Unser Service: die Durchblick-Redaktion möchte Ihre Erfahrungen veröffentlichen.

Auf zahlreichen Dächern ist in den letzten Monaten viel passiert, und die Bewohner profitieren inzwischen von der eigenen Stromernte. Selbst an diesigen Februartagen liefern moderne PV-Anlagen einen guten Ertrag.

Wir möchten von Ihnen wissen, welche Erfahrungen Sie mit Ihrer Anlage gemacht haben. Sie können einfach eine Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! schreiben oder sich unsere Fragen gezielt anschauen:

  • Wieviele Angebote haben Sie eingeholt?
  • Haben Sie vorab eine kostenlose Beratung durch die ehrenamtlichen BürgerSolarberater des Kreises Bergstraße eingeholt?
  • Kennen Sie ein entsprechendes Angebot in Ihrem Landkreis wenn Sie nicht im Kreis Bergstraße wohnen?
  • Welche Ausbeute wurde Ihnen vorab in Aussicht gestellt, wie lange ist die voraussichtliche Amortisationszeit?
  • Wie lange dauerte es von der Einholung von Angeboten bis zur Rückmeldung des Anbieters?
  • Wie lange dauerte es bis zur Fertigstellung der Anlage?
  • Wie lange dauerte es bis zur Endabnahme durch den Energieversorger?
  • Sind Sie zufrieden mit dem Ertrag? Mehr als prognostiziert oder weniger?
  • Haben Sie eine App, in der Sie die aktuellen Verbräuche / Einspeisung ins Netz / Speicherfüllung sehen können?
  • Haben Sie einen ausreichend großen Speicher? Welche Größe wurde Ihnen empfohlen?
  • Wurden Sie informiert, daß die Möglichkeit besteht, mit Ihrer privaten PV-Anlage auch bei Netzstromausfall weiter Strom zu ernten?
    Zur Info: dazu muß ein Zwei-Richtungs-Zähler eingebaut sein mit Handschalter, um die Versorgung vom Netz auf Ihre Anlage umzuschalten. Anlagen ohne diese Einrichtung funktionieren nur, wenn Netzstrom vorhanden ist! Die Zusatzeinrichtung kostet zusätzlich, ist jedoch sehr sinnvoll... Ohne diese Umschaltvorrichtung läuft bei Netzstromausfall Ihr Tiefkühler, die Heizung etc nicht weiter.
  • Oder wurde Ihnen diese Zusatzfunktion von Ihrem Anbieter gleich mit erklärt?

Iim Falle eines systemgefährdenden flächendeckenden Blackouts sollten private Anlagen so geschaltet werden können, daß sie zur Versorgung relevanter Infrastruktur beitragen. Lesen Sie dazu auch meinen Beitrag Speichern zwecklos... Eine Rückblende aus dem Jahr 2015.

Dazu kann jedoch zur Beruhigung gesagt werden, daß bislang Stromausfälle bei uns üblicherweise wenige Minuten dauern und nur alle paar Jahre vorkommen.

Sehr gern nehme ich weitere Fragen nach Ihren Anregungen mit in die Liste auf! Das Ergebnis wird im Juniheft des Durchblick veröffentlicht und ist ab 1. Juni auch an dieser Stelle zu finden, bitte nach unten scrollen!

Bitte lesen Sie auch weiter:

Speichern zwecklos... Eine Rückblende

GGEW: PV-Anlage auf Parkplatz mit 293 Kilowattpeak

Grüne Lautertal: Aktuelles zur Freiflächen-Photovoltaik

Hier zeigt sich, wie sinnvoll die Nutzung regenerativer Energien ist

Kreis Bergstraße: BürgerSolarBerater

M. Hiller - im April 2024

Eine Zuschrift aus Reichenbach: "gerne sende ich Ihnen meine Erfahrungen mit meiner PV-Anlage. Ziel der Anlage war es vor allem, im Falle eines längeren Stromausfalles längere Zeit autark bleiben zu können, also auch mit Notstrom-Funktion.
Ich habe Ende 2021 4 Anbieter kontaktiert, wovon sich 2 zurück gemeldet haben. Diese haben sich innerhalb von 2 Wochen zurückgemeldet. Von den beiden gleichwertigen Angeboten habe ich mich für das Unternehmen aus der Region entschieden, um einer Ausführung durch ein Sub- oder gar Sub-Sub-Unternehmen vorzubeugen.
Eine Beratung durch Dritte hat nicht stattgefunden (die Beratung durch den "Berater" des Anbieters zähle ich nicht als Beratung, sondern als Verkaufsgespräch) und das Angebot durch die BürgerSolarberater kannte ich damals nicht. Ich hatte mich etwa 3 Monate lang über diverse Quellen im Internet schlauer gelesen.
Die Amortisationszeit ist für mich zweitrangig. Sie betrug zum Zeitpunkt der Bestellung je nach Quelle 10 bis 15 Jahre. Als der Strompreis zwischenzeitlich mal knapp 50 Cent /kWh betrug, war diese natürlich deutlich kürzer. Mit der relativen Normalisierung des Preises ist sie aber wieder gestiegen. Hierbei zähle ich nicht die reine Einspeise-Vergütung, sondern auch die Opportunitätskosten, also wenn ich den so selbstproduzierten Strom hätte einkaufen müssen.
Von der Unterzeichnung des Angebotes Mitte Januar 2022 vergingen knapp 4 Monate, bis die Anlage auf dem Dach montiert wurde. Zwei Wochen später waren die Mitarbeiter des Anbieters vor Ort und haben die Anlage (10 kW) fertig installiert.
Auf den mitbestellten Speicher ( 7 kWh) musste ich jedoch wegen Lieferschwierigkeiten ein ganzes Jahr warten.
Die Abnahme durch den Versorger (die GGEW) fand ca. 6 Monate nach der Installation der Solaranlage statt. Ein weiterer Termin 4 Wochen nach der Installation des Speichers.
Der Ertrag entspricht grob dem, was versprochen wurde. Man muss aber auch berücksichtigen, dass der Ertrag stark wetterabhängig ist: So fiel der Ertrag Mittags im Mai von gut 7 kW beim Aufzug dichter Regenwolken auf knapp 0,3 kW. Ein wolkiges Jahr wird also deutlich weniger Ertrag bringen als ein sehr sonniges Jahr. Autark kann ich im Winter zudem nur dann für begrenzte Zeit sein, weil der Speicher mit Strom aus dem Netz gefüllt wird. Durch den niedrigen Sonnenstand und weniger Zeit von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang kommt zum einen eh weniger Energie hier an, zum anderen sorgt die Überschattung durch Bäume und Gebäude für noch weniger Ertrag. 2022-2023 wurden von 01. Dezember bis 01. Februar 1,6 kWh pro Tag erzeugt. 2023-2024 waren es sogar nur 0,3 kWh pro Tag im selben Zeitraum.
Für den Winter taugt PV halt nicht, dafür sind die Erträge im Sommer sehr hoch: 33,7 kWh pro Tag wurden im Schnitt im Mai, Juni und Juli 2023 erzeugt. Das war aber auch vorher klar. Nur die Wolken hatte ich nur halb so stark eingeschätzt, wobei sich das ja im Lauf der Jahre ausgleicht.
Auf der Webseite des Anbieters des Wechselrichters kann ich die aktuelle Stromerzeugung, Zu- oder Abfluss ins Netz sowie den Eigenverbrauch nachsehen. Ebenso der Füllstand des Speichers. Mit dem bin ich von der Leistung zufrieden, nicht von der Benutzerfreundlichkeit: Es war sehr umständlich, die maximale bzw. minimale Ladegrenze einzustellen.
Mit freundlichen Grüßen..."

Eine weitere Zuschrift aus Reichenbach, hier nur in Stichpunkten wiedergegeben:
"Ohne Speichermöglichkeiten bringt uns das überhaupt nichts außer die Landschaft zu verbauen!
Freiflächen-PV ist super, wenn wie in Bürstadt der Boden darunter genutzt wird, z.B. für den Anbau von Tomaten, Kräutern, Himbeeren oder Pflanzen für die Biogasanlage in Lorsch. Ein paar EU-geförderte Schafe um die sich keiner kümmert, sind die schlechtere Lösung. Dafür bräuchen wir einen richtigen Schäfer wie in der Rhön oder in Lorsch.
Weiter sollten wir überlegen, was im Lautertal noch an Freiflächen auf Dächern und Hallen zur Verfügung steht: Schulen, Parkplätze, Scheunen und private Häuser.
Das Förderangebot der Gemeinde Lautertal für private Anlagen aus dem Watt-Programm wurde nur sehr spärlich in Anspruch genommen.
Wer eine private PV-Anlage hat, sollte  bei der Grundsteuer eine jährliche Vergünstigung erhalten, Neubauten und Dachumdeckungen sollten nur noch mit Solarziegeln erfolgen, auf neuen Carports und Garagen sollte eine PV-Anlage geplant werden, Mauern und Zäune sind ebenfalls als Träger denkbar.
Alternativen: (das Reichenbacher Wasserrückhaltebecken eignet sich leider nicht als Wasserspeicher zur Stromgewinnung, da hier der Hochwasserschutz für die unterhalb liegenden Häuser Vorrang hat). Aber kleine Wasserkraftanlagen wären an Gefällestrecken der Lauter durchaus denkbar.
Denkbar wäre auch eine Biogasanlage, die  an Tagen ohne Sonne Strom produzieren kann. Aber: "Bei der aktuellen Einspeisung sagen aber die Landwirte: Biogasanlagen stehen vor dem Aus!"