Projekt im Landkreis Darmstadt-Dieburg als europäisches Best Practice Beispiel gekürt

Für geflüchtete Frauen sind in Frieden zu leben, eine Wohnung und eine Arbeit zu haben sowie Zugang zu Bildung keine Selbstverständlichkeit. Im Projekt GeLA erfahren geflüchtete Frauen Rat und Hilfe in Alltagsfragen, lernen Deutsch, erwerben Sprachzertifikate, werden zur Selbsthilfe aktiviert und ermutigt.

Darüber hinaus werden sie für die Anforderungen in einer digitalen (Arbeits-)welt geschult, holen Schulabschlüsse nach oder bekommen ihre Ausbildungen und ihr Studium anerkannt. Sie entwickeln in Coachings und Bewerbungstrainings neue Perspektiven, welche die Integration in den Arbeitsmarkt ermöglichen.

GeLA ist ein erfolgreiches Teilprojekt des Hessischen Programmes „NeW“ und wird neben dem Land Hessen vom Landkreis Darmstadt-Dieburg getragen.

ZIBB – Frauen für Frauen e.V. ist mit diesem Projekt von der Europäischen Kommission durch die Veröffentlichung als vorbildliches Beispiel geehrt und ausgezeichnet worden. Bereits 2018 hatte die Bertelsmann Stiftung das Projekt als Best Practice Beispiel gekürt. „Wir haben 2016 ein vorbildliches Konzept an Modulen und Förderbausteinen für die Integration von geflüchteten Frauen ins Leben gerufen, ermöglichen Begegnung und Fempowerment“, so Andrea Balmerth, Geschäftsführerin des ZIBB.
„Die Frauen aus Syrien, Afghanistan, Irak, Äthiopien, Türkei, Eritrea und weiteren Ländern sind gekommen, um zu leben. Wir können uns nicht wirklich vorstellen, was Frauen in ihren Herkunftsländern und auf der Flucht durchlitten haben“, weiß Balmerths Kollegin Eva Hartard, zuständig für die traumasensible Beratung.

Seit 1. Januar 2020 steht das Angebot auch Frauen ohne Fluchthintergrund offen, denn die häufigste Migration erfolgt – entgegen der öffentlichen Wahrnehmung – aus europäischen Ländern. Der Erfolg des Projekts ist ein Zusammenspiel von vielen öffentlichen und privaten Akteuren. Der ehrenamtliche Helferkreis der Bürgerstiftung und Akteure vor Ort unterstützen und sprechen die Frauen gezielt an.

Zum abgestimmten Gesamtprozess gehört auch die enge Zusammenarbeit mit den Migrationsbeauftragten der Kommune, die Beteiligung an diversen kommunalen Arbeitskreisen und am Prozess der „Vielfaltsstrategie”; Einbeziehung und Verzahnung mit externen Bildungs- und Beratungsstellen (z. B. Verbraucherzentrale, Diakonisches Werk u. ä.), eine enge Verzahnung mit dem Landkreises Darmstadt-Dieburg mit seinen zuständigen Fachabteilungen sowie der Kreisagentur für Beschäftigung als kommunales Jobcenter.

„Alle Maßnahmen greifen sinnvoll ineinander und eröffnen bis Ende 2022 ca. 95 Migrantinnen nachhaltige Perspektiven“, freut sich Sozialdezernentin Rosemarie Lück über den Erfolg von GeLA. „Von den bisher 49 Teilnehmerinnen konnten 35 entweder in den ersten Arbeitsmarkt, in weiterführende Maßnahmen innerhalb des SGBII oder in weiterführende Sprachkurse vermittelt werden.“

Darüber hinaus standen drei Frauen des aktuellen Kurses zur Wahl für den Ausländerbeirat für die Kommunalwahl 2021 und sind gewählt worden.

Weiterführende Informationen Informationen zur Auszeichnung der Europäischen Kommission:
https://ec.europa.eu/migrant-integration/intpract/gela-gemeinsam-leben-und-arbeiten-im-landkreis-darmstadt--dieburg?lang=en

Informationen zum ZIBB unter https://www.zibb-umstadt.de/ (ladadi)