Man stelle sich die Erde vor ca. 3300 Jahren vor (das ist die Zeit in der „Ötzi“ etwa gelebt hat):
Es ist März – die letzten Schneestürme fegen über das Land, aber die Sonne gewinnt schon an Kraft. Die Menschen leben in einfachen Hütten mit einer Feuerstelle, aber das gesammelte Holz geht zur Neige. Seit Oktober leben sie fast ausschließlich von den eingelagerten Vorräten, Wurzeln, getrocknete Früchte und getrocknetes Fleisch, die nun größtenteils aufgebraucht oder verdorben sind. Es ist immer noch bitterkalt und feucht in den Behausungen. Neben Vitaminmangelerscheinungen, Unterernährung und Rheuma haben die Lungenleiden leichtes Spiel: Husten, Bronchitis und Asthma haben Hochsaison. Doch die Rettung naht – noch bevor der letzte Schnee geschmolzen ist schiebt der Huflattich als erste aller Pflanzen seinen schuppigen Stängel aus der Erde und lässt seine strahlend sonnengelben Blüten erscheinen. Sie lindern den Husten, hüllen die gereizte Rachenschleimhaut schützend ein und versorgen gleichzeitig mit den ersten Vitaminen aus ihren Pollen. Allerdings sollte man beim Sammeln bedenken, das sie auch die erste Nahrung für Insekten darstellen, als nie den ganzen Bestand abernten.

 

 

Nada Brahma – die Welt ist Klang, Joachim Ernst Behrend hat diesen Satz berühmt gemacht. Dabei stammt er gar nicht von ihm, sondern es ist ein indisches Urwort, wie er selbst in seinem gleichnamigen Buch schreibt. In dieser Reihe möchte ich Ihnen archaische Instrumente und ihre Anwendung am und für den menschlichen Körper vorstellen. Ich möchte Sie ermutigen zu experimentieren und Ihnen gleichzeitig aber auch die Grenzen nahe bringen.