im Herbst ist die richtige Zeit, aus organischen Abfällen Kompost zu gewinnen. Viel Laub muß „entsorgt“ werden und kann auf dem Komposthaufen wertvolle Dienste leisten. Eine Ecke mit 1 m2 reicht schon aus. Alle pflanzlichen Abfälle aus Garten und Küche werden grob zerkleinert lose aufgeschichtet und mit etwas fertigem Kompost gemischt, der die für die Zersetzung notwendigen Mikroorganismen enthält. Pro Kubikmeter Kompost kommen 10 kg Gesteinsmehl und 5 kg Algen- oder Hüttenkalk (erhältlich bei Landhandel Schmitt in Linnenbach) darunter. Gesteinsmehl verhindert die Geruchsbildung und reichert den Kompost mit Mineralien an.

Kalk bindet bei der Umsetzung organische Säuren. Nach dem Aufsetzen erhitzt sich der Haufen im Inneren, so werden Krankheitserreger und Unkrautsamen abgetötet. Wenn der Haufen abkühlt, kann er umgeschichtet und mit Stroh abgedeckt werden. In der nächsten Saison kann man auch Kapuzinerkresse und Kürbis darauf pflanzen oder säen. Nach einem Jahr sollte der Haufen einen erdigen Geruch und krümelige, nicht faserige Struktur haben, dann ist er reif. Nach zwei Jahren kann er als wertvoller Humus- und Nährstofflieferant mit ein bis drei Kilogramm pro Quadratmeter im Garten verteilt werden. Kompost enthält wertvolle Nährstoffe, regt das Bodenleben an und fördert die Bodenfruchtbarkeit. Zudem sorgt er für Durchlüftung und speichert Wasser im Boden. Doch nicht nur der Garten profitiert, sondern auch die Umwelt: organische Abfälle werden dem natürlichen Kreislauf zurückgeführt. Weitere Infos im aid-Heft "Kompost im Garten", www.aid.de (H. Kreutz).

Eine Handvoll guter Humusboden enthält mehr Lebewesen, als es Menschen auf der Erde gibt, pro Hektar Humus finden sich fünf Tonnen Bakterien, Pilze, Würmer, Spinnen, Insekten... Da im Dezember das »Jahr des Bodens« zu Ende geht, zeigen wir im nächsten Heft, wer da so alles lebt. Außerdem stellen wir Effektive Mikroorganismen und die Indoor-Version des Kompostierens vor: Bokashi. Und ein aquaponisches System fürs Gewächshaus (z.B. als Weihnachtswunsch) wird vorgestellt.

Rasentipp vom Gartenpfleger Rolf Meyer für den November: wenn es nicht zu kalt ist, braucht der Rasen noch einmal eine Herbstdüngung. Sie konserviert die Pflänzchen, sie kommen im Frühjahr schneller. Rasenherbstdünger ist erhältlich in Gärtnereien und Landhandlungen.

Die erste eigene Bio-Kartoffelernte von Dorf-im-Wandel war ein voller Erfolg: eine Ackerreihe ergab für 10 Personen je 1 Ztr. Kartoffeln! Knollen stecken, Kartoffelkäfer absammeln und Kartoffeln ausbuddeln: das hat richtig Spaß gemacht. »Dorf im Wandel« ist eine zwanglose Gruppe, die sich einmal monatlich trifft und verschiedene Projekte verfolgt: gemeinsam kochen und essen, Buchbesprechungen und Reiseberichte, Ausflüge - und Kartoffelanbau auf dem Feld eines netten Lautertaler Landwirtes. Auch das Repair-Café im Lautertal wurde von der Gruppe ins Leben gerufen und später gemeinsam mit den Bensheimer Grünen zum ganz unpolitischen Verein „Repair Café Bergstraße“ organisiert. Im nächsten Jahr soll es neben Kartoffeln auch Zwiebeln und Karotten geben. Infos zu Dorf im Wandel: Familie Welker, Telefon 06254-942206.

Wie sich die ZAKB die Bereitlegung von Grünschnitt zur Abfuhr am 5.11. (Lautertal) wünscht, ist auf www.dblt.de zu finden.

In allerletzter Sekunde: Vortrag "Gärten in der zweiten Lebenshälfte"; der Mühltaler Gärtnermeister Markus Winkler gibt am Freitag, den 13. November in der Alten Schule in Asbach (Schulstraße 6) Tipps, wie die Gartenarbeit im Alter erleichtert werden kann und wie ein altersgerechter und vor allem pflegeleichter Garten aussehen kann. 20 Uhr, Eintritt frei. (mh)