seite 1-2 Gemeinde Lautertal informiert über richtiges Streuen und Räumen. Zum Heft: siehe Anhang!
2009: Einer für alle: Leerkanal wird verlegt. Siehe - Aprilscherze
2008: Jürgen Kaltwasser: „jetzt kriegen wir endlich eine runde Sache“. Siehe - Aprilscherze
2007: Geographisches Informations-System des Kreises Bergstraße (Bürger-GIS) wird erweitert. Siehe - Aprilscherze
2006: Felsenmeer bald auch für Kinderwagen und Rollstühle zugänglich. Siehe - Aprilscherze
2005: Lautertaler Gewerbe-Initiative: Designer-Haarschnitt am PC. Siehe - Aprilscherze
2004: Geopark-Infozentrum: ganz neuer Aspekt aufgetaucht. Siehe - Aprilscherze
2003: Studie des HOGA Nordfriesland: Infraschall macht durstig. Siehe - Aprilscherze
1996-2002: siehe unten! Bitte einfach weiter nach unten scrollen:

 
Durchblick Mai 1995
Unsere allererste Ausgabe!
Durchblick
April 1996
Durchblick
April 1997
Durchblick
April 1998
Durchblick
April 1999
Durchblick
April 2000
Durchblick
April 2001
Durchblick
April 2002

 

 

 

*  Aprilheft 2011 - Null-Bock auf Aprilscherze:
In dieser Ausgabe des Durchblick wird man vergeblich nach Beiträgen über die Kommunalwahl vom 27. März suchen - das Heft erschien zwar erst nach der Wahl, wurde aber vor der Wahl bereits in Druck gegeben. Somit liegt die Wahl im „toten Winkel“. Berichte zu überraschenden Ergebnissen, kuriosen
Vorkommnissen, Details zur Prozentverteilung in Lautertal und Modautal werden daher unter www.dblt.de veröffentlicht, sofern dies wichtig erscheint.
Eigentlich ist die Seite 1 des Aprilheftes stets unserem Aprilscherz vorbehalten. Da aber die Politiker alle so wunderschöne Betroffenheitsminen angesichts der Katastrophe in Japan und in Fukushima zeigten, sind wir ebenfalls ein bißchen betroffen, ziehen uns aber nicht gleich das „Ich-habs-ja-gleich-gesagt“-T-Shirt an.

Wie man sieht, wurde der D-Mark Preis für eine Achtelseite in Höhe von 79 Euro im Jahr 1995 in den vergangenen 25 Jahren etwa 1:1 durch den Europreis ersetzt: eine Achtelseite kostet heute 82 Euro. Aber mit den Druckpreisen war es genauso. Wir haben im Anfang für den Druck einer 24-seitigen Ausgabe genausoviel in DM gezahlt wie heute in Euro.