Altpapier sinnvoll entsorgen

Immer wieder rufen Lautertaler Vereine, die Altpapier einsammeln, die Bürger dazu auf, keine Kartonagen zur Sammlung zu geben. Hier stellt sich aber die Frage: wohin mit Kartons? Denn in den Haushalten fallen oft viele Kartons an - vor allem auch weil der lokale Handel immer mehr das Nachsehen zugunsten von Internetbestellungen hat. Wo vor Ort Einkaufstaschen oder Klappkisten zum Einsatz kommen, versendet der Onlinehandel im Karton, oftmals sogar in viel zu großen Kartons. Diese Kartons fährt ein Paketdienst aus. "Bei Nichtgefallen retour" heißt es dann: 20% aller Onlinebestellungen gehen zurück. Die anderen Kartonagen müssen entsorgt werden. Vor Weihnachten wird die Kartonmenge sicher nochmal drastisch steigen, sofern die Verbraucher nicht schlau sind und ihre Geschäfte vor Ort unterstützen.
Wer eine Papiertonne hat, kann den Verpackungsmüll leicht entsorgen, wer aber die örtlichen Vereine unterstützen will und Altpapier sammelt, bündelt und zur Sammlung vor die Tür stellt, muß die lästigen Kartons irgendwie loswerden.
Eine Möglichkeit ist das Kompostieren: ein guter Kompost sollte zu 80% aus kohlenstoffhaltigen Materialien (Stroh, Zweige, Laub, Pappe, Papier, Hackschnitzel) bestehen. Aber: Pappe muß zerkleinert werden, damit sie auch verrottet. Es genügt nicht, einfach alles aufzuschichten und auf Blumenerde zu warten. Und: man sollte Pappe und Papier nur für Blumen-Kompost verwenden, nicht für den Lebensmittelanbau. Moderne Druckfarben sind zwar unbedenklich, doch oftmals bestehen Kartonagen - wie auch Zeitungspapier - aus Recyclingpapier, von dem man nicht weiß, was alles drinsteckt.
Zwischen die Kartonfetzen kommen Garten- oder Küchenabfälle, Kaffeesatz, Grasschnitt und Mist. Alles wird abwechselnd geschichtet und immer mal eine Schicht Urgesteinsmehl dazwischengestreut. Dabei entdeckt man vielleicht auch, welche Unmengen an Kartonagen im Haushalt ankommen und denkt über alternative Einkaufsmöglichkeiten nach.
Der Kartonage-Kompost kann im Frühjahr umgesetzt werden, bevor es warm wird und sich Tiere einnisten. Nach mehrmaligem Umsetzen kann der inzwischen feinkrümelige Kompost nach etwa 2 Jahren in die Blumenkästen und -töpfe. mh

Foto: koe

Fehlende Materialkunde - anscheinend fehlen einigen Menschen entsprechende Informationen über unterschiedliche Materialien. An den Papier-Sammel-Containern des TSV Reichenbach steht in großer Schrift, daß hier nur Altpapier eingeworfen werden soll. Kartonagen seien nicht erwünscht. Gerade aber diese findet man in allen Größen und überwiegender Anzahl in den Behältnissen. Oft sind sie nicht einmal zusammengefaltet. Noch schlechter für die Wiederverwertung des Altpapiers aber ist der immer wieder dort entsorgte Müll. Hier hat sich jemand gerade seiner alten Korbtruhe entledigt. Die Verantwortlichen des TSV-Reichenbach wird das wenig freuen, mindern Fremdstoff doch den Ertrag für ihren Verein. koe

Altpapiersammlung im Dezember 2020: 04.12. Container Reichenbach ABGESAGT! 12.12. Lautern, Knoden, Schannenbach und Breitenwiesen. Zeitungen, Zeitschriften  und anderes Papier gebündelt oder lose in K L E I N E N Kartons, auf keinen Fall größere Kartonagen oder Müll! Die Termine für 2021 folgen in den nächsten Tagen.

20 Mio. Produkte für den Müll

2019 wurden geschätzt 500 Millionen online bestellte Artikel zurückgeschickt. Davon können 79% als A-Ware weiterverkauft werden, 13% als B-Ware, der Rest geht an industrielle Verwerter, an gemeinnützige Organisationen oder wird vernichtet.
Die Entsorgung ist oft billiger als die Aufbereitung, und Markenware darf oftmals nicht billiger verkauft werden. Retouren verstopfen die Lager oder dürfen aus hygienischen Gründen nicht weiterverkauft werden. Spitzenreiter bei der Vernichtung ist Kleidung mit ca 80% Anteil, wesentlich kleiner ist der Anteil bei Auto, Hobby, Spielzeug, Einrichtungsgegenständen, Lebensmitteln und Kosmetik.
Nach dem letzten Weihnachts-Bestellmarathon beschloß die Bundesregierung daher einen Gesetzentwurf zur Reduktion von Retouren-Müll.  Nur noch bei verdorbenen, kaputten oder gefährlichen Retouren oder weil es wirtschaftlich nicht anders geht, darf vernichtet werden. Bis alle Details in Verordnungen geregelt sind, dauert es jedoch. Eine Möglichkeit, die das Müllaufkommen und die Händler entlasten könnte, wäre eine saftige Rücksendegebühr auf Online-Bestellungen. Das würde auch für lokale Geschäfte einen Vorteil bedeuten. mh

Woraus die Buchstaben im Zeitungsdruck bestehen

Zeitungsdruckfarben trocknen durch "Wegschlagen" der Druckfarbe in das Papier. Das wurde bis zur Mitte der 80er Jahre durch unhydrierte, hocharomatische Mineralöle gefördert, heute setzt man auf Sojaöl basierte Druckfarbe ein. Die Welt-Gesundheits-Organisation WHO hatte festgestellt, daß Mineralöle mit ihren polyzyklischen Benz(a)pyren-Verbindungen auf der Haut von Lebewesen Krebsgeschwüre hervorrufen können. Alle Lieferungen mußten daraufhin, wie heute bei Zigarettenpackungen üblich, mit einem Warnungshinweis versehen werden. Da dies jedoch umständlich und unattraktiv war, suchte man, auch um keinen Leser zu verlieren, nach einer neuen Farbe. Diese Farbe besteht allerdings in den meisten Fällen nicht aus 100 % Sojaöl, sondern enthält je nach Farbtype einen unterschiedlichen Gewichtsanteil an Sojaöl zur Gesamtfarbe: Zeitungsschwarz mit 40 % und bunte Zeitungsfarben mit 30 % dürfen das Sojaöl-Logo tragen, das die Umweltfreundlichkeit als Pflanzenöldruckfarbe kennzeichnet.
Quelle: http://drucker.berufschule.com/?p=2441

Glosse:  Wie teuer ist eigentlich das Internet?

In einem früheren Durchblickheft hatten wir schonmal die Frage gestellt: "Wie schwer ist eigentlich das Internet?" (siehe hier!).
So schwer wie eine Erdbeere oder ein Ei, sagen manche. Aber was es kostet, ist die wesentlich interessantere Frage. Fangen wir bei der Entsorgung an: regelmäßig müssen Sie Hausmüll zur Abholung rausstellen, Altpapier bündeln, gelbe Säcke mit säuberlich gespülten Joghurtbechern stapeln und die Spannungsabfälle unter den Steckdosen zusammenkehren. Nun stellen Sie sich mal vor, Sie müßten Ihr Internet wegwerfen, weil es ein Besseres gibt. Gerade jetzt vor Weihnachten würden Sie sicher einem lieben Menschen ein neues Internet schenken, oder Ihr eigenes gefällt Ihnen nicht mehr. Gehört das Alte in den Restmüll, zum  Elektroschrott oder zum Sperrmüll? Doch halt! Bevor Sie Ihr Internet wegwerfen: vielleicht läßt sich einiges wiederverwerten, oder Sie streichen es einfach in einer neuen Farbe - gern auch mit stylischem Glitzereffekt.
50 Gramm wiegt das gesamte WeltWeite Wissen, aber auch der gesamte digitale Nonsens unseres Planeten. Nur leider können die puren Daten nicht alleine existieren, sondern sie sind dick und warm angezogen. Die niedlichen kleinen Viecher treiben sich in Servern rum, auf Festplatten, und das bringt natürlich Gewicht auf die Waage. Und das Internet wächst und wächst: 2012 umfaßte es 2,8 Zettabyte (2800.000.000 Terabyte), 2016 waren es schon 7,7 Zettabyte, die mit 26.500 Gigabyte pro Sekunde übertragen werden können und für deren Speicherung man über 4000 Mio.haushaltsübliche Terabyte-Festplatten bräuchte. Nur in Privathaushalten wurden 2003 in Deutschland 6,8 Mrd. Kilowattstunden ausschließlich für das Internet verbraucht, für den Betrieb des Internets (Server) werden weltweit 0,8% der Stromerzeugung benötigt. Im Raum Frankfurt lag 2015 der Stromverbrauch für Rechenzentren bei 20% des Gesamtverbrauchs. Nur scheinbar kostenlos ist das Versenden von SMS, Mails, Posts und das Surfen im Netz. Besonders das Streamen von Filmen ist teuer: Youtube, Netflix, Videokonferenzen u.a. verbrauchen laut EU-Wettbewerbskommissarin Vestager weltweit rund 200 Milliarden Kilowattstunden Strom pro Jahr. Das Internet der Dinge (Alexa, Siri, shoppende Kühlschränke u.v.m.) kostet mehr als man glaubt, und natürlich trägt von denen keiner den Müll raus. M. Hiller

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