Das Ergebnis in Modautal: 86 aktiv Radelnde, darunter drei von 23 Parlamentariern, sowie 12 Teams radelten insgesamt 20549 Kilometer und vermieden damit 3 Tonnen CO2. Gabriele Raven vom Verschönerungsverein Allertshofen / Hoxhohl berichtete über die Aktion in ihrem Blog https://login.stadtradeln.de/specials/blog?L=0&sr_city_id=3163. Ihr liegt - wie vielen Radfahrbegeisterten - der Ausbau der Radwege am Herzen. Viele Menschen wagen es nicht, bei der heutigen KfZ-Verkehrssituation auf schmalen Landstraßen zu fahren, obwohl inzwischen der Abstand von 1,5 Meter zwischen überholendem Kraftfahrzeug und Radfahrer zwingend vorgeschrieben ist. Aber umgekehrt fühlen sich auch Fußgänger von Radfahrern bedroht.

Die Kampagne Stadtradeln wurde 2008 vom Klima-Bündnis ins Leben gerufen für alle Bürgerinnen und Bürger: innerhalb eines Drei-Wochen-Zeitraums soll das Auto bewusst stehen bleiben und Wege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Im Kreis Bergstraße liegt dieser Zeitraum zwischen dem 1. und 21. Mai, im Kreis Darmstadt-Dieburg zwischen dem 26. Juni und dem 15. Juli 2022.

Rekordjahr beim Bergsträßer STADTRADELN

Bergsträßerinnen und Bergsträßer radeln 666.770 Kilometer für den Klimaschutz und sparen über 100 Tonnen Kohlenstoffdioxid: 2022 hat der Kreis Bergstraße bereits zum dritten Mal an der jährlich bundesweit stattfindenden Aktion STADTRADELN teilgenommen. Und das mit riesigem Erfolg: Die Bergsträßerinnen und Bergsträßer haben in diesem Jahr alle vergangenen Teilnahmen in den Schatten gestellt und in allen Bereichen neue Rekorde aufgestellt. So haben die Bergsträßer Radlerinnen und Radler mit 666.700 gefahrenen Kilometern erstmals die halbe Million Kilometer überschritten. Dadurch konnte gleichzeitig mit 103 Tonnen erstmals eine dreistellige Kohlenstoffdioxid-Einsparung erreicht werden.

„Ich freue mich sehr, dass wir als Kreis auch in diesem Jahr bei der Aktion STADTRADELN dabei waren. Es ist großartig, welche tolle Erfolge wir dabei erreicht haben. Viele Bergsträßerinnen und Bergsträßer haben in dem dreiwöchigen Zeitraum ein echtes Zeichen für die Mobilitätswende und somit auch für den Klima- sowie Umweltschutz gesetzt. Meinen herzlichen Dank dafür. Ich würde mich freuen, wenn die eine oder der andere durch das STADTRADELN auf den Geschmack gekommen ist und auch in Zukunft auf den Drahtesel umsteigt“, freut sich Landrat Christian Engelhardt.

Vom 1. bis zum 21. Mai traten die für das STADTRADELN angemeldeten Teams aus dem Kreis Bergstraße sowie aus den 13 Kommunen, die gleichzeitig am STADTRADELN teilgenommen haben, 21 Tage lang kräftig in die Pedale. Das Interesse war in diesem Jahr besonders groß: Mit insgesamt 3.692 aktiven Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter Kommunalpolitiker, Schulklassen, Vereinsmitglieder sowie Unternehmensmitarbeitende konnte auch in diesem Bereich ein neuer Rekord erzielt werden. Die Team-Anmeldungen erreichten mit 190 Teams ebenfalls einen neuen Spitzenwert. Unter den Kommunen hängte das kleine Biblis alle ab: Mit einem Schnitt von geradelten 5,56 km/Einwohner wurde Biblis – heruntergerechnet auf die Einwohnerzahl - Kommunensieger aller teilnehmenden Kommunen im Kreis Bergstraße. Auf die meisten geradelten Kilometer kam im Kreis die Stadt Viernheim mit 171.712 Kilometern. Die Einzelwertung im Kreis Bergstraße gewann Freddy Jenner von den Feuerwehren der Stadt Bürstadt mit 2.452 geradelten Kilometern.

„103 Tonnen Kohlenstoffdioxid, die im Vergleich zum Autofahren eingespart werden konnten, sind eine echt tolle Leistung. Vielen Dank an alle Teilnehmenden! Sie haben uns mit dem STADTRADELN zwei wichtige Dinge vor Augen geführt: Gemeinsam können wir viel für den Klimaschutzerreichen und dabei zählt jeder noch so kleine Beitrag – oder in diesem Fall Kilometer. Ich hoffe, Sie bleiben auf weiter fest im Fahrradsattel und sich im nächsten Jahr wieder Teil der Aktion STADTRADELN. Vielleicht schafften wir dann als nächstes gemeinsam die 750.000 Kilometer-Marke zu knacken“, so Engelhardt.

Mai 2022: Die Landräte Landrat Christian Engelhardt (Kreis Bergstraße) und Klaus Peter Schellhaas (Darmstadt-Dieburg) rufen alle dazu auf mitzumachen: „Egal ob passionierter Alltagsradler oder gemütlicher Einsteiger – bei dem Wettbewerb können alle teilnehmen und gemeinsam zeigen, wie selbstverständlich Radfahren zum Alltag dazugehört“ so Schellhaas und „Seien Sie auch in diesem Jahr wieder dabei. Lassen Sie uns gemeinsam aktiv ein Zeichen für nachhaltige Mobilität und für den Radverkehr setzen. Ich lade Sie herzlich dazu ein, auch diesmal das Auto stehen zu lassen und kräftig in die Pedale zu treten,“ Engelhardt.

An der Kampagne können sich Kommunen über diese Seite anmelden: https://www.stadtradeln.de/kommunen. Dann wird für sie eine eigene Seite angelegt, die tagesgenau anzeigt, wieviel Radelkilometer von Aktiven, Parlamentariern und Teams absolviert wurden und wieviele Tonnen CO2 damit eingespart werden konnten. Modautal ist dieses Jahr mit dabei: https://www.stadtradeln.de/modautal. Hier gibt es zwei von 23 Parlamentariern sowie acht Teams, und ab dem 25. Juni können auf dieser Seite die erreichten Kilometer abgelesen werden. Die Teams werden unter anderem gestellt vom Rathaus, Verschönerungsverein Allertshofen-Hoxhohl und Feuerwehr Modautal.

Lautertal hat sich nicht angemeldet, könnte sich aber für 2023 ebenfalls beteiligen. In Bensheim ist die Aktion bereits am 1. Mai gestartet, und es gibt hier 258 aktiv Radelnde in 35 Teams, davon drei von 45 Parlamentariern. In den ersten drei Tagen wurden bereits 10.000 km geradelt und damit eine Tonne CO2 vermieden. Davon wurden allein 1000 km vom AKG absolviert.

Spaß am Fahrradfahren, aber auch konkret das Umsteigen auf das Rad im Alltag soll so allen Bürgerinnen und Bürgern nähergebracht werden. Jeder kann so einen persönlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Wer drei Wochen geradelt ist, macht vielleicht damit weiter, denn das Rad ist mit der Aktion in den Fokus gekommen, wird anders wahrgenommen. Der Kreis Bergstraße konnte 2021 mit dem Stadtradeln 2727 Personen motivieren, die über 450.000 Kilometer zurücklegten und dabei 67 Tonnen CO2 eingespart haben.

Der internationale Wettbewerb STADTRADELN des Klima-Bündnis lädt alle Mitglieder der Kommunalparlamente ein, als Vorbild für den Klimaschutz in die Pedale zu treten und sich für eine verstärkte Radverkehrsförderung einzusetzen. So sollen möglichst viele Fahrradkilometer für die eigene Kommune gesammelt werden. Zugleich bringt die Kampagne das Radfahren in den Alltag, mit allen Aspekten wie Radverkehrsplanung, Radwegen und Radwanderwegen und öffentlicher Wahrnehmung. Seit 2017 können auch Städte, Gemeinden und Landkreise außerhalb Deutschlands die Kampagne an 21 zusammenhängenden Tagen zwischen Mai und September durchführen. Es gibt Auszeichnungen und hochwertige Preise zu gewinnen – vor allem aber eine lebenswerte Umwelt mit weniger Verkehrsbelastungen, weniger Abgasen und weniger Lärm.

Das Klima-Bündnis mit seinen Mitgliedskommunen setzt sich seit mehr als 25 Jahren für das Weltklima ein. Mit rund 1.700 Mitglieder in über 25 Ländern ist das Klima-Bündnis das weltweit größte Städtenetzwerk, das sich dem Klimaschutz widmet, und das einzige, das konkrete Ziele setzt: Jede Klima-Bündnis-Kommune hat sich verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen alle fünf Jahre um zehn Prozent zu reduzieren. Da sich unser Lebensstil direkt auf besonders bedrohte Völker und Orte dieser Erde auswirkt, verbindet das Klima-Bündnis lokales Handeln mit globaler Verantwortung. klimabuendnis.org

Gerade in unseren Odenwaldgemeinden mit vielen Steigungen und engen Kreisstraßen ist es wichtig, daß die Infrastruktur für das Radfahren geschaffen und auch gepflegt wird. Der Mindestabstand von 1,5 Metern beim Überholen eines Radfahrers stellt Autofahrer hier oft vor eine Geduldsprobe, da die Straßen oft schon bei PKW-Gegenverkehr eng werden. Hier möchte man ungern mit dem Fahrrad unterwegs sein, fühlt sich ständig gefährdet oder abgedrängt. Radwege abseits der Straßen gibt es zwar, und sie führen durch reizvolle Landschaften. Doch nach Aktionen von Hessenforst oder Privatwaldbesitzern, nach dem Bau von Gasleitungen etc. werden die zerfahrenen Wege oftmals einfach aufgeschottert. Darauf möchte man als Radfahrer nicht fahren und steht oft vor Streckenstücken, die einfach keinen Spaß machen. Hinzu kommt, daß auf Wanderwegen oftmals eine Konkurrenzsituation zwischen Fußgängern, Radfahreren und Reitern auftritt. Hier sollte jeder Nutzer auf andere Rücksicht nehmen.

M. Hiller, Mai 2022