Jede zweite Geflügelfleischprobe von EU-Herstellern ist mit Krankheitserregern belastet, die gegen gängige Antibiotika resistent sind. Dagegen wirken keine Medikamente mehr. Greifen sie beim Verzehr auf den Menschen über, sterben daran jährlich 33.000 Menschen in der EU.

Auch im Abwasser der großen Schlachthöfe sind die resistenten Keime vertreten, das heißt sie können im Fleisch von Rind, Schwein, Geflügel etc. sein.

Wenn wir jetzt sehen, was eine Seuche wie Covid 19 und die bereits existierenden Mutationen mit der Weltbevölkerung macht, und wenn wir bedenken, daß eine Seuche selten allein kommt, dann steht zu befürchten daß wir noch weitere Infektionswellen durchmachen werden. Und gegen die gibt es kein wirksames Medikament mehr, weil die vorhandenen Antibiotika verantwortungslos in der Tierzucht eingesetzt werden - das gilt auch für die Sicherheitsreserve! Die Forschung arbeitet mit Hochdruck an der Entwicklung neuer wirksamer Antibiotika, die erst im Falle einer solchen neuen Pandemie in den Einsatz kommen dürfen und deren Einsatz daher streng untersagt ist. Doch die Fleischindustrie ist eine Kette aus Landwirten, Pharmavertretern, Veterinärmedizinern und Schlachthöfen. Gewinnmaximierung ist hier das höchste Gebot - koste es was es wolle.

Infolge falscher und verantwortungsloser Antibiotika-Anwendung entstehen vor allem in Krankenhäusern und Hausarztpraxen immer wieder Resistenzen, jedoch in kontrollierbarem Umfang. In der Fleischindustrie nehmen Resistenzen stetig zu. „Es werden nicht nur einzelne Behandlungsfehler gemacht, der Fehler liegt im System selbst,“ so Rupert Ebner von Slow food Deutschland (Pillen vor die Säue, Warum Antibiotika in der Massentierhaltung unser Gesundheitssystem gefährden - mit Mitautorin Eva rosenkranz, Oekom Verlag ISBN 978-3-96238-206-3).

Ebner prophezeit, daß die gesamte Branche sofort zusammenbrechen würde, wenn dieser Medikamentenmißbrauch verboten würde. Tatsächlich werden die Tiere nicht mit Antibiotika vollgepumpt, weil sie krank sind. Viel mehr werden die Medikamente für einen besseren Ertrag eingesetzt: die Tiere nehmen schneller zu. Natürlich können sie in ihrer derzeitigen Haltung gar nicht ohne Antibiotika gesund bleiben, es sei denn in der Biolandwirtschaft. Dort haben Tiere sehr viel Auslauf und sind nicht für ihr ganzes Leben auf einer Fläche so groß wie ihr eigener Körper eingezwängt oder angebunden.

Aus dem konventionellen Fleisch, das wir essen, nehmen wir Rückstände von Antibiotika UND resistente Keime auf. Wenn wir eine - etwa durch Corona - geschwächte Immunabwehr haben, kann dies unsere Henkersmahlzeit sein.

September 2021

Lebhaft bleibt die Diskussion, wie wir die Welt retten können, sprich wie sich der Klimawandel durch Ernährungsumstellung effektiv abbremsen läßt - siehe unten.
Die Frage, was mit Landschaft, Bauern und Nutzviehrassen geschieht, wenn alle sich vegan ernähren, ist inzwischen nicht nur im Durchblick, sondern auch in der bundesweiten Zeitschrift Natur aufgeworfen worden.

Was wird aus den Weideflächen?

Kühe, die das Glück haben, auf die Weide zu dürfen, wandeln Gras von schlechten Böden in gute Milch um, so das Argument der Nutztierhalter. Veganer sagen, daß jede Kalorie in der Fleischproduktion zehn Kalorien aus pflanzlicher Masse erfordert. Ein knappes Drittel Deutschlands ist Grünland, das in Wald oder Moor umgewandelt werden könnte. Denn zum Getreide- oder Gemüseanbau eignet es sich meist nicht.
Dagegen sind Landeigner nach unserer Gesetzgebung verpflichtet, einmal gerodetes Grünland offenzuhalten, und Weiden dürfen auch nicht in Acker umgewandelt werden, wenn sie mehr als drei Jahre nicht gepflügt worden sind. Ein Dilemma, bei dem es viele Verlierer gäbe.

Woher kommt das zusätzlich benötigte Obst, Gemüse und Getreide für die Ernährung, wo bisher Schnitzel auf dem Teller lagen?

FdH: friß die Hälfte - ist die vernünftige Devise in der Ernährung. Die Hälfte anFleisch (also nur 20 kg statt durchschnittlich 60 pro Person und Jahr), dafür mehr Gemüse, Getreide und Obst. Unsere Krankenkassen könnten sich so sanieren, und die Treibgasemissionen würden sich auf 72% verringern. Konsequent vegane Ernährung würde  zudem - weltweit gesehen - 75% der Fläche einsparen, da der landwirtschaftliche Wirkungsgrad pflanzlicher Ernährung wesentlich höher ist als in der Fleischproduktion. Kein Tierfutter aus Südamerika würde dort mehr Nahrung für die Bevölkerung bedeuten, und es würden ausreichend Flächen frei um ökologisch unbedenkliche Ölfrüchte anstelle von Palmöl anzubauen. Österreichische Forscher berechneten, daß dort bei einer Fleischreduktion von 10% schon 100% Biolandbau möglich wäre.

Wo soll das angebaut werden und woher kommt dann eigentlich der Dünger?

Die einen brauchen ihn, die anderen müssen ihn loswerden, und beide müssen dafür zahlen: so funktioniert Marktwirtschaft. "Pecunia non olet" sagten schon die alten Römer: Geld stinkt nicht. Und so wird die Gülle aus der Viehhaltung quer durchs Land  transportiert (übrigens auch grenzüberschreitend!), um anderswo die Ackerflächen zu düngen. Da verdient sich doch jemand eine goldene Nase, obwohl es doch die ganze Zeit stinkt! es ist ein gutes Geschäft, dem sich allerdings lokale Landwirte clever  entziehen können, indem sie sich nachbarschaftlich einig sind und "auf dem kleinen Dienstweg" das kostbare Gut austauschen. Dieser Kreislauf funktioniert offenbar jedoch nicht: Veganer führen als Argument an, daß nicht alle tierischen Produkte dem Boden zurückgegeben werden und daß ein Drittel aller Nährstoffe für Nutztiere importiert werden müssen.
Daß es ganz ohne Gülle geht, beweisen Bio-Landwirte, die ihren Betrieb auf biozyklisch-vegan umgestellt haben. Sie bauen Getreide an ohne tierische Produkte zu nutzen, allerdings lassen auch sie Tiere für sich arbeiten: Regenwürmer und Mikroorganismen produzieren Kompost.

Keine tierischen Produkte = keine Tierhaltung und Viehzucht mehr

Nutztierrassen würden aussterben und der Lebensmittelmarkt mit Fleischimitaten überschwemmt. Offenbar gibt es das Bedürfnis nach Fleisch, und von der Industrie wird es mit degenerierten Ersatzprodukten befriedigt, bei denen sich die Frage stellt, womit ich meiner Gesundheit mehr schade: mit einem guten Odenwald-Bruderhahn oder einer "Hähnchenkeule" à la Tricatelle*, mit einer Zutatenliste die länger ist als man zum Abnagen der laborgestrickten "Hähnchenkeule" braucht.

Massentierhaltung ist definitiv nicht akzeptabel, insofern würde sogar ich als Schwartemagenvegetarierin dem Vegetarismus zuneigen. Aber lieber bleibe ich doch Flexitarier: die Reduzierung auf 20kg Fleisch pro Jahr (das wären 400 Gramm pro Woche, also immerhin zwei Mahlzeiten) ist fast erreicht. Fleischersatz aus dem Labor kommt mir nicht auf den Teller, lieber Kartoffeln, Nudeln, Gemüse und Salat. Auf Sahne, Eier und Butter kann ich aber definitiv nicht verzichten. Das kaufe ich in Bioqualität, es kommt von weither denn die nächste Biomolkerei ist entweder in Norddeutschland oder im Allgäu. Eigentlich ein fauler Kompromiß, aber Kühe in Anbindehaltung kann ich nicht akzeptieren.

Landwirte haben Fachleuten zufolge eine echte Chance, von der Tierhaltung auf Ackerbau umzustellen. Jedoch haben die meisten ihren Hof unter hoher Schuldenlast auf maschinellen Betrieb eingerichtet, und mit computergesteuerten Melkanlagen lassen sich keine Radieschen anbauen. Auch die fleischverarbeitende Industrie hätte wenig Probleme: Wurst und Fleisch wird halt aus Ersatzprodukten hergestellt. Aber Schlachthöfe würden wegfallen. Und die handwerklichen Metzger hätten ebenfalls ein Existenzproblem.

Also auch keine Milchprodukte und Eier! Wie ernährt man sich dann ausgewogen?

Es gibt Lösungen, und es bleibt spannend. Ihre Zuschriften dazu sind jederzeit willkommen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!!
Lassen Sie sich den Appetit nicht verderben, das wünscht Ihre Marieta Hiller

* Film von Louis de Funes "Brust oder Keule" 1976, es geht um Fastfood-Herstellung

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Juni 2021

Veganismus ist mehr als ein Ernährungsmodell. In seiner Konsequenz kann Veganismus eine diktatorische Weltanschauung werden, die von wenigen Auserwählten (1,3 von 80 Millionen) der restlichen Bevölkerung mit vorwurfsvollem Blick angetragen wird. Aus mir wird ganz sicher kein Veganer werden: ohne Eier Sahne und Butter ist das Leben halb so schön, und ab und zu darf es auch ein Häppchen Schwartemagen sein, nicht zu vergessen die heißgeliebte Fernsehcouchnaschräucherwurst! Lesen Sie dazu auch die Antwort eines "eingefleischten" Veganers am Ende des Artikels! Sie enthält einige überdenkenswerte Anregungen...

Aber einer der veganistischen Grundgedanken scheint mir sehr wichtig zu sein: die Wertschätzung anderer Lebewesen. Dankbar sein: das ist nicht nur dem Wesen, das ich aufesse gegenüber ein Muß, es ist auch ein Gesundheitstipp! Ganz gleich, wem Sie danken: unserem Schöpfer, der großen Erdmutter, dem fliegenden Spaghettimonster oder den universellen Naturgesetzen... dankbar sein ist gut für die Seele.

Wenn man nicht dankbar ist für das was man ißt, kann es geschehen, daß man sich wie in zwei genau gegenüberliegenden Spiegeln mit Blick in die Unendlichkeit in immer absurderen Details verliert. Tut es dem Salat weh, wenn ich seine Blätter kleinrupfe? Leidet der Spinat beim Blanchieren in kochendem Wasser? Schreit der Schnittlauch, wenn ich ihn zu kleinen Röllchen schneide? Darf ich Zwiebeln in heißem Öl anbraten? Die Folge solcher Fragen sind Gehirnkrebs und Magersucht. Da bin ich lieber dankbar, wenn ich mein Essen zu mir nehme, und bemühe mich, so schonend wie möglich für meine Ernährung zu sorgen.

Veganismus wirft außerdem zahlreiche Fragen auf:

  • Behandeln Sie denn Ihr Mikrobiom auch gut? Schließlich sind das möglicherweise Tiere - man weiß es nur noch nicht! 
  • Wie entscheidend ist Veganismus für die Welthungerbekämpfung?
  • Was geschieht, wenn unsere Landwirtschaft keine Tiere mehr hält?
  • Wovon sollen Landwirte dann existieren?
  • Was wird aus den Weideflächen?
  • Woher kommt das zusätzlich benötigte Obst, Gemüse und Getreide für die Ernährung, wo bisher Schnitzel auf dem Teller lagen?
  • Wo soll das angebaut werden und woher kommt der Dünger?
  • Keine tierischen Produkte = keine Tierhaltung und Viehzucht mehr, also auch keine Milchprodukte und Eier! Wie ernährt man sich dann ausgewogen?
  • Avocado statt Odenwald-Rindfleisch: wer erzeugt mehr Treibhausgas?


Ich sammle an dieser Stelle Antworten auf diese vielen Fragen - Guten Appetit wünscht Ihre Marieta Hiller

Behandeln Sie denn Ihr Mikrobiom auch gut? Schließlich sind das möglicherweise Tiere - man weiß es nur noch nicht! 

Diese Frage klingt provokativ, und auch ein bißchen albern. Aber wenn Sie das Spiel mit den Unendlichkeitsspiegeln immer weiter treiben, müssen Sie sich diese Frage irgendwann stellen. Was tun Sie Ihrem Mikrobiom an, wenn Sie Medikamente nehmen? Pantoprazol, Ibuprofen, Betablocker sind schließlich nicht die natürliche Lebensumgebung der 2 kg Mikroorganismen in Ihrem Körper - Antibiotika wären Mord!

Wie entscheidend ist Veganismus für die Welthungerbekämpfung?

Topagrar (die Seite des Landwirtschaftsverlag GmbH, deren Impressum man erst findet, wenn man sich durch zahllose Beiträge nach unten gescrollt hat) schreibt dazu natürlich: "Forscher von sechs Universitäten in den USA haben herausgefunden, dass die vegane Ernährung beim Kampf gegen den Welthunger gar nichts bringt" - aber von dieser Seite muß man auch nichts anderes erwarten.

An dieser Stelle muß ich von Ihnen als verantwortungsvollem Lesewesen verlangen, daß Sie sich NICHT so verhalten, wie sich das normale menschliche Verhalten in wissenschaftlichen Versuchen zeigt: wer zuerst schreit hat recht, auch wenn er unrecht hat. Es hat sich gezeigt, daß oftmals Wenige laute Argumente anführen, die später einer Prüfung nicht stichhalten. Aber diese Argumente setzen sich fest und werden so zu einer Pseudorealität, die man kaum noch ausmerzen kann. Lesen Sie dazu beispielsweise Vivian Pasquets gut recherchierten GEO-Artikel, in dem sie beweist, warum die "Argumente" von Impfgegnern immer im Gedächtnis der Menschen haften bleiben, während reale wisssenschaftliche Fakten verdrängt werden. Oder die Geschichte, wie ein Meßfehler zur Verhinderung von zahllosen Windkraftanlagen führte.

Nun aber weiter im Text:

Die Tierschutzorganisation PETA schreibt dagegen: "Würden alle Menschen vegan leben, gäbe es genug Nahrung für 4 Milliarden mehr Menschen, da so die Feldfrüchte unmittelbar der Ernährung der Menschen zugutekommen würden.Weltweit hungern rund 822 Millionen Menschen, das ist etwa jeder Elfte. Gleichzeitig gibt es heute mehr als genug Nahrung auf der Welt, um die gesamte Menschheit zu ernähren." Soweit richtig. Ein Mensch in der "ersten Welt" verbraucht pro Tag im Schnitt ca. 3500 Kilokalorien.2000 wären gesund. An Unterernährung leiden weltweit 690 Millionen Menschen, das sind 9 Prozent der Weltbevölkerung. Für sie liegen täglich weniger als 1400 Kilokalorien auf dem Teller, oft zusätzlich noch in mangelhafter Zusammensetzung. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft präsentiert die Zahlen dazu und gibt das gleiche Argument wie PETA wieder: "Die Landwirtschaft erzeugt weltweit derzeit genug Lebensmittel, um zumindest rein rechnerisch alle Menschen zu ernähren. Dennoch muss jeder neunte Mensch auf der Welt jeden Abend hungrig schlafen gehen." PETA allerdings führt ein wichtiges Argument gegen die Ernährung mit tierischen Produkten an: die erforderlichen 2000 Kilokalorien, die ein Mensch benötigt, die verbraucht auch jedes Tier, das für die menschliche Ernährung frißt. Zuchttiere fressen 7 Kilogramm, um 1 Kilogramm Fleisch aufzubauen. Die Futtermittel für die Tiere könnten sinnvoller direkt zur Ernährung der Menschen eingesetzt werden.

Wie klimafreundlich ist vegane Ernährung?

Die Wissenschaftserklärerin Mai Thi Nguyen-Kim erläutert in ihrem Youtube-Kanal MaiLab: "Vegane Ernährung ist eindeutig klimafreundlicher als Ernährung mit tierischen Produkten. Bis 2050 leben auf der Welt ca. 10 Mrd Menschen, die ernährt werden müssen." Aber die Landwirtschaft benötigt dafür zusätzliche Ackerflächen, die dann oft dort entstehen, wo heute Wald ist. Das ist nicht klimafreundlich. Besser wäre es, vorhandene Ackerflächen effizienter zu nutzen. Effizienter als Tiere zu essen wäre es Pflanzen vom Acker zu essen. Tiere stoßen nicht nur CO2 aus, sondern das viel schlimmere Treibhausgas Methan.

Was geschieht, wenn unsere Landwirtschaft keine Tiere mehr hält?

Mal ehrlich: wieviel Ackerfläche sehen Sie bei Ihren Spaziergängen? Wieviel Weideflächen? Sie sehen das Mißverhältnis und denken: im Odenwald baut niemand Gemüse an, der mit Vernunft begabt ist. Falsch!
In der solidarischen Landwirtschaft von Vivian Glover "Gemüsegarten Hoxhohl" wird auf einem kleinen Grundstück von 2500 m2, auf dem früher Mais wuchs, genügend Kohl, Salat, Kräuter, Tomaten, Gurken und Sorten die man im Supermarkt vergeblich sucht für 90 Haushalte plus 90 Sommeranteilnehmer angebaut - in BIO-Qualität. Das entspricht (rechnet man die Sommeranteile ohne Kohl nur zur Hälfte) einer Fläche von 20 Quadratmeter pro Haushalt.
Aber: das war eine mehrjährige Anstrengung, bis aus dem ausgelaugten konventionell bebauten Maisfeld ein Garten mit fruchtbarer gesunder Erde wurde.

Und es ist eine exotische Ausnahme - leider.

Unsere konventionelle Landwirtschaft hat nichts mit idyllischen Bauernhöfen voller glücklicher Naturmenschen und Streichelzootieren zu tun (hatte sie übrigens noch nie, auch früher nicht!), sie arbeitet als Industriebetrieb. Industrie ist gekennzeichnet durch Effektivität und standardisierte Abläufe. Und so sind Hochleistungszucht und widernatürliche Tierhaltung durch den Zwang zur Gewinnmaximierung vorgegeben - übrigens mit staatlicher Zustimmung. Milchkühe leben permanent in Anbindehaltung, Schweine im Kastenstand, männliche Küken und Kälber werden entsorgt. Die industrielle Landwirtschaft paßte sich nicht den Bedürfnissen ihres Produktes an, sondern das Produkt Fleisch wurde zu einem abstrakten Gegenstand. Tierleid auf dem Weg dorthin (Kükentöten, Ferkelkastration ohne Betäubung, Schnabelkürzen, Enthornen, Zähneschleifen und Schwanzkupieren wird unter der Vorgangsbeschreibung "Zurichtung" im Produktionsablauf abgelegt.

Ein bißchen besser sieht es in der biologischen Landwirtschaft aus.

Würde unsere Gesellschaft sich von jetzt auf gleich für eine durchgängig vegane Ernährung entscheiden, würde einiges passieren - aber nicht so, wie man es sich als Gutmensch vorstellt:

  • es gäbe kein Tierleid mehr? Können Sie sich noch erinnern, was mit den Transportfahrzeugen voller Schlachtschweine geschah, als der Gigaschlachthof Tönnies zwangsgeschlossen war? Die LKWs standen auf Autobahnparkplätzen, die Tiere verdursteten. Schweinebauern konnten ihre Produktion nicht absetzen (sprich ihre Schweine nicht zum Schlachthof liefern) - was glauben Sie wohl, geschah mit den "reifen" Beständen? Die bereits vorhandenen lebendigen Fleischproduzenten wären urplötzlich totes Kapital, müßten schleunigst entsorgt werden. Zugleich stünden die tierhaltenden Landwirte von heute auf morgen vor dem wirtschaftlichen Ruin: Verträge mit Jungviehlieferanten, Futterlieferanten, Schlachthöfen könnten nicht mehr erfüllt werden. Wäre das tote Kapital dann schließlich wirklich tot (wir wollen nicht wissen wie), dann müßte es kostenpflichtig entsorgt werden. Spezialisierte Gerätschaften, Maschinen, Anlagen wären plötzlich überflüssig, die Raten für den Kredit müßten aber weiter gezahlt werden. Ein Horrorszenario.
  • es gäbe kein klimaschädigendes CO2 und Methan mehr, weil es ja keine furzenden Tiere mehr gäbe? Tierhaltung umfaßt weltweit 14,5% der menschengemachten Treibhausgasentwicklung. Das heißt ein Verzicht auf tierhaltende Landwirtschaft würde nur ein Sechstel an Treibhausgas einsparen, genauso viel wie die Abgase aller Fahrzeuge weltweit brächte. Und jetzt erzählen Sie mir nicht, daß Sie von einem zum nächsten Augenblick bereit wären, auf jeglichen motorgetriebenen Transport zu verzichten werden.
  • Von den Dörfern (idyllisch) bis zu den Waldrändern (romantisches Blätterrauschen) ziehen sich Gemüsefelder hin: Kartoffeln, Lauch und Sellerie. Dazwischen reihen sich Streuobstbäume, die uns mit gesundem Obst versorgen? Sie können nicht einfach alle überflüssig gewordenen Weiden umzackern und Kartoffeln drauf anbauen. Wiesen und Weiden werden nicht einfach so zu Ackerfläche: da sei der deutsche Gesetzgeber vor! Der sogenannte Ackerstatus muß erhalten werden, das heißt man DARF Wiese nicht mehr in Acker umwandeln, wenn dort mehrere Jahre lang Gras wuchs.
    Was täte die Landwirtschaftsindustrie statt dessen? Weltweiter Veganismus würde zur Abholzung von großen Waldflächen oder zu Importen in Ländern führen, die nicht über genügend Flächen für Gemüseanbau verfügen.

Wovon sollen Landwirte dann existieren?

Eben habe ich schon das Horrorszenario entworfen, das in der Landwirtschaftsindustrie entstehen würde. Was verdient ein Landwirt eigentlich? Weniger als die Meisten unserer Leser*innen. Ihre Rentenerwartung ist dürftig. Gleichzeitig ist die monatliche Belastung durch notwendige Kredite hoch. Ob der durchschnittliche Landwirt abends leicht seinen wohlverdienten, aber viel zu kurzen Schlaf findet?

Eine Umstellung der Produktion auf was auch immer (Drogen, Energiepflanzen, portioniertes Knuddelkleintierheu) würde einen komplett anderen Maschinenpark erfordern, und wer würde all die überflüssig gewordenen gebrauchten Fleischproduktionsanlagen noch kaufen? China?

Was wird aus den Weideflächen?

Egal wie: wir setzen zuviel CO2 Treibhausgas frei, es gibt nicht genügend Pflanzen, um alles aus der Athmosphäre zu binden. Und wo heute Futtergetreide für Tiere angebaut wird, kann man nicht einfach ab sofort Gemüse für Menschen anbauen. Es gibt unterschiedlich anspruchsvolle Ackerpflanzen...
Wir Menschen würden zwar dank veganer Ernährung die Kalorienempfehlungen für Normalgewichtigkeit einhalten, aber die CO2-Emission würde steigen! Manche Gemüsesorten emittieren sehr viel Treibhausgase: außerhalb ihrer Saison verzehnfachen manche Gemüse die Emission durch Import und Treibhausanbau. Würden wir in Deutschland alle Veganer werden, würde ein Teil der eingesparten Klimaemissionen an anderer Stelle entstehen, wenn auch auf lange Sicht auf geringerem Niveau.

Wieviel CO2 binden landwirtschaftlich genutzte Böden?

Das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft schreibt dazu: "In den landwirtschaftlich genutzten Flächen in Deutschland sind etwa 2,4 Milliarden Tonnen Kohlenstoff gespeichert. Damit bevorraten die Böden mehr als doppelt so viel Kohlenstoff wie der gesamte Baumbestand in deutschen Wäldern und mehr als das Dreifache der CO2-Menge, die in ganz Deutschland pro Jahr freigesetzt wird.
Welche Menge an Kohlenstoff gespeichert wird, hängt neben der Bodenart auch davon ab, wie eine Fläche genutzt wird. Während Ackerböden im Schnitt etwa 95 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar speichern, sind unter Dauergrünlandflächen durchschnittlich 181 Tonnen pro Hektar gebunden. Grünland auf trockengelegten Moorböden kann in den oberen zwei Metern sogar mehr als 1.000 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar enthalten." Das bedeutet, daß Flächen für den Gemüseanbau besonders gut gepflegt werden müssen: Humusaufbau, organische Düngung, Zwischenfrüchte oder mehrjährige Pflanzungen.

Aktuell sind 60% aller landwirtschaftlichen Nutzflächen in Deutschland für die Viehhaltung genutzt, die Hälfte davon für den Futteranbau. "Jeden Tag werden auf landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland etwa 11,3 Millionen Rinder, 26 Millionen Schweine und 173,6 Millionen Hühner, Puten, Enten und Gänse versorgt. Rund 89 Prozent der dafür benötigten Futtermittel stammen aus heimischem Anbau. Für tierhaltende Betriebe ist das Futter neben dem Stallbau der größte Kostenblock. Deshalb sind die meisten Betriebe bestrebt, einen möglichst großen Teil der benötigten Futtermittel selbst anzubauen. Dafür werden rund 60 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche in Deutschland genutzt. Etwas weniger als die Hälfte der Futterbauflächen sind Dauergrünland, der andere Teil Ackerland." Bundesinformationszentrum Landwirtschaft

Wie würden eigentlich dann die Alpen aussehen?

Stellen Sie sich vor: Sie wandern aus einem idyllischen Alpental bergan, durch lichte Wälder, in denen ein fröhliches Bächlein plätschert. Nach einiger Zeit treten die Bäume zurück, Sie sind auf der Alm angekommen. Sanft geschwungen ziehen sich saftige Wiesen mit duftendem Gras bergan bis zu den schroffen Felsen. Eine Alm schmiegt sich behaglich ins Grün, rotbraune Tupfen dort wo friedlich Kühe, Schafe oder Ziegen weiden. Sie lassen die Seele baumeln und freuen sich schon auf das kräftige Almbrot mit einem ordentlichen Stück Käse und einem Glas kuhwarmer Milch. Auch der Gedanke an eine Räucherschinkenscheibe läßt Ihnen das Wasser im Mund zusammenlaufen (ich muß jetzt sofort kurz an den Kühlschrank!).

Doch halt! Hier werden keine Kühe mehr gehalten, keine Schafe und keine Ziegen. Niemand braucht mehr Milch, Käse oder Räucherfleisch. Die sanft geschwungenen Wiesen verbuschen, bilden ein undurchdringliches Dickicht aus Haselnuß, Brombeeren und Brennesseln, so daß die - verlassene und dem Ruin übereignete - Alm nicht mehr zu erreichen ist. Sie hören keine Glocken mehr läuten, vielmehr belästigt Sie aus dem Dickicht heraus alles mögliche Getier und Grünzeug, das sticht, beißt oder kratzt. Der örtliche Alpenverein rückt alljährlich mit massivem Gerät an, um wenigstens einen Pfad vom Tal zur Bergwelt zu räumen, damit Wanderer überhaupt noch bis in die Gesteinsregionen hochsteigen können. Auf dem plattgetrampelten Korridor schieben sich die Wanderer bergan - von Seele baumeln lassen keine Spur mehr.

Woher kommt das zusätzlich benötigte Obst, Gemüse und Getreide für die Ernährung, wo bisher Schnitzel auf dem Teller lagen?

Erdbeeren aus Südafrika, Avocado aus der Türkei, Tomaten aus China - zu leckeren Menus für urbane Singlehaushalte zusammengestellt und mit Lieferdienst in Ein-Personen-Menge gebracht, inklusive der Prise Salz und einer 5-Gramm-Kräutermischung und - nicht zu vergessen - einer Physalisblüte aus Peru zur stilvollen Tellerdeko: dann doch lieber einmal im Monat beim Metzger meines Vertrauens (drei Kilometer entfernt) die vom Gesundheitsminister geduldete wohlschmeckende Menge von 1,5 kg Rindfleisch von Odenwälder Weiden einfrieren...

Keine tierischen Produkte mehr essen bedeutet, daß kein Vieh mehr gehalten wird. Woher aber kommen dann die Milchprodukte und die Eier! Wie ernährt man sich dann ausgewogen?

Woher kommt dann eigentlich der Dünger?

Landwirtschaft im besten Falle ist Kreislaufwirtschaft. Das bedeutet, daß Tierhaltung und Pflanzenanbau in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Momentan sieht man auf unseren Wiesen im März riesige Containerfahrzeuge mit Pumpaggregat, das von Wiese zu Wiese fährt und mehrere Meter breit Gülle in den Wiesenboden einarbeitet. Nicht daß die Weiden soviel Dünger bräuchten, nein. Der Dünger muß vielmehr weg, es gibt zuviel. Manche Grundbesitzer verkaufen an Landwirte die Erlaubnis, ihre Abfallprodukte auf ihrem Grund zu verklappen. Ein Vorgang, der in "normalen" Industriebetrieben sofort das Umweltamt auf den Plan rufen würde. Zuviel Dünger heißt, daß Viehzucht und Ackerbau in einem Mißverhältnis stehen, und es heißt daß wir zuviel Fleisch essen.

Würden wir das nicht mehr tun, müßte die Landwirtschaft Dünger zukaufen, der auf Ackerflächen produziert werden müßte, die uns dann für den Gemüseanbau fehlen würden. Ohne Dünger geht es auch nicht, dann bekämen wir Hutzelkartoffeln und blasses kümmerliches Grünzeug, das keinen Appetit auf Essen macht, und es wäre zudem viel zu wenig.

Und was sollen Wuffi und Maunz denn dann fressen?

Tiernahrung besteht aus allem, was wir nicht in unseren Fleischmahlzeiten haben wollen: Bindegewebe, Gekröse, Fußnägel... Woher soll das kommen, wenn wir die guten Teile des Fleischproduzenten nicht mehr essen? Wer seine Katze vegetarisch oder gar vegan ernährt, sollte sich besser Plüschtiere auf Sofa setzen.

Wie soll man - wenn es keine Tierhaltung mehr gibt - milchbasierte Kunststoffe herstellen?

Polylaktide und Kasein werden in der Kunststoffherstellung vielfach verwendet. Würden sie nicht mehr sozusagen als Abfallprodukt aus der Milchviehhaltung zur Verfügung stehen, würden manche Kunststoffdinge sehr teuer werden.

Was tun?

Manche Böden sind nicht zum Ackerbau geeignet, als Weideland können sie jedoch genutzt werden. Bevor diese Böden zur Brache werden, sollte man also lieber Tierfutter als gar nichts darauf anbauen.
Es ist noch längst nicht erwiesen, ob vegane Ernährung wirklich gesund ist - langfristig gesehen.
Eine allmähliche Umstellung der gängigen Ernährungsweise würde zu einer sozialverträglichen Umstellung in der landwirtschaftlichen Produktion führen, und die naturgegeben erforderliche Zahl an tierischen Betriebsmitteln könnte sich einpendeln. Weniger Tiere bedeutet auf lange Sicht weniger Tierleid - und damit eine bessere Fleischqualität.
Warum streben wir also nicht besser möglichst viele Lösungen gleichzeitig an? streben: bessere Futtermischungen für Tiere, gemäßigter Fleischkonsum (weniger als 1,5 kg pro Monat), und ganz wichtig: keine Lebensmittel wegwerfen, regional und saisonal einkaufen!

Das meint unser Leser Sebastian Pape aus Reichenbach:

"Kennen Sie den Veganer Witz, woran erkennt man einen Veganer? Brauch man nicht, er sagte es einen sowieso. Den mag ich und ich betätige ihn auch gerne. Mein Name ist Sebastian Pape und ich bin Veganer.

Aber ich glaube nicht das ich Ihrer Vorstellung eines Menschen mit diktatorischer Weltanschauung und vorwurfsvollen Blick entspreche. Sicherlich gibt es diese Art Veganer und es werden prozentual nicht wenige sein, aber sicherlich sind es nicht alle. Und da ihre Artikel im Durchblick da etwas generalisierend wirkt wollte ich mich dazu einfach mal melden. Freunde und bekannte kommen zu uns zum Grillen, und bringen ihr Fleisch mit, weil sie wissen, dass es keine Sprüche von uns (denn meine Frau lebt auch vegan) geben wird. Andersrum werde ich gerne mal mit Sprüchen beschenkt, die meist verraten wie wenig Hintergrundwissen über das Thema besteht.

Grundsätzlich glaube ich, dass es verschiedene Wege zu einer besseren Welt, oder aus dem Schlamassel gibt, Veganismus ist da sicherlich nicht der einzige, aber auch nicht der schlechteste.

Jetzt möchte ich Ihnen noch die Fragen in Ihrem Artikel nach meinem Wissen und gewissen beantworten. Sehen Sie das bitte nicht als Besserwisserei, sondern eher als spaßigen Schlagabtausch mit Respekt vor Ihrer Arbeit:

  • Ob ich mein Mikrobiom gut behandele ist schwer zu sagen, Schmerzensschreie oder ähnliches vernehme ich nicht von ihm, und ich wasche mich nach gesellschaftlichen Standards, was Teile meines Mikrobioms sicherlich nicht gut finden. Ich habe einen befreundeten Biologen gefragt, der sagte das Mikrobiom wäre eventuell so etwas wie ein symbiotischer Organismus, allerdings ohne Tiere.
  • Es könnte tatsächlich ein Weg aus dem Welthunger sein. Ackerflächen, die für Viehfutter in Entwicklungsländern ausgebrannt werden, sind eine viel zu große Realität als das man sie mit Avocados vergleichen könnte.
  • Der Landwirtschaft würde es erstmal wirklich  schei..  gehen. Keine Frage. Ein wenige ist das der Lauf der Dinge. Bergleuten, Druckern, wahrscheinlich bald Bankangestellten ging und geht es ähnlich. Was bei kleineren Bauern auch meiner Meinung nach bedauernswert ist oder wäre, bei Monokultur und Massentierhaltung würde ich eher Freudentränen verlieren.
  • Ich weiß nicht wovon ein Viehbetreiber oder ein Metzger in einer veganen Welt existieren können, glaube aber, dass es mögliche Alternativen gibt. Soll heißen, sie würden nicht verhungern, aber sich umstellen müssten sie sicherlich
  • Die Weideflächen nutzt man entweder zum Anbau oder überlässt Sie der Natur, Gott, der Erdmutter und dem fliegenden Spaghettimonster.
  • Eigentlich weiter oben schon angedeutet: Die meisten Flächen in der Landwirtschaft gehen für Futtermittel drauf, es gibt ein ganzes Internet voller Grafiken und Studien, die einfach zeigen, dass eine pflanzliche Ernährung wesentlich weniger Ressourcen braucht. Denn ein Schnitzel hat vorher sehr viel Soja gefüttert bevor es auf dem Teller liegt (vom Wasser fang ich mal gar nicht erst an, und wie das Schnitzel in 99% der Fälle behandelt wurde….)
  • Die Frage nach noch mehr Dünger, während auch im Odenwald viele Bauer ihre Gülle illegal entsorgen und nicht wissen wohin damit, und nitratverseuchten Böden, andererseits vielen Beispielen von geschicktem Anbau ohne Monokulturen zeigen eigentlich: es braucht ihn nicht, den vielen Dünger
  • Wie man sich ausgewogen vegan ernährt ist nicht schwer. Ich bin seit 8 Jahren vegan und habe die wenigsten Krankheitsfehltage in einem 40 Personen Betrieb. Selbst das B12, dass ich sublimiere, kommt ja nicht aus dem Fleisch an sich, sondern aus Mikroorganismen, die auf natürlichen Wiesen leben. B12 wird in der Viehzucht dem Futter beigemischt, somit sublimiert der Mischköstler auch.
  • Die Avocado erzeugt mehr Treibhausgas als das Odenwald-Rindfleisch. Ich verzichte daher auf sie

Uff, schreiben ist Arbeit! Ich hoffe Sie haben bis hierher gelesen. Wenn ja, danke ich Ihnen und möchte Ihnen auf diesem Wege noch ein dickes Lob für DURCHBLICK aussprechen! Ich lese ihn wirklich gerne! Damit steht er als kostenlose Zeitung in meinem Briefkasten ganz alleine da.

Machen Sie weiter, gerne auch kontrovers!"

 

 

Terra preta: das ist fruchtbare Schwarzerde, die die südamerikanischen Ureinwohner in den Urwäldern Amazoniens produzierten und damit riesige Städte ernähren konnten.
Die Wissenschaft hielt Städte in Amazonien ursprünglich nicht für möglich, da die normale Urwalderde sehr mager ist und daher keine größeren Bevölkerungszahlen ernähren kann. Die Menschen haben damals Holzkohle gemacht und diese zusammen mit Fäkalien, pflanzlichen Abfällen und Muschelschalen in die Erde gegeben. Diese Kombination ergab – zusammen mit Mikroorganismen eine meterdicke, äußerst fruchtbare und sehr stabile Humusschicht. Inzwischen kann man auch hier Terra Preta herstellen. Dazu kann man bei verschiedenen Herstellern Holzkohle beziehen, die nicht mit Chemikalien behandelt ist. Es gibt aber auch Hersteller, die eine Kombination aus Pflanzenkohle, Mineralien (Gesteinsmehle) und Mikroorganismen liefern, die dann die Erde entsprechend beleben und die Umwandlung zur Terra Preta fördern.

 

2021 ist der Streuobstanbau auf Antrag des Vereins Hochstamm Deutschland e.V. mit Unterstützung des NABU, weiterer Verbände und rund 500.000 Unterschriften als Immaterielles Weltkulturerbe von der UNESCO anerkannt worden.
Eine Broschüre der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung mit ausführlichen Informationen zum Thema "Streuobstwiesen schützen durch Nützen" zeigt Erfolgversprechende Ansätze der Landwirtschaftsverwaltung in Bayern auf. Vieles läßt sich jedoch auch auf Hessen übertragen. Die  Broschüre von Martin Degenbeck vom Institut für Stadtgrün und Landschaftsbauder Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau finden Sie im Anhang.
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Daß der Odenwald nicht zwangsläufig aus Maisfeldern und Energiepflanzungen bestehen muß, sondern durchaus - auch auf kargem Boden - sehr gute Erträge an Gemüse bringen kann, zeigt die SoLaWi (Solidarische Landwirtschaft) von Vivien Glover in der Nähe Klein-Bieberau.

Presseinformation des Julius Kühn-Instituts (JKI), Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, 10. August 2021

Meldepflichtiger Japankäfer erstmals im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet gesichtet

Behörden bitten die Bevölkerung, verdächtige Käferfunde zu melden, um den Quarantäneschädling mit breitem Wirtspflanzenspektrum rasch ausrotten zu können (Braunschweig/Quedlinburg).

August 2018: Während die Gemeinden Lautertal und Modautal sich wie viele andere Kommunen bereits gegen den Einsatz von Pestiziden auf ihren Grundstücken einsetzen, ist die Verwendung von Glyphosat oder Roundup weiterhin möglich. Dieses Herbizid läßt sich inzwischen im menschlichen Urin nachweisen: 2015 wurden 2000 Menschen getestet, alle hatten Glyphosat eingelagert und werden es nun nie wieder los. Giftig ist das Mittel nicht nur für Pflanzen (Kraut und Unkraut), sondern auch für die Böden: durch Bodenschädigung ist die Krankheitsabwehr der Pflanzen geschwächt, der Ertrag geht zurück.

45 neue Sorten! – Hochstämmige Obstbäume jetzt bestellen: Kreis Bergstraße bietet wieder Sammelbestellung an

Die alljährliche Sammelbestellung von hochstämmigen Obstbäumen ist im Kreis Bergstraße bereits eine feste Tradition. Die Aktion, die die Bergsträßer Kreisverwaltung jedes Jahr gemeinsam mit dem Gewässerverband Bergstraße organisiert, erfreut sich immer größerer Beliebtheit. So verzeichnete die Abteilung „Ländlicher Raum und Denkmalschutz“ im vergangenen Jahr eine Rekord-Nachfrage an Obstbäumen: 155 Einzelpersonen und Firmen aus den Kreisen Bergstraße, Darmstadt-Dieburg, dem Odenwald, der Pfalz und dem badischen Weinheim hatten 2020 insgesamt weit über 700 Bäume gekauft. Landrat Christian Engelhardt freut sich sehr über die steigende Nachfrage: „Streuobstwiesen und regionale Obstbäume sind ein wichtiger Teil unseres landschaftlichen und kulturellen Erbes an der Bergstraße. Sie verbessern nicht nur die Qualität unseres Lebensraumes, indem sie das Landschaftsbild verschönern und uns an heißen Sommertagen Schatten spenden, sondern erfreuen uns auch mit leckerem und regionalem Obst aus dem eigenen Garten.“

Der Klimawandel mit im Durchschnitt wärmeren Temperaturen begünstigt viele Arten. 
Leider auch solche, die uns äußerst unangenehm sind. Dazu zählen auch zwei Vertreter der Spinnentiere: 
Zecken (Ixodes ricinus) und Grasmilben (Neotrombicula autumnalis)

Unter diesem Link finden Sie eine ausführliche Information der Gartenakademie Rheinland-Pfalz.

Mit Pflanzenkohle kann man langfristig Kohlenstoff speichern und das Klima schützen. Doch nicht nur das: Pflanzenkohle hat fachkundig eingesetzt positive Eigenschaften auf den Boden und das Pflanzenwachstum und kann dabei helfen, die Landwirtschaft zukunftsfähiger zu machen.

Lesen Sie den Beitrag dazu hier: https://www.praxis-agrar.de/pflanze/ackerbau/pflanzenkohle/?L=0

Wenn Verbraucher Äpfel kaufen, ist eine makellose Schale offenbar weniger wichtig als Geschmack oder regionale Erzeugung. Viele verbinden kleine Schönheitsfehler mit mehr Natürlichkeit. Das hat eine Untersuchung der Universität Kassel zur Akzeptanz von Äpfeln mit unterschiedlichen Schalenqualitäten gezeigt. 1.000 Verbraucherinnen und Verbraucher wurden online befragt. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hat die Arbeiten als Projektträger begleitet.

Wo die gelben Bänder wehen - …darf man an fremden Bäumen ernten gehen

Ein Projekt, das z.B. in Aiblingen, Pirmasens und Oldenburg schon stattfindet - zur Nachahmung dringend empfohlen...
Die Bundespreis-Jury schreibt auf den Seiten von "zu gut für die Tonne": „Heimisches Obst und Gemüse ist viel zu schade, um ungenutzt zu verrotten. Der Landkreis Esslingen hat das erkannt und etabliert mit seinem Projekt „Gelbes Band“ eine einfache und effektive Lösung, um dem entgegenzuwirken. Dies sollte in allen Kommunen in Deutschland umgesetzt werden!“

Eine Informationsschrift der Kommunalwirtschaft Mittlere Bergstraße (KMB) erläutert die Anlagen der Abwasserentsorgung im Verbandsgebiet: Kläranlagen, Pumpwerke, Regenüberlaufbecken bzw. -bauwerke, Kanäle und Druckleitungen.